Hortensien - klassisch-schöne Blütenpracht für Ihren Garten

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Hortensien - klassisch-schöne Blütenpracht für Ihren Garten

Hortensien sind seit jeher beliebt. Eine Zeit lang hätten Sie diese schönen Sommerblüher vergeblich in Gartenanlagen gesucht, weil sie als Pflanze des typischen Bauerngartens galten. Mittlerweile jedoch nehmen lange Reihen mit Stauden von Mini- bis Großpflanze in Weiß, Rosa, Blau und allen Farbübergängen bis hin zu Lila große Bereiche in Gärtnereien ein. Die Vielfalt ist wirklich gigantisch. Der Name Hortensie leitet sich übrigens vom lateinischen Hortus, Garten, ab. Hortensien sind, wenn Sie einige Pflegehinweise beachten, recht unkomplizierte Gartenpflanzen.

Allgemeine Informationen über Hortensien

Wussten Sie, dass alle Hortensien falsche Tatsachen vorspiegeln? Die Pflanzen versuchen sehr erfolgreich so zu wirken, als hätten sie gewaltig große Blüten. Aber was Sie beim einfachen Hinsehen auf den ersten Blick für eine große und prächtige Blüte halten, ist in Wirklichkeit eine Kombination aus sehr kleinen, eher unauffälligen Blüten, die von größeren, stark gefärbten Scheinblütenblättern, den sogenannten Kelchblättern, umringt sind. Der kleine Trick ist in der Pflanzenwelt sehr verbreitet. Dieser Aufwand dient vor allem dazu aufzufallen, um Insekten anzulocken. Dass Menschen solche bunten Scheinblüten schön finden, ist dabei ein angenehmer Zufall.

Hortensien sind im Gegensatz zu einjährigen, krautigen Pflanzen holzig und sie zählen zu den mehrjährigen Pflanzen, sind also Stauden. Es gibt Hortensien in unterschiedlichen Wuchsformen und Größen: als Strauch oder buschiges Gewächs, als Kletterpflanze und sogar als mehrere Meter großen Baum. Sie haben also eine große Auswahl an Modellen, wenn Sie sich für Ihren Garten Hortensien wünschen.

Hortensienarten

Bei den im Folgenden beschriebenen Arten handelt es sich um Pflanzen, die für Sie in gärtnerischer Hinsicht interessant sein könnten. Es sind hier längst nicht alle Arten aufgeführt. Angesichts der ständig neu gezüchteten Sorten oder Unterarten kann an dieser Stelle nur ein kleiner Überblick gegeben werden.

Die Bauernhortensie

Dieser Hortensientyp ist wohl der am weitesten verbreitete. Sie kennen die Bauernhortensie vielleicht auch unter anderem Namen. Man nennt sie zum Beispiel Topf-, Garten- oder Japanhortensie, da sie aus Japan stammt. Die buschige Pflanze kann bis zu zwei Meter hoch werden. Als Blütenfarben kommen hauptsächlich Weiß, Rosa und Blau vor. Bauernhortensien können Sie in allen möglichen Größen kaufen – von der winzigen Topfpflanze mit nur 20 Zentimetern Höhe, bis hin zu einem großen Busch. Ihre Blüten sind im Durchschnitt etwa so groß wie eine Untertasse oder ein Dessertteller und flach halbkugelig aufgewölbt. Blaue Bauernhortensien entwickeln je nach ph-Wert und Mineralisierung des Bodens ihre schönen Farben. Setzten Sie dem Boden oder dem Gießwasser einen speziellen Hortensien-Dünger zu oder geben Sie Kalialaun aus der Apotheke an die Pflanze, können Sie eine intensivere blaue Tönung der Blüten provozieren. Im Hinblick auf eine starke Blaufärbung hilft auch ein leicht saures Bodenklima. Wenn Sie allerdings Wert auf blau blühende Hortensien legen, müssen Sie unter Umständen lange warten, um dieses Ziel zu erreichen. Hortensien, die einmal begonnen haben, rosafarbene Blüten zu produzieren, benötigen für die Umstellung auf Blau auch nach der Gabe von Kalialaun bis zu zwei Jahre.

