Jacke wie Hose: Reißverschlüsse halten zusammen

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Jacke wie Hose: Reißverschlüsse halten zusammen

Reißverschlüsse in der Textilindustrie

Jeder kennt sie, jeder nutzt sie, jeder hat sie: Reißverschlüsse. Es gibt sie seit Anfang des letzten Jahrhunderts, und sie haben eine rasante Entwicklung hinter sich. 1917 wurden Reißverschlüsse zum ersten Mal in großem Stil von der US Navy für die wetterfesten Anzüge ihrer Lotsen eingesetzt. Das war der Startschuss für den Siegeszug des Reißverschlusses in der Textilindustrie. Zunächst noch aus Metall gefertigt, trat schon bald der Kunststoffreißverschluss in Erscheinung, der auch heute noch flexibel, vielseitig, strapazierfähig und farbenfroh in unzähligen Produkten zum Einsatz kommt. Überwiegend stammen die Verschlüsse, die in weiten Teilen Knöpfe, Haken & Co. ersetzen, aus Japan und werden vor allem von dem Großunternehmen „Yoshida Kogyo“ hergestellt. Achten Sie einmal auf die Bezeichnung Ihres Reißverschlusses. Ganz oft finden Sie auf den Zippern die Abkürzung „YKK“, die für „Yoshida Kogyo“ steht. Auch der deutsche Hersteller Opti ist eine Größe auf dem Herstellermarkt. Opti fertigt Reißverschlüsse in zahlreichen Farben und Materialkombinationen für Handel und Industrie.

Konstruktion und Bestandteile von Reißverschlüssen

So schlicht der Reißverschluss auf den ersten Blick auch aussieht, er hat sage und schreibe zwölf Bestandteile. Bei einem stabilen Reißverschluss müssen alle diese Bestandteile von hoher Qualität sein, denn ein Reißverschluss ist immer nur so gut wie seine schwächste Komponente. Kaufen Sie einen Reißverschluss, können Sie am oberen Ende das „obere Bandteil“ sehen, am unteren Ende das „untere Bandteil“. Beide Enden ragen über die Zähne hinaus und dienen dazu, den Reißverschluss fest mit dem Textilstück zu verbinden. Die beiden Bänder sind jeweils mit Zähnen versehen, wobei das Anfangs- und das Endteil so verstärkt sind, dass der Schieber – auch Schlitten genannt – nicht über die Metallkette hinausgleiten kann. Die Zähne können aus Messing, Aluminium oder Kunststoff sein. Wenn die Zähne alle aneinanderhängen, werden sie auch als „Spirale“ bezeichnet.
Der Schieber wird mit dem Schiebergriff geöffnet und geschlossen. Am unteren Ende befinden sich das Steck- und das Kastenteil. Sie schieben das Steckteil in den Schieber, der direkt über dem Kastenteil positioniert wird. Wenn diese Verbindung sicher eingehakt ist, können Sie den Verschluss hochziehen. Da die Stelle, an der der Verschluss ein- und ausgehakt wird, am meisten belastet wird, sind die Bänder an dieser Stelle mit einer sogenannten Teilbarkeitsverstärkung versehen.
Übrigens gibt es Reißverschlüsse in zwei Ausführungen. Zum einen ist das teilbare Exemplar zu nennen. Dabei können die einzelnen Reißverschlussbänder komplett voneinander getrennt werden. Sie kennen das zum Beispiel von Jacken oder Mänteln. Zum anderen werden nicht teilbare Reißverschlüsse angeboten, die an einer oder sogar an zwei Stellen fixiert sind. Dazu gehören Reißverschlüsse in Hosen oder in Taschen. Beide Varianten gibt es mit nahtverdeckter Spirale oder sichtbarer Spirale. Sichtbare Spiralen werden häufig als Designelement bei Kleidungsstücken eingesetzt oder sind in Produkten wie Sport- und Reisetaschen zu finden.

Vielseitiger Einsatz von Reißverschlüssen in Kleidung und Textilien

Reißverschlüsse gibt es nicht nur in Hosen, Röcken und Shirts, Sie finden sie auch in Wäsche, Kleidern, Overalls, Jacken, Mänteln, Kinderbekleidung, Taschen, Rucksäcken, Bettwäsche, Kissen, Booten, Campingausrüstung oder Planen – und das ist nur eine kleine Auswahl der möglichen Einsatzgebiete. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, welches Material für welchen Einsatz geeignet ist und wo Probleme auftreten können, erfahren Sie hier.
Bevor Sie sich für einen Reißverschluss entscheiden, müssen Sie wissen, wofür Sie ihn brauchen und was er aushalten muss.

