Ihr PC wird zu warm? Lüfter und Kühlkörper für die Hardware schaffen Abhilfe

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Tipps, damit Ihr PC nicht zu warm wird – wie Sie die passenden Lüfter und Kühlkörper für Ihre Hardware finden

Wenn es um die effektive Kühlung von PC-Systemen geht, führt an einer Luftkühlung in der Regel kein Weg vorbei. Luftkühler stellen die Basis eines gelungenen Kühlungskonzepts für den PC dar und sorgen dafür, dass die Abwärme der Komponenten zuverlässig aus dem Gehäuse geführt wird. Damit die Lüfter ihre Arbeit verrichten können, müssen jedoch zuvor Kühlkörper auf den wichtigen Chips des Systems wie etwa der CPU oder der GPU angebracht werden, damit die Abwärme überhaupt von den Komponenten wegbewegt werden kann. Wenn Sie Ihren PC entsprechend aufrüsten möchten, sollten Sie beim Kauf über das entsprechende Hintergrundwissen verfügen.

Passende Kühler für die CPU

Beim Kauf eines Kühlers bzw. Kühlkörpers für den Hauptprozessor ist die Wahl des richtigen Sockels entscheidend. Für jeden Typ von CPU-Sockel stehen die entsprechenden Kühler zur Verfügung. So benötigt ein Mainboard mit Socket-775 ein anderes Kühlermodell als ein Sockel 1155. Erst nachdem Kühllösungen für den entsprechenden Sockel gefunden wurden, können Sie sich für ein bestimmtes Kühlermodell entscheiden. Der Grund hierfür ist darin zu finden, dass die Befestigung des Kühlkörpers bei jedem Sockel-Typ auf eine andere Art und Weise zu erfolgen hat. Hier stehen Klammer-und-Stift- sowie Bügelsysteme zur Verfügung, die untereinander nicht kompatibel sind. Die Auswahl des richtigen Sockels sollte also immer an erster Stelle stehen. Bei eBay finden Sie in einem großen Angebot an Computer-Komponenten auch CPU-Kühler für alle wichtigen Sockel-Modelle.

Passende Kühler für die Grafikkarte

Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn Sie auf der Suche nach Grafikkarten-Kühlern sind. Die Hersteller der Grafikkarten setzen in vielen Fällen auf selbst designte Platinen, die sich in ihrem Layout deutlich unterscheiden können. Selbst bei zwei Grafikkartenchips der gleichen Generation kann es daher hinsichtlich des Layouts Unterschiede zwischen den Herstellern und deren Produktreihen geben. Auf der sicheren Seite sind Sie beim Kauf eines Kühlers für die GPU nur dann, wenn es sich um ein Standard-Layout handelt, so wie es vom Hersteller des Chipsatzes vorgegeben wurde. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf eines entsprechenden Kühlers darauf achten, dass das betreffende Grafikkartenmodell in der Produktbeschreibung des Kühlers genannt wird.

Zudem gestaltet sich bei der GPU auch der Einbau des Kühlers schwieriger, weil es zumeist nicht ausreichend ist, nur den Chipsatz zu kühlen. Ebenso muss eine Kühlung der Speicherbausteine auf der Grafikkarte vorgenommen werden, die bei hoher Last ebenfalls eine enorme Abwärme produzieren können. Hier sollten Sie darauf achten, dass dem Hauptkühler kleinere Kühlelemente beiliegen, die sich auf den Speicherchips aufbringen lassen. Häufig werden hierfür selbstklebende passive Kühlkörper verwendet, die nach dem Abziehen einfach auf den RAM-Bausteinen aufgebracht werden können.

Gehäuselüfter: Auf diese Eigenschaften kommt es an

Auf dem Markt finden Sie eine Vielzahl von Lüftermodellen. Am weitesten verbreitet sind die 80-mm-Lüfter, die sowohl auf Kühlkörpern als auch im Gehäuse eingesetzt werden sowie 120-mm-Lüfter, im Falle der Gehäuselüfter sind auch 140-mm-Modelle anzutreffen. Hier gilt grundsätzlich der Zusammenhang, dass kleinere Lüfter flexibler verbaut werden können, da sie nur wenig Platz wegnehmen, dafür jedoch die Lautstärke höher ist. Größere Lüfter können bei gleicher Geschwindigkeit mehr Luft bewegen, lassen sich aber nicht in jeder Situation verbauen. Hier sollten Sie vor dem Kauf prüfen, welche Lüfter Sie an welcher Stelle verbauen können.

Zu den weiteren wichtigen Merkmalen der Lüfter gehören die RPM sowie die Kubikmeter pro Sekunde. Der erste Wert gibt an, wie viele Umdrehungen pro Sekunde erreicht werden, der zweite Wert gibt an, wie viel Luft pro Sekunde bewegt wird. 800 RPM und weniger bedeuten in der Regel, dass der Lüfter fast völlig geräuschlos arbeitet, diese Modelle können aber entsprechend nur wenig Luft abtransportieren. Hier sollten Sie darauf achten, dass Sie eine sinnvolle Kombination beider Werte für einen Lüfter finden können. Grundsätzlich gilt dabei, dass Lüfter auf den Kühlkörpern mehr Luft bewegen können müssen als die Gehäuselüfter.

Anordnung der Kühler im Gehäuse ist entscheidend

Die Auswahl des richtigen Kühlkörpers und der richtigen Lüfter alleine ist nicht ausreichend, damit Ihr System tatsächlich effektiv gekühlt werden kann. Ebenso wichtig ist eine geschickte Anordnung der Lüfter im Gehäuse, damit ein optimaler Luftstrom erreicht werden kann. In den meisten Fällen wird versucht, die Luft auf dem kürzesten Weg von den Komponenten aus dem Gehäuse zu leiten, doch dieses Vorgehen muss nicht immer optimal sein. Der Grund hierfür ist, dass eine direkte Ableitung nach außen Bereiche im Gehäuse übrig lässt, in denen die Luft stehen bleibt, sodass sich die Temperatur mit der Zeit trotzdem erhöht. Besser ist es hier, wenn ein möglichst umfassender Luftstrom erzeugt wird, der durch das gesamte Gehäuse führt. Hierdurch verbleibt die warme Luft teilweise länger im Gehäuse, dafür werden jedoch alle Bereiche des Towers erfasst.

Bei der Anordnung der Lüfter sollten Sie vor allem darauf achten, dass der Luftstrom an allen wichtigen Komponenten vorbeiführt. Dazu gehören insbesondere die CPU und die GPU sowie der Chipsatz und die Festplatte. Sollte eine HDD-Festplatte zum Einsatz kommen und damit ein mechanisches Laufwerk, ist eine Kühlung besonders wichtig. Die mechanische Funktionsweise sorgt dafür, dass eine hohe Abwärme erzeugt wird, was in extremen Fällen zu Festplattenfehlern führen kann. Weniger wichtig ist eine Kühlung der Festplatte, wenn eine SSD zum Einsatz kommt, da diese aufgrund ihrer Flash-Technologie eine nur sehr geringe Abwärme aufweist.

Lüftergitter anbringen

Wenn Sie die Kühlung weiter optimieren möchten, können Sie zusätzlich Lüftergitter in Ihrem Gehäuse verbauen. Diese sorgen dafür, dass die heiße Luft den Tower leichter verlassen kann, der Abtransport der Luft kann so optimiert werden. Lüftergitter können zum Beispiel an der Vorder- oder der Rückseite des Gehäuses installiert werden oder in den Seitenteilen untergebracht sein. Doch auch hier ist darauf zu achten, dass die Luft nicht an einer Stelle aus dem Gehäuse gelassen wird, die den Luftstrom unterbrechen würde.

Grundsätzlich ist die Anordnung der Kühler im Gehäuse eine Aufgabe, die mit viel Experimentieren verbunden ist. Sie sollten mehrere Anordnungen ausprobieren und prüfen, bei welcher sich die geringsten Temperaturen ergeben. Die entsprechenden Messdaten werden von praktisch jedem Mainboard automatisch gesammelt und lassen über das BIOS beim Systemstart aufrufen.

BIOS oder Netzteil: So werden die Lüfter optimal gesteuert

Nicht nur die Auswahl des richtigen Lüfters und der korrekte Einbau sind für eine effektive Kühllösung entscheidend, sondern auch die korrekte Steuerung der Lüfter. Auf dem Markt sind eine große Anzahl unterschiedlicher Lüftermodelle erhältlich, die sich nicht nur hinsichtlich ihres Durchmessers, sondern auch der Lüftersteuerung unterscheiden. Die meisten Lüfter weisen keine eigene Lüftersteuerung auf und laufen immer auf ihrer höchsten Geschwindigkeit. Diese Lüfter haben den Vorteil, dass stets die maximale Menge an Luft bewegt wird und dass die Produkte kostengünstiger angeboten werden können. Als nachteilig erweist sich hier jedoch, dass die Drehgeschwindigkeit nicht an den Bedarf angepasst werden kann und die Lüfter damit tendenziell zu laut sind.

120-mm-Lüfter mit PWM und andere Modelle hingegen besitzen eine eigene Steuerung und können entweder über das Netzteil oder per BIOS geregelt werden. Schließen Sie den PIN-Konnektor an das Netzteil an, wird dieses je nach gemessener Temperatur im Gehäuse den Lüfter schneller oder langsamer laufen lassen. Damit wird für eine ruhigere Geräuschkulisse gesorgt während einer geringen Last der Komponenten. Hier sollten Sie darauf achten, dass Ihr Netzteil eine solche PWM-Steuerung erlaubt.

Als Alternative hierzu können Sie den Lüfter direkt an das Mainboard anschließen. Die meisten dezidierten Kühler für CPUs verfügen über PWM und werden automatisch vom BIOS geregelt. Wenn Sie möchten, können Sie in die entsprechenden BIOS-Einstellungen gehen und dort einen Zielbereich einstellen, in dem der Lüfter laufen soll, oder Sie geben einen festen Wert für die Drehgeschwindigkeit an. Welche Einstellungsmöglichkeiten Sie hier vorfinden werden, hängt vom jeweiligen Mainboard-Modell ab. In vielen Fällen ist eine manuelle Einstellung jedoch nicht notwendig, da das BIOS die CPU automatisch erkennt und weiß, in welchem Temperaturbereich diese optimalerweise laufen sollte. Eine Änderung sollten Sie hier nur dann vornehmen, wenn Sie ein möglichst leise arbeitendes Gerät wünschen.

Eine letzte Möglichkeit ist schließlich eine PWM-Steuerung, die sich als Slotblende im Gehäuse installieren lässt. Diese Blende ist mit einem Drehregler ausgestattet, über den Sie einen oder mehrere Lüfter manuell regeln können. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie Ihre Arbeit nicht unterbrechen und die Drehzahl schnell anpassen möchten.

Nicht vergessen: die Wärmeleitpaste

Selbst die besten Kühlkörper und Lüfter sind nutzlos, wenn Sie bei der Installation die Wärmeleitpaste vergessen. Die Wärmeleitpaste wird direkt auf den zu kühlenden Chipsatz aufgebracht und sorgt dafür, dass Zwischenräume zwischen dem Chip und dem Kühler ausgeglichen werden. Selbst winzige Lufträume würden dafür sorgen, dass sich die Kühlleistung deutlich verringert. Nach der Installation aller Kühlkomponenten sollten Sie zuerst im BIOS die Temperatur insbesondere der CPU überprüfen. Ergibt sich hier ein höherer Wert als in der Spezifikation der CPU vom Hersteller angegeben, sollte die Wärmeleitpaste noch einmal neu aufgebracht werden. Beim Aufstreichen der Paste ist darauf zu achten, dass diese möglichst dünn und gleichmäßig verteilt wird. Sowohl zu viel als auch zu wenig Paste sind einer guten Kühlung abträglich.

Eine CPU darf niemals ohne Wärmeleitpaste verbaut werden, da es ansonsten sehr schnell zu einer Überhitzung der Komponente kommen wird. Wenn Ihnen der Einbau eines Kühlers mit Wärmeleitpaste zu kompliziert erscheint, sollten Sie beim Kauf des Kühlkörpers darauf achten, dass dieser mit einem Wärmeleitpad ausgestattet ist. Diese ist bereits auf dem Kühlkörper angebracht und schmilzt, sobald der Computer in Betrieb genommen wird. Sie sollten jedoch beachten, dass die Kühlleistung in den meisten Fällen nicht an jene der Produkte von Drittherstellern heranreichen kann.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden