Japansegge, Pampasgras & Co - diese Gräser zieren jeden Garten

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Japansegge, Pampasgras & Co - diese Gräser sind eine Zierde in jedem Garten

Jeder Dinosaurierfan kennt sie: die Kreidezeit! Sie begann vor 145 Millionen Jahren und dauerte 80 Millionen Jahre an. Das Klima war allgemein warm und ausgeglichen und bot somit Flora und Fauna optimale Bedingungen. Zudem begann sich die südliche Erdplatte zu dieser Zeit zu spalten. Und es war die Geburtsstunde der Gräser. Durch die daraus resultierende Bodenanhaftung hat sich das Erosionsverhalten auf dem Festland stark verändert. Für uns ist das Gras selbstverständlich geworden. Gerade Deutschland besteht aus der Luft nur aus Wald- und Wiesenflächen. Jeder Garten wird mit Rasen bestückt. Gräser sind die Lebensgrundlage von Wiederkäuern und Einhufern sowie zahlreicher weiterer Tiere. Es kann auch als Dachabdeckung genutzt werden, wie es zum Beispiel in Norddeutschland bei den Rieddächern der Fall ist. Ziergräser geben dem Garten etwas Besonderes, da sie auch im Herbst nichts von ihrer Attraktivität einbüßen. Geschickt gepflanzt merkt man so erst mit dem Fall des ersten Schnees, dass der Sommer endgültig vorbei ist.

Gräser

Gras bezeichnet einkeimblättrige, krautige Pflanzen. Die Blüten sind im Vergleich zur sonst so kreativen Mutter Natur relativ unscheinbar. Die in Deutschland als Gras titulierten Pflanzen zählen zu den Süßgrasartigen. Die Familien können unterschieden werden in Süßgräser, Sauergräser mit seinen Riedgräsern und Binsengewächsen sowie die Familie der Restionaceae, die sich auf der Südhalbkugel heimisch fühlt.

Die Süßgräser

Die Familie der Süßgräser ist uns Zweibeinern bestens bekannt, so zählen die Getreide mit ihren Sorten Weizen, Roggen, Hafer, Hirse, Gerste, Reis und Mais zu diesen Nutzpflanzen und landen tagtäglich in gekochter, gebackener, aufgequollener oder geschroteter Form auf unseren Tellern. Sie sind weltweit vertreten und bieten eine sagenhafte Artenvielfalt von 10.000 Arten, die zu 650 Gattungen zusammengefasst werden können. Erstaunlicherweise sind die Süßgräser erst im Laufe der Evolution zu Windblütern geworden. Windblüter meint, dass die Vermehrung des Grases über den Wind funktioniert. Ältere Graspollenfunde zeigen, dass die ersten Süßgräser sich noch über Vögel und Insekten vermehrten. Dies und seine erstaunliche Anpassungsfähigkeit sorgten vermutlich auch für seine globale Verbreitung. Egal ob in der Pampa Argentiniens, den Savannen von Afrika, dem Grasland Australiens, den mit Strandhafer besetzten Sanddünen oder den Wirtschaftswiesen Mitteleuropas: Das Süßgras findet seine Nische, um sich auszubreiten. Der Lebenszyklus dieser Gräser reicht von einjährigen Arten über zweijährige Arten bis hin zu mehrjährigen Arten, die tatsächlich eine Lebensdauer von 400 Jahren aufweisen können. Sie sind einkeimblättrig mit einem Halm, der durch Knoten gegliedert ist, und langen, schmalen Blütenständen.

Die Sauergräser

Die Familie der Sauergrasgewächse ist mit ihren 5500 Arten, die in 98 bis 109 Gattungen zusammengefasst werden können, weltweit vertreten. Der Unterschied zum Süßgras ist die Tatsache, dass der Stängel nahezu dreikantig und markhaltig ist – sie besitzen keine Knoten. Ihre natürlichen Vorkommen sind sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel. Ihre bevorzugten Standorte sind feuchte Böden wie Moore, Sümpfe oder Feucht- und Nasswiesen.

