Jagdschmuck – aus diesen Materialien ist er gemacht

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Jagdschmuck – aus diesen Materialien ist er gemacht

Ringe, Ketten, Broschen, Hutschmuck und Charivaris – Jagdschmuck ist in seiner Ausführung vielfältig und facettenreich. Es gibt unzählige Motive und jagdtypische Ornamente, die Sie in unterschiedlichsten Stilrichtungen und Kombinationen auf den Schmuckstücken wiederfinden können. Genauso mannigfaltig sind die verwendenden Materialien, für jeden Geschmack gibt es das passende Schmuckstück.

Schlichte Gold- und Silberbroschen mit Jagdmotiven oder aufwendig verarbeiteter Hutschmuck, der Ihre Trophäen ins beste Licht rückt – Jagdschmuck ist so individuell wie der jagdbegeisterte Träger selbst. Gemeinsam ist allen Schmuckstücken der Bezug zur Natur und zur waidmännischen Gesinnung. Die Naturverbundenheit drückt sich nämlich auch in den verwendeten Materialien aus. Plastik und künstliche Stoffe wird man vergebens suchen, stattdessen finden Sie die Naturmaterialien Gold, Silber, Bernstein, Hirschhorn und weitere der Natur entnommene Materialien, nämlich die Trophäen, wieder.

Auch die Verzierungen und Einfassungen stellen einen direkten Bezug zu Wald und Feld her. Eichenlaub ist ein gern verwendetes Dekorelement für Jagdschmuck, Sie können es beinahe auf jedem Schmuckstück in unterschiedlich abgewandelten Formen entdecken. Häufig werden auch jagdtypische Elemente, wie stilisierte Geweihe, Edelweiß oder Jagdhörner, abgebildet. Das wichtigste Element des traditionellen Jagdschmucks stellt jedoch die Trophäe an sich dar.

Die Bedeutung von Trophäen – das Vorzeigeobjekt des Jägers

Jeder Jäger weiß um die hohe Bedeutung von Trophäen für die eigene Reputation. Laut Jagdgesetz stehen dem Schützen sämtliche Trophäen eines erlegten Stücks zu. Das Wildbrett – so wird das Fleisch des Wildes genannt – hingegen gehört dem Pächter oder Besitzer des Reviers, dem sogenannten Jagdherren. Nicht selten übersteigt der materielle, aber vor allem der ideelle Wert einer Trophäe den des Fleisches.

So ist es nicht verwunderlich, dass Schützen gerne ihre errungenen, symbolstarken Trophäen zu aufwendigem und wertvollem Jagdschmuck verarbeiten lassen. Es handelt sich bei Trophäen um Sammlerstücke, die den eigenen Jagderfolg öffentlich repräsentieren und dadurch zu einer Art Statussymbol des Waidmanns werden. Dieses Phänomen gibt es seit Menschengedenken. Stets wurde die erlegte Beute mit Stolz dem Umfeld präsentiert und öffentlich zur Schau gestellt. Auch heute noch werden Hut, Joppe und Gürtel mit zahlreichen Schmuckstücken dekoriert und neueste Errungenschaften stolz beim Jägerstammtisch in die Runde gezeigt. Gespräche und Geschichten, nicht selten auch das ein oder andere Jägerlatein, werden durch Trophäen im Jagdschmuck angeregt und ausgetauscht.

Grandeln – beliebter Jagdschmuck als Kettenanhänger und Brosche

Unter "Grandeln" versteht man in der Waidmannsprache die Eckzähne im Oberkiefer des Wildes. Genauer gesagt, die kleinen, runden Zahnstummel der Rot- und Sikahirsche, die eine Art Überbleibsel der ehemals stärker ausgeprägten Eckzähne sind. Zeugnis davon legt ein schwarzer Fleck am Unterkiefer des Hirsches ab. Dieser Kontrast zu den weißen Zähnen sollte Drohgebärden mit den früher stark ausgeprägten Eckzähnen spektakulärer aussehen lassen. Heute haben Grandeln für den Hirsch keine Bedeutung mehr. Ganz selten kann man Grandeln auch bei Rehwild finden.

Die Farbe der Grandeln hat eine entscheidende Bedeutung. Je dunkler die Zähne sind, als desto wertvoller werden die Grandeln eingestuft. Dunkle Zähne und starker Abrieb verraten fachkundigen Jägern, dass ein alter, kapitaler Hirsch erlegt wurde. Die dunkle Farbe deutet auch darauf hin, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um einen Gatter-Hirschen, sondern um ein frei lebendes Tier im Hochgebirge gehandelt haben muss. Der dunkle Schmelz tritt nämlich besonders deutlich auf, wenn sich die Hirsche hauptsächlich von Latschenkiefern, die nur im hochalpinen Raum zu finden sind, ernährt haben.

Kleinere Grandeln werden heute gerne für Damenschmuck in Gold oder Silber gefasst. Als Ring, Halskette oder Ohrringe werden die kleinen Hirschzähne zu beliebten alpenländischen Trachtenschmuckstücken verarbeitet und sind von Dirndl und Co nicht mehr wegzudenken. Größere Grandeln finden ihren Platz an Hut- oder Anstecknadeln für Herren. Sie werden stets paarweise verarbeitet, entweder in einer einfachen und schlichten Fassung, die die Zähne lediglich zusammenhält, oder eingefasst in aufwendig gearbeitetes Eichenlaub-Dekor. Auch Herrenringe mit Grandeln sind sehr gefragt.

Auch Reißzähne von Raubwild wie Marder, Fuchs und Dachs sowie kleinere Hauer von Wildschweinen werden gerne zu prestigeträchtigem Jagdschmuck verarbeitet. Kleinere Reißzähne können sehr dekorativ kreisförmig um ein Gold- oder Silberelement angebracht werden und auf diese Weise ein stilisiertes Edelweiß abbilden. Ein originelles Schmuckstück für Tracht und Jagdbekleidung.

Eine weitere Trophäe für Hut und Jacke – die Schnepfengrandel und der Schnepfenbart

Eine weitere Tierart, die Grandeln besitzt, ist die Schnepfe. Bei Schnepfengrandeln, auch genannt Malerfedern, handelt es sich jeweils um die erste, verkümmerte Schwungfeder der flinken Vögel, die nur etwa einen Zentimeter misst. Sie selbst hat für die Schnepfe keinerlei Bedeutung, sie erzeugt lediglich ein typisches Geräusch beim rasanten Flug, das an ein Pfeifen erinnert. Bekannt und bei Jägern berüchtigt ist die Schnepfe für ihre unberechenbaren und schnellen Flugmanöver, welche man nur für kurze Zeit im Jahr und dann auch nur in den frühen Abendstunden bestaunen kann.

Aus diesem Grund gelten die Schnepfengrandeln als beliebte und hoch angesehene Trophäe, da es wahrlich nicht einfach ist, eine Schnepfe im Flug zu erlegen. Mehrere Malerfedern als Fächer zusammengestellt können zu einem grazilen und filigranen Schmuckstück verarbeitet werden. Als Kette oder Brosche getragen wird dieses rare und extravagante Schmuckstück das Herz so mancher Jägergattin und Trachtenliebhaberin höherschlagen lassen.

Der Schnepfenbart, ein winziges Federflaum-Büschel an der Bürzeldrüse, wird ebenso zu den Trophäen gezählt. Er wird – vergleichbar mit einem kleinen Gamsbart – in Broschen und Hutnadeln eingearbeitet, oft auch in Kombination mit der Malerfeder. Der Träger eines solchen Schmuckstücks wird in Jägerkreisen sofort als guter Schütze angesehen und wird bestimmt Geschichten und Jagderlebnisse in illustrer Runde zum Besten geben müssen.

Federn und Bärte als obligatorische Hutschmuck für Tracht und Jagd

Nicht nur die Federn der kleinen Schnepfe sind beliebte Dekorelemente für den Jagdschmuck. Auch die prächtig schillernden Federn von Fasan, Birk- und Auerhahn werden voller Stolz präsentiert. Aufwendig verzierte Goldfassungen bieten eine ebenbürtige Vorrichtung, um die würdigen Hahnensicheln ins rechte Licht zu rücken und spektakulär zur Schau zu stellen. Unter Hahnensicheln versteht der Jäger die jeweils außen liegenden, gebogenen Federn des Stoßes, der Schwanzfedern, des Birkwilds. Auch Stoßfedern des imposanten Auerhahns gelten als angesehene Trophäen und werden teuer gehandelt. Der Birk- und Auerhahn sind heutzutage leider nur noch wenig aufzufinden und fallen unter strengen Artenschutz. Aufgrund ihrer Seltenheit ist Jagdschmuck mit Hahnenfedern sehr gefragt und hoch dotiert.

Erpellocken der männlichen Ente befinden sich ebenfalls am Bürzel, also dem Schwanz des Geflügels. Die zwei bis drei gebogenen Federn sind aufgrund ihrer schillernden, leuchtenden Farbe sehr begehrt und dekorativ als Hutschmuck einzusetzen. Auch der fächerförmig zusammengefasster Adlerflaum ist als äußerst kostspieliger Jagdschmuck auf dem einen oder anderen Hut zu bewundern. Kleinere Federn werden gerne als zusätzliche Dekoration für Jagdschmuck verwendet, als Untergrund für die Grandeln zum Beispiel.

Am bekanntesten und am weitesten verbreitet im alpenländischen Raum ist jedoch sicherlich der Gamsbart. Diese Haare der männlichen Gemse befinden sich im Nacken- und Rückenbereich des Tiers. Je älter es beim Abschuss war, desto länger sind die Barthaare und umso imposanter fällt der traditionelle Hutschmuck aus. Der auffallende Gamsbart ist jedoch meist nur ein Element des vielfältigen Hutschmucks eines Jägers. Weitere Anstecknadeln erzählen von den Jagdabenteuern des Trägers.

Weitere verwendete Materialien und kuriose Bestandteile von Jagdschmuck

Eine echte Kuriosität in Sachen Jagdschmuck stellt eine weitere Trophäe dar: Gelegentlich werden Magensteine von Auer- und Birkwild in Form eines Amuletts oder einer Brosche verarbeitet. Die sogenannten Weidkörner sehen mit ihrer unterschiedlichen Färbung nach der Verarbeitung sehr dekorativ aus. Die winzigen roten, blauen, gelben und grünen Magensteine werden gewaschen und gleichmäßig geschliffen. Anschließend werden sie häufig in ein kleines Behältnis gefüllt und zusammen mit goldenen oder silbernen Auerhahnmotiven zu prächtigem Jagdschmuck arrangiert.

Manchmal sind Herzkreuze in den Jagdschmuck eingebaut. Herzkreuze sind verknöcherte Sehnen im Inneren des Herzens von Hirschen. Sie sind sehr selten zu finden und nur schwer unbeschadet herauszuschneiden. Ist das kleine Knöchelchen jedoch herausgetrennt und in eine Brosche oder einen Kettenanhänger eingearbeitet, kann man ein einzigartiges Schmuckstück in Händen halten. Auch Krallen von Fuchs und Dachs können einen dekorativen Bestandteil im Jagdschmuck bilden. Sie werden entweder eingefasst in florale Goldelemente oder als Umrandung für Edelsteine oder Grandeln in Broschen und Hutnadeln integriert.

Eine weitere Form der Trophäe, das Geweih, wird ebenso als Material zur Herstellung authentischen Jagdschmucks verwendet. Die Rosen, das sind die ringförmigen, wulstigen Enden eines jeden Geweihs, werden gerne als Untergrundfläche für Grandeln oder Schmucksteine genommen. Dieses bodenständig und urig anmutende Naturmaterial lässt sich als Schmuckstück perfekt zu Trachtenmode und festlicher Jagdbekleidung kombinieren.

Der passende Jagdschmuck für sie und ihn – das Angebot ist vielfältig

Wenn Sie eher unauffälligeren Schmuck bevorzugen, der ohne Trophäen gefertigt wurde, werden Sie unter dem variantenreichen Angebot an Jagdschmuck ebenfalls fündig. Reliefartig abgebildetes Wild und Eichenlaub, gearbeitet aus reinem Silber oder sogar reinem Gold, zeugt von schlichter Eleganz, ohne dabei auf jagdliche Symbol- und Aussagekraft zu verzichten.

Verleihen Sie Ihrer Begeisterung für Wald und Jagd Ausdruck und eine persönliche Note – durch imposante Gamsbärte, seltene Trophäenhutnadeln, auffällige Broschen oder einen eleganten Ring. Trachten und festliche Jagdbekleidung wird durch diese Art der Accessoires aufgewertet und erst richtig perfekt. Kein Jäger wird einem Stammtisch oder einer Versammlung ohne den gebührenden Jagdschmuck beiwohnen.

Filigraner Jagdschmuck im modernen Stil für die Dame oder aufwendiger Trophäenschmuck für den Waidmann von Welt – für jeden Geschmack und Anlass wird sich passender Jagdschmuck für Sie finden. Zahlreiche Schmuckhersteller haben sich auf die Verarbeitung von Naturmaterialien und Trophäen zu Jagdschmuck spezialisiert und fertigen die unterschiedlichsten Schmuckstücke an.

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