Jade - Tipps und Hinweise zum Kauf von Edelsteinen

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Jade - Tipps und Hinweise zum Kauf von Edelsteinen

Jade – Der Name und seine Herkunft

Der Name Jade ist vom spanischen „piedra de ijada“ abgeleitet und bedeutet dort so viel wie „Lendenstein“. Dies kommt daher, dass die Indianer den Stein früher als Heilmittel zum Kurieren von Lenden- und Nierenleiden einsetzten. Jade, oder auch die chinesische Bezeichnung „yu“, ist eigentlich der Oberbegriff für ein Mineralgemenge, das überwiegend aus Jadeit bzw. dem weicheren Nephrit besteht. Diese müssen in jeweils ganz bestimmten Mengenverhältnissen vorhanden sein, um den Namen Jade zu verdienen. Von jeher übt dieser Edelstein wegen seiner Schönheit sowie seiner vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten eine besondere Faszination auf die Menschen aus.

Stein mit langer Geschichte und vielfältiger Bedeutung

In China hat der Gebrauch von Jade als Schmuckstein eine 8000-jährige Geschichte und verkörperte dort das Sinnbild der fünf Haupttugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Bescheidenheit und Mut. Die Jade stand aber auch für die Erotik der Weiblichkeit. Doch auch in Europa, im pazifischen Raum, östlich des Mittelmeers sowie in Mittelamerika wird Jade seit Tausenden von Jahren verarbeitet. Zeitweise herrschte ein regelrechter Kult um den beliebten Edelstein. Bei den Mayas und Azteken stand Jade höher im Kurs als Gold; sie verehrten den Stein als Liebesstein, der in der Lage war, Freundschaft in innige Liebe zu verwandeln. Die Maoris in Neuseeland verwendeten Jade zur Herstellung von Waffen und Kultgegenständen. Diese Tradition wird bis in die heutige Zeit fortgeführt. Im alten Ägypten galt die Jade als Stein der Liebe und des inneren Friedens, zudem sorgte sie für Harmonie und Ausgeglichenheit. Auch in vielen anderen Regionen und Kulturen rund um den Erdball galt Jade als Glücks- oder Schutzstein.

Durch die Kolonisation Mittelamerikas und der damit verbundenen Wiederentdeckung durch die Spanier fand Jade gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch mehr und mehr Eingang in die westliche Schmuckkultur. So war Jade in den 1920er Jahren ein begehrtes Modeaccessoire und bei den Hippies galt sie in den 60er und 70er Jahren als „Stein der Weisen“. Auch heute gilt Jade noch als Traumstein, deren Träger durch sie die Fähigkeit erlangt, Träume deuten zu können. In fast allen Ländern des arabischen Raums wird die Jade zum Skarabäus geschliffen und als Schutzstein verehrt, der das Böse von seinem Träger fernhält.

Jadevorkommen weltweit und deren Entstehung

Jadeit und Nephrit entstehen an Subduktionszonen, also dort, wo Kontinentalplatten aufeinander treffen und die eine unter die andere Platte abtaucht, so zum Beispiel am Pazifischen Feuerring, der unter anderem Neuseeland, Yucatan, Guatemala, Kalifornien und Japan umfasst. Auch in Regionen, in denen die Erdkruste durch Aufeinandertreffen von Erdplatten aufgefaltet wird, kommen diese Steine vor, so zum Beispiel nördlich des Himalaya und des tibetanischen Hochlands. Darüber hinaus kommt Jade häufig in kristallinen Schiefern vor, hierbei sind die Santa Rita Mountains in Kalifornien eine Hauptfundstätte. Mit der San-Andreas-Verwerfung hat Kalifornien ein weiteres, sehr reiches Jade-Fundgebiet. Auch Kanada besitzt größere Vorkommen an sogenannter „Kanada-Jade“ mit ihrer charakteristisch dunkelgrünen Farbe. Im Westen Myanmars zu finden ist Tharrawaw, eine klassische Fundstätte für Jade. Seit dem 18. Jahrhundert wurden praktisch sämtliche chinesischen Jaden dort abgebaut und die dort vorkommende Jade gilt als die qualitativ beste. Die Jahresproduktion in Burma liegt bei etwa 150 Tonnen. In Japan gibt es reiche Jade-Vorkommen in der Provinz Omi sowie nahe der Stadt Fukuoka. In Mittelamerika findet man Jaden in Guatemala und Mexico, in Australasien in Neuguinea und Neuseeland, auf Sulawesi in Indonesien sowie in Europa in Italien und Schlesien.

