Insektenstiche erkennen und richtig behandeln

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Insektenstiche erkennen und richtig behandeln

Der Sommer ist für viele von uns die schönste Jahreszeit überhaupt. Die warmen Sonnenstrahlen wärmen unsere Haut und blühende Landschaften laden zu ausgiebigen Ausflügen ein. Egal, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad, viele Menschen nutzen den Sommer, um die Natur zu genießen. Doch der Sommer hat nicht nur Vorteile. Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Anzahl der Insekten zu, die uns das Leben schwer machen können. Vor allem dann, wenn wir uns in besonders naturbelassenen Gegenden aufhalten, können die kleinen Plagegeister für schmerzhafte und juckende Insektenstiche sorgen. Ein Insektenstich ist jedoch nicht immer nur unangenehm, für Allergiker kann dieser sogar lebensgefährlich werden. Daher ist es wichtig, sich im Vorwege über Tiere zu informieren, die stechen oder beißen können. Zudem ist es hilfreich, über helfende Sofortmaßnahmen bescheid zu wissen. So können Sie einen Stich schon mit wenig Aufwand so behandeln, dass die Schmerzen und der Juckreiz schnell nachlassen. Dabei helfen Ihnen neben medizinischen Produkten auch einfache Hausmittel.

Damit Sie den Sommer frei von Insektenstichen genießen können, gibt Ihnen dieser Ratgeber einen Überblick über die heimischen Insektenarten, die stechen können. Sie erhalten wertvolle Hinweise, woran Sie einen Insektenstich überhaupt erkennen und erfahren zudem, mit welchen Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie die Schmerzen und den Juckreiz in Schach halten können.

Welche Insektenarten stechen und woran Sie den Stich erkennen können

Zu Beginn lohnt es sich, einen Blick auf die einheimischen Tierarten zu werfen, die überhaupt stechen können. Lesen Sie im Folgenden zudem, woran Sie einen Stich der jeweiligen Insektenart erkennen können.

Die Honigbiene

Den Anfang macht dabei die Honigbiene, die vielen Menschen bereits bekannt ist. In Deutschland sind ca. 500 Arten heimisch. Jedes einzelne Volk zählt bis zu 20.000 Tiere. Vor allem die weiblichen Honigbienen neigen zum Stechen. Sie verfügen über einen Stachel mit Widerhaken, der beim Einsatz in der menschlichen Haut stecken bleibt. Bei einem Stich gibt die Honigbiene bis zu 0,15 mg Gift ab.

Den Stich einer Honigbiene können Sie relativ leicht erkennen. Der eigentliche Stich ist unangenehm und schmerzhaft. Zudem ist der Stachel, der nach dem Stich in der Haut verbleibt, auch mit bloßem Auge gut zu erkennen.

Die Wespe

Weltweit sind 61 Wespenarten bekannt. In Mitteleuropa kommen elf Arten der echten Wespen vor. Die in Deutschland bekanntesten Wespenarten sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Ähnlich wie die Honigbiene ist auch die Wespe mit einem Stachel ausgestattet. Dieser verfügt jedoch nicht über einen Widerhaken, sondern wird nach dem Einsatz von der Wespe wieder herausgezogen. Dadurch kann die Wespe sogar mehrmals hintereinander stechen, Vorsicht ist also geboten. Zudem haben sogar tote Wespen einen Stech-Reflex, vermeiden Sie es also, eine tote Wespe mit bloßen Fingern anzufassen.

Auch die Wespe injiziert, wie die Honigbiene, über Ihren Stachel ein Gift in die menschliche Haut. Daher erkennen Sie einen Wespenstich nicht nur an den Schmerzen, die der eigentliche Stich verursacht, sondern auch an einer Abwehrreaktion Ihrer Haut. Diese kann sowohl in einer Schwellung als auch in einem starken Juckreiz bestehen.

Die Hornisse

Die Hornisse gehört zu der Familie der sozialen Faltenwespen. Mit einer Körpergröße von bis zu 35 Millimetern ist die Hornisse jedoch deutlich größer als die einheimische Deutsche Wespe.

