Holzfeuchtemessung

Aufrufe 11 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Holzfeuchtemessung

Holzfeuchte

Was ist Holzfeuchte?

Holz besitzt eine Zellstruktur, mit Zellwänden und Hohlräumen. Im lebenden Baum sind Zellwände und Hohlräume maximal mit Wasser (Zellsaft) gefüllt. Wenn der Baum gefällt wird und das Holz trocknet, leeren sich zuerst die Hohlräume der Zellen. Das ist der Fasersättigungspunkt, ab dem es nur noch in den Zellwänden gebundenes Wasser gibt. Danach nimmt die Feuchte in den Zellwänden ab. Umgekehrt, wenn Holz naß wird, nehmen zunächst die Zellwände bis zur Sättigung die Feuchte auf und erst danach sammelt sich das Wasser in den Zellhohlräumen. Das passiert aber nur in Ausnahmefällen, z.B. bei Wasserlagerung.

Die Holzfeuchte (Kurzzeichen: u, Einheit: %) ist definiert als prozentuales Verhältnis der Masse des Wassers im Holz zur Masse des vollständig getrockneten Holzes (Darrgewicht). Praktisch wird ein Stück Holz gewogen, anschließend vollständig getrocknet und wieder gewogen. Die Gewichtsdifferenz in Prozent vom Trockengewicht des Holzes ist die Holzfeuchte, die das betreffende Stück Holz hatte. Der Rechenweg hierzu ist: ((Naßgewicht/Trockengewicht)-1)*100%. Angenommen, ein Stück Holz wiegt vor der Trocknung 125g und nach der Trocknung 100g, dann hatte das Holz ((125/100)-1)*100% = 25%.

Diese Art der Holzfeuchtebestimmung wird Darrprobe genannt, das vollständige Trocknen des Holzes wird als darren bezeichnet und das Gewicht des vollständig getrockneten Holzes ist das Darrgewicht.

Der Zusammenhang zwischen Holzfeuchte und Luftfeuchte

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff, der Feuchte aus der Umgebung aufnimmt oder abgibt. Die Holzfeuchte hängt von der Umgebungsfeuchte, meist der Umgebungsluft ab: je trockener die Umgebung ist, desto trockener wird das Holz und je feuchter die Umgebung ist, desto feuchter wird auch das Holz. Im Falle der Umgebungsluft gibt es einen Zusammenhang zwischen relativer Luftfeuchte, Temperatur und Holzfeuchte. Wenn das Umgebungsklima (Temperatur und Luftfeuchte) einigermaßen konstant sind, und lange genug auf das Holz einwirken, stellt sich eine bestimmte Holzfeuchte ein. Dieser Wert wird als Gleichgewichtsfeuchte (ugl) bezeichnet. Diese Gleichgewichtsfeuchte ist je nach Holzart unterschiedlich.


Einige Werte für Fichte bei 20°C

   Relative    Gleichgewichts-    Absolute      Absolute
Luftfeuchte        feuchte          Luftfeuchte  Holzfeuchte
   rF[%]                ugl[%]           pw[g/m3]      uw[kg/m3]

      0                        0                      0                  0
     30                       6                    5,2                21
     50                       9                    8,7                31
     60                      11                 10,4                38
     65                      12                 11,2                42
     70                      13                 12,1                46
     75                      14                 13,0                49
     80                      16                 13,8                56
     90                      20                 15,6                70
   100                      30                 17,3               155

Die Holzfeuchte, die sich bei 100% relativer Luftfeuchte einstellt, nennt man Fasersättigung. (Würde die Holzfeuchte weiter ansteigen, z.B. bei Wasserlagerung, würde sich das Wasser in den Zellhohlräumen sammeln.) Bei Lagerung des Holzes an der Luft, kann die Holzfeuchte niemals über dem Fasersättigungspunkt liegen.

Die in der Tabelle aufgeführten werte gelten für die Holzart Fichte, können aber als Anhaltspunkt für ähnlich schwere Hölzer gelten. Schwere Holzarten und solche mit hohem Gehalt an Inhaltsstoffen haben aber andere Werte.

Aus der Tabelle ist ebenfalls zu ersehen, daß es ein Irrtum ist, zu glauben, daß einmal getrocknetes Holz nicht wieder feucht wird.

Holzfeuchte-Meßmethoden

Neben der bereits oben angeführten Darrprobe, die zwar genau, aber langwierig ist, gibt es für die praxis weitere, allerdings indirekte Methoden. Alle indirekten Methoden sind nicht sehr genau, weil neben der Holzfeuchte andere Bedingungen wie Holzart, Rohdichte, Feuchteverteilung etc. den Meßwert beeinflussen.

Holzfeuchtemessung mit der Widerstandsmethode

Die Holzfeuchte wird aus dem Ohmschen Widerstand abgeleitet, der mit steigender Holzfeuchte abnimmt. Dazu werden in das Holz Elektroden eingebracht, über die der elektrische Widerstand des Holzes gemessen wird. Mit dieser Methode arbeiten die meisten Holzfeuchtemassgeräte

Holzfeuchtemessung mit der Kapazitätsmethode

Das Verfahren leitet die Holzfeuchte aus der Kapazität eines Kondensators ab, wobei der Wert mit steigender Holzfeuchte zunimmt. Praktisch wird ein aufgeklappter Kondensator, meist in Form von Meßbügeln auf die Holzoberfläche aufgelegt und gemessen. Dadurch wirkt das Holz als Dielektrikum (das Material zwischen den Kondensatorplatten).

Genauigkeit der elektrischen Holzfeuchtemessung

Alle elektrischen Holzfeuchte-Messmethoden arbeiten im Bereich von 5-25% ausreichend genau. Werte darüber oder darunter sind bei den meisten Handgeräten sehr mit Vorsicht zu genießen. Wenn Sie also Holzfeuchte messen, ist immer zu bedenken, daß der angezeigte Wert am Gerät bedingt durch Rohdichte und unterschiedliche Feuchteverteilung sowie natürliche Schwankungen der elektrischen Eigenschaften des Holzes eine Bandbreite von plus/minus 1% beinhaltet. Alleine dadurch werden evtl. angezeigte Nachkommastellen bereits ad absurdum geführt. Lassen Sie sich also nicht täuschen, wenn ein digitales Holzfeuchtemessgerät 2 oder mehr Stellen hinter dem Komma anzeigt.

Holzfeuchtemessgerät
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden