Im Einklang mit der Natur: ökologische Waschmittel und ihre Wirkung

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Waschen im Einklang mit der Natur: Pluspunkte ökologischer Waschmittel und ihre Wirkungsweise

Das Waschen der eigenen Wäsche gehört zu den zentralen Verpflichtungen des Alltags. Mit einer leistungsfähigen Maschine ist dies weitestgehend mühelos. Sie geben die Wäsche in die Trommel, wählen ein Programm aus und starten den Waschvorgang. Würde die Auswahl des Waschmittels nicht anstehen, wäre die Arbeit bereits an dieser Stelle beendet. Bei dem großen Sortiment der vielen Hersteller gilt es allerdings, sich nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Effizienz genau mit dem Thema zu befassen. Ein Reinigungsmittel muss immer auch verträglich sein. Nur dann kann Wäsche nachhaltig und ohne Gefährdung gewaschen werden. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche Alternativen Ihnen zum traditionellen Waschmittel zur Verfügung stehen. Besondere Berücksichtigung erfahren dabei Baukastenwaschmittel und Waschnüsse.

Weshalb ökologische Waschmittel?

Herkömmliche Waschmittel enthalten eine Vielzahl verschiedener Stoffe, die nicht ohne weiteres von der Natur abgebaut werden können. Nach jedem Waschgang gelangen Sie ins Grundwasser und stellen eine Belastung für die Umwelt dar. Um den Anteil an gefährdenden Stoffen gering zu halten, greift man auf ökologische Waschmittel zurück. Oberstes Gebot bei der Herstellung ist die Nachhaltigkeit. Um diese differenziert beurteilen zu können, erhalten Sie im Rahmen der folgenden Abschnitte zunächst einen Überblick über die wichtigsten Aspekte herkömmlicher Waschmittel.

Die Inhaltsstoffe herkömmlicher Waschmittel

Damit der Verbraucher seine Wäsche möglichst sauber waschen kann, geben die Anbieter industriell hergestellten Waschmitteln eine Vielzahl verschiedener Stoffe bei. Die Reinigungskraft resultiert dabei aus der Kombination von Bestandteilen mit unterschiedlichem Aufgabengebiet. Um sich ein Bild von der Funktionsweise machen zu können, betrachten Sie die folgende Übersicht. Sie enthält die wichtigsten enthaltenen chemischen Stoffe und ihren Verwendungszweck.

  • Tenside: Diese Stoffe sind maßgeblich an der Reinigungskraft eines Waschmittels beteiligt. Sie lösen die Enzyme auf, die Verschmutzungen auf Textilien verursachen. Die waschaktiven Tenside sind mit bis zu 20–30 Prozent am gesamten Waschmittel beteiligt.
  • Alkalien:  Alkalien gehören zu den Stoffen, die selbst keine Reinigungswirkung haben, aber unterstützend an der Entfernung von Schmutz beteiligt sind. Sie lassen die Kleidung aufquellen, sodass sich die Schmutzschichten lockern und leichter entfernt werden können.
  • Enthärter: Ob und in welchem Maße Ihr Waschmittel dies enthalten muss, ist regional verschieden. Es ist davon abhängig, wie hart (kalkhaltig) ihr Wasser ist. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Wasserversorger. Der Enthärter hat die Aufgabe, die Kalkbestandteile im Wasser zu lösen, um Verschleißerscheinungen an der Maschine zu verhindern.
  • Enzyme: Die Zugabe von Enzymen hat den Zweck, Flecken zu lösen, die aus Eiweißen, Fetten und Stärke bestehen. Sie lösen die Verunreinigung auf der Kleidung in Abhängigkeit von der Waschtemperatur ab. Bestimmte Arten von Enzymen wirken am besten bei niedrigeren Temperaturen. Diesbezügliche Informationen entnehmen Sie der Verpackung des Waschmittels. In den meisten Fällen wirkt sich eine zu hohe Temperatur negativ auf die Reinigungskraft der Enzyme aus.
  • Silikone: Diese hitzebeständigen Stoffe sind nicht in allen Waschmitteln enthalten. Sie verhindern, dass sich zu viel Schaum im Innern der Maschine bildet.
  • Duftstoffe: Hierbei handelt es sich um chemische Zusätze, die der Kleidung einen Wohlgeruch verleihen, der den Eigengeruch des Trägers überdeckt. Duftstoffe finden besonders bei Weichspülern Anwendung.
  • Streckmittel: Diese Mittel nutzt man, um die geringen Mengen der waschaktiven Bestandteile auf leicht dosierbare Mengen zu erhöhen. Ein häufig angewandtes Streckmittel ist Natriumsulfat.

Über diese Stoffe hinaus kommen eine Reihe anderer Zusätze in Waschmitteln vor, die zur Reinigung genutzt werden. Hierzu zählen waschkraftverstärkender Alkohol, Bleichmittel, Stabilisatoren, Aufheller und Konservierungsmittel.

Bekannte auf eBay vertretene Waschmittel sind: Ariel, Lenor, Persil, Perwoll und Sunil.

Probleme herkömmlicher Vollwaschmittel

Vollwaschmittel verwendet man hauptsächlich zur Reinigung heller Kleidungsstücke. Es beinhaltet drei Bestandteile. Hierzu gehören Basiswaschmittel, Wasserenthärter und Bleichmittel. Das häufig pulverförmige Mittel ist für seine hohe Temperaturverträglichkeit bekannt. Man nutzt es für Wäschen mit 20–95°C. Für dunkle und farbige Textilien sind Vollwaschmittel nur bedingt geeignet. Das enthaltene Bleichmittel hellt die Farben mit der Zeit auf und lässt sie ergrauen. Man verwendet es aus diesem Grund nur bei sehr starken Verunreinigungen.

Welche Menge Sie benötigen hängt vom Verschmutzungsgrad der Wäsche und vom Härtegrad des Wassers ab. Je schmutziger die Wäsche ist, umso mehr wird benötigt. Dasselbe gilt für die Wasserhärte. Je kalkhaltiger das Wasser ist, umso mehr Reinigungsmittel muss zugegeben werden. Bei dieser Dosierungsweise ergibt sich jedoch ein zentrales Problem. Da alle Bestandteile durchmischt sind, können die Bestandteile nicht separat dosiert werden. Im Falle härteren Wassers wird neben dem Enthärter immer auch das Waschmittel vermehrt. Dadurch gelangen Waschmittelbestandteile ins Grundwasser, die zur Reinigung eigentlich nicht nötig wären.

Eine ökologische Alternative – das Baukastenwaschmittel

Die Entwicklung des Baukastenwaschmittels ist eine Konsequenz, die aus diesem Problem gezogen worden ist. Es besteht aus denselben Bestandteilen wie ein handelsübliches Vollwaschmittel. Der einzige Unterschied ist die räumliche Trennung von Basiswaschmittel, Enthärter und Bleichmittel. Sie befinden sich in separaten Beuteln. Der Vorteil dieses Systems besteht in dem Umstand, dass jeder Bestandteil getrennt dosiert werden kann. Ist Ihr Wasser härter, müssen Sie nicht automatisch den Anteil des Basiswaschmittels erhöhen. Je nach Bedarf können Sie außerdem die Zugabe von Bleichmitteln reduzieren.

Durch die flexibleren Dosierungsmöglichkeiten gelangen keine ungenutzten Chemikalienreste ins Grundwasser. Darüber hinaus haben Sie Kosten- und Effizienzvorteile. Wollen Sie feine Textilien waschen, verzichten Sie einfach auf den Enthärter und das Bleichmittel. Das Basiswaschmittel entspricht in diesem Fall einem handelsüblichen Feinwaschmittel.

Alternativen zum Erdöl und anderen Stoffen

Zu den in traditionellen Reinigern enthaltenen Stoffen gehören neben Duftstoffen, Alkalien, Wasserenthärtern und Tensiden erdölhaltige Bestandteile. Bei der Entsorgung des gebrauchten Wassers sickern diese ins Grundwasser und verunreinigen es. Einen ersten Schritt, den man bei der Einschränkung dieser Verschmutzung gehen kann, ist die Nutzung eines Baukastenwaschmittels. Dabei kann jeder Bestandteil separat dosiert und die Menge ideal abgestimmt werden. Es geraten nicht mehr Schadstoffe ins Grundwasser als notwendig.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Nutzung ökologischer Reinigungsmittel. Sie erkennen sie an den Herstellerangaben auf der Verpackung des Produkts. Achten Sie darauf, dass die Hauptbestandteile des Mittels nachwachsende Rohstoffe sind. Alternativen zum Erdöl sind die Öle von Palmkernen und Kokosnüssen. Darüber hinaus kommen weitere pflanzliche Produkte wie beispielsweise Waschnüsse zum Einsatz.

Preislage und Wirksamkeit ökologisch abbaubarer Mittel

Als Verbraucher müssen Sie sich vor Augen halten, dass ökologisch abbaubare Reinigungsmittel teurer sind als die herkömmliche Variante. Die Preisunterschiede können eklatant sein und sollten vor der Auswahl genau berücksichtigt werden. Vor dem Umsteigen auf eine neue ökologische Marke sollten Sie zunächst mit einer geringen Probeportion beginnen. Waschen Sie zwei ähnliche Wäschestücke nacheinander zuerst mit Ihrem normalen Waschmittel und anschließend mit dem neuen. Dadurch können Sie die Waschleistung am besten vergleichen.

Kritikpunkte an ökologischen Waschmitteln

Halten Sie sich bei der Entscheidung für oder wider ein ökologisches Waschmittel vor Augen, dass auch bei dieser Variante große Mengen von Rohstoffen abgebaut werden. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Flächen genutzt werden, die nicht mehr zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen. Neben dem biologischen Kraftstoff stellt dies einen weiteren großen Verbrauchsbereich dar. Umweltschützer mahnen an, dass Menschen in Entwicklungsländer besonders stark von der Entwicklung betroffen seien. Es werden zwar keine Erdölressourcen mehr verschwendet, doch seien auch andere Naturstoffe nicht unbeschränkt vorhanden. Um die steigende Nachfrage nach Palmöl zu bedienen, werden Regenwälder abgeholzt.

Wollen Sie sichergehen, dass Ihr ökologisches Waschmittel nicht nur biologisch abbaubar, sondern nachhaltig hergestellt wird, achten Sie auf die gängigen Gütesiegel. Hierzu zählen die Umweltauszeichnungen 'Ecocert' und 'Eco Garantie'. Sind Sie auf den Produkten vorhanden, können Sie von einer umweltverträglichen Herstellung ausgehen.

Eine weitere Möglichkeit zum ökologischen Waschen - Waschnüsse

Bei Waschnüssen handelt es sich um die Früchte des Waschnussbaums. Es handelt sich um ein vollständig natürliches Produkt, das von bis zu 25 Meter hohen Bäumen geerntet wird. Ein Waschnussbaum bildet die Nüsse ab dem zehnten Jahr aus. Nach der jährlichen Ernte im September werden die klebrigen Waschnüsse zunächst getrocknet. Im Laufe dieses Prozesses bekommen sie eine glatte Oberfläche und eine rote bis dunkelbraune Farbe. Der zum Waschen wichtige Bestandteil ist das Saponin. Diese chemische Verbindung bildet unter der Einwirkung von Reibung und Feuchtigkeit Schaum. Dieses Prinzip nutzt man bei der Verwendung der Nüsse in der Waschmaschine. Der Anteil der Saponine in einer Waschnuss beträgt durchschnittlich 15 Prozent. Rückschlüsse über die Waschqualität können Sie anhand zweier Eigenschaften festmachen, dem Alter des Baums und dem Erntezeitpunkt.

So verwenden Sie Waschnüsse zur Reinigung

Das traditionelle Verwendungsgebiet der Waschnuss ist Indien. In diesem Kulturkreis wird Sie nicht nur zur Reinigung der Wäsche, sondern auch zur Haarpflege verwendet. Im europäischen Raum kommt sie in verschiedenen Formen zur Anwendung. Man nutzt sie im Ganzen, halbiert und pulverisiert. Bei der Auswahl stoßen Sie auch auf die alternativen Bezeichnungen Reetha und Seifennuss. Sie beschreiben dieselbe Frucht.

Die Reinigung mit der Waschnuss ist einfach. Sie knacken sie zunächst und legen Sie in einen Baumwollbeutel. Nachdem Sie diesen verschlossen haben, legen Sie ihn gemeinsam mit der Wäsche in die Trommel. Es ist von der Wassertemperatur und dem Kalkgehalt des Wassers abhängig, wie viele Waschnüsse Sie benötigen. Orientieren Sie sich an den Angaben auf der Verpackung. In vielen Fällen sind Richtwerte angegeben. Ein allgemeiner Nutzungshinweis besagt, dass man nicht weniger als drei und nicht mehr als sieben Nüsse verwenden dürfe. Ein Vorteil besteht darin, dass Sie die Nüsse mehrfach verwenden können. Sie müssen hierbei lediglich gewährleisten, dass die Temperatur im Innern der Trommel die 40°C nicht übersteigt.

Probieren Sie die Wirkung von Waschnüssen zunächst im kleinen Rahmen aus. Nur so können Sie feststellen, ob die ökologischste Variante Ihren Ansprüchen an Effizienz genügt. Unter Umständen kann die Zugabe von geringen Mengen Bleichmittel angebracht sein.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden