IBM Thinkpad - für BASTLER

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Thinkpad für Bastler (oder aber Geld spielt keine Rolle)

Keine Frage, die Thinkpads der 2er Serien eigenen sich auch noch heute wunderbar als Netbook und haben darüber den Vorteil auch noch vollwertige Notebooks zu sein.
Im Gegensatz zu dieser neumodischen Spezies haben sie eine vernünftige Bildschirmauflösung und ein optisches Laufwerk, was ebenfalls nicht zu verachten ist.
Besonders das T-23 ist meiner Auffassung nach auch heute (01-2009) noch durchaus brauchbares Gerät, auf dem noch flüssig gearbeitet und gesurft werden kann.
Die kleineren Serien T-20,21,22 hängen da etwas hinterher, wenn Seiten zu sehr zugeFLASHT sind.
Das Eigenartige ist nur die Frage nach dem "Wie komme ich dran?"
Na klar, das typische DV-Weichei sucht sich einen Onlineshop, drückt mal eben 200,- Euronen für "Sofort Kaufen" ab und erhält dann:
Ein IBM T23 mit 1,13Ghz, 256Mb RAM (würde ich auf 512 erweitern lassen) 30Gb Haddisk, LAN, DVD ROM, Netzteil, Akku, und eine deutsche Tastatur - MÄDCHENHAFT!!!
Und dann noch 12 Monate Garantie - Bääähhhh!
Ein T20 wird komplett und funktionierend (wenngleich schlapper ausgestattet) werden z.T. für um die 120,- EUR feilgeboten. Dazwischen tummeln sich diverse A und x Modelle.

Oder noch schlimmer: Ein aktuelles 14" Notbook von z.B. Alternate für 400.- mit so unnützen Schnickschnack wie DVD-Brenner, Core-Duo und 1 GB RAM, wenn´s keine Qualitätskiste von IBM sein soll.

Das ist natürlich nichts für den Hardcorebastler, auspacken, einschalten, wo ist da der Kick???
Nee Mädels, dass geht so: "IBM A21p lesen!" (Geil, hat neben dem optischen Laufwerk auch noch ´n Diskettenlaufwerk - macht das Teil zwar noch schwerer, aber was solls???)
"Defekt an Bastler - geht nur ein weißer Bildschirm an - kenne mich nicht aus...", jau, dat iss´n Schnäppchen, da bieten Weicheier nicht drauf, da is der Preis korrekt.
Fehlerbeschreibung - Fehlanzeige. Na umso besser! Bestimmt nur ein Wackelkontakt! Aber die IBMs sind ja Stabilbaukästen und sogar Werkstattmanuals gibt´s bei LENOVO, also ran an den Speck.
Netzteil, Optisches Laufwerk, HD, HD-Rahmen, Biosbatterie und RAM fehlen, Tastatur mit Layout der Fidschiinseln - gibts doch bei ebay in Hülle und Fülle - nur nicht bange machen lassen, schließlich ist ja noch der Akku dabei, ist ja auch was.
Drei Tage später - Judgementday - Was, schon 32,56 EUR??? Egal, die anderen wissen schon worauf sie bieten! Na und, dann eben 42,98 EUR und ab der Fisch, 3 Sekunden vor Toresschluss, hab je ne Funkuhr und NTP inner Kiste ab auf "ENTER".
Ja sauber, TOR! TOR! TOR! die Kiste is meins!
Noch ne Weile später landet das Teil an. Na dann mal schnell ´nen Ram-Riegel aus ´nen funzenden Book rein externen Monitor angeschlossen und das Netzteil angeschlossen. Puha, was bin ich für ein Glückspilz, ein Bild, ich komme ins BIOS und noch nicht mal ´n CRC 175-Fehler!
Das isses doch! So nun mal eben die Tastatur runter und den Steckverbinder für´s Display mal rein und raus. Und nun? Boah, hab ich´s nich gesagt? Das Teil ist OK, nur´n Wackelkontakt!
So, nun mal wieder auf den Teppich kommen.
Wir haben nun einen klassischen Barbone, den es zu bestücken gilt. Wer sich mal eben die Mühe macht mal kurz die Preise für die Fehlteile aufzuaddieren wird feststellen, dass dieses "Schnäppchen" wohl doch keines ist.
Spätestens wenn´s mal kein Wackelkontakt ist und das Motherboard schlichtweg tot ist oder ein CRC 175-Fehler, bzw. ein Biospasswort vorliegt, kann nur noch hoffen, dass ein anderer hoffnungsvoller Bastler das Teil abermals ersteigert, weil die Reparatur den Rahmen sprengt.
Aber wo wäre da der Kick? Und wer will schon ein Weichei sein?

OK, OK, dass soll ja ein Ratgeber sein und wer den Ironiefaktor nicht gemerkt hat, nun meine Erfahrung. Persönlich halte ich es zumindest vom finanziellen Teil für absolut gaga sich in eine Auktion für Bastlerkisten zu sürzen und mehr zu bieten, als der Krempel wert ist. Nehmt einfach mal einen gängigen "Sofort-kaufen"-Kurs des Objektes der Begierde, rechnet die Preise der Fehlteile runter und übrig bleibt das, was man "verspielen" will. Oder andersrum, wenn Teile gebracht werden, Kurs der benötigten Teile + X zum spielen. In aller Regel bleibt dann nur ein sehr geringer Betrag übrig, was einen das Vergnügen wert sein sollte übrig. Ist zwar schön eine Kiste wieder zum Laufen zu bringen, aber rechnen tut´s sich selten.
Beispiel: Ich brauchte eigentlich nur ein paar RAMriegel, darum auch mal in die Bastlerecke geguckt (Stichwort: Thinkpad, defekt mit 256 MB-Ram), einen klaren Schmerzpreis (oder auch Scherzpreis?) für den Rest, der an den RAMs dranhing eingestellt, Zuschlag bekommen.  Ich  habe dann aus Jux nicht gleich geschlachtet, sondern das Ding wieder zum Laufen gebracht, Resultat war dann das x-te Teil im Haushalt, welches dann eben komplett sein soll und somit mal wieder erhebliche Folgekosten produziert hat. (Zukauf: DVD-Laufwerk, Netzteil, Keyboard (Asservatenkammer immerhin), Lan-/Modemkarte (war nur ne Modemkarte drin), HD & Rahmen, Biosbatterie nebst Träger und - ach ja, ich denke noch über einen Akku nach).   Rein Finanziell gesehen also eine absolute Lachnummer! Dennoch, man lernt ja was über den Aufbau der Kisten (sauber sauber!!! Die Jungs haben echt an den Service gedacht!!!) und das ist ja auch was.

Wobei vielleicht noch zu bemerken wäre, dass 256 MB die absolute Untergrenze für ein halbwegs aktuelles OS sind, und wenn man mehr will bei den Serien 20-22 die guten 16 Chip SODIMMS fällig werden, da reden wir über durchschnittlich 27 EUR pro 256 MB  Riegel, also für 512 MB können wir mal eben so zwischen 55 und 60 EUR veranschlagen. Die vorhandenen DIMMS können wir aber immerhin verticken...

;-) Na schön, für einen portablen DVD-Player hätte dich den gleichen Betrag gelatzt, jetzt ist es halt noch ein wieder Thinkpad geworden und mit ´ner PCMCIA DVB-T Karte kann ich sogar noch TV glotzen.  Nur hätte ich das halt einfacher haben können... Und das GARANTIERT...


 

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