Die Hornisse gilt als besonders wehrhaftes Insekt. Vor allem wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen, ist die Hornisse angriffslustig.

Die Hornisse verfügt über einen Stachel, der beim Stich, ähnlich wie bei der Wespe oder Honigbiene, ein Gift in die menschliche Haut injiziert. Das Gift weist jedoch eine geringere Toxizität auf. Dennoch werden Hornissenstiche häufig als besonders schmerzhaft empfunden. Dies liegt zum einen am großen Stachel, der auch in tiefere und damit in empfindlichere Hautschichten eindringen kann. Zum anderen enthält das Hornissengift einen hohen Anteil des Neurotransmitters Acetylcholin, der eine schmerzhafte Wirkung haben kann.

Die Hummel

In Europa gibt es etwa 70 Hummel-Arten, in Deutschland leben ca. 36 Arten.

Zwar wirkt die Hummel auf den ersten Blick durch ihren dicken Körper und ihren flauschigen Pelz durchaus sympathisch, doch ausgestattet mit einem Stachel kann auch dieser gemütliche Brummer stechen. Der Stich einer Hummel ist jedoch sehr selten. Der Stachel dringt nur selten durch die Haut und hinterlässt daher fast nie eine schmerzhafte Einstichstelle.

Sollten Sie dennoch einmal von einer Hummel gestochen worden sein, erkennen Sie den Stich an einer Hautrötung rund um die Einstichstelle und einem eventuell vorhandenen Juckreiz.

Die Mücke

Kaum ein Insekt ist für uns lästiger als die Mücke. Schon die Anwesenheit einer Mücke im Schlafzimmer bringt viele von uns um den Schlaf. Doch die kleinen Insekten fliegen nicht nur besonders laut, sie können auch stechen. Die Mückenweibchen sind mit einem sensiblen Geruchssinn und CO2-Sensoren ausgestattet, mit denen sie ihre Nahrung finden.

Den Stich einer Mücke bemerken Sie zunächst meist nicht, da die Mücke beim Stich eine schmerzlindernde Substand in die Einstichstelle injiziert. Nach einer gewissen Zeit lässt die Wirkung der Substanz jedoch nach und Sie bemerken rund um die Stichstelle einen starken Juckreiz. Zudem entwickelt sich die Einstichstelle zu einer großen Quaddel, die Sie sehr gut erkennen können.

Die Bremse

Die Bremse gilt als Unterordnung der Fliegen. Bremsen halten sich bevorzugt in der Nähe von Weidetieren auf, deren Blut sie als Nahrungsquelle nutzen. Besonders an schwülen Tagen sind Bremsen sehr aktiv.

Einen Bremsenstich bemerken Sie oftmals direkt beim eigentlichen Stich. Durch die säbelartigen Mundwerkzeuge ist der Stich sehr schmerzhaft. Zudem injiziert die Bremse beim Stich einen Stoff, der die Blutgerinnung verhindert, sodass die Einstichstelle häufig blutet.

Die Ameise

Die Ameise gehört zur Familie der Hautflügler. Ca. 111 Arten sind in Deutschland bekannt, einige darunter können stechen. In der Regel verteidigt sich die Ameise jedoch mit einem Biss. Bei diesem versprühen die kleinen Tiere zudem Ameisensäure, die auf der menschlichen Haut einen starken Juckreiz auslöst. Sollten Sie dennoch einmal an eine Ameise mit Stachel geraten, so ist der Stich der Ameise mit dem Stich einer Biene vergleichbar.

Die Zecke

Die Zecke ist ein blutsaugender Ektoparasit. Kennzeichnend für die Zecke sind vor allem die ausgeprägten Mundwerkzeuge. Beim eigentlich Biss erschafft die Zecke mit diesen Werkzeugen eine Wunde, an der sich Blut ansammelt. Anschließend saugt die Zecke das Blut mithilfe eines Saugrüssels auf. Bei diesem Saugvorgang gibt die Zecke Speichel in die Wunde ab, wodurch der Wundverschluss verhindert wird.

