Holzschnitzereien - Fachbegriffe

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Holzschnitzereien
Sehr geehrter Leser,
in der Darstellung zur Präsentation von Holzschnitzereien aus dem künstlerischen und kunsthandwerklichen Bereich werden häufig nicht näher definierte Fachbegriffe verwendet. Ich möchte versuchen, Ihnen diese näher zu bringen und zu erklären. Sollten Sie weitere Fragen haben, bin ich gerne bereit, Ihnen diese zu beantworten - vorausgesetzt, Sie haben Verständnis dafür, dass (bisweilen) meine Antwort etwas auf sich warten lässt.
Wenn Ihnen meine Ausführungen nützlich sein konnten, werde ich mich über eine entsprechende Bewertung freuen!
Erklärung von Fachbegriffen:
Das Material:
Für Holzschnitzereien in der Alpenregion wird vorwiegend das Holz von Linde, Bergahorn, Zirbel und Eiche verwendet. (Natürlich gibt es hier auch regionale Besonderheiten wie: Buchsbaum, Birne ... oder aus anderen Ländern: Mahagoni, Ebenholz, Balsa, usw.)
Die Oberfläche:
  • Beize, beizen:
Beize ist eine gefärbte, durchsichtig wässrige Flüssigkeit, die dem neutralen Holzfarbton in unterschiedlich braunen Tönungen seinen Charakter, "die Holzart" verleiht - von sehr hell bis schwarzbraun; selten auch Buntfarben. Man kann z.B. auf Lindenholz den Farbton von Eiche, Nussbaum, Kirsche und vielen anderen Holzfarben erzeugen.
  • Wachs, wachsen:
Das Holz wird an seiner Oberfläche mit einer dünnen Wachsschicht überzogen. Sie lässt den Werkstoff-"Holz" leben, verleiht Seidenglanz, schützt vor Vergrauen und dem Eindringen von Staub.
  • Wachsbeize:
Eine Kombination beider vorstehender Verfahren.
  • Lasur, lasieren:
Die Skulptur wird lasierend bemalt; damit wird auch bei relativ kleinen Werkstücken eine hohe farbliche Variationsbreite erreicht; der Naturwerkstoff  "Holz" wird optisch erhalten und scheint durch die Bemalung meist hindurch.
  • Fassmalerei, fassen:
Die Skulptur wird auf einem Kreidegrund farbig und deckend bemalt (mit Farbe "eingefasst"). Der Werkstoff  "Holz" wird zur Nebensache und ist oft nur noch auf der Rückseite oder der Standfläche sichtbar.
  • Patina, patinieren:
Spuren eines natürlichen oder absichtlich herbeigeführten Alterungsprozesses. Patina, Farbabstoßungen und Gebrauchsspuren werden malerisch eingesetzt und geben der Figur ein älteres, antikes Aussehen.
  • Goldauflage, vergolden:
Polimentvergoldung: Blattgoldauflage 22 Karat ---
hier wird das Werkstück mit hauchdünnen Echtgoldblättchen auf Bolusgrund in einem komplizierten handwerklichen Verfahren überzogen und hochglänzend poliert.
Schlagmetall: Goldersatzauflage-Messing mit Schutzlacküberzug ---
hier wird das Werkstück mit hauchdünnem Messing auf einem Ölgrund überzogen, das mattglänzend erscheint.
Malgold: Auftrag flüssiger, auf Dauer sehr farbtreuer Goldbronze ---
hier wird das Werkstück mit einem Goldlack bemalt.
Neben Gold finden auch Silber (als Ersatz: Aluminium) und Kupfer Anwendung.
  • Lack, lackieren:
Die Holzoberfläche wird mit einer durchsichtigen Schutzschicht gegen Staub und Feuchtigkeit überzogen.

Die Pflege:
  • Stellen oder hängen Sie niemals eine Holzschnitzerei in der Nähe einer Wärmequelle auf
    (zB. Ofen, Heizkörper); "Holz lebt" und es würden sich Risse bilden oder es könnte die Farbe abplatzen.
 
  • Reinigen Sie farbig gefasste und vergoldete Schnitzerei nie mit einem feuchten Tuch; verwenden Sie stattdessen einen weichen, langhaarigen Pinsel oder einen Staubwedel um den Staub zu entfernen (alles andere wird Patina!)
 
  • Wenn mit Wachs/Wachsbeize behandelte Figuren mit der Zeit ihren Seidenglanz verlieren, kann dieser durch Polieren mit einem Baumwolltuch oder einer sauberen, nicht zu weichen Bürste wieder aufgefrischt werden.
     
  Meine Definitionen:
Diese Definitionen sind fachlich fundiert; ich verwende diese in der Beschreibung meiner Angebote, garantiere aber nicht für die Aussagen oder die missbräuchliche Verwendung anderer Anbieter.
Holzschnitzereien – Fachbegriffe – Oberflächenbehandlung – Beize – Wachs – Lack – Lasur – Fassmalerei – Vergoldung



 
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