IBM Thinkpad T4x Serie

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Hallo Ebay Community, da mein erster Ratgeber bezüglich der Thinkpad T2x Serie von IBM so gut angenommen wurde, und ich schon mehrere Anfragen bekam bezüglich Erweiterungen, habe ich mich entschlossen einen Ratgeber für die Nachfolge Generation zu schreiben. In diesem Ratgeber geht es also um die Thinkpad T4x Serie. Ich habe mich dazu entschlossen den Ratgeber etwas umzugestalten. Ich gebe zum Anfang der einzelnen Rubriken die Technischen Details der einzelnen Typen an und gebe dann entsprechend ein Kommentar ab. Ich habe mich zu dieser Form entschlossen, um einerseits die Technisch Versierten die Möglichkeit zu geben besser zu vergleichen und zum anderen den Technischen Laien dennoch verständlich machen, welche Vor und Nachteile sich daraus ergeben.
Bei Fragen stehe ich selbst verständlich (wie bisher auch) über die Ebay Anfragen zur Verfügung.


Generelles:
IBM hat auch bei der T4x Serie auf bewährtes gesetzt und wie bei der T2x Generation 4 Geräte herausgebracht und diese Technisch voneinander abgestuft. Das bedeutet dass während das T40 die „lowtech“ Einstiegsvariante ist, ist das T43 (wie auch damals das T23) technisch etwas über der restlichen T4x Serie. 
Alle 4 Notebooks besitzen äußerlich das gleiche Gehäuse und sind ähnlich (je nach Ausrüstung) im Gewicht gehalten.


Kommen wir nun zur Ausstattung:

Prozessor:
T40: 1,3 Ghz – 1,6 Ghz Pentium M (Codename Banias)
T41: 1,4 Ghz – 1,7 Ghz Pentium M (Codename Banias)
T42: 1,5 Ghz – 2,0 Ghz Pentium M ( Codename Banias / Dothan)
T43: 1,6 Ghz – 2,0 Ghz Pentium M (Codename Dothan)

Kommentar:
Wie schon alleine an den Zahlen zu erkennen ist, hat IBM sehr fein abgestuft.
Es sind von Modell zu Modell sowohl die Einstiegsprozessoren angehoben worden, wie auch Top Prozessor. In dem T42 und T43 können auch Prozessoren vom Typ Dothan eingesetzt werden. Der Dothan ist die zweite Entwicklungsstufe des Pentium M (viele auch bekannt als Centrino), und ist etwa 10 – 30 % schneller als die erste Centrino Generation und verbraucht etwa 2- 5 % mehr Energie.
Egal welcher Prozessor es am Ende ist, Leistung ist fürs Arbeiten im ausreichenden Maß vorhanden. Generell taktet der Prozessor dank Speedstep Funktion automatisch auf 600 Mhz runter, wenn keine Leistung benötigt wird. Für normale Office Anwendungen, Internet, MP3s, DVD schauen etc ist das absolut ausreichend.
Nur wenn man tatsächlich CAD/Programmieren oder spielen will, sollte man lieber zu einem Prozessor mit Dothan Kern greifen.


Systemboard:
T40: 266 Mhz DDR Speicher / 400 Mhz PSB
T41: 333 Mhz DDR Speicher / 400 Mhz PSB
T42: 333 Mhz DDR Speicher / 400 Mhz PSB
T43: 533 Mhz DDR2 Speicher / 533 Mhz PSB

Kommentar:
Im Gegensatz zum Mainboard beim PC kann ein Systemboard bei einem Notebook nicht so ohne weiteres gegen ein anderes ausgetauscht werden. Das ist ein Nachteil das jedem Notebook anhängt. Allerdings ist es bei der T4x Serie möglich einmal das  Systemboard selber zu tauschen und zum anderen können zum Beispiel in ein T40 auch T42 Boards „verpflanzt“ werden womit praktisch das T40 zu einem T42 wird. Funktionieren tut dies leider nicht mit dem T43, da dort das Gehäuse intern anders aufgebaut ist und daraus eine andere Systemboard Form resultiert.
Der PSB stellt den Takt der Anbindung vom Prozessor zum restlichen System da.
Umso schneller diese Verbindung ist, umso mehr Daten können pro Zyklus übertragen werden. Grundsätzlich empfehle ich hier das T42 oder T43.
Das T43 benutzt bereits den neueren DDR2 Speicher und verfügt über einen PSB von 533 was den Einsatz von Dothan Prozessoren mit einem FSB 533 erlaubt.
Dies beschleunigt erheblich das System. Ansonsten ist auch das T42 eine gute Wahl, da es bereits den neuen Dothan Prozessor (mit FSB 400) einsetzten kann.
In allen Notebooks kann Speicher bis 2 GB verbaut werden, womit selbst Speicherintensive Anwendungen problemlos laufen


Grafikeinheit:
T40: Radeon 7500/32, Radeon 9000/32, FireGL/64
T41: Radeon 7500/32, Radeon 9000/32, FireGL/128
T42: Radeon 7500/32, Radeon 9600/62, FireGL/128
T43: Intel 915GM, Ati X300

Erklärung: Grafikchiptyp/ Grösse des Speichers

Kommentar:
Ein Prunkstück der T4x Serie war und ist die Grafikeinheit.
Viele Notebooks der T4x Serie, sind mit dem Radeon Mobile 7500 mit 32 MB ausgestattet, weil dieser sehr Stromsparend und zugleich stark genug für üblichen Anwendungen war. Wirklich schnell sind die FireGL Grafikeinheiten bei dem T41 und T42. Egal für welchen Grafikchip man sich am ende entscheidet, jeder dieser Grafikchips ist leistungsstärker als jede Integrierte Lösung (wie beim T43: Intel915 GM) verbraucht aber im Schnitt auch etwa 15 % mehr Energie.


Display:
Es sind für alle Geräte ein 14,1 Zoll und ein 15 Zoll Display verfügbar. Beim betrachten der Angebote bei Ebay wird, allen bereits aufgefallen sein, das überwiegend 14 Zoll Geräte verkauft werden. Dies liegt daran das vor allem auch 14,1 Zoll Geräte produziert und verkauft wurden.
Das Display ist etwas heller als seine Vorgänger, auch wenn es Heute hellere Displays bei Notebooks gibt. Die Reaktionszeit liegt bei etwa 16 ms womit, auch die Spiele/DVD Fähigkeit (un)eingeschränkt gewährleistet ist!
Der Display Deckel wurde zum Vorgänger verstärkt und das Display selber etwa 1-2 mm vom Deckel entfernt montiert, was den Effekt der durchgedrückten Tastatur zwar deutlich seltener auftreten lässt, aber auch hier gilt der Tipp mit dem zwischen legen einer Kunststoffolie weiterhin.
Wer ein langlaufendes Notebook benötigt, sollte auf jedenfall zu einem Notebook mit 14 Zoll greifen, da die Displays am meisten Strom benötigen. Daher laufen die 14 Zoll Geräte im Schnitt 20 % länger.


Festplatte:
T40: 20 – 80 GB Hitachi Festplatten
T41: 20 – 80 GB Hitachi Festplatten
T42: 20 – 80 GB Hitachi Festplatten
T43: 20 – 80 GB Hitachi Festplatten

Kommentar:
Bei den Festplatten beschritt IBM den Klassischen Weg, es sind wieder IDE Hitachi Platten, und wie bei den Vorgängern stellen diese Festplatten das größte Manko (neigen immer noch sehr zum Ausfall und sind nicht besonders schnell) dar. Als Standart Festplatten kamen von 20 GB mit 4200 Umdrehungen bis 80 GB mit 5400 Umdrehungen diverse zum Einsatz.
Das allerdings ist allerdings kein Hindernis dort andere Platten zu verbauen. Ich habe sehr gute Erfahrungen hier mit 7200er Platten gemacht, die das arbeiten erheblich beschleunigen. Wenn bereits 1 GB in dem Notebook installiert sind und trotzdem die Arbeitsgeschwindigkeit zu langsam ist, dann solltet Ihr die Festplatte gegen eine Festplatte mit 7200er Umdrehungen austauschen. Hitachi und Western Digital bieten entsprechende Festplatten an. Auf die Akkulaufzeit haben die schnelleren Platten vergleichsweise wenig Einfluss. Im Schnitt geht die Laufzeit um 10 – 15 Minuten zurück


Netzwerk:
T40: 100 Mbit / Gigabit Netzwerk, Modem/Bluetooth, WLAN
T41: 100 Mbit / Gigabit Netzwerk, Modem/Bluetooth, WLAN
T42: Gigabit Netzwerk, Modem/Bluetooth, WLAN
T43: Gigabit Netzwerk, Modem/Bluetooth, WLAN

Kommentar:
Die meisten Geräte der T4x Klasse wurden zu Anfang OHNE Bluetooth und WLAN ausgeliefert. Die Geräte waren allerdings bereits für diese vorbereitet (was bedeutet das die Antennen bereits im Gehäuse verlegt waren). Damit lässt sich sehr leicht WLAN und Bluetooth nachrüsten. Bei Bluetooth lässt sich wegen Mangels an Alternativen (IBM BMDC) wenig falsch machen. Bei WLAN gibt es allerdings einen Stolperstein. Die T4x Geräte sind von Haus aus nicht mit allen Karten kompatible. Zumindest für Intel Karten gibt es aber ein Trick dies auszuhebeln.
Es gibt im Netz entsprechende CDs zum Downloaden womit man die Sperre umgehen kann. Wenn das zuviel Mühe bereitet muss nur darauf geachtet werden, welche Typen IBM in den Notebooks verbaut hat.
Generell bieten aktuelle Notebooks auf der Netzwerk Seite auch nicht mehr als das was mit bei der T4x Serie möglich ist.


