Info für Bodenständige: Wesentliches zu Parkett, Laminat - und Dielen

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Info für Bodenständige: Wesentliches zu Parkett, Laminat - und Dielen

Wer seinen Boden mit holzartigen Belägen ausstatten will, greift in vielen Fällen auf eine der drei klassischen Möglichkeiten zurück: Wer es gediegen im Landhausstil mag, greift gerne auf die Bauweise von alten Schiffsdecks, die aus Planken bestanden, zurück: Parkett stellt eher die filigrane, edle Ausführung mit teilweise künstlerischem Anspruch für höherwertige Zimmer dar. Der aus mehreren Schichten gefertigte Kunstboden Laminat bietet sich in seiner Angebotsbreite für nahezu jeden Bereich an.
Eine Grundlage für die Entscheidung, wie Sie Ihre künftigen Auftritte vorbereiten wollen, ist damit gelegt. Wozu Sie tendieren, hängt nicht zuletzt von Ihrem persönlichen Geschmack ab.

Dielenböden - ein Klassiker seit Jahrhunderten

Dielen aus unterschiedlichsten Holzarten waren nach den zunächst losen und später festgestampften Böden mit oder ohne Strohaufschüttung, die ersten soliden Formen von Fußböden in Wohn- und Gesellschaftsräumen. Bis heute werden die Vollholzelemente in unterschiedlichen Längen verlegt.

Den einfachen, mühsam per Hand aus der Mitte des Baumstamms gesägten Dielen mit unterschiedlichen Breiten folgten nach Einführung maschineller Holzbearbeitungsverfahren Dielenbretter mit einheitlichen Maßen. Durch die gleichbleibende Qualität ließ sich von da an der Materialbedarf besser planen. Außerdem konnten die Bretter und Bohlen dichter verlegt werden, da durch den Einsatz gespundeter Ware (Nut/Feder) die Dielen nun nicht mehr auf Stoß lediglich auf die darunter befindliche Querlattung aufgenagelt wurden. Die heutzutage im Baugewerbe verwendeten Dielen kommen meist mit festen Konfektionsmaßen in den Handel und sind ringsum gespundet. Dadurch wird ein bestmögliches Verlegen gewährleistet.

Länge und Holzart

Dielen sind in der Regel ungefähr 80 mm breit und bei einer Stärke von bis zu 40 mm spricht man von Dielenbrettern; was darüber liegt, gehört zu den Bohlen. Üblicherweise werden Nadelgehölze wie Fichten und Kiefern verwendet, obwohl sie durch ihre langfasrige Struktur relativ weich sind. Das macht es notwendig, sie ausreichend trocknen zu lassen und sorgfältig zu bearbeiten. Bei wertintensiveren Ausführungen kommen Laub- oder sogar Tropenhölzer zum Einsatz. Sie weisen eine höhere Beständigkeit auf, eine entsprechende Sorgfalt bei der Verarbeitung ist aber auch hier erforderlich.

Hege und Pflege von Dielen

Dielenböden brauchen regelmäßige Pflege. Auch wenn sie als robuste Bohlen verlegt sind und eine langlebige Oberflächenversiegelung erhielten, wird die Zeit es mit sich bringen, dass sie abnutzen. Der Termin für eine Generalüberholung lässt sich hinauszögern, indem man den Boden regelmäßig pflegt. In Abständen wiederholtes Wischen mit trockenen und feuchten Lappen hilft dem Holz, seine frische Optik zu behalten. Verwenden Sie zusätzlich die empfohlenen Reinigungs- und Pflegemittel, werden Sie auf Dauer Freude haben an ihrem Naturholzboden. Nach einer gewissen „Standzeit“ wird es sich dennoch nicht vermeiden lassen, dass Sie Ihren Dielenboden „generalüberholen“. Dazu müssen die Bretter oder Bohlen geschliffen und neu versiegelt werden. Die geeigneten Werkzeuge und Hilfsmittel erhalten Sie bei eBay.

Das kunstvolle Parkett

In der Entwicklung der (Holz-)Fußböden folgte das Parkett den Dielen. Gerade von finanziell bessergestellten Bauherren wie Herrscherhäusern, anderen Adligen oder reichen Auftraggebern löste die Kunst der Bodengestaltung die einfache Dielung ab. Auch ohne Teppiche war damit der Boden viel hochwertiger, wobei Parkett aber nicht nur für Fußböden im Wohnbereich verwendet wurde und wird.
Darüber hinaus sind Parkettböden beispielsweise in großzügig angelegten Sportstätten zu finden oder auf den Tanzböden von Tanzschulen. Ebenso im gewerblichen Bereich bei Büros oder Praxen. Geeignet ist die ästhetisch anspruchsvolle Bodengestaltung für nahezu alle geschlossenen Gebäude. Parkettböden zeichnen sich durch kleinere Elemente aus, die in verschiedenen Mustern verlegt werden. Dadurch erhalten die Räume einen eigenen Charakter und vermitteln individuelle Stimmungen. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind durch die zahlreich zum Einsatz kommenden Hölzer in individuellen Farbstellungen und die vielen Mustervarianten nahezu keine Grenzen gesetzt.

Beschaffenheit und Holzart

Die Gestaltung eines Parkettbodens aus eher kleinteiligen Holzstücken macht es technisch notwendig, einen tragfähigen Untergrund zu schaffen. Der Vorteil ist die damit verbundene geringe Anfälligkeit für Fugenbildung. Lang ist die Liste der Holzarten, aus denen Parkettböden gefertigt werden. Dazu gehören Eiche, Akazie, Ulme und, besonders hart: Buche. Außerdem Obsthölzer wie Birne, Apfel und Kirsche sowie exotisches Holz wie beispielsweise Olive, Wenge, Bubinga und Kambala. Die Kombination von Holzart und Verlegetechnik sorgt für die ansprechende Optik von Parkettböden, die in jedem Raum immer wieder anders zur Geltung kommt.

Finish und Veredelung

Üblicherweise wird das Holz roh verlegt und erhält durch Schleifen und Versiegeln das erwünschte Finish. Zur Veredlung und zum Schutz der Oberfläche werden Lacke, Öle und Wachse verwendet. Die von einigen Herstellern angebotenen Fertigprodukte verkürzen die Arbeitszeit vor Ort, da Schleifen und Versiegeln hier entfallen.

Parkettformen und Muster

Am häufigsten wird heutzutage Mehrschichtparkett verlegt, das aufgrund seines speziellen Aufbaus gut zu handhaben ist und eine beachtliche Langlebigkeit aufweist. Zum Einsatz kommen verschiedene Formen von Holzstücken wie Stabparkett, Mosaikparkett, Lamparkett sowie Tafelparkett und Hochkantlamellenparkett.
Das individuelle i-Tüpfelchen auf Ihrem Parkettboden bildet das Muster, nach dem die Holzstücke verlegt und arrangiert werden. Um nur einige zu nennen, haben Sie die Wahl zwischen Schiffsboden- und Englischer Verband, Flecht-Boden und Altdeutscher-Verband, Leiter-Boden und Fischgrätmuster. Gerade Letzteres zeichnet bei ein und demselben Boden immer wieder beeindruckende Muster im Licht und Gegenlicht, die durch die natürlichen Eigenschaften des Holzes bestimmt werden, zu changieren. Das heißt, je nach Lichteinfallwinkel ändert das Material seine Färbung und Spiegelung. Ein erfahrener, von Ihnen beauftragter Tischler kennt sich bestens aus mit dem wertvollen Material und dazugehörigen Hilfsmitteln.

Hinweise zur Pflege Ihres Parketts

Wenn nach mehrmaliger Reinigung Ihres Parkettbodens auch eine Reparatur nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt, müssen die Reste der ursprünglichen Deckschicht sorgfältig entfernt werden. Die Verwendung der dazu notwendigen Ausrüstung überlassen Sie am besten einem Fachmann. Dieser sollte sich im Anschluss auch gleich um die neue Versiegelung kümmern, damit Ihr Parkett den ursprünglichen Glanz zurückerhält.

