Jetzt noch Blumenzwiebeln pflanzen?

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Haben Sie vergessen, den Frühling in Ihren Garten zu pflanzen? Macht nichts, mit ein paar Tricks geht das auch jetzt noch. Der optimale Pflanzzeitpunkt für alle Arten von Zwiebelpflanzen fällt zusammen mit der Wurzelbildung der Zwiebeln, je nach Art zwischen August und Mitte November. Im Dezember noch Narzissen und Co. auszupflanzen, kann zu Totalausfällen führen. Aber gerade jetzt locken die Gartencenter mit reduzierten Preisen und man ist versucht, doch noch schnell ein paar Zwiebeln in die Erde zu stecken.

In milden Gebieten oder bei einem warmen Spätherbst mag die Bodentemperatur noch ausreichen, um eine Wurzelbildung zu ermöglichen, doch wenn Frost kommt, wachsen die Wurzeln nicht weiter, nicht selten faulen die Zwiebeln einfach weg. Kommen sie doch durch den Winter und treiben aus, kann das schlecht ausgebildete Wurzelsystem die Zwiebel nicht ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgen. Mit etwas Glück blüht die Zwiebelpflanze noch, kann aber nicht genug Reservestoffe für die nächste Wachstumsperiode einlagern und im nächsten Frühling wundert sich der Gärtner.

Wer ein paar Regeln beachtet, hält die Zahl der Ausfälle ganz gering: Spät gekaufte Zwiebeln nur in Töpfe pflanzen, nicht in den Garten. Die Erde sollte sandig-lehmig sein, geeignet ist z.B. gute Gartenerde, die mit viel Sand abgemagert wurde. Auf reine Humus- oder Torfsubstrate zur langfristigen Zwiebelkultur besser verzichten. Eine Drainageschicht auf den Boden des Gefäßes und eine Sandschicht unterhalb der Zwiebeln helfen gegen zu viel Feuchtigkeit, ein Langzeitdünger mit hohem Phosphor-Kalium-Gehalt wird in das untere Erddrittel eingearbeitet.

Stellen Sie die Töpfe kühl, aber frostfrei (optimal sind 5-10 Grad Celsius) und dunkel auf, z.B. in eine frostfreie Garage, einen geschützten Kellerabgang oder einen kühlen Keller. Höhere Temperaturen führen zu einem verfrühten Austreiben der Zwiebeln auf Kosten der Wurzelbildung mit den oben beschriebenen Folgen, bei zu tiefen Temperaturen bilden sich keine oder nur wenige Wurzeln. Zurückhaltend gießen, das Erdreich darf keinesfalls nass sein (Fäulnisgefahr).

Nach 6-10 Wochen hat sich ein tiefgehendes Wurzelgeflecht gebildet und die Töpfe können nun, wenn der Boden offen ist, an den Stellen eingesenkt werden, wo die Zwiebeln später blühen sollen. Eine Abdeckung aus Stroh oder Tannenreisig schützt vor den ärgsten Frösten. Oder man belässt sie an ihrem geschützten Platz, bis sie oberirdisch treiben. Spätestens dann benötigen die Pflanzen ausreichend Licht, die Töpfe sollten aber vor dem Durchfrieren unbedingt geschützt werden. Nach dem Abblühen muss das Laub einziehen dürfen, denn bei diesem Prozess verlagert die Pflanze Reservestoffe in die Zwiebel und legt manchmal, wie z.B. die Narzisse, schon Blütenanlagen für's kommende Frühjahr an. Wenn das Laub zu welken beginnt, das Gießen bis zum September etwa einstellen. Dann können die Blumenzwiebeln direkt im Garten ausgepflanzt werden, oder vielleicht planen Sie ja fürs nächste Jahr erneut einen „Frühlingstopfgarten“.

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