Einen Zeckenbiss bemerken Sie zunächst meist nicht, da die Zecke beim Biss eine schmerzstillende Substanz injiziert. Einige Stunden nach dem Biss ist rund um die Bissstelle jedoch eine starke Hautrötung zu bemerken.

Bei einem Zeckenbiss ist Vorsicht geboten. Im Zeckenspeichel können sich viele Krankheitserreger befinden. So übertragen einige Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME. Sollte sich die Bissstelle nach wenigen Tagen stark verändern, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

So können Sie einen Insektenstich behandeln

Falls Sie Opfer eines Insektenstichs oder -bisses geworden sind, können Sie die Schmerzen und den Juckreiz mit einigen Tipps und Tricks lindern.

Kühlen

Das beste Mittel gegen Insektenstiche ist das Kühlen. Die Kühlung sollte dabei unmittelbar nach dem Stich erfolgen. Überprüfen Sie, ob noch ein Stachel des Insekts in Ihrer Haut steckt. Decken Sie den Stich anschließend mit einer Kühlkompresse, einem kalten Handtuch oder Eiswürfeln ab. Zur Not helfen auch Tiefkühlgemüsepackungen, die Sie Ihrem Tiefkühler entnommen haben.

Salben

Zur schnellen Hilfe bei einem Insektenstich sind auf eBay spezielle Produkte erhältlich, welche die Symptome eines Stichs lindern können. So können Sie nicht nur kühlende Gels, sondern auch Salben erwerben, die den Juckreiz unterdrücken. Viele dieser Produkte sind vor allem bei einem Mückenstich zu verwenden, eigenen sich jedoch durchaus auch zur Verwendung beim Stich einer Biene oder einer Wespe.

Sprays

Zur Behandlung eines Insektenstichs können Sie statt Salben auch Sprays verwenden. Diese enthalten meist ähnliche Wirkstoffe wie die Salben, werden jedoch auf die Haut aufgesprüht. Viele Anwender empfinden ein Spray als angenehmer, da zum Auftragen des Produktes kein direkter Kontakt mit der Haut notwendig ist.

Hausmittel

Möchten Sie nicht gleich zu einem Arzneimittel greifen, so können Sie auch typische Hausmittel verwenden. Sind Sie von einem Insekt gestochen worden, so halbieren Sie eine herkömmliche Zwiebel und legen Sie diese mit der Schnittstelle direkt auf den Stich. Dadurch wird der Juckreiz gelindert.

Sie können auch Teebaumöl verwenden. Tropfen Sie einige Tropfen auf etwas Watte und legen Sie diese anschließend auf den Stich. Zur Linderung einer Schwellung können Sie einen Insektenstich auch mit Zitronenschale oder Zitronenöl einreiben. Haben Sie Lavendel in Ihrem Garten, zupfen Sie einige Blätter ab und reiben Sie damit über den Stich.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung eines Insektenstichs kennen Sie vielleicht noch aus Ihrer Kindheit. Saugen Sie den Stich einfach mit dem Mund aus. Spucken Sie das Gift jedoch danach sofort wieder aus. Falls Sie die Einstichstelle nicht selber aussaugen möchten, können Sie eine Vakuumpumpe verwenden.

Sollten Sie bemerken, dass sich ein Insektenstich entzündet, so können Sie einen Quarkumschlag verwenden. Legen Sie dazu Quark auf ein Stück Küchenpapier und legen Sie dieses auf die Einstichstelle, bis der Quark angetrocknet ist. Quark kühlt den Stich und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend.

Sie sehen, es gibt viele Insektenarten, die stechen oder beißen können. Mit den richtigen Hilfsmitteln können Sie die Symptome der Stiche jedoch schnell und unkompliziert lindern. So können Sie den Sommer unbeschwert genießen.

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