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Holzspalter selbstbau

das-windrad-de
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Holzspalter selbstbau
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Liebe Ebayer, ich habe mir sehr viel Mühe mit diesem Ratgeber/Bauanleitung gegeben, deswegen würde ich mich nach dem Lesen derselben auf eine Bewertung sehr freuen. Danke für Ihre Mühe.

Holzspalter selbst gebaut!


 - Habe mir einen 16 Tonner Holzspalter zugelegt. Ein richtig starkes Teil, das auch schwierige Stämme einfach durchdrückt.

Jedoch wurde das edle Stück nicht wie üblich bei einem Händler erworben, sondern von mir persönlich angefertigt!
Hier zuerst ein paar Bilder vom fast fertigen Prachtstück, jedoch noch ohne Lackierung, da noch einiges fehlt! (Bild 1)

---------Bild 1---------- -------------Bild 2---------  ----------------Bild 3----------  ------------------Bild 4---------

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---------------------Bild 5--------------------  ----------------Bild 6--------------  -------------------Bild 7-------------



Habe vor etwa 2 Jahren einen Parker-Zylinder erworben mit 100mm Kolbendurchmesser für 210 Bar Betriebsdruck.

Der Zylinder lag ein Jahr in der Ecke meiner Werkstatt, gut zugedeckt. Hatte ihn beinahe vergessen. Beim Stöbern hier bei Ebay fand ich eine günstige Hydraulikpumpe- E-Motor Kombination, mit Verbindungsflansch und Kupplung für ein gutes Geld. (Bild 6)

Ich langte zu.

Die Daten des Zylinders: Kolbendurchmesser - 100 mm - Betriebsdruck - 210 Bar ergibt 16 Tonnen Druck !

Die Daten der Kombination: Motor- 5,5 KW-1450 U/pM - Pumpe 11,2 ccm/pU - Das ist eine perfekte Zusammenstellung!

Die spaltbare Holzlänge: 1,05 Meter. Der Spalttisch wird auf halber Höhe seine Arbeit verrichten. Für Kurzholz 50, 33 und 25 cm !

In meiner Nähe ist ein gut sortierter Schrottplatz. Einem Altschlosser wie mir gehen da die Augen über, was da alles so liegt.
Suchte mir einen passenden IPB Träger mit etwa 2 Metern Länge aus und andere brauchbare Materialien, insgesamt 165 Kg Stahl, den ich gerade so noch in meinem PKW unterbrachte. Der Träger musste auf den Dachständer rauf.
Der Schrottpreis liegt im Moment bei 35 ct per Kilo Stahl. Also recht günstig noch, gegenüber 2 Euro/Kilo Neumaterial !

Die Standplatte bzw Bodenplatte des Spalters hab ich aus 25 mm Stahlblech gemacht. 40 cm breit und 75 cm lang. Der Träger (IBP = I-Träger, breit und Paralellflanschig) wurde an einem Ende exakt Winkelig abgeschliffen und auf die Bodenplatte geschweißt. Etwa 2 cm vom Rand weg auf die kurze Seite. Die Schweißnähte dürfen hier schon 10 - 12 mm groß sein. Also in mehreren Lagen rundherum und auch innen. (Bild 3)


Als nächstes habe ich den Träger abgelängt. Das genaue Maß des Trägers für Ihren Selbstbau müssen Sie sich selbst ausloten, da Sie bestimmt nicht die selben Materialien verwenden, bzw. andere Spaltlängen oder einen anderen Zylinder verwenden.
Der Rest des Trägers wird für den Spalttisch verwendet als Ständer vom Bodenblech zur Spalttischhöhe.

Den Ausleger, an dem später der Zylinder befestigt wird, den fertigte ich aus 15 mm Stahlblech an. (Bild 5) Genaue Maßangaben kann ich hier nicht machen, denn die Maße richten sich nach den von Ihnen verwendeten Materialien.

Eines vorweg gesagt: Nehmen Sie kein zu schwaches Blech für den Ausleger, eher ein paar mm zugeben. Die Schweißnähte wieder mehrlagig ausführen.

Der Spaltkeil


Dieser besteht im Grunde aus einem 20 mm senkrecht angeordnetem Blech. Seitlich ganz steil und schräg laufen die Flankenbleche nach oben mit etwa 15-17 Grad Neigung. Der Spaltkeil wird oben mit einer 20 mm Platte gekrönt, auf die später der Kolben des Zylinders drückt. Oben auf der Platte muss noch die Befestigung für die Kolbenstange des Zylinders angeschweißt werden. Wenn Sie kein passendes Rohr haben, benutzen Sie einfach 4 Stück 12 mm Blechabschnitte, die tun ihren Dienst genau so gut. Eine hochwertige Schraube (min 8.8) verbindet den Spaltkeil mit der Kolbenstange, damit der Spaltkeil auch wieder hochfährt beim Einfahren des Zylinders. (Bild 4)

Unten ist die Schneide mit der Flex angeschliffen worden. Die letzten 10 mm der Schneide habe ich mit dem Schutzgas Schweissgerät aufgetragen, da der Schweissdraht eine sehr hohe Festigkeit hat bzw eine höhere Belastbarkeit als das Material der Schneide alleine.

