Ist mein TV-Gerät durch Überspannungsschutz vor Blitzeinschlag geschützt?

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Ist mein TV-Gerät durch Überspannungsschutz vor Blitzeinschlag geschützt?

Die heutigen Smart-TVs gliedern den Fernseher ins Heimnetzwerk ein und eröffnen ungeahnte Möglichkeiten. Kurz gesagt: Moderne TVs sind Hightechgeräte. Aktuellste Technik sorgt für ein besonderes Fernsehvergnügen. Die darin verbaute Elektronik ist leistungsstark und dementsprechend kostspielig. So mancher Fernseher hat seinen stolzen Preis.

Ihre Erwartungen als Besitzer sind eindeutig. Als Gegenleistung für die hohen Anschaffungskosten verlangen Sie einen einwandfreien Betrieb des TV-Gerätes für die nächsten Jahre. Dementsprechend sorgsam gehen Sie mit Ihrem Fernseher um. Das Gerät ist im heimischen Wohnzimmer gut geschützt – vorausgesetzt, keine mit dem Ball spielenden Kinder stellen eine ernsthafte Bedrohung dar.

Von außerhalb des Hauses droht jedoch eine – oftmals unbedachte – Gefahr für den teuren Fernseher. Insbesondere in den Sommermonaten verdunkelt sich gerne der Himmel und eine Gewitterfront zieht auf. Die Vorstellung, sämtliche Einrichtung im Haus sei vor den Naturgewalten sicher, ist ein Trugschluss.

Indirekte Blitzeinschläge führen zu Überspannungen 

Ein Blitzeinschlag ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen hat verheerende Auswirkungen. Dabei ist nicht zwangsläufig ein direkter Einschlag des Blitzes ins Haus erforderlich. Ein "indirekter Blitzschlag" überträgt eine Spannung von über einer Million Volt in die Erde. Über den Boden gelangt die Spannung in eine Stromleitung. Somit drohen durch den Blitz im Stromnetz Überspannungen. Die überhöhte Spannung gelangt über die Verteilerkästen hin zu den an die Steckdose angeschlossenen elektronischen Geräten. Ohne Sicherheitsmaßnahmen sind die eigentlich auf 220 bis 240 Volt ausgelegten Elektrogeräte ungeschützt der Überspannung ausgesetzt. Das verkürzt die Lebensdauer der Elektronikgeräte und führt bis hin zum Totalausfall.

Dieser Ratgeber befasst sich mit der Thematik des Blitzeinschlages. Sie erhalten Wissenswertes über die Entstehung von Blitzen und deren Auswirkungen. Anschließend folgen ausführliche Erläuterungen, wie Sie Ihr TV-Gerät vor Blitzeinschlägen schützen. Diesbezüglich kommt dem sogenannten Überspannungsschutz eine besondere Rolle zu.

Überspannungen breiten sich über Stromleitungen bis zum TV-Gerät aus

Eine Gewitterzone baut große Potenzialdifferenzen auf. Ein Blitz gleicht besagte Differenzen durch Ströme mit bis zu 200.000 Ampere aus. Einzelne Blitze übertreffen mit ihrer Leistung ein Atomkraftwerk um das Vielfache. Die Blitze erreichen die Hälfte der Lichtgeschwindigkeit und erhitzen dabei die Luft. Aufgrund der hohen Temperaturen dehnt sich die Luft schnell aus – dadurch entsteht der Donnerschlag. Nach dem Einschlag breitet sich der Strom des Blitzes kreisförmig nach allen Richtungen hin aus. Der Durchmesser der gefährlichen Zone beläuft sich auf mehr als 20 Meter. Aufgrund der Ausbreitung des Stromes ist ein direkter Blitzeinschlag in Ihr Haus keine Voraussetzung, um Gefahr für das TV-Gerät darzustellen. Überspannungen gelangen über oberirdisch verlegte Strom- und Telefonleitungen in die Häuser.

Blitzableiter als Schutz für Überspannungen nicht ausreichend

Blitzableiter sind Einrichtungen, um Gebäude vor Blitzeinschlägen zu schützen. Die hohen Temperaturen von mehreren Tausend Grad Celsius beim Einschlag sorgen für große Brandgefahr. Nach Installation des Blitzableiters schlägt der Blitz in die Anlage ein. Das Haus und die sich darin befindenden Personen sind vor Bränden geschützt. Dennoch drohen Beschädigungen an der empfindlichen Elektronik. Das macht weitere Schutzmaßnahmen vor Überspannungen erforderlich. Die Folgen eines indirekten Blitzeinschlags sind nicht standardmäßig durch die Hausrat- oder Gebäudeversicherung gedeckt. Die durch Gewitter in der Versicherung berücksichtigten Schäden betreffen ausschließlich direkte Blitzeinschläge in Ihr Haus.

Bester Schutz gegen Überspannung: TV-Gerät vom Stromnetz trennen

Die Maßnahme mit der größten Sicherheit zum Schutz vor Überspannungen ist denkbar einfach. Trennen Sie Ihr TV-Gerät bei einem Gewitter vom Stromnetz. Entfernen Sie außerdem den Antennenstecker. Die Energie eines Blitzes gelangt über die Kabel ins Netz und darüber zu Ihrem Fernseher. Trennen Sie die Verbindung, ist Ihr TV-Gerät geschützt – sofern der Blitz nicht direkt in das Gerät einschlägt. Gegen Letzteres existiert keine Schutzmöglichkeit. Das Gewitter nimmt auf Ihre Anwesenheit keine Rücksicht. Nicht immer halten Sie sich zu Hause auf, wenn am dunklen Himmel die Blitze zucken. Es besteht somit keine Möglichkeit, das TV-Gerät vom Stromnetz zu trennen. An diesem Punkt kommen technische Lösungen des Blitzschutzes ins Spiel.

Innere und äußere Komponenten: Aufbau eines Blitzschutzsystems

Die Installation eines umfangreichen Blitzschutzsystems ist empfehlenswert. Bereits nach einem durch die Anlage abgeleiteten Blitzschlag rentiert sich die Investition. Der anderenfalls verursachte Schaden übertrifft die Anschaffungskosten. Die globale Klimaveränderung verstärkt die Notwendigkeit von Maßnahmen zum Schutz vor Blitzeinschlägen. Infolge der Erderwärmung entstehen verstärkt Gewitterfronten, die mit heftigen Entladungen eine ernsthafte Gefahr darstellen. Es existieren unterschiedliche Vorrichtungen zum Blitzschutz, die sich in "äußere" und "innere" Maßnahmen differenzieren lassen. Ein gutes Schutzsystem berücksichtigt den inneren und äußeren Blitzschutz gleichermaßen.

Äußerer Blitzschutz leitet Blitze in das Erdreich

Der angesprochene Blitzableiter zählt zum äußeren Blitzschutz. Dessen Aufgabe ist es, ein Einschlagen des Blitzes ins Gebäudeinnere zu verhindern. Allgemein hat der äußere Blitzschutz einschlagende Blitze einzufangen und den Strom zur Erde abzuleiten. Die Ableitung ist mit einer im Fundament eingearbeiteten Erdung verbunden. Darüber gelangt der Strom des Blitzes in das Erdreich. Die äußeren Vorrichtungen sind als Schutz für elektronische Geräte wie den Fernseher noch nicht ausreichend. Selbst ein mehr als einen Kilometer entfernt eingeschlagener Blitz stellt für die Elektrogeräte noch eine Gefahr dar. Überspannungen – die sich über das Stromnetz ausbreiten – drohen weiterhin. Das macht weitere Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Die Maßnahmen des inneren Blitzschutzes richten sich deshalb an die elektronischen Geräte. Letztere sind oftmals durch unterschiedliche Anschlüsse an die Daten- und Stromnetze mehrfach bedroht. Eine wichtige Rolle kommt dem Überspannungsschutz zu.

Innerer Blitzschutz als Schutz des TV-Gerätes vor Überspannungen

Der innere Blitzschutz – auch Überspannungsschutz genannt – ist in mehreren Stufen aufgebaut. Er ist in folgende drei Arten von Geräten unterteilt:

  • Überspannungsschutzgeräte Typ 1 als Grobschutz
  • Überspannungsschutzgeräte Typ 2 als Mittelschutz
  • Überspannungsschutzgeräte Typ 3 als Fein- oder Geräteschutz.

Zum inneren Blitzschutz gehört zunächst der Einbau eines Überspannungsschutzes in den zentralen Stromverteiler. Die erforderlichen Teile sind im Handel erhältlich. Überlassen Sie die Installation des Schutzes einem gelernten Elektroinstallateur. Letzterer ist in der Lage, einen angemessenen Schutz auszuwählen. Das im Bereich der zentralen Hausstromversorgung eingesetzte Schutzgerät des Typs 1 ist der Blitzstromableiter. Das entsprechende Gerät ist nicht mit einem auf dem Dach montierten Blitzableiter zu verwechseln. Aufgabe des Blitzstromableiters ist der Schutz der zentralen Stromversorgung und des Stromzählers im Falle eines Blitzeinschlags. Das Überspannungsschutzgerät leitet den Blitzstrom ab, hinterlässt jedoch weiterhin eine Überspannung.

Für die Reduktion der anschließend noch verbleibenden Überspannung sind Überspannungsableiter des Typs 2 in der Unterverteilung der Stromversorgung zu installieren. Die in den Verteilern eingesetzten Überspannungsschutzgeräte senken das Spannungsniveau weiter. Das Reduzieren der Spannung auf ein für elektronische Geräte unbedenkliches Niveau ist Aufgabe der Überspannungsschutzgeräte des Typs 3. Das Anbringen von Schutzvorrichtungen zum gezielten Schutz einzelner Geräte gilt als sogenannter Fein- oder Geräteschutz. Dazu gehören Blitzschutzsteckdosen und Steckdosenadapter.

Sicherheit für den Fernseher: Zusätzliche Blitzschutzsteckdosen mit Überspannungsschutz empfehlenswert

In den meisten Ländern existieren für die Hersteller Vorschriften, die zum Einbau eines Feinschutzes des Typs 3 in die elektronischen Geräte verpflichten. Ob das für Ihren Fernseher zutrifft, erkennen Sie am Vorhandensein eines CE-Zeichens. Diesbezüglich existieren deutliche qualitative Unterschiede. Deswegen ist das Anbringen eines externen Feinschutzes sinnvoll. Mit einem Blitzschutzstecker haben Sie die Möglichkeit, eine zusätzliche Schutzvorrichtung für Ihr TV-Gerät anzubringen. Die Stecker schalten Sie zwischen Fernseher und Steckdose. Derartige Feinschutzvorrichtungen sind als Einzelstecker sowie als Steckleisten erhältlich.

Gute Qualität ist entscheidend

Schutzstecker sind bereits zu geringen Preisen verfügbar. Allerdings unterscheiden sich die Produkte in ihrer Schutzleistung erheblich. Informieren Sie sich, bis zu welcher Stromstärke der Hersteller einen Schutz vor Überspannungen bietet. Der Wert ist in der Einheit Ampere angegeben. Einige Stecker sind lediglich auf ungefähr 6.000 Ampere ausgelegt. Diese Leistungsfähigkeit ist ausreichend, um kurzfristige Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Die Stromstärke eines Blitzeinschlages ist jedoch zu gewaltig. Dagegen bestehen die günstigen Stecker nicht. Gehen Sie nicht davon aus, Ihr TV-Gerät sei nach dem Anbringen einer beliebigen Blitzschutzsteckdose vor Überspannungen geschützt. Überprüfen Sie den in den technischen Daten angegebenen Ableitstrom. Ohnehin ist von Billigprodukten abzuraten. Im Extremfall offenbart sich die Blitzschutzsteckdose als Sicherheitsrisiko. Mangelhafte Produkte neigen bei hohen Strömen zur Erhitzung. Dadurch entsteht die Gefahr eines Brandes.

Leisten oder Einzelstecker

Hinsichtlich der Blitzschutzstecker (auch Blitzschutzadapter genannt) ist zu unterscheiden in Einzelstecker und Blitzschutzleisten. Letztere bieten mehrere gegen Überspannung geschützte Steckdosen. Sie haben die Möglichkeit, verschiedene Geräte anzuschließen und gegen durch Blitze entstehende Schäden zu schützen. Den Stecker der Leiste führen Sie in Ihre herkömmliche Wandsteckdose ein. An einen Blitzschutzadapter schließen Sie lediglich ein elektronisches Gerät an. In diesem Punkt unterscheidet sich der Adapter von der Steckdosenleiste. Sie schalten beispielsweise den Blitzschutzstecker zwischen TV-Gerät und Steckdose.

Gefahr für die elektronischen Geräte droht nicht ausschließlich über das Stromnetz. Die Verbindung mit den Datennetzen überträgt ebenfalls Überspannungen. Aus diesem Grund sind die Steckleisten in kombinierter Form erhältlich. Neben herkömmlichen Steckdosen bieten die Produkte eine geschützte Buchse für Telefon- sowie Antennenkabel. Besonders komfortabel sind Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz und integrierter Fernsteuerung. Die Steckdosen derartiger Leisten sind über einen Webserver zu bedienen. Sie haben von unterwegs aus Zugriff auf die Stromversorgung der angeschlossenen Geräte. Das erfolgt über eine Browseroberfläche. Einzige Voraussetzung ist somit ein Endgerät wie Notebook, Smartphone oder Tablet mit Internetzugang. Damit bereitet Ihnen die Frage, ob zu Hause alles ausgeschaltet ist, kein Kopfzerbrechen mehr. Dank eingebautem Überspannungsschutz ist der angeschlossene Fernseher bei Abwesenheit vor den Auswirkungen eines Blitzeinschlages geschützt.

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