Informationen zur Sony Playstation PS3

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Das Projekt Playstation 3 gewinnt an Fahrt. Im Juli sind die ersten Konsolen vom Band gelaufen. Insgesamt sollen bis zum Release der PS3 Mitte November 200.000 Konsolen pro Monat gefertigt werden. Auch die Spiele-Entwickler arbeiten unter Volldampf: Nach Aussage von Ryan Bowling, PR-Manager bei Sony America, wurden über 10.000 Entwicklungskits an mehr als 200 Firmen in aller Welt ausgeliefert - die bisher größte Menge für ein Playstation-System. Aber auch was alte Spiele angeht, schlägt Sony eine scharfe Klinge und arbeitet daran, die versprochene hundertprozentige Lauffähigkeit sicherzustellen. Lobend äußert sich in diesem Zusammenhang Tom Reeves von IBM: "Sony legt großen Wert auf Qualität und die Abwärtskompatibilität. Sie wollen es ordentlich anpacken." Laut Reeves bereiten aktuell noch rund 40 Titel - vor allem aus der PSOne-Generation - Probleme, an deren Behebung gearbeitet werde.

Ein teurer Spaß
Glaubt man den Prognosen von Goldmann Sachs, dann wird die Playstation 3 nicht nur für die Kunden ein teurer Spaß. In einem Gespräch mit der "Business Week" schätzte der Analyst Yuji Fujimori Sonys Kosten für das Anlaufjahr der PS3-Produktion auf satte zwei Milliarden Dollar. Die Herstellungskosten einer Konsole läge in etwa bei 750 US-Dollar. Vergleiche man das mit dem anvisierten Verkaufspreis von zirka 600 Dollar, falle pro verkauftem Gerät ein Minus von 150 Dollar an. Um einiges positiver schätzt Jen-Hsun Huang, der Vorstandsvorsitzende der Grafikchip-Schmiede Nvidia, die den RSX-Grafikchip für die PS3 liefert, die Situation ein. Für ihn ist es in Ordnung, dass Sony auf kostenintensive High-Tech-Ausstattung setzt und Blu-Ray als Standard mit Hilfe der PS3 etablieren will. Die Weiterentwicklung sei logisch, schließlich habe die PSOne ein CD-Laufwerk und deren Nachfolger PS2 ein DVD-Laufwerk mit auf den Weg bekommen. Angesichts der Produktionszyklen einer neuen Konsolen-Generation mache es daher Sinn, auf die DVD-Nachfolgetechnik zu setzen.

 

Geschüttelt oder gerührt?
 Bei der Einschätzung des neuen Gamepads teilen sich die Geister. Die einen werfen Sony vor, bei den PS3-Controllern die Sensortechnik von Nintendos Wii abgekupfert zu haben, während die anderen der weggefallenen Rumble-Funktion nachweinen, die bei Rennspielen und Ego-Shootern einfach dazugehöre. Böse Zungen behaupteten, die angebliche Unvereinbarkeit von Sensor- und Rumble-Funktionen in einem Pad sei eher darauf zurückzuführen, dass sich Sony die Zahlungen an den Lizenzgeber Immersion sparen wolle, nachdem beide Firmen schon bei den Dual-Shock-Controllern der PS2 juristisch die Klingen gekreuzt hatten. Jetzt hat Immersion-Chef Victor Viegas zusätzlich Öl ins Feuer gegossen und Sony technische Unterstützung angeboten, um sowohl die Schüttel- als auch die Sensor-Motion-Technik in einem Controller unterzubringen, ohne dass die sich wechselseitig ins Gehege kommen. "Ich glaube nicht, dass es ein großes Problem darstellt, und Immersion hat Experten, die sich darüber freuen würden, das Problem für sie zu lösen", äußert sich Viegas in einem Interview mit "Gamasutra".

 

Verschiedene Varianten eines Modells
Die Frage " Was taugen Luxus- oder Core-PS3?" wird unter Gamern kontrovers diskutiert. Nicht so auf Hersteller-Seite, denn dass es verschiedene Versionen der Playstation 3 geben wird, stellt Sony glatt in Abrede und spricht stattdessen von "einem Modell in verschiedenen Konfigurationen". Jüngst hat ein nicht autorisiertes "Q&A"-Papier ("Questions and Answers", deutsch "Fragen und Antworten") zur PS3 den Weg an die Öffentlichkeit gefunden, das durchaus brisante Informationen enthält. Die wichtigsten Punkte dieser inoffiziellen, sich aber plausibel ins bisherige Bild einfügenden Quelle stellt die onSpiele-Redaktion im Folgenden vor.

 

"Ein Computer in verschiedenen Konfigurationen"
 Dass Sony-Boss Ken Kutaragi die PS3 als flexibel erweiterbaren Computer ansieht und deshalb auch die Kritik am Preislevel (in Europa 499 Euro für die "Basis"- und 599 Euro für die "Luxus"-PS3) nicht nachvollziehen kann, gehört noch zu den bekannten Facts. Sony Computer Entertainment hebt in diesem Zusammenhang im "Q&A"-Papier hervor, dass man die PS3 wie einen PC mit Standard-USB-Adaptern flexibel erweitern könne. Dazu zählten Kartenlese-Geräte ebenso wie USB-Verteiler oder der Anschluss der Konsole an ein Heimnetzwerk beziehungsweise das Internet via Router. Wie die gegebenenfalls notwendige Verheiratung der Peripherie-Geräte mit der Playstation 3 durch Treiberprogramme stattfinden soll, wird nicht spezifiziert. Stattdessen zeigt man sich stolz darüber, dass die Fertigung des Cell-Hauptprozessors bereits zur E3 gestartet ist. Die fertig montierte PS3 soll mit 29 Dezibel Betriebslautstärke in etwa auf dem Niveau der Slimline-PS2 liegen - ein erstaunlicher Wert angesichts der verbauten Hightech-Hardware.

 

Spiele-Zugabe für "First Buyers"
Der Handel beginnt schon einmal leise mit den Hufen zu scharren. Die zum Metro-Konzern gehörenden Media Markt und Saturn sowie Karstadt nehmen in den Märkten vor Ort erste Vorbestellungen auf. Um Scherzkekse abzuschrecken, verlangen die Elektronik-Discounter eine Anzahlung von 50 Euro. Wer bis Ende Juli zuschlägt, bekommt zudem ein Spiel gratis dazu. Zur Auswahl stehen bisher die Rennspiel-Simulation Formel Eins 2006, das Kampfspiel Genji 2, das futuristische Action-Game Lair, der Offroad-Racer Motorstorm, der düstere Ego-Shooter Resistance: Fall of Man, der Partyspaß Singstar und das kartenbasierte Strategiespiel The Eye of Judgement. In England wird mit härteren Bandagen gefochten. Hier plant Sony, eine Anzahlung von 150 Pfund (zirka 220 Euro) bei der PS3-Vorbestellung durchzusetzen. Man wolle so sicherstellen, die im Release-Zeitraum bis Weihnachten zu erwartende geringe Menge an Konsolen gerecht und fair zu verteilen. Zudem soll so das "Ebay-Phänomen" verhindert werden, das zum Start der Xbox 360 aufgetreten war. Geschäftstüchtige Kunden hatten hier bei einer minimalen Anzahlung von sieben Euro die neue Konsole gleich wieder auf dem Online-Marktplatz zu horrenden Preisen weiter versteigert.

 

Die Sache in der Hand haben
Der erste Design-Entwurf für den neuen PS3-Controller löste in der Gamer-Szene wegen seiner verblüffenden Ähnlichkeit mit einem Bumerang heftige Schockwellen aus. Prompt berief sich Sony auf das millionenfach erfolgreiche Referenz-Design des PS2-Controllers und kehrte zum bewährten Outfit zurück. Auf eine Novität wollte der japanische Hersteller dann aber doch nicht verzichten und rüstete das Bediengerät mit einem sechsachsigen Bewegungssensor aus, der in Echtzeit sowohl die Bewegungsrichtung als auch die Beschleunigung - und zwar ohne zusätzliche Sensoren vor dem TV-Gerät - misst und als Information weitergibt. Die traditionelle Bedienphilosophie via Steuerkreuz und Knöpfe werde so revolutioniert, meint Sony. Die Japaner setzen darauf, dass die Spiele-Hersteller in ihren Games die neuen Funktionen des ausschließlich in der "Wireless"-Variante erscheinenden Controllers aktiv unterstützen. Jeweils ein Controller wird in den "Boxed"-Packungen der PS3 mitgeliefert; insgesamt können bis zu acht Controller an der Konsole andocken. Ob die Playstation Portable als Remote Controller unterstützt wird, ist laut Sony noch nicht entschieden.

 

"Blu Ray Disk Live": Nachladen aus dem Netz
Die Playstation 3, betont Sony, ist das erste "Home Appliance"-Gerät mit voller Unterstützung der "Blu Ray Disk Live"-Funktionalität. Damit soll es möglich sein, aus der laufenden Anwendung heraus ergänzende Inhalte aus dem Internet nachzuladen und auf der Festplatte abzuspeichern. Dazu gehören auch interaktive Elemente, die über eine "Bild im Bild"-Darstellung in das Hauptfenster eingeblendet werden. Zu beachten ist beim Einsatz von Blu Ray-basierter Hardware das verglichen mit der gängigen Einteilung bei CD/DVD vereinfachte, auf drei Regionen (A: USA und Japan, B: Europa, Australien, Neuseeland und andere Länder mit PAL-Fernsehsystem, C: Russland und Asien) reduzierte Regionalcode-System. Ob die Inhalte-Anbieter ihre Filme oder Spiele mit Regionalcode versehen heraus bringen, bleibt ihnen überlassen. Sony wird bei seinen PS3-Spielen darauf verzichten, so dass die Games unabhängig von der Herkunft der Hardware überall gezockt werden können.

 

Grafik-Power oder Die Kunst der Umrechnung
Dank des potenten Nvidia-Grafik-Chips beherrsche die Konsole sowohl die Umwandlung von Standard-Bildmaterial in High Definition-Formate als auch auch die Konvertierung von "Interlaced" (Zeilensprung) in "Progressive" (Vollbild)-Darstellung. Sony sieht sich damit für die Zukunft gerüstet, zumal die PS3 hardwareseitig das Herunterrechnen von 1080p auf 720p-Bilder beherrsche, so dass auch Besitzer eines Standard-Flat-TV-Geräts nicht außen vor seien in Sachen Spielspaß.

 

Der Reiz des Einfachen
 Auch zur Verteidigung der Basis-Playstation 3 führt Sony Argumente ins Feld. Die Kritik, dass durch den hier fehlenden HDMI-Port keine hochauflösenden Bilder an das TV-Gerät übertragen werden könne, begegnet man mit dem Hinweise auf den vorhandenen AV-Multi-Port, der diese Bildübertragung doch ermögliche. Die Unterstützung durch die Publisher für die Ausgabe analoger Signale sei bis mindestens 2011 gesichert. Sony verweist auch darauf, dass das für die Ansteuerung hoch auflösender Bildschirme zuständige DLNA-Gremium ("Digital Living Network Alliance") derzeit an einer Methode arbeitet, die nicht zwingend auf der HDMI-Schnittstelle basieren würde. Das sei auch der Grund dafür gewesen, auf den ursprünglich vorgesehenen zweiten HDMI-Port der "Luxus"-PS3 zu verzichten.

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