Laminat - einfach, praktisch, gut

Einen Teil seines großen Erfolgs verdankt dieser Fußboden seiner inzwischen so vereinfachten Verlegetechnik, sodass Laminat eine echte Alternative im privaten Bereich für den Hobbyhandwerker wurde und sogar Laien nach einer gewissen Einarbeitung damit zurechtkommen.

Beschaffenheit und Eigenschaften von Laminat

Laminat als Komponentenwerkstoff besteht in den Einsteigervarianten nicht aus Echtholz. Die wenigstens zwei miteinander verklebten Schichten werden aus der Kunststoffproduktion oder aus Holzfasern zugeliefert, die durch Melaminharze verbunden sind. Ebenso verhält es sich mit der Oberflächenversiegelung, die Laminat widerstandsfähig macht. Neben dem Preis und den verarbeitungsfreundlichen Eigenschaften ist seine Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit und Abrieb ein wichtiger Vorteil gegenüber seinen „natürlichen Verwandten“, Diele und Parkett. Im Gegenzug kann Laminat aber nicht, wie beispielsweise Parkett, erneuert werden, wenn es abgenutzt ist. Ist sein Lebenszyklus erschöpft, ist ein Austausch notwendig. Bis dahin bietet es aber gerade in viel begangenen Bereichen den Vorteil, sich leicht reinigen zu lassen und strapazierfähig zu sein. Sehr harte, lackähnliche Oberflächen sorgen dabei auch für eine vergleichsweise lange „Standzeit“.

Muster und Varianten

Bei der Wahl einer ansprechenden Optik für Ihr Laminat bieten sich beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Inzwischen ist der beliebte Bodenbelag in allen erdenklichen anspruchsvollen und aufwendigen Varianten erhältlich, unter denen aber auch schlichte Ausführungen zu finden sind. Die Muster reichen von der weichen Hölzern nachempfundenen Maserung mit geschwungenen Linien bis hin zu Imitaten von Harthölzern, für die kleine Striche typisch sind. Laminat bietet zusätzlich den Vorteil, dass durch die Einflussnahme auf den Herstellungsprozess die Qualität den praktischen Erfordernissen angepasst werden kann. Härte, Festigkeit und Belastung sind Parameter, die, entsprechend definiert, auf individuelle Kundenwünsche zugeschnitten werden können.

Preis und einfache Handhabung

Laminate als Bodenbelag sind im Prinzip Imitate von echten Holzböden und beliebt, weil sie zwar die von vielen Menschen gewünschte natürliche Optik mit sich bringen, einige Schwächen jedoch durch die künstliche Beschaffenheit kompensieren. Zudem ist der industriell gefertigte Kunstholzboden entschieden preiswerter als die Materialien aus der Natur. Trotz des von vornherein bestehenden Preisvorteils erfreuen sich natürlich auch in diesem Bereich Sonderposten und Aktionen steter Beliebtheit.
Zu den hervorragenden Eigenschaften beim Benutzen Ihres Laminatbodens kommt im Vorfeld bereits die einfache Handhabung beim Verlegen. Das Material lässt sich ohne große Probleme auf jedem Untergrund einsetzen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick können Sie in kurzer Zeit Ihre komplette Wohnung mit neuen Böden ausstatten. Besonders komfortabel lässt sich der mehrschichtige Laminatboden als Klicklaminat verarbeiten. Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie gleich nach dem passenden Handwerkszeug.

Pflege und Reinigung von Laminat

Laminat ist pflegeleicht und unempfindlich. Der Boden kann einfach immer wieder feucht oder sogar nass gewischt werden. Herunterfallende Gegenstände hinterlassen bei Weitem nicht so rasch Dellen, wie in Echtholz. Vorsicht ist bei älteren Böden angeraten: Aufgrund der natürlichen Abnutzung kann es im Verlauf zu Fugenbildung kommen. Ein Eindringen von Feuchtigkeit unter den Belag ist somit nicht ausgeschlossen und sollte vermieden werden. Ist Laminat erst einmal verschlissen oder aufgequollen, sollten Sie sich schnellstmöglich um seine Erneuerung kümmern.

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