Innenfilter oder doch lieber einen Aussenfilter?

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Innen - oder Außenfilter?
Diese Frage stellen sich viele Aquarianer beim neueinrichten eines Aquariums.
Viele machen es sich preisabhängig, da ein Innenfilter preislich um einiges günstiger ist als ein Außenfilter.
Zudem ist ein Innenfilter sicherer. Er ist im Aquarium und kann deshalb auch nicht auslaufen.

Wie sieht es denn mit der Biologie aus?
Ein Filter soll mechanisch aber auch biologisch arbeiten. Er soll feinste Schmutzpartikel aus dem Wasser ziehen aber auch die unsichtbaren "giftige" Stoffe wie Ammoniak oder Nitrit in unschädliches Nitrat umwandeln. (Stickstoffkreislauf)

Damit die Bakterien richtig arbeiten können, benötigen diese Ansiedeloberfläche. Diese Fläche muss genügend freie Poren haben - um Milliarden von Bakterien oder Mikroorganismen Platz zu schaffen.
Dieser Platz bieten z.B. Substrate. Das Eheim Substrat Pro bietet 450m² pro Liter Filtermaterial.

     


Ein Innenfilter dagegen mit seiner Schnellfilterpatrone bietet vergleichbar sehr wenig Platz für Bakterien.

Mikroorganismen im Filter

    

Zudem kommt es auf die Fliessgeschwindigkeit im Filter an.
Ein Innenfilter presst durch sein wenige ccm großen Filter - oft mehrer 100 Liter pro Stunde durch.
Ein guter Außenfilter hat zwar auch diese Leistung, nur das Wasser verteilt sich im inneren über gute 4-5 Liter Filtermaterial und mehr. Ich vergleiche es gerne mit einem Auto. Umso mehr Kubik ein Auto hat - umso mehr Leistung. In der Aquaristik würde man sagen, umso mehr Filtermaterial umso besser.

Ein Innenfilter besitzt oft nicht die Filterleistung die eigentlich erfordert wird.
Viel Leistung aber wenig Filtermaterial bewirkt eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit im inneren eines Filters, so dass sich Bakterien und Mikroorganismen sich hier nicht absetzen werden.
Dazu kommt das sie alle paar Tage bzw. Wochen in der Regel den Filter säubern müssen, da er sich zugesetzt hat. So werden die Bakterien und Mikroorganismen, die das Wasser ja reinigen sollen zusätzlich immer wieder abgetötet.

Filterbakterien brauchen über 3-6 Wochen um einen Filter so wieder Biologisch zu gestalten, dass man von einem Bio-Chemischen Kreislauf spricht. Wenn der Filter sogar mit Leitungswasser klinisch rein gehalten wird, ist so eine bakterielle Filterung fast unmöglich.

In vielen Aquarien mit Motorbetriebenen Innenfilter (kein Hamburger Mattenfilter „HMF“ oder Luftbetriebene Innenfilter - da dieser rein biologisch läuft) werden oft geringe bis hohe Anteile an dem giftigen Nitrit (NO²) festgestellt. Ein Zeichen das der Filter nicht richtig biologisch arbeitet.

Ein Außenfilter hat somit mehrere größere Vorteile:

Biologische und Mechanische Filterung.
Lange Standzeiten von 6-12 Monate (sollte in der Regel erst gereinigt werden - wenn die Leistung deutlich nachgelassen hat)
Sehr viel Filtermaterial von mehreren Litern
Ein eingefahrener Filter produziert ausreichend Co² für Ihre Pflanzen durch biologische Atmung.
Keine Chance auf Nitrit im Aquarium.
Verringerte Fliessgeschwindigkeit durch viel Filtermaterial im Filter begünstigt den Bakterienaufbau.
Weniger Krankheiten durch bessere Wasserwerte

Mein Tipp
Es gibt extra für kleinere Aquarien Luftbetriebene Innenfilter.
Sei es einen Dreiecksfilter oder einen Schwammfilter der mit Luft betrieben wird z.B. vom Maximal.

Hier der biologische Luftbetriebene Dreiecksfilter

    

Diese „Langsamfilter“ reinigen das Wasser biologisch. Umso länger diese laufen -umso besser.

Für große Aquarien empfehle ich immer einen Außenfilter anzuschließen.
Hier haben sie reichlich Filtermaterial zur Verfügung.
1,5 Liter pro 100 Liter Wasser sollte es aber schon sein. Mit dieser Formel bestimmen Sie in etwa wie groß der Filter sein muss - für Ihr Aquarium.

Wer handwerklich geschickt ist, kann sich aber auch einen Hamburger Mattenfilter selber bauen. Die Anleitung zum Bau finden Sie im Internet Suchbegriff HMF Filter oder Hamburger Mattenfilter.

Holger Scheben
H-S-AQUARISTIKBERATUNG

Mehrere Infos zur Aquaristik finden Sie in meinen Ratgeber

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