Immobilienbesichtigungen organisieren - nützliche Tipps für Verkäufer

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Immobilienbesichtigungen organisieren - nützliche Tipps für Verkäufer

Wer eine Immobilie verkaufen will, hat natürlich Interesse daran, den Verkauf so rasch wie möglich und unter den bestmöglichen Bedingungen – im Normalfall zum höchsten erzielbaren Preis – abzuwickeln. Ärger ist programmiert, wenn zwar viele angebliche Kaufinteressenten Besichtigungstermine vereinbaren, dann aber überhaupt nicht auftauchen. Ebenso wird die Geduld des Verkäufers auf eine harte Probe gestellt, wenn die Besucher sich nach der Besichtigung immer wieder mit vagen Aussagen verabschieden, um sich dann nie wieder zu melden. Es kann so weit gehen, dass die zum Verkauf stehende Immobilie jahrelang keinen Abnehmer findet, während der Besitzer nach wie vor für die Erhaltung des Objekts, Verwaltungs- und Betriebskosten, Grundsteuern und Ähnliches aufzukommen hat. Deshalb liegt es natürlich im Interesse des Verkäufers, die Besichtigung seines Objekts optimal vorzubereiten, egal, ob es sich dabei um ein bescheidenes kleines Haus mit Grundstück, eine luxuriöse Villa oder ein topmodern eingerichtetes Loft handelt.

Auch wenn Sie beim Besichtigungstermin nicht selbst anwesend sind, weil Sie einen Makler mit dem Verkauf beauftragt haben, gilt es doch, einige grundlegende Tipps und Ratschläge zu beherzigen, um die Chancen auf einen raschen Abschluss des Verkaufs zu steigern. Dieser Ratgeber soll erläutern, wie Sie dazu beitragen können, dass Ihre zum Verkauf stehende Immobilie bei Besichtigungsterminen den bestmöglichen Eindruck bei potenziellen Käufern hinterlässt.

Vor dem Besichtigungstermin – was Sie im Vorfeld bedenken sollten

Wenn Sie keinen Vertrag mit einem Immobilienmakler abgeschlossen haben, sondern sich selbst um den Verkauf Ihres Objekts kümmern wollen, liegt die erste Hürde darin, genau jene Kaufinteressenten zu einem Besuch zu bewegen, bei denen die Chancen auf einen Abschluss am größten sind. Versuchen Sie also, gezielt das Publikum anzusprechen, das sich gerade für Ihre Immobilie interessieren könnte. Wenn Sie im Vorfeld keine falschen Hoffnungen erwecken, vermeiden Sie bei der Besichtigung enttäuschte Besucher. Beginnen Sie deshalb damit, für Ihr Objekt Inserate zu schalten, die den Tatsachen entsprechen und Ihre Immobilie so umfassend und genau wie möglich darstellen.

Machen Sie mit Ihrer Immobilie einen guten Eindruck

Ergänzen Sie Ihre Anzeige für Immobilien auch mit aussagekräftigen Fotos. So können die Leser mit einem Blick feststellen, ob das Objekt für sie geeignet sein könnte oder nicht. Antworten Sie stets rasch und ausführlich, wenn ein Interessent Sie mit Fragen kontaktiert. Schließlich wollen Sie nicht nur unnötige Besichtigungen vermeiden, indem Sie vorbehaltlos Auskunft über etwaige Nachteile der Immobilie geben, sondern auch bei den ernsthaften Kaufinteressenten einen guten Eindruck hinterlassen und sie zur Vereinbarung eines Besichtigungstermins animieren.

Terminvereinbarungen und verschiedene Arten von Besichtigungen

In der Regel werden bei Wohnimmobilien zumeist Einzelbesichtigungen durchgeführt. So hat jeder Besucher die Möglichkeit, sich alles genau anzusehen und konkrete Fragen zu stellen. Weniger zeitaufwendige Gruppenbesichtigungen empfehlen sich ebenso wie ein "Tag der offenen Tür" eher dann, wenn Sie entweder nicht vor Ort wohnen oder sich eine sehr große Anzahl an Kaufinteressenten zur Terminvereinbarung bei Ihnen meldet. Wenn Sie Einzelbesichtigungen durchführen wollen, sollten Sie beim Vereinbaren von Terminen darauf achten, dass Sie jedem Kaufinteressenten genügend Zeit widmen können. Schließlich ist es meist nicht damit abgetan, den Besucher zügig durch Ihr Heim zu führen, sondern er wird auch einige Fragen haben, für deren Beantwortung Sie sich Zeit nehmen sollten. Um Ihre Immobilie besonders vorteilhaft zu präsentieren, können Sie versuchen, die Besichtigungstermine zu einem günstigen Zeitpunkt zu vereinbaren – beispielsweise zu der Uhrzeit, zu der die Sonne am schönsten in Ihr Wohnzimmer scheint oder am Wochenende, wenn in der Straße am wenigsten Lärm ist.

So rücken Sie Ihre Immobilie ins rechte Licht

Noch bevor die ersten Besichtigungstermine anstehen, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Immobilie möglichst vorteilhaft und attraktiv präsentieren können. Gehen Sie mit offenen Augen durch Ihre Wohnung oder Ihr Haus und versuchen Sie dabei, ebenso kritisch zu denken wie ein potenzieller Kaufinteressent. Fehlende Sesselleisten, stellenweise abgelöste Tapeten, schmutzige Wände, ein tropfender Wasserhahn, schimmlige Silikonfugen im Bad – was Sie als kleinen Schönheitsfehler betrachten, mit dem Sie möglicherweise schon seit Jahren leben und der sich ohne großen Aufwand beheben ließe, ist für so manchen Kaufinteressenten ein ernsthafter Hinderungsgrund. Schließlich neigen potenzielle Käufer laut Studien dazu, die Kosten der erforderlichen Renovierungsarbeiten stark zu überschätzen. Machen Sie sich diese Erkenntnis zunutze und beginnen Sie damit, eine Liste der größeren und kleineren Mängel Ihres Objekts zu erstellen. Überlegen Sie sich, welche dieser Probleme Sie in Eigenregie beheben könnten und machen Sie sich dann umgehend ans Werk. Auch wenn Sie kein versierter Heimwerker sind, können Sie mit Hilfe von Ratgebern zum Thema Renovieren sicher einiges selbst machen. Und wenn Ihnen das nötige Werkzeug fehlt, reicht manchmal schon ein praktische Akkuschrauber, günstiger Malerbedarf oder eine Silikonpistole.

Nehmen Sie ruhig professionelle Hilfe in Anspruch

Erforderliche Renovierungsarbeiten, denen Sie sich selbst nicht gewachsen fühlen, übergeben Sie am besten einem Profi. Dabei geht es nicht darum, die Immobilie in einem neuwertigen Zustand zum Verkauf anzubieten, sondern darum, unter sorgfältiger Abwägung von Kosten und Nutzen gezielt jene Mängel zu beseitigen, die auf potenzielle Käufer abschreckend wirken würden. Betrachten Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung also aufmerksam und mit kritischem Blick und versuchen Sie, sich in die Lage eines Kaufinteressenten zu versetzen.

Bei noch bewohnten Objekten ist Ordnung und Sauberkeit das A und O

Wenn nun der Besichtigungstermin immer näher rückt, denken Sie rechtzeitig daran, dass Ihre Immobilie wesentlich bessere Chancen hat, einem Interessenten zu gefallen, wenn Sie sie in einem sauberen, ordentlichen Zustand präsentieren. Nasse Handtücher, die im Badezimmer am Boden liegen, machen einen ebenso schlechten Eindruck wie eine schmutzige Arbeitsfläche in der Küche oder ein unaufgeräumter Schreibtisch im Arbeitszimmer. In einer leer stehenden Immobilie wird es vermutlich reichen, von Zeit zu Zeit vor Besichtigungsterminen rasch die Böden und die Fenster zu reinigen und in Bad und WC nach dem Rechten zu sehen, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Doch in bewohnten Häusern oder Wohnungen ist wesentlich mehr zu tun.

 

Keller und Garten nicht vergessen!

Achten Sie darauf, dass jeder Raum perfekt aufgeräumt und sauber ist. Es ist übrigens keine gute Idee, Gegenstände, für die Sie beim Aufräumen im Augenblick keinen besseren Platz finden, vorerst einmal in den Keller oder – falls vorhanden – in die Garage zu stellen, da ein Kaufinteressent diese vermutlich ebenfalls sehen will. Achten Sie also auch dort auf Ordnung. Und wenn ein Garten zu Ihrer Immobilie gehört, sollten Sie diesem ebenfalls Ihr Augenmerk schenken und wenn nötig den Rasen mähen, herumliegendes Werkzeug und Kinderspielzeug wegräumen, den Gartenschlauch aufrollen und die Zufahrt sauberfegen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang, dass Unordnung bei einer Besichtigung den Besucher nicht nur unangenehm berührt, sondern dass vollgestopfte Räume, in denen alles herumliegt, auch optisch kleiner wirken. Wenn Sie ohnehin einen Umzug planen, spricht vermutlich nichts dagegen, sich bereits zu diesem Zeitpunkt von einigen Dingen zu trennen, die spätestens am Tag des Umzugs auf dem Sperrmüll landen würden. Nutzen Sie also gleich die Gelegenheit, um zu entrümpeln.

