Ideale Zweitkamera für SLR-Fotografen

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Canons Powershot S100 ist die ideale Zweitkamera für Spiegelreflex-Fotografen, die ihre "große" Ausrüstung nicht überall dabei haben können oder wollen.

Die Bildqualität der S100 ist im Vergleich zu sonstigen Kompaktkameras überragend (der Sensor ist mit 1/1,7 Zoll aber auch größer als der der meisten anderen Kompakten), kann aber mit der einer SLR natürlich nicht ganz mithalten. Dafür bietet die Kamera einige Funktionen, die der SLR-Fotograf an anderen Kompakten vermißt, z.B. die äußerst weitreichenden manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Selbst die Blitzstärke läßt sich um zwei Blenden in Drittelstufen aufwärts und abwärts anpassen.
Zuviel erwartet hatte ich nach der Produktbeschreibung von der Möglichkeit des manuellen Fokussierens, die man bei allen anderen Kompaktkameras nach meinem Wissensstand vergeblich sucht. Die funktioniert über den zusätzlichen Drehring um das Objektiv mit einer "Bildschirmlupe" als Anzeige, d.h. in der Mitte des Displays erscheint ein Einschaltfeld mit 5facher Vergrößerung, nach dem aber zumindest ich die Schärfe so gut wie gar nicht beurteilen kann. Hilfsweise kann man in die höchste Tele-Einstellung zoomen, dann manuell scharfstellen und wieder zurückzoomen, um den gewünschten Bildausschnitte einzustellen. Allerdings ist die AF-Automatik derart gut, daß man die manuelle Scharfstellung so gut wie nie vermißt. Sie kann aber ein hilfreiches Feature sein, wenn die Automatik andere Vorstellungen über das Hauptobjekt im Bild hat als der Fotograf.

Für diejenigen, die gerne ihre Bilder mit entsprechender Software nachbearbeiten, erscheint es als Offenbarung, daß die Kamera nicht nur über ein Belichtungs-Bracketing verfügt (drei Aufnahmen mit jeweils unterschiedlicher Belichtung, die bis zu +/- 2 Blendenstufen umfassen können, zur späteren Erstellung eines HDRI), sie macht sogar selbsttätig drei Aufnahmen mit jeweils unterschiedlicher Schärfeebene, die zu einem DFF (Bild mit erweiterter Schärfentiefe) verrechnet werden können. Das ist Komfort, Hut ab! Bei solchen Aufnahmen ist selbstverständlich ein Stativ Pflicht, und da erfreut der stabile Stativanschluß aus Metall (!).

Nach eigener Erfahrung und einer Lektüre von ziemlich vielen Testberichten über diese Kamera muß man davon ausgehen, daß sie ihre Stärken nur bei Fotografen ausspielen kann, die die manuelle Kontrolle über das Gerät bevorzugen. Anders ausgedrückt: Die Automatiken der Kamera scheinen gelegentlich anderen Modellen anderer Hersteller unterlegen zu sein. Als SLR-Fotograf verwende ich allerdings keine Automatiken, daher ist das für mich kein wesentliches Argument.
Wesentlich ist für mich sehr viel eher, daß die Kamera mit gerade mal 200 Gramm Gewicht inklusive Akku und erstaunlich geringen Außenmaßen (grob 10 x 6 x 2,5 cm) wirklich IMMER dabei sein kann. Das Metallgehäuse ist robust und läßt sich durch eine angerauhte Oberfläche sehr gut greifen. Die Bedienung gestaltet sich angenehm einfach, denn trotz weniger Knöpfe ist das Menü sinnvoll gestaltet, und das meines Wissens unter Kompaktkameras einzigartige Bedienkonzept mit zwei Rändelrädern (eines auf der Rückseite, eines rund ums Objektiv) erlaubt nach kurzer Einarbeitung das schnelle und gezielte Einstellen der gewünschten Parameter.
Weitreichende Möglichkeiten zum Feintunen (bis hin zum manuell definierbaren Weißpunkt, der die Anpassung des Weißabgleich durch Verschiebung der Farbachsen Blau-Gelb und Magenta-Grün erlaubt!) machen klar, daß es sich hier um ein Kameramodell für Fotografen mit hohen Ansprüchen handelt. Und nur die dürften auch bereit sein, den relativ hohen Kaufpreis zu akzeptieren.

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