Inwiefern hilft mir ein Sat-Finder, wenn ich keinen Empfang durch meine Satellitenschüssel bekomme?

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Inwiefern hilft mir ein Sat-Finder, wenn ich keinen Empfang durch meine Satellitenschüssel bekomme?

Wer bereits im Besitz einer Satelliten-Schüssel ist und diese selbst montiert hat, kennt die Herausforderungen, die sich beim Ausrichten der Anlage auf den gewünschten Satelliten auftun. Gefragt sind zumeist Geduld und ein wenig Fingerspitzengefühl, um den Empfang zu optimieren. Dabei spielen viele verschiedene Faktoren mit eine Rolle, grundsätzlich gilt jedoch, dass die Ausleuchtungszone in Deutschland und benachbarten Ländern durch Satelliten wie etwa von SES, Astra oder Eutelsat mit den Hotbirds sehr gut ist.

Für die Ausrichtung stehen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Wahl, auf die im nachfolgenden Ratgeber eingegangen wird: Zum einen mithilfe eines Sat-Receivers, zum anderen durch den Einsatz eines Sat-Finders, darüber hinaus finden Sie noch hilfreiche Tipps, wenn es um eine Sat-Anlage für den mobilen Einsatz, etwa auf einem Wohnmobil, geht und inwiefern ein Sat-Finder in diesem Zusammenhang hilfreich sein kann.

Die richtige Ausrichtung

Zunächst ist es erst einmal wichtig zu wissen, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um eine Sat-Schüssel oder auch eine Sat-Flachantenne zu montieren, damit der Empfang überhaupt erst möglich ist:

  1. Unabhängig davon, ob die Schüssel oder Flachantenne auf dem Dach, auf dem Balkon oder möglicherweise im Vorgarten montiert wird - der freie Blick Richtung Süden muss gegeben sein. Eine erste Orientierung könnte etwa sein, ob sich auf den Nachbarsbalkonen bereits Schüsseln befinden.
  2. Es kann immer passieren, dass sich Hindernisse wie etwa weitere Häuser, Mauern oder Bäume im Blickfeld befinden. Ob dennoch ein Empfang möglich ist, lässt sich anhand einer einfachen Faustformel ermitteln: Die Höhe des Hindernisses darf nicht mehr als die Hälfte der Entfernung zur Satelliten-Schüssel betragen, steht eine Mauer also in einer Entfernung von acht Metern, darf sie nicht höher als 4 Meter sein.

Sat-Anlage montieren

Je nach Bedarf müssen die einzelnen Bestandteile der neuen Sat-Anlage zunächst zusammengebaut werden, dazu zählen die Schüssel selbst, der Signalumwandler (LNB = Low Noise Block) sowie der Feedarm als Halterung für den LNB. Mithilfe einer dem Produkt beiliegenden Anleitung sollte dies kein ernsthaftes Problem sein.

Geht es um die Montage auf dem Dach, müssen zumeist deutlich mehr Dinge berücksichtigt werden, als bei einer Wandmontage auf dem Balkon: Begriffe wie Blitzschutz, Erdung und Potenzialausgleich kommen hier mit ins Spiel, bei denen es vorrangig um die Sicherheit geht. Nachfolgend eine kurze Erläuterung der Begriffe:

Der Blitzschutz dient dem Schutz von Gebäuden und Personen sowie allen elektrischen Anlagen und Versorgungsleitungen. Bei der Erdung wird eine leitfähige Verbindung zum Erdreich hergestellt, bei Gebäuden ist diese normalerweise mit im Fundament integriert. Durch den Potenzialausgleich sollen gefährliche Spannungsdifferenzen vermieden werden.

In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Normen, die berücksichtigt werden müssen, dies kann im Schadensfall in Bezug auf den Versicherungsschutz von großer Bedeutung sein. Es ist empfehlenswert, bei der Dachmontage einen Fachmann hinzuzuziehen und entsprechend sensibel mit dem Thema Sicherheit umzugehen.

Sat-Finder

Sat-Finder werden in den verschiedensten Preisklassen auf eBay angeboten - von der einfachen Ausführung bis hin zu Geräten, die professionellen Ansprüchen gerecht werden, wenn Sie etwa beruflich mit dem Thema verbunden sind oder die Anlage unterwegs öfters neu ausrichten müssen, wie etwa beim Campen. Aufwendigere Geräte bieten natürlich den größeren Bedienungskomfort und funktionieren schon fast wie ein eigener Receiver, unabhängig davon sollte das verwendete Gerät Signalstärke und Signalqualität gleichermaßen messen können. Ist die Sat-Schüssel mit freiem Blick Richtung Süden montiert, sind noch folgende Schritte notwendig:

Sat-Finder anschließen

Zunächst muss der Sat-Finder per Koaxialkabel direkt mit dem LNB verbunden werden, ein kurzes Koaxialkabel mit F-Steckern ist zumeist im Lieferumfang mit enthalten. Im Anschluss wird der Sat-Finder dann mit dem vorhandenen Receiver verbunden, um die Stromversorgung für Sat-Finder wie auch den LNB zu gewährleisten, ansonsten muss eine externe Lösung mit zum Beispiel einem Batteriepack her, der bei manchen Angeboten ebenfalls mit inbegriffen ist. Hilfreich ist zudem, wenn optimalerweise ein Kompass integriert ist oder anderweitig extern zur Verfügung steht, um die Grobausrichtung zu erleichtern.

Signalpegel-Reserve ermitteln

Nachfolgend noch ein zusätzlicher Tipp: Die durch die Rundfunk-Satelliten gesendeten Mikrowellen sind wetterempfindlich und werden durch schlechte Bedingungen (starker Regen, dicke Wolkendecke) reduziert. Diese Bedingungen können Sie beim Ausrichten simulieren, indem Sie ein nasses Tuch über den LNB legen, so lässt sich die Signalpegel-Reserve ermitteln, die natürlich auch von der Größe der Schüssel selbst abhängt. Dieser Tipp gilt ebenfalls, wenn die Anlage über den Receiver selbst ausgerichtet wird.

Schüssel ausrichten

Bei dem Azimut handelt es sich um die horizontale Drehrichtung der Schüssel, mit der Elevation wird der Neigungswinkel zum Satelliten festgelegt, der sich in der geostationären Umlaufbahn mit einer Entfernung von knapp über 35.000 Kilometer zur Erdoberfläche befindet. Beide Werte sind übrigens abhängig vom eigenen Stand- oder Wohnort, Angaben dazu finden Sie zumeist in den Bedienungsanleitungen zu den Produkten und via Internet auch für kleinere Ortschaften.

Signalstärke ermitteln

Um systematisch vorzugehen, ist es empfehlenswert, zunächst den in Abhängigkeit des Standorts ermittelten Neigungswinkel an der Schüssel einzustellen und diese im Anschluss langsam horizontal zu drehen. Bei dem Vorgang wird die jeweilige Signalstärke mittels der Digitalbalken oder dem Anzeigerausschlag am Sat-Finder in Kombination mit akkustischen Tönen ermittelt. Sind keine oder nur sehr schwache Signale erkennbar, muss der Neigungswinkel nochmals nachjustiert und der gesamte Vorgang wiederholt werden. Ist der maximale Ausschlag gefunden, wird über den Empfindlichkeitsregler am Sat-Finder nachjustiert, damit tatsächlich das höchstmögliche Signal gefunden wird - teurere Geräte bieten eine automatische Empfindlichkeitseinstellung.

Verfügt der Sat-Finder nicht über eine Sendereinstellung, lassen sich die Signale nicht den einzelnen Satelliten bzw. Satelliten-Gruppen zuordnen, so kann es passieren, dass Sie eben ein hochwertiges Signal von Hotbird empfangen, während der Receiver auf Astra eingestellt ist.

Sat-Antenne

Die Sat-Antenne lässt sich auch ohne Hilfe eines Sat-Finders ausrichten, sofern einige Bedingungen erfüllt sind: LNB, Receiver und Fernsehgerät müssen miteinander verbunden sein und in Sichtweite stehen, sprich: Wenn Sie die Schüssel ausrichten, müssen Sie sehen, was sich auf dem Bildschirm tut, da Sie sonst nicht agieren können. Prinzipiell ist dies auch möglich auf Zuruf durch eine zweite Person, die den Monitor im Blick behält, dabei gibt es allerdings ein wesentliches Problem: Wird ein Digital-Receiver verwendet, kommt es zu Verzögerungen beim Signalempfang, der berücksichtigt werden muss, ansonsten ist die Vorgehensweise sehr ähnlich wie bei der Verwendung eines Sat-Finders.

Empfangsprobleme und Lösungen

Es kann verschiedenste Gründe haben, weshalb kein Empfang über die installierte Anlage gelingt: Eventuell steht ein Hindernis im Weg, das nicht berücksichtigt wurde, oder aber die Anlage ist nicht korrekt Richtung Süden ausgerichtet. Ein anderer Fall etwa kann sein, dass der von Ihnen verwendete Receiver zum Beispiel für Astra vorprogrammiert ist, die Anlage jedoch auf einen der Hotbirds von Eutelsat ausgerichtet wurde. Die Folge: Der Monitor bleibt schwarz oder es wird mitgeteilt, dass kein Signal empfangen werden kann – nachfolgend einige weitere Beispiele, die sich unter Umständen negativ auswirken:

Wird die Sat-Anlage im Garten aufgebaut, ist es durchaus möglich, dass die Kabellänge selbst das Signal aufgrund der Widerstände auf dem Weg zum Receiver zu stark schwächt, Abhilfe können hier zwischengeschaltete Signalverstärker bringen. Bis zu einer Länge von 30 Metern sollte das bei qualitativ hochwertigen Koaxialkabeln allerdings kein Problem sein.

Was ebenfalls passieren kann ist, dass sich Sat-Anlage und schnurlose Funktelefone (DECT = Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ins Gehege kommen, wovon meist nur einige Programme betroffen sind. Eine Prüfung dieser Fehlerquelle erfolgt ganz einfach, indem die Basisstation kurzzeitig vom Stromanschluss getrennt wird.

Ein weiterer Verbindungsfehler könnte bei der Verwendung von Scart-Kabeln zwischen Receiver und Fernsehgerät entstehen, da die Scart-Stecker mit den Pins selbst sehr empfindlich sind und der Stecker schnell einmal nicht mehr fest sitzt. Wo immer möglich, sollte ein Koaxialkabel verwendet werden.

Dies sind wie gesagt einige Beispiele, bei denen auch ein Sat-Finder als Hilfsmittel nicht funktioniert bzw. bei optimaler Anzeige der Signale eben auf mögliche externe Fehler hinweist. Sat-Anlagen sollten darüber hinaus generell wetterfest montiert werden, andernfalls kann es passieren, dass sich die Schüssel bei starken Windböen verdreht und die Signale nicht mehr empfangen werden; es bleibt nichts anderes übrig, als alles wieder neu auszurichten, ob mit oder ohne Sat-Finder.

Mobile Sat-Anlagen

Viele Camper oder auch Fernfahrer und Bootsbesitzer schwören längst auf sich selbst ausrichtende Sat-Anlagen, die aufgrund der häufigen Standortwechsel einen deutlich besseren Bedienungskomfort bieten - das Ausrichten von Hand entfällt dabei ganz einfach. Die Funktionsweise basiert dabei auf drei Prioritäten:

  1. Über den Receiver werden die Einstellungen des letzten Standorts aufgerufen und auf die Signale geprüft. Wenn Signale empfangen werden, erfolgt direkt die Feinjustierung.
  2. Werden nach der ersten Prüfung keine Signale empfangen, wird der Himmel komplett abgetastet, bis ein Satellit entdeckt wird, im Anschluss wird ebenfalls feinjustiert.
  3. Der wenig wünschenswerte Fall: Wird nach Abtasten des Himmels kein Signal gefunden, nimmt die Sat-Anlage wieder die Parkposition ein und der Monitor bleibt dunkel.

Sich selbst ausrichtende Sat-Anlagen können natürlich auch für den Heimgebrauch verwendet werden, allerdings spielen diese Anlagen in einer anderen Preisliga als herkömmliche Sat-Schüsseln, die von Hand ausgerichtet werden müssen, die Frage ist also, wie viel Ihnen dieser Komfort wert ist.

Fazit

Sat-Finder sind ein nützliches Hilfsmittel, wenn etwa Sat-Schüssel und Fernseher weit entfernt voneinander stehen und kein kleinerer Monitor für einen provisorischen Anschluss zur Verfügung steht. Ebenso können diese hilfreich sein, wenn eine mobile Anlage am Reisemobil ständig neu ausgerichtet werden muss. Bekannte Hersteller von Sat-Findern sind etwa Satlink, Octagon oder auch Smart, ein Preisvergleich auf eBay lohnt sich auf jeden Fall.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden