II Teil - Selbstständigkeit kostet ......

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...... und Reich wird man auch nicht über Nacht!

Wenn ich die vorbereitende Zeit nehme, die ich gebraucht habe, um im Umgang mit kaufmännischen Grundlagen (Rechnungen schreiben, berechnen sämtlicher Kosten um einen Artikel mit einem kleinen Gewinn und überhaupt zu einem noch vernünftigen Preis zu den Mitbewerbern anbieten zu können, halbwegs eine vernünftige Beschreibung und gute Bilder zu machen, AGB´s zu erstellen) war schon eine Hausnummer für einen Medizinisch Technischen Assistenten Labor. Dies Abends, neben Familie und Beruf halbwegs zu bewerkstelligen, bedeutet natürlich, das man nicht jeden Tag stundenlang sich opferte, um hier etwas auf die Beine zu stellen. Vielleicht fehlte nun auch der tägliche Erfolg durch ein paar kleinere Verkäufe, um mit etwas mehr Zielstrebigkeit auch in einer sehr viel kürzeren Zeit durch zu starten. Aber; letztendlich habe ich es doch nach fast einem Jahr kurz nach Neujahr geschafft, einen wirklichen Start hinzulegen.
In dieser Zeit habe ich Gesetzestexte gelesen, ausgedruckt und kopiert, viele Händleraccount´s mir sehr genau angesehen und deren AGB´s mit den zu erfüllenden Vorgaben aus den Ebay Bedingungen/ Grundsätzen/ Tipps und den gesammelten Rechtsvorschriften verglichen und gefiltert, um langsam meine eigenen Bedingungen zu entwerfen. Dies war sehr interessant, und für mich teilweise auch nicht ganz einfach, da ich versuchte, hier durchaus alle Vorgaben zu erfüllen, und gleichzeitig in einer verständlichen Art für den Ottonormalverbraucher wie mich, es auch einfach klingen zu lassen. Aber es wurde in meinen Augen ein Meisterwerk, für ca. 2 Jahre.
Danach musste ich erkennen, das kleine, allgemein und verständliche Aussagen, die jeder vielleicht versteht, zwar schön, aber nicht zweckmäßig sind, so das ich nach der dann folgenden Abmahnung leider nun doch im typischen Beamtendeutsch auch hier keinerlei Unterscheidung mehr bieten kann, zu vielen anderen Mitbewerbern, da ich nun von einem Anwalt mir hier helfen lasse (natürlich für einen kleinen Obulus). Dies war nun wirklich eine teuere Erfahrung, auf die ich gerne verzichtet hätte, aber leider sieht das Leben keinerlei Fehler vor, ohne das man hin und wieder dafür bezahlt. Hierzu komme ich in einem anderen Artikel bestimmt noch einmal zurück.
Auch kann in Bezug auf AGB´s der normal Sterbliche sich wirklich nicht permanent mit allen möglichen Änderungen von gesetzlichen Vorgaben beschäftigen, und deshalb ist die Angliederung an eine Kanzlei, die solche Aufgaben wahrnimmt, eine sehr gute Idee, die aber auch bezahlt werden muss und eine gewisse Mitarbeit als Unternehmer trotzdem  zwingend verlangt.
Eine weitere Überlegung war nun Sicherlich, mit welchen Produkten (nicht zu groß, nicht zu schwer) man ein Geschäft jetzt erst einmal beginnen könnte. Natürlich erst einmal mit gebrauchten Dingen, die man eh auch vorher schon los geworden war (deshalb auch ... u. Allerlei) und ein paar typischen Dingen, mit denen ich mich evtl. etwas aus kenne (Laborgegenstände; die man gebraucht erwerben kann. Oder die Neu sind, und für jeden irgendwo verwendbar sind (meine Laborpipetten, Plastik, Einweg)).
Die Eppendorfpipetten sind übrigens ein Artikel, den ich seit Anfang an im Sortiment habe, und den ich außer durch Portoänderungen (Post) nicht preislich verändert habe, da es mein Dauerartikel der ersten Stunde ist. Hierzu habe ich auch wirklich immer wieder Verwendungshinweise von meinen Kunden im Laufe der Zeit erhalten, was ich einfach super finde. Vielleicht habe ich mich speziell für diesen Artikel entschieden, da es damals auch noch eine Art Spitzname gewesen ist, dem ich dadurch ebenfalls Rechnung tragen wollte, aber genau weiß ich es heute nicht mehr. Vielleicht hätte ich mir vor ein paar Jahren schon Notizen machen sollen.
Auf jeden Fall habe ich damals mit etlichen Artikel experimentiert, indem ich verschiedene Produkte eingekauft habe, und diese wieder gewinnbringend verkaufen wollte. Zu diesem Zeitpunkt gab es einige gute, aber auch einige schlechte Artikel, die erst einmal getestet werden mussten; sei es, ob der Preis richtig war, der Artikel überhaupt Interessenten fand, oder nach Verkauf dann als Positiv oder Negativ bewertet wurde. Dieser Prozess hat natürlich zu einigen Fehlkäufen geführt, auf der anderen Seite aber auch überraschende Erfolge verzeichnet.
Jeder verkaufte Artikel war damals für mich ein Erfolg und Argument, das es der richtige Weg sei, jeder dann noch positiv bewertete Artikel bestätigte mich weiter.  Negativ bewertete Artikel wurden hinterfragt, ob es Einzelfälle waren, oder ob die Kritik anhand der Qualität begründet, oder nur einer Preisminderung dienen sollte, da zum damaligen Zeitpunkt der Rücktransport immer Sache des Verkäufers war, und somit wohl überlegt werden musste, ob man noch am Preis nach verhandelt, oder eine Rückabwicklung durchführt.
Wichtig war damals wie heute, das eine gute geschäftliche Basis nur in der Kommunikation gelöst werden kann, und das, bevor man jemanden Negativ beurteilt! Dies System ist allerdings auch heute für einige kein Standard, leider.
Auf jeden Fall ging mein Geschäft mit einem monatlichen Umsatz (kein Gewinn) von ca. 200 - 300 € los. Meine Eingruppierung als Kleinstunternehmer, der nicht über 17500 € verdienen durfte, war also definitiv nicht gefährdet, jedoch führt es anders herum bei der Steuer zu einer Veranlagung unter Vorbehalt, da man evtl. ja gar nicht darauf aus ist, Gewinn zu erzielen.
Weiterhin hat man laufende Kosten für die Verpackung (habe ich bis heute so gut wie nie extra berechnet), für die monatlichen Shopgebühren (feste Gebühren, Einstellgebühren, Provisionen), Versicherung, Abfallentsorgung, PayPal Gebühren, Portokosten (Briefmarken, Paketmarken) und den Transport zum Versand.
Und ein wesentlicher Faktor, ist erst einmal der Einkauf von Waren allgemein.
Das dies erst einmal eingesetzt werden muss, um dann etwas einzunehmen, ist selbstverständlich. Einen Zuschuß hierfür gab es nicht, und war auch nicht angedacht.

Schlagwörter:

AGB´s

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