Inhaliergeräte für Asthmatiker: Wenn die Luft wegbleibt

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Inhaliergeräte für Asthmatiker: Wenn die Luft wegbleibt

Vor- und Nachteile von Inhaliergeräten für Asthmatiker

Die meisten Asthmatiker wünschen sich eine schnelle Abhilfe bei asthmatischen Beschwerden, zum Beispiel in Form eines Inhaliergerätes. Ein Inhalator ist eine Apparatur zur Behandlung von chronischen oder auch akuten Atemwegserkrankungen und es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen. Inhalationstherapien eignen sich gut für Menschen mit Asthma, bronchialen oder auch anderen Atemwegserkrankungen, und sind einfach zuhause anzuwenden. Ein Vorteil gegenüber der medikamentösen Therapie für Atemwegserkrankungen wie Asthma sind die geringen Nebenwirkungen bei Inhalationsbehandlungen. Dies lässt sich dadurch erklären, dass meist viel weniger Wirkstoffmenge bei der Inhalation benötigt wird als bei einer Therapie mit Tabletten oder ähnlichem. Außerdem ist im Vergleich zur Therapie mit meist verschreibungspflichtigen Medikamenten der Wirkeintritt bei einer Inhalationstherapie schneller gewährleistet, da durch das direkte Einatmen der inhalierte Stoff direkt an seinen Zielort gelangt und dort seine Wirkungen entfalten kann. Unter anderem eignet sich auch simple Salzlösung zum Inhalieren, was eine kostengünstige Möglichkeit darstellt, die asthmatischen Symptome zu lindern. Gerade bei einer Inhalationstherapie ist die richtige Anwendung des jeweiligen Inhalators von großer Wichtigkeit. Deshalb sollte die Wahl eines Inhaliergerätes sorgfältig überlegt sein. Es gibt verschiedenen Varianten, unter anderem Dampfinhalatoren, Düsen- und Ultraschallvernebler. Der Heimanwender trägt insofern allerdings eine relativ hohe Eigenverantwortung, da er sowohl das Gerät als auch die zu inhalierende Substanz auswählt. Es sind allerdings nicht alle inhalierbaren Stoffe für Asthmatiker geeignet. Scharfe, ätherische Öle beispielsweise können unter Umständen angegriffene Schleimhaut noch zusätzlich reizen. Vor allem wenn Sie das Inhalationspräparat oder die Applikationsart wechseln, sollten Sie deshalb kurz Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Ultraschall- und Düsenvernebler

Um möglichst feine Tröpfchen zu erhalten, die bis in das Bronchialgewebe vordringen und dort schleimlösend wirken, eignen sich vor allem Ultraschallvernebler und Düsenvernebler. Mit ihrer Hilfe werden die Schleimhäute der unteren Atemwege befeuchtet und festsitzender Schleim kann sich lösen. Zum Befüllen eignet sich hierbei am besten eine Kochsalzlösung, die nicht reizt und die körpereigenen Versuche, zähen Schleim abzuhusten, unterstützt. Weniger geeignet für Asthmatiker sind scharfe Öle mit Minze oder ähnlichem, da durch deren Gebrauch die Bronchialschleimhaut zusätzlich gereizt werden kann. Sofern vom Arzt Medikamente in flüssiger Form verordnet wurden, können auch diese in einen Vernebler eingefüllt werden.

Vaporizer

Ein Vaporizer oder auch Vaporisator ist ein Gerät, das in Wasser gelöste Wirkstoffe wortwörtlich verdampft, sodass diese anschließend eingeatmet werden können. Oftmals wird dieses Gerät dazu verwendet, wirksame Agenzien und Aromastoffe aus Pflanzenmaterial zu gewinnen, damit der Anwender diese anschließend inhalieren kann. Man bezeichnet diesen Vorgang oftmals auch als Phyto-Inhalation. Diese Inhalationsmethode eignet sich ausgesprochen gut für Kinder und ältere Menschen.