So schaffen Sie eine heimelige Atmosphäre

Wenn Ihr Haus oder Ihre Wohnung nun sauber und gepflegt wirkt, sollten Sie sich noch etwas Zeit nehmen, um mit einigen kleinen Maßnahmen für eine angenehme, heimelige Atmosphäre zu sorgen. Dabei machen tatsächlich Kleinigkeiten den Unterschied: Stellen Sie eine Vase mit frischen Blumen auf den Tisch, sorgen Sie – je nach Tageszeit – für eine angenehme Beleuchtung, regeln Sie allenfalls die Heizung oder Klimaanlage so, dass eine angenehme Temperatur herrscht. Und vergessen Sie vor allem nicht, kurz vor dem Besichtigungstermin noch gut zu lüften. Nichts ist bei einer Immobilienbesichtigung so unangenehm wie stickige Luft oder Küchengerüche.

Falls Sie Haustiere haben, denken Sie bitte auch daran, dass nicht alle Menschen Tierfreunde sind, und sorgen Sie nach Möglichkeit dafür, dass sich während der Besichtigung jemand außer Haus um Ihre Tiere kümmert. Ein Besucher, der etwa Angst vor Hunden oder eine Tierhaarallergie hat, würde sich sonst sehr rasch wieder verabschieden. Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht, Zubehör wie Futternäpfe, Katzentoiletten, Tierfutterpackungen etc. für die Dauer der Besichtigung wegzuräumen. Und falls in Ihrem Haushalt Raucher leben, bedenken Sie bitte, dass Zigarettenrauch für Nichtraucher sehr unangenehm ist und sich aus Vorhängen und anderen Textilien auch nicht mit einem Mal Lüften entfernen lässt. Achten Sie lieber darauf, dass schon einige Zeit vor dem Besichtigungstermin niemand mehr im Haus raucht.

Leer stehende Häuser und Wohnungen als Sonderfall

Eine Sonderstellung nehmen unbewohnte Immobilien ein. Der Besucher, der die kahlen, leeren Räume sieht, hat zwar den Eindruck, dass er hier kreativ werden und sich selbst verwirklichen könnte, doch in manchen Fällen ist es nicht einfach, sich vorzustellen, was man aus einer Immobilie alles machen könnte. Wenn Ihr Objekt sich nicht verkaufen lässt, weil etwa die Räume so ungünstig geschnitten sind, dass jeder Besucher sich fragt, wie man sich dort überhaupt einrichten könnte, haben Sie auch die Möglichkeit, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen: Unter dem Schlagwort Home Staging bieten spezialisierte Agenturen die professionelle Adaption von Verkaufsimmobilien oder auch nur von einzelnen Räumen an. Mit eigens gekauften oder angemieteten Möbeln und mit dem gezielten Einsatz von Farben, Beleuchtung und Wohnaccessoires werden Immobilien ins rechte Licht gerückt und vorteilhaft präsentiert. Dabei soll durch eine unpersönliche Gestaltung ein möglichst großer Kreis von Interessenten angesprochen werden.

So maximieren Sie Ihre Chancen und überlassen nichts dem Zufall

Wenn Sie nun Ihre Immobilie in einen rundum ansprechenden Zustand gebracht und sich um alle Details gekümmert haben, können Sie dem Besichtigungstermin gelassen entgegensehen. Nur eines sollten Sie noch bedenken: Achten Sie darauf, am Tag der Besichtigung alle Unterlagen zur Hand zu haben, nach denen der Kaufinteressent unter Umständen fragen könnte. Dazu zählen etwa der Energieausweis, ein Grundbuchauszug, Informationen zu Betriebskosten und Grundsteuer, Baupläne, Grundrisse sowie im Fall von Wohnungseigentum auch die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen. Es macht schließlich keinen besonders guten Eindruck, wenn Sie auf konkrete Fragen nicht präzise antworten können. Wenn Sie hingegen gut vorbereitet sind und Ihre Angaben und Erklärungen auch mit Nachweisen belegen können, fasst der Kaufinteressent leichter Vertrauen. Ernsthaften Interessenten können Sie am Ende der Besichtigung auch ein professionell gestaltetes Exposé überreichen – dafür brauchen Sie nur die wichtigsten Informationen und Dokumente sowie einige ansprechende Fotos zusammenzustellen und beispielsweise in einem Schnellhefter abzuheften. So hat der Besucher die Möglichkeit, später zu Hause in Ruhe nachzulesen und das Für und Wider eines Kaufs zu erwägen.

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