Der Schlitten


Am hintern Ende des Spaltkeiles wird eine passende Platte angeschweißt, die Platte soll links und rechts ca 40 mm breiter sein als der I-Träger. Sie brauchen dann 2 Blechabschnitte, die etwa die Stärke des Flansches haben (Träger) als Abstandshalter. An diese werden wiederum 2 Bleche mit mindestens 15 mm Stärke angeschraubt, diese 2 Bleche hintergreifen den Flansch des Trägers. (Gut zu sehen in Bild 2)

Der Spaltkeil und der Schlitten wird zusammengeheftet und dann an den Träger angeschraubt, so wie er später dann fertig am Träger sitzt. Der Grund dafür ist: Beim Schweißen verzieht sich der Stahl, das kann etwas abgemildert werden, indem die Teile an den Träger angeschraubt werden.
Jetzt den Spaltkeil und den Schlitten mehrlagig miteinander verschweißen.

Der Hydrauliktank


Für den Öltank habe ich 2 mm Stahlblech genommen. Sie können auch einen fertigen Tank kaufen, jedoch sollten Sie sich darüber im klaren sein, das solch ein Tank etwa mit 200 Euro zu Buche schlägt.
Sie brauchen in etwa 30 Liter Inhalt. Also wären da die Blechstreifen, die da ein gewisser Ebayer anbietet, mit den Maßen 1250 x 250 genau das Richtige. Nehmen Sie davon 2 Stck und bitten Sie den Verkäufer um Zuschnitt auf 4 Stck 500 x 250 sowie 250 x 250 davon 2 Stck.

Ergibt einen prächtigen Tank mit etwas über 30 Liter Rauminhalt. - Sie müssen wissen, das sich das Hydrauliköl während der Arbeit erwärmt. Die einzige Kühlmöglichkeit ist die Wandung des Tanks.
Ein Ansauganschluss, etwa 1 Zoll Rohrmuffe sowie eine Rückflussrohrmuffe 3/4 Zoll an passender Stelle einschweissen (Dicht). Ein Einfüll und Entlüftungsstutzen ist ein MUSS ! Der Pegel im Tank ändert sich ständig, wenn der Zylinder ein oder ausgefahren wird. Das kommt von der Verdrängung der Kolbenstange, die beim Einfahren ja mehr Platz braucht und eben Öl verdrängt.
Auch ein Rückflußfilter ist nicht fehl am Platze, denn dieser filtert das rückfließende Öl und hält Schmutzpartikel zurück. Ihr Hydrauliksystem dankt es Ihnen mit langer Lebensdauer ! (Bild 7) Hier sieht man auch die automatische Stern-Dreieck-Schütz-Schaltung, die im hellgrauen Elektrokasten Platz gefunden hat. Ein Gerätestecker rundet den Anschluss ab.

Das Handhebelventil


Ein einfaches doppeltwirkendes Hydraulikventil mit 40 Litern/Minute genügt auf alle Fälle zum Betätigen des Zylinders.

So ein Ventil hat 4 Anschlüsse. P - T - A - B - Was bedeutet dies ?

Nun, der Anschluss -P- kann als Pumpenanschluss genannt werden. Der T- Anschluss als Tank- Anschluss, also Rücklauf.
Der A- Anschluss wird üblicherweise am Kolbenboden des Zylinders angeschlossen und sorgt für das Ausfahren des selben.
Der B- Anschluss wird an der Kolbenstangenseite des Zylinders angeschraubt. Dieser Anschluss sorgt für das Einfahren.
(Siehe Bild 5)
Was sehr wichtig ist, das Handhebelventil sollte ein einstellbares Überdruckventil haben. Der Einstellbereich sollte etwa von 170 - 250 Bar reichen.

EILGANGVENTIL

Ein Eilgang Ventil funktioniert so: Solch ein Ventil hat zum Ausfahren des Zylinders 2 Stufen.
STUFE 1: Das Öl, das auf der Kolbenstangenseite drinnen ist, wird beim Ausfahren zusätzlich mit in die Kolbenbodenseite eingedrückt. Durch diesen Vorgang vermindert sich allerdings der Spaltdruck erheblich. Jedoch kann sich je nach Zylinder die Ausfahrgeschwindigkeit um ein bis zu dreifaches erhöhen !
STUFE 2: Bei der zweiten Stufe funktioniert das Ventil wieder normal, also mit vollem Spaltdruck. Durch so ein Differenzventil, oder auch Eilgangventil spart man sich viel Zeit. Der Kostenpunkt liegt aber drei bis viermal so hoch als bei einem herkömmlichen Ventil.
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Wenn Sie den Spalter verleihen: VORSICHT! Sie dürfen den Spalter nur aus den Händen geben, wenn er eine ZWEIHANDBEDIENUNG hat !! Wichtig !
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Die Hydraulikschläuche

Nehmen Sie L15 Schläuche. Diese Hydraulikschläuche haben einen inneren Durchmesser von ca 12 mm und sind ausreichend für dieses Projekt.

Wenn Sie ein EILGANG VENTIL benutzen, dann bitte für die Verbindung zwischen Ventil und dem Zylinder etwas größere Schläuche kaufen, die mehr Durchfluss zulassen. (zB.: L18)

ACHTUNG! GEFAHR ! Bitte nehmen Sie keine alten Schläuche, dessen Vorleben Sie nicht kennen. Ein kleiner Riss im Schlauch bei 200 Bar Druck hat schon manches Auge zerstört !

Bemessen Sie die Länge der benötigten Schläuche großzügig. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die bestellten Schläuche ein paar cm zu kurz sind.

Der Ansaugschlauch von der Pumpe zum Tank muss mindestens 30 mm lichte Weite haben. Wichtig !!

Übrigens ist der Zylinder bei meinem Spalter für Transportzwecke absenkbar ! Das heisst, das ich den Spaltkeil auf den Spalttisch aufsetzen kann, dann die beiden Sicherungsbolzen rausnehme und den Zylinder in Richtung Tisch absenke. Der Schwerpunkt des Spalters ist dann nicht so hoch und er lässt sich auch leichter Transportieren.

--Wenn Sie Interesse haben an einen eigenen Selbstbau, so können Sie mit mir jederzeit Kontakt aufnehmen. Habe auch nichts dagegen, wenn Sie mal bei mir vorbeischauen möchten, dann kann man sich ja darüber unterhalten.--

Hier noch eine kleine Liste von Leistungsdaten, das Wichtigste für den Selbstbauer:


Zylinder, bei 200 bar Druck.

80 - mm etwa 10,0 Tonnen
100 mm etwa 15,7 Tonnen
120 mm etwa 22,6 Tonnen

Motor ------------- Pumpe (Ausgehend von 200 Bar Enddruck!)

3,0 KW  etwa  5,5 - 6 ccm/U
4,0 KW  etwa 7 - 8 ccm/U
5,5 KW  etwa 11 - 12 ccm/U
7,5 KW  etwa 13,5 - 14,5 ccm/U

Bei weniger Druck kann die Pumpe proportional mehr Förderleistung haben, bei mehr Druck entsprechend weniger Leistung !!

Alle anderen Angaben von "Freunden etc" sind unrealistisch und führen bei falscher Auslegung zum Durchbrennen des teuren Motors !
Unter 3 Kilowatt Motorleistung ist, jedenfalls für mich, alles "Spielzeug".
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Wenn man alles so mal kurz überschlägt, kommt man auf etwa 1000 Euro Gesamtkosten !

Frage: Rentiert sich das denn ?

Nun, wenn Sie Ihre eigene Arbeit nicht mitrechnen, einen grundsoliden Spalter möchten und gutes handwerkliches KÖNNEN sowie GESCHICK mitbringen und dabei auch den SPASS nicht außer acht lassen, den so ein Projekt mitbringt, dann kann ich nur sagen: Ja, es rentiert sich ! Der LERNEFFEKT ist schließlich auch dabei.

So ein Spalter in dieser hohen Qualität kostet leicht 2500 - 3500 Euro !

Einige Kenntnisse in Hydraulik wären hilfreich. Habe aber alles erklärt, was wichtig ist. Auch das Verhandeln beim Kauf des Zylinders ist wichtig, sowie Fachkenntnis beim Aussuchen des Materials.

SCHWEISSKENNTNISSE sind unbedingt erforderlich !

VORSICHT ist auch geboten, beim Verkauf eines selbstgebauten Spalters, SIE haften, wenn was passiert, auch noch nach Jahren.
Immer beim Verkauf sagen, dass es sich um ein erworbenes Produkt handelt ! (PRODUKTHAFTUNG !)

Ich bitte Sie liebe Ebay Mitglieder, keine Anfragen wegen Kauf des Spalters zu stellen. ....
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