Spiralreißverschlüsse

Spiralreißverschlüsse haben eine durchgehende Spirale aus Kunststoff. Durch die spezielle Fertigung dieser Spirale kann ein Spiralreißverschluss höher belastet werden als einzeln eingesetzte Kunstoff- oder Metallkrampen. Sind Sie also auf der Suche nach einem stabilen, belastbaren Reißverschluss, zum Beispiel für eine Tasche oder ein Zelt, dann ist der Spiralreißverschluss die richtige Wahl.

Krampen- und Metallreißverschlüsse

Krampenreißverschlüsse und Metallreißverschlüsse weisen im Gegensatz zum Spiralreißverschluss einzeln angebrachte Einzelzähne (Krampen) auf. Wird Druck oder Zug auf den Reißverschluss ausgeübt, dann verbleibt die Kraft auf der einzelnen Krampe, die deshalb auch leichter aus den Bändern ausreißen kann. Metall- und Krampenreißverschlüsse werden sehr häufig in Kleidungsstücken eingesetzt, die unter normalen Umständen keinen besonderen Belastungen ausgesetzt werden.

Reißverschlüsse gibt es im Handel auf genormte Längen gefertigt, so dass Sie diese direkt in Ihre Textilien einsetzen können, ohne aufwendig mit den Einzelteilen zu hantieren. Allerdings können Sie Reißverschlüsse auch als Meterware erwerben. Dann benötigen Sie Schieber, Verbinder, Stoppteile und Griffplatten zusätzlich. Sie können Reißverschlüsse auch als Komplettsatz kaufen.

Spezielle Reißverschlüsse für spezielle Anforderungen

Wer Besonderes vorhat, benötigt dazu auch besondere Ausführungen. Spezialreißverschlüsse gibt es für modische Kleidung und Taschen oder Segel- und Outdoorbekleidung.

X-Form-Reißverschlüsse

Beliebt sind Reißverschlüsse in X-Form. Hierbei handelt es sich um ein Verschlusssystem, bei dem zwei Schieber angebracht sind. Sie können den Reißverschluss von oben nach unten oder von unten nach oben öffnen. X-Form-Reißverschlüsse finden bei Sportjacken und Westen häufigen Einsatz.

O-Form-Reißverschlüsse

Reißverschlüsse in O-Form sind ideal für Sporttaschen geeignet. Sie können damit die Tasche beliebig nach links oder rechts öffnen und die Größe der Öffnung individuell einstellen. O-Form-Reißverschlüsse müssen oft größeren Belastungen standhalten und deshalb ist es sinnvoll, diese als Spiralausführung zu kaufen.

Modische Farben und Formen

Besonders für den Bereich der Mode sind Reißverschlüsse mit Fischgrätmuster beliebt. Sie weisen eine Grundfarbe auf, in die eine zweite Farbe eingearbeitet wird. Die Farbkombinationsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Farbpalette. Ebenfalls als Modegag oder Stilelement einsetzbar sind Reißverschlüsse, die in unterschiedlichen Farben gefertigt werden. So können Sie einen Reißverschluss erwerben, der zwei verschiedene Farbbänder und zwei verschiedene Krampenfarben aufweist. Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit bieten Reißverschlüsse, deren Bänder eine Farbe aufweisen, während die Krampen andersfarbig sind. Die Alternativen sind vielfältig und regen dazu an, selber kreativ zu werden.

Imprägnierte Reißverschlüsse

Für Textilien, die Sie im Außenbereich nutzen wollen, sollten Sie besonders darauf achten, dass Sie imprägnierte Reißverschlüsse einsetzen. Kleidung und Zubehör für den Segelsport sind regelmäßig mit imprägnierten Verschlüssen ausgestattet, aber auch Autozubehör und Stücke, die Sie mit zum Camping nehmen wollen, sollten diese Eigenschaft mitbringen.

Reißverschluss-Zubehör für kreative Schneider und Bastler

Manchmal genügt es nicht, einen Standardreißverschluss zu erwerben, sondern Sie suchen „das Tüpfelchen auf dem i“. Mit ein bisschen Geschick gelingt es Ihnen, Schieber und Verbinder, Stoppteile und einzelne Griffplatten auszutauschen und Ihrem Teil damit Individualität zu geben. Besonders die Schieber verleihen einem Kleidungsstück noch einmal eine ganz eigene Note.
Schieber gibt es aus Metall und aus Kunststoff, schlicht, detailverliebt, modern, groß oder klein, und das in allen denkbaren Farben. Eine grüne Jacke kann mit einem leuchtend rot gebänderten Reißverschluss und gelbem Schieber einen ganz einzigartigen Eindruck machen. Auf der anderen Seite vermitteln Reißverschlüsse, die Ton in Ton mit dem Kleidungsstück gehalten sind, oft einen klassisch eleganten Eindruck.

Reißverschluss-Anhänger

Besonders hübsch und für Damen, Herren und Kinder geeignet sind Anhänger, die an Reißverschlüssen befestigt werden können. Mit wenig Aufwand verleihen Sie so Ihrer Tasche, dem Kleid oder der Jacke eine individuelle Note. Wählen Sie dieses kleine, aber feine Detail mit Bedacht aus, legen Sie Wert auf Qualität und farbliche Stimmigkeit. Dann wirkt das so verfeinerte Teil hochwertig und gepflegt. Anhänger gibt es als Serie in Kombination mit Knöpfen. Das Material kann Holz, Metall, Glas oder Polymer sein. Die Materialvielfalt zieht auch eine Produktvielfalt mit sich. Kleine Figuren, Blüten und Blätter sowie florale Motive werden gern gewählt und verwendet.
Als Metallanhänger kommen auch kleinere Schmuckstücke aus Edelmetall in Frage. Sternzeichenfiguren, Buchstaben, einzelne Wörter und verschlungene Tribals lassen sich ebenso als Zipper benutzen wie Comicfiguren, Ringe, Schrauben und andere Stilelemente. Mit ein wenig Fantasie lassen sich aus kleinen Schmuckstücken hübsche Zipper zaubern. Für Mädchen bestens geeignet sind Anhänger aus Glasperlen. Sie sind vielfarbig und wirken niedlich, besonders wenn sie handgefertigt sind. Individuelle Zipper werten Kleidungsstücke und Taschen auf. Probieren Sie es aus und fordern Sie Ihre Kreativität heraus.

Pflege und Reparatur von Reißverschlüssen

Selbst der hochwertigste Reißverschluss kann Verschleißerscheinungen aufweisen. Doch bevor es zu Rissen, Materialermüdung oder Brüchen kommt, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Reißverschluss zu pflegen. Vergessen Sie nicht, dass er oft ganz unterschiedlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Schuhe, Winterstiefel, Sporttaschen oder Zelte werden dabei nicht nur nass, sondern meistens auch schmutzig. Verunreinigungen können sich beim Öffnen und Schließen zwischen die Zähne setzen und dazu führen, dass der Verschluss klemmt. Im schlimmsten Fall können die Schmutzpartikel die Zähne des Verschlusses ruinieren.

Reinigung mit Silikonspray oder bewährten Hausmitteln

Deshalb ist es empfehlenswert, die Reißverschlüsse zu reinigen und im Nachgang mit Silikonspray zu behandeln. Auf diese Weise verlängern Sie die Lebensdauer und garantieren einen leichten Gang. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Silikonspray wasserabweisend wirkt und bei gründlicher Verwendung sogar für Dichtigkeit sorgt. Silikon hilft jedoch nicht bei Metallverschlüssen. Hier sollten Sie zu alten Hausmitteln greifen: Seife, Graphit und Wachs sollten sparsam auf die Zähne aufgebracht werden, wenn der Metallreißverschluss verhakt und nicht mehr richtig läuft.

Noch ein Tipp zur Vorbeugung: Schließen Sie bei jeder Wäsche Reißverschlüsse komplett, denn dann werden sie vor Schwergängigkeit geschützt. Außerdem verhindern Sie, dass Metallverschlüsse die anderen Wäschestücke in der Waschtrommel beschädigen. Der problematischste Teil eines Reißverschlusses ist der Schieber. Durch die permanente Nutzung kommt es schnell zu Materialermüdung. Ist der Schieber einmal abgebrochen, stellt sich schnell die Frage, ob der gesamte Reißverschluss ausgetauscht werden muss oder ob es nicht ausreicht, den Schieber zu wechseln. Spätestens jetzt macht es sich bezahlt, wenn Sie in einen hochwertigen Reißverschluss investiert haben, denn bei guter Qualität lassen sich Verschleißteile wechseln. Für sehr viele Reißverschlüsse können Sie einen Ersatzschieber erwerben, der mit ein wenig Geschick ausgetauscht werden kann. Voraussetzung ist, dass die Zähne des Reißverschlusses noch unversehrt sind.

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