Immer wissen, wie das Herz schlägt: Blutdruckmessgerät zur Gesundheitskontrolle

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Immer wissen, wie das Herz schlägt: Blutdruckmessgerät zur Gesundheitskontrolle

Nicht selten kommt es vor, dass der Arzt einem sagt, man solle seinen Blutdruck regelmäßig überprüfen. Wenn Sie genau das plötzlich von Ihrem Arzt gesagt bekommen, ist es an der Zeit darüber nachzudenken, ob Sie sich für den privaten Gebrauch ein Blutdruckmessgerät anschaffen sollten. Mit dem Kauf eines professionellen medizinischen Produkts konfrontiert, fühlen sich die meisten Menschen völlig überfordert. Welches Gerät, welche Marke, was sollte das Gerät kosten und was muss das Gerät überhaupt alles können?

Wichtig ist vor allem zu wissen, worüber das Gerät Auskunft gibt

Die Blutdruckmessung ist eine einfache und risikolose Untersuchung, die einem Informationen über die Funktion von Herz und Kreislauf verschafft. Zahlreiche Fragen tauchen auf, deren Beantwortung für einen medizinischen Laien oftmals zu Schwierigkeiten führt. Aus diesem Grund ist eine Beratung durch einen Fachmann vor Ort absolut zu empfehlen. Die Blutdruckmessung kann über verschiedene Wege erfolgen. Zum einen durch die sogenannte direkte Druckmessung. Diese führt zwar zu genaueren Ergebnissen, macht aber das Einbringen eines Katheters erforderlich. Diese Methode kommt vor allem bei Operationen zur Überwachung zum Einsatz.
Zum anderen mittels eines einfachen Blutdruckmessgerätes. Bei dieser Art von Messung, auch genannt als indirekte Druckmessung, wird der arterielle Druck an einer Extremität, meist am Arm, gemessen. Diese Art von Messung überzeugt aufgrund ihrer leichten, schnellen und unkomplizierten Durchführung gerade für den täglichen Gebrauch zu Hause. Doch auch im Bereich der Blutdruckmessgeräte steht Ihnen eine große Auswahl bereit. Dabei können Sie sich zwischen einem mechanischen Gerät und einem digitalen Gerät entscheiden. In einigen Fällen kann es auch notwendig sein, Ihren Blutdruck über einen längeren Zeitraum zu protokollieren, dann empfehlen sich Langzeit-Blutdruckmessgeräte.
Auf welches Gerät die Entscheidung letztendlich fällt, hängt von Ihren persönlichen Anforderungen ab. Je nachdem, mit welcher Variante Sie besser arbeiten können oder vielleicht schon einmal gearbeitet haben. Berücksichtigt werden muss natürlich auch der Preis. Ein klassisches mechanisches Gerät ist günstiger zu erwerben, als ein vollautomatisches digitales Messgerät.

Die Art des Messgerätes

Es gibt zwei unterschiedliche Arten, wie die Blutdruckmessung erfolgen kann, mittels eines mechanischen oder eines digitalen Gerätes. Die Vor- und Nachteile sollen nachfolgend etwas genauer beleuchtet werden.

Mechanisches Blutdruckmessgerät - Beschaffenheit, Vor- und Nachteile

Sind Sie lieber für die herkömmliche Variante, dann sollten Sie sich für ein mechanisches Sphygmomanometer mit Aneroidmanometer und Stethoskop entscheiden. Die Messung erfolgt dabei in der Regel am Oberarm. Die Manschette wird am Oberarm direkt über dem Ellenbogen angebracht und mittels eines Gummiballes aufgepumpt. Anschließend wird die Luft ganz langsam abgelassen, wodurch Strömungsgeräusche aufgrund der Strömungsbeschleunigung des Blutes entstehen. Mithilfe eines Stethoskops werden anhand der aufgetretenen Strömungsgeräusche dann systolische und diastolische arterielle Druckwerte ermittelt. Der systolische Wert stellt dabei den höheren Wert dar und der diastolische Druckwert den niedrigeren. Das erste hörbare Geräusch - der obere Wert - entsteht wenn sich das Herz zusammenzieht und dadurch das Blut in die Gefäße pumpt. Der untere Wert bestimmt sich nach dem Verschwinden des Geräusches. Ab diesem Zeitpunkt fließt das Blut wieder ganz normal, d.h. ohne jegliche Behinderungen durch die Arterien, sodass auch kein Strömungsgeräusch mehr wahrnehmbar ist.
Einziger Nachteil dieser Messmethode ist, dass man selbst aufpumpen und ablesen muss. Des Weiteren sollte man die auftretenden Geräusche genau wahrnehmen können. Die tägliche Übung und Anwendung des Gerätes führt im Laufe der Zeit zu einem routinierteren Ablauf. Je nach Körpergröße und Armumfang sollte beim Kauf eines solchen Gerätes auf die Größe der Manschette geachtet werden. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das Gerät sowohl für Links- als auch für Rechtshänder geeignet ist. Gerade die Oberarm-Messung ist besonders praktisch für Ältere und Menschen mit arteriellen Grunderkrankungen oder Erkrankungen wie z.B. das Parkinson Syndrom. Häufig auftretende schlechte Endgefäßdurchblutungen erschweren bzw. machen eine Messung am Handgelenk unmöglich.

Digitales Blutdruckmessgerät - Beschaffenheit, Vor- und Nachteile

Die etwas modernere Art ist die Messung mit digitalen Messgeräten. Diese elektronischen Geräte messen die arteriellen Druckwerte mehr oder weniger automatisch. Bei einer halbautomatischen Messung muss der Untersucher die Manschette selbst aufpumpen, wohingegen bei einer vollautomatischen Messung das Gerät die Manschette aufpumpt. Auch hier erfolgt die Messung in der Regel am Oberarm. Bei sehr kleinen Geräten ist ebenfalls eine Messung dicht oberhalb des Handgelenks möglich. Digitale Blutdruckmessgeräte erleichtern die regelmäßige selbstständige Kontrolle des Blutdrucks. Das Gerät muss lediglich angelegt und anschließend ein Knopf betätigt werden, mit der die Messung gestartet wird. Das Gerät pumpt sich batteriebetrieben auf. Ein eingebauter Sensor registriert die Herzfrequenz beim Ablassen der Luft. Besonders gute Geräte können sogar Herzrhythmusstörungen wahrnehmen bzw. messen.
Großer Vorteil solcher Geräte ist die eingebaute Möglichkeit der Speicherung von Messwerten. Damit erspart man sich das tägliche Aufschreiben in ein Protokoll. Digitale Blutdruckmessgeräte verfügen über eine Speicherkapazität von bis zu 60 Messwerten. Damit kann man das Gerät ganz leicht zum nächsten Arztbesuch mitnehmen und zur Kontrolle vorzeigen. Besonders geeignet für ältere Menschen, die Probleme mit den Augen haben und aus diesem Grund nicht mehr schreiben können. Eine äußerst bequeme und einfache Handhabung sorgt für größere Beliebtheit.

Wie wird die Messung durchgeführt

Nicht nur der Kauf eines medizinischen Produkts ist nicht ganz leicht, auch die anschließende Verwendung eines solchen kann problematisch sein. Die Messung kann entweder am Oberarm oder am Handgelenk erfolgen. Experten zufolge empfiehlt sich für die Selbstmessung ein Gerät für eine Oberarm-Messung. Bei dieser Methode treten weniger Messfehler auf, sodass ein zuverlässiges Ergebnis zu erwarten ist. Bei der Messung am Handgelenk wird das Blutdruckmessgerät wie eine Armbanduhr am Handgelenk befestigt. Ganz besonders wichtig ist, dass das Gerät an der richtigen Stelle aufliegt. Nur dann sind aussagekräftige Werte zu ermitteln. Um die richtige Stelle zu finden, sollte man vor dem Anlegen den Puls fühlen. Während der Messung sollte sich das Gerät immer auf Herzhöhe befinden. Erfolgt die Messung in der beschriebenen Art und Weise ist sie vergleichbar mit einer Messung beim Arzt. Auch bei Handgelenk-Messgeräten sollte man auf die Größe der Manschette achten, da unterschiedliche Handgelenkumfänge unterschiedliche Manschettengrößen erfordern. Wurden Sie von Ihrem Arzt beauftragt, Ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, empfiehlt sich die Führung eines Blutdruckprotokolls. Eigens dafür entwickelte Geräte erleichtern den täglichen Umgang mit dem Messgerät.

Was sagt einem der gemessene Wert

Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Nachdem Sie die Messung durchgeführt haben, können Sie feststellen, ob sie entweder zu hohen, zu niedrigen oder annähernd normalen Blutdruck haben. Besonders gefährlich ist der zu hohe Blutdruck aufgrund einer krankhaften Steigerung des Drucks in den Arterien. Aber auch bei zu niedrigem Blutdruck sollte man einen Arzt zu Rate ziehen und über mögliche Behandlungsmethoden nachdenken. Zu beachten ist jedoch, dass nicht bereits eine einmalige krankhafte Messung besagt, dass Sie an einem zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck leiden. Verschiedene Einflussfaktoren wie z.B. vorübergehende Nervosität können den Blutdruck stark beeinflussen und zu einem verfälschten Ergebnis führen. Daher empfiehlt sich eine regelmäßige Messung über einen längeren Zeitraum hinweg.

Was man bei der Messung beachten sollte

Einige einfache Regeln erleichtern die korrekte Durchführung und ermöglichen die Messung zuverlässiger Werte. Erst nach einer drei- bis fünfminütigen Ruhepause sollte die eigentliche Messung durchgeführt werden. Jegliche Art von Anstrengung oder Aufregung beeinflusst das Ergebnis. Bei der erstmaligen Anwendung können Sie den Blutdruck ruhig an beiden Armen messen und in Zukunft den Arm mit dem höheren Wert wählen. Falls Sie Tabletten gegen einen zu hohen Blutdruck einnehmen, sollte die Messung vor der Tabletteneinnahme erfolgen. Bei der Messung sollte sich die Manschette immer auf Höhe des Herzens befinden, d.h. vor allem bei der Handgelenkmessung darf der Arm nicht nach unten hängen. Am besten stützen Sie den Ellenbogen auf den Tisch auf. Der Arm sollte frei von Kleidung sein, d.h. schieben Sie den Ärmel nicht einfach nach oben, denn dann wird der Arm eventuell abgeklemmt. Versuchen Sie während der Messung nicht zu sprechen, zu lachen oder zu husten, denn auch dies führt zur Beeinträchtigung des Ergebnisses. Denken Sie daran, Ihr Blutdruckmessgerät regelmäßig warten zu lassen. Hilfreich dafür ist der am Gerät befindliche Aufkleber, der darüber Auskunft gibt, wann der nächste TÜV fällig ist.

Das persönliche Empfinden ist entscheidend

Sind Sie auf der Suche nach dem idealen Blutdruckmessgerät für sich oder Ihren Partner, dann informieren Sie sich vorab über die verschiedenen Messmethoden, Arten der Geräte, individuelle Handhabung, Größe und Preis. Nur wenn Sie sich einen Überblick verschafft haben, fällt letztlich die Wahl auf das richtige Gerät. Natürlich ist Ihr ganz persönliches Empfinden entscheidend. Sie sollten besonders darauf achten, dass sich die Manschette leicht anbringen lässt. Der Blutdruckwert sollte von der Anzeige problemlos ablesbar sein, das ist besonders wichtig für Menschen mit Sehschwäche. Einfach ist die Handhabung mit Batterien, denn durch einen schnellen Austausch ist das Gerät sofort wieder einsatzbereit. Geräte, die den Blutdruck am Finger messen, sind weniger geeignet. Das Ergebnis hängt zu sehr von der individuellen Durchblutung des Fingers ab und führt zu ungenauen Messwerten. Haben Sie noch nie ein solches Blutdruckmessgerät verwendet, können Sie sich von einem Arzt beraten lassen. Oft werden auch Schulungen angeboten, mit denen ein späterer Umgang mit den Geräten extrem erleichtert wird. Den Blutdruck zu messen ist nicht nur für ältere Menschen wichtig, auch junge und sportliche Menschen sollten auf ihre Gesundheit achten.

Eine regelmäßige Blutdruckkontrolle ist wichtiger Bestandteil der eigenen Gesundheitsvorsorge

Ob nun ein manuelles oder digitales Messgerät in Frage kommt, hängt ganz von Ihrem persönlichen Empfinden ab. Die Entscheidung ob Oberarm- oder Handgelenkmessung sollte ebenfalls nach persönlichen Kriterien entschieden werden. Wollen Sie flexibel sein und auch einmal unterwegs den Blutdruck messen, ist ein Handgelenk-Messgerät die richtige Wahl. Praktisch und leicht zu transportieren, lassen sich solche Geräte sogar im Büro einsetzen. Leiden Sie möglicherweise an Vorerkrankungen, ist jedoch von einem Handgelenk-Messgerät abzuraten. Schlechte Endgefäßdurchblutungen erschweren eine Messung am Handgelenk. Am Oberarm sind die Gefäße größer, somit fällt die Messung leichter. Es empfiehlt sich also stattdessen, ein Oberarm Messgerät zu verwenden. Sind Sie auf der Suche nach Messgeräten für Kinder, gibt es auch dafür spezielle Blutdruckmessgeräte für Kinder. Kleinere Manschetten und ein kinderfreundliches Design verleihen dem Gerät einen weniger furchteinflößenden Eindruck.

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