Dampfinhalatoren

Der Dampfinhalator ist eine anwenderfreundliche Abwandlung der Schüssel mit heißem Wasser. Bei diesem handlichen Gerät existiert nämlich nicht die Gefahr, dass man sich verbrüht oder seine Augen mit zu heißem Wasserdampf reizt. Ein Dampfinhalator besteht aus einem für Mund und Nase passend geformten Aufsatz, der sich leicht und bequem aufsetzen lässt. Ziel dieser Form der Inhalation ist vor allem die Befeuchtung der Schleimhäute der oberen Atemwege. Die Vermengung des Wassers mit Stoffen wie Kamille oder ätherischen Ölen ist problemlos möglich und selbst zu dosieren. Es gibt Dampfinhalatoren als Tischgerät, die sich bequem aufstellen lassen oder aber als flexibles Gerät, das man in der Hand halten kann, was oft gerade für Kinder interessant ist, da sie dann nicht still sitzen müssen.

Dosieraerosole

Eine weitere Möglichkeit der Applikation sind sogenannte Dosieraerosole. Hierbei wird ein medikamentöser Wirkstoff handlich in portionierten Dosen als ein sogenanntes Aerosol ausgestoßen und muss unter Mitarbeit des Anwenders eingesogen werden. Diese Darreichungsform ist bekannt unter dem Begriff Asthmaspray, erhältlich in kleinster Form und gut geeignet als Sofortmedikation, auch für unterwegs. Ein Aerosol kann unter Mithilfe verschiedener Methoden entstehen: durch ein Treibgas, mechanisch oder auch elektrisch. Die derzeit auf dem Markt vorherrschende Form ist die Aerosolerzeugung mittels eines Treibgases. Für den größten Therapieerfolg wenden Sie das Medikament am besten im Stehen an. Schütteln Sie das Präparat vorher gut und halten Sie die Wirkstoffflasche anschließend so, dass ihr Boden nach oben zeigt und das Mundstück in Richtung Ihres Mundes. Atmen Sie kurz vor der Anwendung tief aus und dann durch das Mundstück einige Male tief ein und aus, während Sie durch Druck auf die Flasche einen Sprühstoß auslösen. Atmen Sie nun einige Male ein und aus, halten Sie dann die Luft an und setzen Sie das Gerät vom Mund ab. Am besten nun für einige Sekunden die Luft anhalten, dann durch die Nase ausatmen und, wenn möglich, spülen Sie sich anschließend den Mund aus. Gerade bei dieser Inhalationsmethode eignet sich oft die Verwendung einer sogenannten Inhalierhilfe, da diese eine sichere und korrekte Inhalation ermöglicht – ohne zwingende Konditionierung der Atmung sowie des Auslösens vom Dosieraerosol. Für die korrekte Anwendung steckt man das jeweilige Aerosolpräparat in das Rückteil der Inhalierhilfe, löst einen Sprühstoß aus und atmet am besten mehrfach aus und ein.

Faktoren, die den Therapieerfolg mit Inhaliergeräten beeinflussen

Das entscheidende Kriterium des Therapieerfolgs ist die Menge an Wirkstoff, die in der Lunge abgelagert wird. Dabei sind natürlich die korrekte Anwendung und die geeignete Atemtechnik des Anwenders entscheidend für einen Behandlungserfolg mit Inhaliergeräten. Bei falscher Atemtechnik geht möglicherweise ein Großteil des Wirkstoffes in den oberen Atemwegen verloren oder wird verschluckt, ohne dass er seinen therapeutischen Nutzen entfalten kann. Zum anderen ist die Qualität des Inhaliergerätes entscheidend: Je feiner die Wirkstoffpartikel vom Apparat in kleine Tröpfchen zerstäubt werden, desto tiefer können sie in den unteren Atemwegen vordringen. Die Partikel können allerdings auch zu klein sein, in diesem Falle werden sie beim Ausatmen einfach wieder ausgestoßen. Die vom Gerät abgegebene Menge an Wirkstoff in einem bestimmten Zeitfenster ist ein weiterer wichtiger Faktor, der den Therapieerfolg beeinflusst. Je nach Bauweise des Inhaliergerätes gehen bereits auf dem Weg zum Anwender große Teile des möglicherweise teuren Wirkstoffes verloren, was die Ergiebigkeit der Aerosolabgabe verringert. Dies verursacht natürlich höhere Kosten als aerosolsparende Alternativen - ein Faktor, der auf lange Zeit gesehen äußerst ärgerlich und kostspielig sein kann.

Dinge, die Sie beim Kauf von Inhaliergeräten beachten sollten

Zunächst einmal sollten Sie für sich selbst entscheiden, welches Gerät zu Ihnen passt, sowohl was die Handhabung angeht als auch, welches Gerät am besten zu Ihren körperlichen Beschwerden passt und diese am effektivsten lindern kann. Für Kinder beispielsweise gibt es speziellen Kinderinhalatoren, die den kindlichen Bedürfnissen und Vorlieben entsprechen. Wie bereits erwähnt ist hierbei eine Absprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt nötig. Die Maske, die Mund und Nase bedecken muss, sollte gut ausgewählt sein, damit sie genau passt und kann bei Bedarf auch in verschiedenen Größen erworben werden. Auch die Entscheidung für eines der vielen verschiedenen Inhalationsverfahren hängt von den Vorstellungen, Erwartungen und Bedürfnissen des Verwenders sowie von seiner für ihn realisierbaren Mitarbeit ab. Viele Inhaliergeräte haben einen Kompressor. Dieser kann unter Umständen im Betrieb unangenehm laut sein – ein weiteres Detail, das beim Kauf dringend berücksichtigt werden sollte

Dinge, die Sie bei der Anwendung von Inhaliergeräten beachten sollten

Das A und O bei der Verwendung von Inhalatoren ist ihre regelmäßige und gewissenhafte Reinigung nach jeder Anwendung. Sowohl die Verneblerkammer als auch die Maske sollten gründlich unter fließendem, warmem Wasser ausgespült werden. Vor allem wenn mehrere Menschen das Gerät verwenden, sollten Maske und Verneblerkammer außerdem häufig desinfiziert werden, um das Risiko der Krankheitsübertragung so gering wie möglich zu halten. Hierbei ist allerdings die Desinfektion durch heißes Wasser der chemischen Reinigung vorzuziehen. Chemische Desinfektionsmittel sind zum einem unzuverlässiger als die Hitzebehandlung und zum anderen können Rückstände des verwendeten Reinigers am Inhalator verbleiben, die bei der nächsten Anwendung mit eingeatmet werden können. Sofern die Bestandteile auf ihre Spülmaschinenfestigkeit geprüft wurden, empfiehlt sich auch ein Spülgang bei etwa 60° Celsius für ein optimales Ergebnis. Anschließend an die Reinigung sollte der Inhalator mit einem sauberen Tuch gründlich abgewischt werden. Schwer erreichbare Stellen sollten einige Zeit an der Luft trocknen, bevor das Gerät wieder verstaut wird. Besitzt der Inhalator zum Beispiel einen schwer zu reinigenden Schlauch oder verwinkelte Stellen, so gestaltet sich die Reinigung umso schwieriger und ist eventuell trotz aller Bemühungen unzureichend. In solch einem Falle sollte vom Kauf abgesehen werden. Was die Dauer einer Inhalation angeht, so sollte diese 10 – 20 Minuten nicht überschreiten, beim Vaporizer reichen bereits 5 – 10 Minuten aus. Beim Eintritt von Unverträglichkeitsreaktionen unter der Anwendung von Inhalatoren, wie etwa Husten oder Atemnot, sollte die Behandlung schnellstmöglich abgebrochen werden. Gerade bei älteren Menschen oder Kindern kann es zu Problemen in der Mitarbeit beim Inhalationsvorgang kommen. In diesem Falle ist eine individuelle Betreuung oder im schwersten Falle sogar die Wahl einer gänzlich anderen Therapieform nötig.

Das richtige Verhalten nach einer Inhalation

Nachdem man sich einer Inhalation unterzogen hat, sollte man nicht unmittelbar an die frische Luft gehen, ebenso sollte man auf Durchzug und Kälte verzichten. Inhalieren kann, insbesondere bei älteren oder geschwächten Menschen, den Kreislauf belasten. Deshalb sollte man sich anschließend einer kurzen Schonfrist unterziehen, sich eventuell hinzulegen und in jedem Falle warm zu halten.

Lassen Sie sich Zeit bei der Entscheidung für ein Inhaliergerät

Wie Sie sehen, müssen bei Kauf, Anwendung und Reinigung viele Details beachtet werden. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei Ihrer Kaufentscheidung so viel Zeit lassen, wie Sie benötigen und alle für Ihre Entscheidungsfindung wichtigen Informationen einholen. Erst dann können Sie sich endgültig für ein Produkt entscheiden, das hoffentlich Ihren Erwartungen und Vorstellungen gerecht wird.

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