Optische Laufwerke:
Als optisches Laufwerk kommt bei allen entweder ein DVD, DVD/CDRW oder DVD-RW Laufwerke zum Einsatz. Diese sind wie bei den Vorgänger in einen Modularen Laufwerksschacht eingebaut. Allerdings ist dies nicht mehr der Multibay 2000 sondern ein Ultrabay Slim. Dieser ist jetzt nur noch 9,5 mm hoch. Neben den Optischen Laufwerken sind für den Ultrabay Slim Schacht auch wieder diverse Austausch Komponenten verfügbar. Neben ein Modul für eine zweite Festplatte kann ich vor allem den  Akku empfehlen. Dieser verlängert die Laufzeit um etwa 2 – 2,5 Stunden. Diskettenlaufwerke sind für den Slot generell nicht mehr verfügbar (nur noch über USB).

Sound:
Für die Unterhaltung sorgt bei allen 4 Notebooks ein Audimax Soundchip, der 2 integrierte Lautsprecher nutzt.
Die Lautsprecher sind zwar etwas Schwach auf der Brust aber zum MP3 hören oder DVD schauen völlig ausreichend. Mit guten Kopfhörer oder externen Boxen läuft der Soundchip aber zu Höchstform auf! Erstmals wurde hierfür auch ein Mikrophon integriert!


Anschlüsse:
Alle 4 Geräte besitzen 2 übereinander liegende USB 2.0 Anschlüssen. Daneben gibt es noch ein MiniPCI Steckplatz (für diverse WLAN Karten), 2 PCMIA II (oder 1 PCMIA 3 Slot) Slots, 1 VGA Out Ausgang, 1 S Video Ausgang, 1 Parallel Port sowie ein Infrarotport


Gehäuse:
Das Gehäuse der Notebooks ist 2,6 cm Hoch, 30,7 Breit und 25 cm Lang. Diese Maßen sind für die 14 Zoll Variante (es gibt auch jeweils eine 15 Zoll Variante die entsprechend größer ist). Das Notebook ist dadurch deutlich schlanker und nur ein Tick breiter als seine Vorgänger. IBM hat bei dem Material auf bewährte Technologie zurückgegriffen und wieder ein Polymer/Titan Gehäuse benutzt, in dem klassischen Thinkpad schwarz. Es ist also ziemlich stabil und sehr kratz fest. Die Scharniere sind aus Metal und damit entgegen vieler anderer Notebooks sehr Stabil. Insgesamt kann das Gehäuse als eines der besten am Markt gesehen werden!


Gewicht:
Mein persönliches T42 wiegt exakt 2,38 Kilo. Ein gut ausgestattetes T42 wiegt also um die 2,4 Kilo. Allerdings stellt dies auch das obere Limit da. Die meisten Notebooks dürfte um die 2,2 Kilo wiegen. Insgesamt hat also IBM dort zu den Vorgänger etwa 100 bis 200 Gramm eingespart. Damit fällt die T4x Serie ungewöhnlich leicht aus und selbst modernste Notebooks (Ausnahme Subnotebooks) sind nur unwesendlich leichter!


Laufzeit:
Der Pentium M, verbesserte Stromsparmechanismen und verbesserte Akku Techniken verhelfen der T4x Serie auf eine Laufzeit von mindestens 4 Stunden mit Standart Akku (4400 mh). Mein T42 erreicht mit dem alten Standart Akku (der nur noch 70% seiner Kapazität hat) mit aktivierten WLAN rund 4 Stunden.
Mit meinem 9 Zellen Akku (6600 Mh) und dem Multibay Akku erreicht das Notebook problemlos die 9 Stunden Grenze (selbst getestet) und richtig konfiguriert hat es auch schon die 10 Stunden Grenze durchbrochen.

Wichtig:
Die T4x Serie leidet wie jedes andere Notebook mit Pentium M unter einem USB 2.0  BUG. Wenn ein USB 2.0 Gerät angeschlossen wird, sinkt die Laufzeit massiv (bis zu 60 %). Es gibt bereits für Windows XP einige Lösungsansätze im Internet


Zuverlässigkeit/Reparatur:
Mein T42 ist nun fast  2 Jahre alt und bis auf einem Festplatten Defekt hatte ich nie Probleme damit. Wir haben bei uns am Standort etwa 200 – 300 T40/T41 Geräte im Einsatz bzw. im Einsatz gehabt. Die Festplatte ist wie bei den Vorgänger der Schwachpunkt. Es ist zwar nicht mehr so extrem wie früher (in 3 Jahren 3 Festplatten) aber immer noch auffällig. Werden Festplatten von Toshiba oder Samsung oder anderen Hersteller eingesetzt, ist dieser Mangel beseitigt.
Es ist wie bei den Vorgänger auch wieder HMMs Verfügbarkeit (auf der Lenovo Seite), so dass jeder der einen Schraubendreher zu bedienen weiß, dort selber Reparaturen vornehmen kann.
Bei Ebay ist die Ersatzteil Situation insgesamt noch unbefriedigend auch wenn es deutlich besser geworden ist und mit jeden Monat besser wird. Alles in allem sind Ersatzteile mit etwas Geduld und einen etwas tieferen Griff in die Geldbörse gut zu bekommen! Generell sind auch Ersatzteil über IBM bzw der Vertriebsfirma Tomtech verfügbar. Bei kleineren eher seltenen Ersatzteile ist dort relativ Preiswert Ersatz zu bekommen.

Performance:
Das T4x Serie ist, vorausgesetzt von mindestens 512 MB Hauptspeicher (besser 1 GB) und einer schnellen Festplatte (mindestens 5400 Umdrehungen), sehr schnell.
Ich kenne Kollegen die Kompilieren sogar auf den Notebooks ihre Programme.
Egal ob nun „nur“ als Arbeitsmaschine oder auch für Multimedia Anwendungen, das T41 erfüllt dies. Dank der relativ starken Grafikeinheiten lassen sich auf den Notebooks sogar Spiele genießen.


Bedienung:
Die Bedienung ist IBM Typisch wieder hervorragend.
Es steht neben dem bekannten Trackpoint auch zum ersten Mal ein Tochpad zu Verfügung. Die Tastatur verfügt über einen sehr guten Druckpunkt und es lässt sich damit auch problemlos längere Texte schreiben. Die LED zur Beleuchtung der Tastatur ist selbst verständlich weiterhin vorhanden.


Preis:
Willkommen bei dem wohl meist diskutierten Punkt bei IBM Notebooks.
In der Heutigen Zeit der „Geiz ist Geil“ Mentalität ist dies den meisten Menschen schwer zu vermitteln, wieso ein 2  -3 Jahre altes Notebook immer noch mehr kostet als ein neues Medion Notebook von Aldi. Jeder der ein IBM Notebook mal in der Hand hatte und es benutzt hat, wird allerdings sehr schnell zustimmen dass der Preis mehr als gerechtfertigt ist. Wem jetzt dieser Preis zu Hoch erscheint bzw. davon abgeschreckt wird möchte ich folgendes mit auf dem Weg geben.

   1. Dies ist kein Consumer Produkt sondern ein Business Produkt
   2. Marken Artikel waren schon immer etwas teuerer (und nein Medion ist für mich keine „richtige“ Marke)
   3. Könnt ihr nahezu jede Reparatur selber durchführen, wenn es doch mal nötig ist, damit könnt ihr dieses Notebook auch länger als die 2 Jahre Gewährleistung in Betrieb halten
   4. Die Geräte haben einen sehr hohen Wiederverkaufswert
   5. Gute Ersatzteil Verfügbarkeit

Ich habe ein T23 aus dem Jahre 1999 immer noch im Betrieb und das funktioniert immer noch 1A.
Ein funktionsfähiges und voll ausgestattet T41/T42 kostet bei Ebay ungefähr 800 – 1300€
Ein defektes T41 kostet immer noch 300 – 400 Euro, selbst ein ausgeschlachtetes T41 ist nicht unter 200 Euro zu bekommen.


Fazit:
Die T4x Generation ist die letzte rein von IBM gebaute Notebook Generation
Viele sind der Meinung das diese, trotz ihres Alters besser ist als die aktuelle T60 Generation.
Die Geräte sind echte Allrounder und für nahezu alle Gebiete geeignet.
Es ist gut investiertes Geld, von dem man lange etwas hat und ich kann jedem zu dieser Serie raten!
Schlagwörter:

T40

T41

T42

T43

IBM

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