Japansegge

Die Japansegge ist in Deutschland auch unter den Namen Bunte Japansegge oder Bunte Garten-Segge bekannt. Ihr botanischer Name lautet Carex morrowii ‚Variegata‘. Den Namen morrowii hat es dem Arzt J. Morrow zu verdanken. Sie gehört zur Familie der Sauergräser. Wie der Name bereits rückschließen lässt, ist das Gras in Japan beheimatet. Dort ist es vorwiegend in den Wäldern aufzufinden. Japansegge bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort mit frischen, humosen und durchlässigen Böden, die wenig Kalk enthalten. Die Blätter des horstbildenden Grases erreichen eine Höhe von circa 30 bis 40 cm. Die Blätter haben eine gebogene Form und biegen sich unter ihrem eigenen Gewicht. Sie wirken kräftig und wachsen schnell. Zudem haben die Blätter eine grüne Farbe mit weißem Rand und eine markante Mittelrippe. Am wohlsten fühlt sich das Gras in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter. Zudem ist ein nährstoffreiches Substrat einer optimalen Pflege eher zuträglich. So können sie sich im Laufe der Zeit zu Flächen- und Bodendeckern entfalten.
Die Blütezeit der Japansegge ist von Mai bis Juli, während derer die Ähren eine dunkelbraune Farbe annehmen, wohingegen die Staubblätter gelb erstrahlen. Die Japansegge eignet sich als Bodendecker unter Gehölzgruppen oder sie gibt auch ein schönes Bild in Gesellschaft von Rhododendron, Azaleen, Hortensien oder Farnen ab. Sie sollte in Gruppen von vier bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter gepflanzt werden mit einem Pflanzabstand von 30 bis 50 cm. Im Frühling muss die Pflanze lediglich ein wenig ausgeputzt oder bis 5cm über den Boden zurückgeschnitten werden.

Pampasgras

Die lateinische Bezeichnung für Pampasgras lautet Cortaderia selloana, wird aber unter anderem auch als Silber-Pampasgras oder Garten-Pampasgras bezeichnet. Es zählt zur Familie der Süßgräser. Die Wuchshöhe dieser Horstpflanze beträgt 45 bis 300 Zentimeter. Sie ist eine krautige Pflanze mit dicht stehenden, blaugrünen Blättern mit einer von ein bis zwei Metern, die sich unter ihrem Gewicht zur Seite neigen. Sie haben eine graugrüne Farbe mit einer schmalen Form. Bei den Blatträndern ist Vorsicht geboten, da sie rau, scharf und gezähnt und somit messerscharf sind. Die Rispe – gemeint ist ein reich verzweigter Blütenstand – hat eine federartige Erscheinungsform, zumeist von silberweißer Farbe. Die Samen mit Seidenhaaren bleiben den Winter über am Pampasgras. Ihre Blütezeit ist von August bis November. Die natürlichen Vorkommen sind in Uruguay und von Chile bis Mittel-Argentinien, eben dort, wo Sand- und Schwemmböden vorhanden sind. Aufgrund dessen ist der optimale Standort in der prallen Sonne.
Generell ist das Pampasgras winterhart, aber es muss vor Winternässe geschützt werden. Dafür werden die Schöpfe zusammengebunden und in richtig harten und schneereichen Wintern kann man zusätzlich noch ein Vlies darüber stülpen. Der Boden muss gut abgedeckt werden, um die Wurzeln zu schützen. Generell muss die Pflanzenmitte vor zu viel Nässe geschützt werden, da sie sonst verwelkt. Das Pampasgras sollte dann im Frühjahr geschnitten werden. Genutzt wird dieses Gras als Zierpflanze, Schnittblume oder getrocknet als Dekorationsartikel.

Chinaschilf

Wie der Name bereits sagt, stammt dieses Gras aus China. Es ist aber auch in Japan oder Korea zu finden. Sie gehört zu den ausdauernden Pflanzenarten, was nichts weiter bedeutet, als das sie mehrere Jahre überleben und im Laufe der Zeit mehrmals blühen. Zuzuordnen sind sie den Süßgräsern. Ihr lateinischer Name ist Miscanthus sinensis, doch findet man sie auch unter dem zu Verwirrungen führenden Namen Elefantengras. Ihre Horste sind dicht bis locker und sie wachsen 80 bis 200 Zentimeter hoch. Hat sich das Gras erst mal im Garten festgesetzt, kann eine Entfernung des Gewächses unter Umständen Schwierigkeiten machen. Je nach Bodenbeschaffung dringen die Wurzeln nämlich bis zu 2,5 Meter tief in den Boden ein. In ihrer Heimat sind sie Wirtspflanzen von mindestens 40 verschiedenen Schmetterlingsarten. Sie fühlt sich auf Berghängen, Küsten und Höhenlagen unter 2000 Metern wohl, weshalb sie es in den USA durch unkontrollierte Samenausbreitung zu einer invasiven Pflanzenart geschafft hat. Invasiv meint, dass die Pflanzen sich selbstständig in nicht heimischen Gebieten ausbreiten. Wichtig ist in diesem Fall eine Wurzelsperre – auch Rhizomsperre genannt. Das Chinaschilf hat nämlich oberflächlich ein eher langsames Wachstum vorzuweisen, was aber in keinster Weise das Wurzelwachstum widerspiegelt. Der geeignete Ort für ein gepflegtes Oberflächenwachstum ist an einem sonnigen und zugleich gut zu wässernden Standort.
Chinagras ist nicht nur aufgrund der einfachen Pflege sehr beliebt, sondern auch, weil es für ein Gras recht auffällig erscheint. Es gibt sie in verschiedenen Blattsorten und Ähren. Die Blätter der Variegatus miscanthus sind weißbunt, der Zebrinus miscanthus sind gelblich gestreift, der Silberfeder sind silbern und die der Dronning Ingrid sind rötlich gefärbt. Das Blühen der Ähren ist in den Farben Silberweiß, Bräunlich oder Rötlich zu haben. Vorsicht ist jedoch geboten beim Riesenschilf oder dem Eulaliasgras, da sie in Deutschland nicht zur Blüte kommen.

Blauschwingelgras

Blauschwingel gehört zur Familie der Süßgräser. Die botanischen Namen lauten Festuca glauca – genannt Glaucantha, Festuca cinerea – genannt Frühlingsblau, sowie Festuca pallens. Heimisch ist das halbkugelförmige Gewächs in Südwest-Europa, Mitteleuropa und Nordwest-Italien. Ihre natürlichen Vorkommen sind das Gebirge, lichte Wälder, Felsbänder und Trockenwiesen. Das erklärt auch die Vorliebe für vollsonnige bis sonnige Standorte, deren Boden trocken, nährstoffarm und gut durchlässig sein sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Blauschwingel verfault. Am besten wachsen sie auf humusarmen Böden, die zusätzlich auch noch einen schwach sauren bis alkalischen pH-Wert aufweisen. Kalk wird von ihnen nicht nur toleriert, sondern regelrecht geliebt. Die Blätter erreichen eine Höhe von 10 bis 20 Zentimetern, die Blüten schaffen es sogar auf 40 Zentimeter. Die Blauschwingel wuchern nicht, sondern bilden ein niedrig-kompaktes Polster. Der Austrieb des immergrünen Gewächses ist intensiv blau gefärbt. Das Blau der Blätter kann gekräftigt werden, wenn die Rispen während ihrer Blüte entfernt werden. Das Laub ist schmal linealisch, haarfein und spitz abstehend. Die Blütezeit des Blauschwingels ist von Juni bis Juli. Die lockeren Rispen haben eine gelblich braune Farbe. Ein besonderes Highlight bilden sie in Steingärten zwischen Steinfugen und Kiesbeeten.

Ein optimales Wachstum wird erreicht, wenn man die Pflanzen zu sieben bis zwölf Exemplaren pro Quadratmeter in Gruppen pflanzt. Der Pflanzabstand sollte 0,3 bis 0,4 Meter betragen. Ein Farbspiel ergibt sich, wenn Blauschwingel in direkter Nachbarschaft zur Fuchsrot Segge gepflanzt wird. Fuchsrot Segge ist nicht zu verwechseln mit der Japansegge. Japansegge und Blauschwingel eignen sich schon aufgrund ihrer unterschiedlichen Präferenzen bezüglich des Kalkgehalts nicht als Nachbarn. Festuca cinerea macht auch ein schönes Bild zwischen Heidepflanzungen. Obwohl die Pflanze in den Gebirgen zu Hause ist, benötigt sie in langen, harten Wintern doch einen Winterschutz in Form von Laubhäufchen. Prinzipiell gilt das Gewächs aber als winterhart, frosthart und trockenresistent. Es ist hitzeverträglich und schattenunverträglich. Der Rückschnitt findet erst zwischen März und April statt. Dann sollte die Pflanze bis auf 5 cm über den Boden zurückgeschnitten werden.

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