Viele der Zuchtformen der Bauernhortensien haben übrigens ausgesprochen klangvolle Namen: Alpenglühen oder Endless Summer sind nur zwei davon. Bauernhortensien sind gut geeignete Einsteigerpflanzen. Wenn Sie als Hortensiengärtner beginnen wollen, sollten Sie zunächst Ihr Glück damit versuchen. Die Standortansprüche sind bei dieser Pflanze nicht allzu speziell, sie ist unempfindlich gegen Krankheiten und hat nur selten einen Schädlingsbefall.

Die Eichenblättrige Hortensie

Ihr Name ist Programm: Das Laub der Eichenblättrigen Hortensie ist gelappt wie bei einer Eiche. Außerdem leuchten ihre Laubblätter im Herbst ganz so wie die eines Eichenbaumes in einem attraktiven Rot, sodass diese Pflanze nicht nur Farbakzente mit ihrer Blüte setzt, sondern auch mit ihrem Laubwerk. Die Blütenformen der Eichenblättrigen Hortensie sind rispenartig wie bei einer Johannisbeere oder sie blüht in Dolden. Das heißt, die Blütenstände sehen dann wie lang gezogene Kegel aus und sind, je nach Sorte, bis zu 30 Zentimeter lang. An diesen Blüten können Sie sich doppelt freuen. Einmal wirken sie dekorativ in der typischen Blütezeit, wenn sie weiß sind und später während der Phase, in der die Hortensie verblüht. Dann verändert sich die Farbe der Blütenstände hin zu einem Rosa. Die Pflanzen selbst sind bei der Eichenblättrigen Hortensie sehr unterschiedlich in der Größe. Sie können zwischen Riesen von bis zu drei Metern Höhe und Zwergen ab 15 Zentimeter wählen.

Die Tellerhortensie

Wo Bauernhortensien mit immer größeren und üppigeren Züchtungen hinsichtlich ihrer Blüten auffallen, kommen die Tellerhortensien etwas zarter und dezenter daher. Ihr Wuchstyp ist in allen Bereichen graziler als der der großen Verwandten: Stängel, Blätter sowie Blüten fallen kleiner aus. Die Pflanzen der Tellerhortensie erreichen maximal eine Höhe von einem Meter. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zur Gartenhortensie sind die großen Scheinblütenblätter, die die kleineren im Zentrum der Blüte umgeben. Wenn Sie die großen Kelchblätter genau betrachten, können Sie sehen, dass diese unfruchtbar sind, denn ihnen fehlen Staubgefäße und Stempel. Die kleinen, zentral angeordneten Blüten dagegen sind fruchtbar und besitzen sowohl männliche wie auch weibliche Blütenbestandteile. Bei einigen Züchtungen sind die großen unfruchtbaren Blütenbereiche anders gefärbt als die fruchtbaren, sodass insgesamt zweifarbige Blüten entstehen. Auch bei der Tellerhortensie kann man einen Farbwechsel in der Blüte beobachten. Je nach Bodenbeschaffenheit und -mineralisierung wechselt die Tönung von Rosa nach Blau.

Die Kletterhortensie

Wenn Sie nicht nur etwas fürs Auge suchen, sondern auch eine duftende Hortensie haben wollen, sollten Sie eine Kletterhortensie wählen. Deren Blüten riechen ein wenig nach Holunder. Unterschätzen Sie eine Kletterhortensie nicht: In ihrer natürlichen Umgebung wachsen diese Pflanzen bis in die Wipfel von Bäumen. Dabei verschaffen sie sich mit sogenannten Haftwurzeln Halt. Dazu brauchen Kletterhortensien keine Rankhilfe, ein griffiger, aufgerauter Untergrund reicht völlig aus.

Wenn Sie eine Kletterhortensie setzen und erwarten, dass sie in der für viele Kletterpflanzen typischen Art schnell wuchernd wächst, werden Sie enttäuscht sein: Kletterhortensien lassen sich mit Wachsen und Blühen Zeit. Das macht sie aber auch zu attraktiven Begrünungen für Bereiche, die Sie nicht ständig in kurzen Intervallen freischneiden wollen.

Die Rispenhortensie

Mit dieser Pflanze von bis zu zwei Metern Höhe können Sie nicht viel falsch machen. Je nach Schnitt können Sie sie als Busch oder Baum ziehen. Sie toleriert sogar trockene Phasen. Rispenhortensien blühen spät im Jahr, sorgen dann aber für ein sehr schönes Farbenspiel im Garten. Ihre Blütenform erinnert am ehesten an die von Flieder. Die meisten Rispenhortensien blühen weiß, daneben gibt es rosafarbene Sorten. Eine Züchtung prangt sogar in einem satten Dunkelrot.

Damit Sie an Ihren Hortensien wirklich Freude haben, müssen Sie nur ein paar Punkte bei der Pflanzung beachten.

Bedingungen des Wachstums und der Nachhaltigkeit

Wenn Sie Hortensien setzen, sollten Sie zuvor ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben, denn diese Pflanzen mögen einen tiefgründigen Boden. Lockern Sie deshalb den Grund gut mit dem Spaten auf. Das heißt, es sollte sich im Boden des Pflanzloches kein Fundament oder etwas Ähnliches befinden. Eine Lehmschicht wäre ebenfalls ungünstig, denn Staunässe schätzen Hortensien überhaupt nicht.

Das Bodenmilieu sollte leicht sauer sein, der ph-Wert der Erde also etwas unterhalb von sieben liegen. Darüber hinaus freuen sich Hortensien über einen ausreichenden Nähstoffgehalt und Humus im Boden. Da sie üppig wachsen und blühen können, brauchen sie eine gute Grundversorgung mit Nährstoffen. Eine Zugabe spezieller Pflanzerde kann den Hortensien helfen, ist aber nicht zwingend.

Lichtansprüche, Pflege und Schädlingsbefall

Die Lichtbedingungen, unter denen Hortensien gut gedeihen, reichen von schattig bis sonnig. Jede Art hat eigene Ansprüche und Toleranzen. Wenn Sie eine Pflanze kaufen, ist in der Regel eine Pflegeanleitung dabei, die Ihnen genaue Auskunft darüber gibt, was der von Ihnen gewählte Pflanzentyp braucht. Oder Sie machen es genau umgekehrt: Schauen Sie sich die Stelle in Ihrem Garten an, die Sie mit einer Hortensie begrünen wollen, und wählen Sie dann die Pflanzenart entsprechend nach den Lichtbedingungen an genau diesem Standort aus.

Hortensien sind nicht so pflegebedürftig wie zum Beispiel viele Rosen oder Obstgehölze, aber sie müssen gepflegt werden. Regelmäßig wässern ist eine der wichtigsten Bedingungen für erfolgreiches Gärtnern mit Hortensien. Abgesehen von Rispenhortensien vertragen die Pflanzen keine Trockenphasen und gelten als ausgesprochen durstige Gewächse. Wenn Ihnen im Hochsommer tägliches Gießen zu aufwendig ist, denken Sie eventuell über ein automatisches Bewässerungssystem nach, das Ihnen dabei hilft.

Benutzen Sie zum Düngen entweder gleich einen speziellen Hortensiendünger oder wählen Sie ein Präparat aus, das wenig Phosphor enthält. Sollten sich in Ihrem Garten auch Azaleen und Rhododendren befinden, können Sie deren Düngemittel auch für Ihre Hortensien nutzen. Es hängt wieder stark von der von Ihnen gewählten Art ab, wie Sie Ihre Hortensien schneiden dürfen. Grundsätzlich gilt: Nur Rispenhortensien vertragen einen starken Rückschnitt und blühen trotzdem.

Sollten in einem sehr kalten Winter mit wenig Schnee zahlreiche Triebe anderer Hortensienarten befroren sein, kommen Sie allerdings nicht darum herum, diese zurückzuschneiden. Im Jahr des Rückschnittes müssen Sie dann leider bei der betroffenen Pflanze auf die Blüte verzichten, da nur zweijährige Triebe blühen.

Insgesamt gelten Hortensien weiterhin als unempfindlich gegen Schädlinge. Am häufigsten werden sie befallen, wenn die Gewächse als Zimmerpflanzen dienen. Wenn Sie Schädlinge auf Ihren Zimmerpflanzen entdecken, achten Sie darauf, dass das verwendete Insektenschutzmittel für den Innenbereich geeignet ist.

Hortensien überwintern

Hortensien sind winterhart, aber sie sind doch empfindlich gegen Wetterlagen mit sehr kalten Temperaturen ohne Schnee, aber mit Wind. Dann können ihre Triebe herunterfrieren. Das sieht nicht schön aus, ist aber nicht lebensbedrohlich für das Gewächs als solches. Eine Vliesabdeckung kann hier, auch zeitweise, die Pflanzen ausreichend schützen. Wenn Hortensien als Kübelpflanzen wachsen, achten Sie darauf, dass die Kübel ausreichend groß sind, um nicht durchzufrieren.

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