Jade – die Farbe bestimmt den Wert

Jadeit kommt in allen denkbaren Variationen von Grün vor, von Hellgrün bis nahezu schwarzem Dunkelgrün. Grüne Jade wird in sieben verschiedene Hauptqualitäten unterteilt. Die höchste und teuerste Qualität stellt die durch gleichmäßiges, sattes Smaragdgrün bestechende Imperial-Jade, auch Kaiserjade genannt, dar. Sie ist aber mit einem Preis von 40.000 USD pro Gramm nahezu unbezahlbar und preislich einem Diamanten nahezu ebenbürtig. Weiter unterscheidet man Farben wie Apfel- und Spinatgrün bis hin zu helleren und stärker gefleckten Grüntönen. Seltener findet man farblose oder weiße, gelbe, rosafarbene bis violette Jaden, daneben orange, rote, bläuliche, braune und graue Arten. Äderchen, Flecken und Streifen, die häufig vorkommen und den Stein durchziehen, gelten teilweise als besonders wertvoll. Wie bei anderen Schmucksteinen steigert sich der Wert mit der Intensität ihrer Farben. Spezielle Strukturen und Maserungen sowie Reinheit und Transparenz können ebenfalls wertsteigernd sein. Als feinste Jade gilt jene von gleichmäßiger Farbe. Dabei ist die Beurteilung wiederum regional sehr unterschiedlich; gelten in den USA z. B. Smaragdgrün, Spinatgrün und Apfelgrün als besonders wertvoll, werden in Fernost Jaden in reinem Weiß oder feinem Gelb mit leichtem Rosa favorisiert. Die leicht violette Lavendeljade ist überdies im Schmuckbereich sehr beliebt.

Verarbeitung von Jade in der Schmuckindustrie

Jadeit ist ein sehr zähes und widerstandsfähiges Material, vor allem wenn sie faserig und verfilzt ist. Die eigentliche Qualität wird erst durch Bearbeitung beim Schleifen sichtbar. In poliertem Zustand kann der Glasglanz fast hell und klar wie ein Spiegel wirken. In den chinesischen Jadeschleifereien von Kanton, Peking und Hong Kong wird rohe Jade mit Carborundum und Diamantpulver bearbeitet. Es heißt, die Jade-Handwerker in China würden erst jahrelang jedes Stück Jade befühlen und die Konsistenz erkunden, bevor sie es bearbeiten. Das mag etwas übertrieben sein, tatsächlich ist es aber eine hohe Kunst, Jade so zu bearbeiten, dass sie nicht bricht. Eine beliebte und für die Bearbeitung gut geeignete Form ist Cabochon. Diese ist normalerweise undurchsichtig und besitzt einen feinen, eleganten Glanz. Jade finden Sie unter anderem in Form von Halsketten, als Ohrschmuck, sowie Ringe und Armbänder. Sehr beliebt sind auch so genannte Jade Donuts.

Umgang und Pflege

Jade ist hitzeempfindlich, daher ist beim Umgang mit den Schmuckstücken Vorsicht geboten. Gegen Säure unempfindlich, wird der Stein jedoch nach Wärmezufuhr hochempfindlich. Dann sind alle Säuren, Säuregemische und galvanische Bäder absolut tabu. Selbiges gilt für Ultraschall-Reinigungsgeräte. Jadeschmuck in Verbindung mit Silber dürfen nicht in Silbertauchbädern gereinigt werden, da sonst hässliche Flecken an der Steinoberfläche zurückbleiben können. Besser den silbrigen Teil mit einem Silberputztuch reinigen und die Jade selbst außen vor lassen. Auch Punktstrahlbeleuchtung in einem Schaufenster oder –kasten bekommt ihr nicht gut, ebenso wie direktes Sonnenlicht. Wenn man all diese Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, wird man allerdings lange Freude an seinem Jadeschmuck haben.

Variationen durch Manipulation und Imitationen

Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen wird von jeher versucht, Jade zu imitieren. Am bekanntesten ist dabei Edelserpentin, der Jade optisch nicht nur gleicht, sondern auch in denselben Lagerstätten wie Jadeit und Nephrit vorkommt. Sein Material ist weicher und nicht so zäh wie Jade und ist daher wesentlich einfacher zu bearbeiten. Edelserpentin wird zum Beispiel auch im österreichischen Burgenland abgebaut und verarbeitet. Wie bei Jade ist auch die Verwendung und Bearbeitung des Edelserpentins in China bis 8000 Jahre zurück datierbar. Umso mehr verwirrend ist daher der Begriff „neue Jade“, der neben „China-Jade“ auch für Edelserpentin verwendet wird. Vielmehr ist der Name als Kunstgriff zu sehen. Es gibt aber auch andere Jadeimitationen, wie der auch als „Afrikanische Jade“ bekannte Prasem. Daneben gibt es unter anderem den grünen Strahlstein, auch als Smaragdit-Jade bekannt, den grünen Grossular aus Südafrika, braunen Vesuvian aus Kalifornien oder den grünlichen Sillimanit, der in Myanmar und Sri Lanka vorkommt. Der seltene gelbe Jadeit wird gerne durch gelben Aragonit ersetzt, jedoch auch künstlich erzeugte Produkte wie gefärbter Chalcedon und selbst Kunstprodukte aus gefärbtem Glas kommen als Imitate zum Einsatz. All diese Imitate unterscheiden sich vom echten Jadeit in Härte, Gewicht und Lichtbrechung, sowie natürlich im Preis.

Jade und ihre Bedeutung als Heilstein

Auch in der Esoterik spielt Jade eine große Rolle. So soll sie als Stein des Ausgleichs bei Nervosität beruhigenden Einfluss ausüben, jedoch auch Antriebslosigkeit entgegenwirken. Jade soll den Träger zufrieden machen, den Gerechtigkeitssinn schärfen und Vorurteile gegenüber Mitmenschen abbauen. Außerdem soll sie helfen Barmherzigkeit zu entwickeln und geistige und körperliche Aktivitäten sollen gestärkt werden. Jade gilt als Stein der Liebe und Harmonie, auch gegenüber sich selbst. So soll sie Zuversicht, Freude und Lebenslust schenken und Selbstvertrauen sowie Selbständigkeit fördern. Neben all diesen positiven Auswirkungen auf die Psyche soll Jade auch verschiedene Körperfunktionen anregen, so soll sie zum Beispiel die Nierentätigkeit sowie das Nervensystem anregen. Vor allem Herz und Kreislauf sollen gestärkt und der Organismus entgiftet werden.

Die Jade soll sanfte Schwingungen aussenden, die tief in den Organismus eindringen und positive Auswirkung bei Organerkrankungen haben sollen, vor allem wenn Milz, Leber oder der Darmtrakt angegriffen sind. Die Nieren soll sie vor Steinen und Koliken bewahren, Giftstoffe ausschwemmen und den Stoffwechsel fördern. Insgesamt soll Jade auch das gesamte Immunsystem sowie die Muskulatur und den Knochenbau stärken. Wer Jade am Körper trägt, soll vor Unfällen geschützt sein. Obendrein soll sie die Fruchtbarkeit anregen und die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis erhöhen. Früher setzte man sie wegen der ihr nachgesagten blutstillenden Eigenschaften auch bei Geburten ein. Jade soll auch den Wasser- und Säure-Basen-Haushalt des Körpers in einer gesunden Balance halten. Bei Fieber soll sie senkend und bei Schlafstörungen besänftigend wirken. Der Träger von Jade soll dazu angeregt werden, sein Leben kreativer zu gestalten. Sie soll helfen, Entschlüsse schneller in die Tat umzusetzen. Besondere Wirkung wird der Jade auf Menschen der Sternzeichen Krebs, Waage, Fische, Jungfrau sowie Wassermann nachgesagt.

Wie man die Jade anwendet

Die Anwendung der Jade ist relativ einfach zu beschreiben. So soll es genügen, sie vor dem Einschlafen 20 Minuten auf die Stirn zu legen. Eine Variation ist, morgens ein Glas Jadewasser auf nüchternen Magen zu trinken sowie die Jade auf betroffene Körperstellen aufzulegen; immer dort, wo man gerade körperliche Probleme verspürt. Wie bei anderen Heilsteinen auch, so gilt auch für die Jade: All diese Wirkungen stammen aus zum Teil Jahrhunderte alten Überlieferungen und sind wissenschaftlich nicht bewiesen.

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