Holz oder Kunststoff: Welches Material eignet sich für Kleinkind-Fahrzeuge?

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Holz oder Kunststoff: Welches Material eignet sich für Kleinkind-Fahrzeuge?

Kinderfahrzeuge zählen zu den beliebtesten Spielzeugen. Schon die Kleinsten sind fasziniert von allem, was sich bewegen kann. Schon mit wenigen Monaten beginnt bei den meisten bereits der Entdeckungs- und Bewegungsdrang. Ab etwa einem Jahr ist Ihr Kind dazu bereit, die Welt auf den eigenen Beinen zu erkunden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Eltern sich dafür entscheiden, ihrem Kleinkind ein altersgerechtes Fahrzeug zu kaufen. Es gibt jedoch eine große Auswahl an Kinderfahrzeugen. Sie sollten sich vor dem Kauf deshalb genau darüber im Klaren sein, welches Fahrzeug für Ihr Kind am geeignetsten ist.

Viele Eltern stellen sich auch immer wieder die Frage, aus welchem Material das Gefährt bestehen soll. Ist es ratsam, robuste Holzfahrzeuge zu kaufen oder ist doch Kunststoff die bessere Alternative? Kinder lieben die farbenfrohen Kunststofffahrzeuge, doch die meisten Eltern tendieren eher zu Holz. Sicher, weil sie meinen, dass Holzspielzeuge umweltverträglicher seien. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Bei schlechter Verarbeitung oder Nachbehandlung können auch in Holzfahrzeugen gesundheitsschädliche Stoffe enthalten sein. So wurde beispielsweise in verschiedenen Holzspielsachen in den letzten Jahren auch das krebserregende Formaldehyd nachgewiesen. Doch sollte man nicht in unnötige Panik verfallen. Wenn man einige Kriterien bei der Auswahl und beim Kauf beachtet, wird man die richtige Entscheidung treffen. Um Ihnen diese Entscheidung etwas zu erleichtern, soll eine Übersicht der einzelnen Fahrzeugarten für Kleinkinder sowie deren Anforderungen im Hinblick auf Nutzung und Material, eine kleine Hilfestellung geben.

Rutschfahrzeuge – welche Eigenschaften müssen sie haben und welches Material ist besser geeignet?

Bei Rutschfahrzeugen denkt man im Allgemeinen zuerst an das klassische Bobycar. In der Regel können Kleinkinder ab einem Jahr bereits damit fahren. Das Bobycar besteht aus Kunststoff, genauer gesagt aus dem Rohstoff Polyethylen. Das hat einerseits den Vorteil, dass es ein relativ niedriges Gewicht hat, also sehr wendig ist. Andererseits ist es dennoch sehr stabil und robust. Beim Bobycar ist es wichtig, zu überlegen, wo es eingesetzt werden soll. Wenn Ihr Kind vorwiegend in der Wohnung fahren wird, sollte das Fahrzeug über Hartgummi- oder Flüsterreifen verfügen. Im Außenbereich eignet sich durchaus auch Kunststoffbereifung. Der Rohstoff Polyethylen gilt zwar als gesundheitlich unbedenklich für Kleinkinder, dennoch ist es auf natürlichem Weg kaum abbaubar.

Lieber Holz?

Wer nachhaltiges Spielzeug kaufen möchte, der entscheidet sich für ein Rutschauto aus Holz. Beliebte Modelle sind Fahrzeuge, wie Auto, Traktor, Feuerwehr- oder Polizeiauto oder auch Tiere, vom Hund über Schaf bis hin zum Pferd. Holzfahrzeuge sind schwerer, was aber den entscheidenden Vorteil hat, dass solch ein Fahrzeug auch nicht so schnell umkippen kann. Diese Rutscher sind oft bunt bemalt und sehen optisch sehr ansprechend aus. Hier ist jedoch immer darauf zu achten, dass das Holz nicht mit schädlichem Lack sondern nur gewachst oder bestenfalls mit lösemittelfreiem Wasserlack überzogen ist. Beachten Sie beim Kauf unbedingt auch, dass das Fahrzeug über ein GS-Siegel oder ein TÜV-Zeichen verfügt. Solche Produkte gewährleisten hohe Sicherheit. Wenn Ihr Kind einmal durch eine Matschpfütze gefahren ist, lässt sich ein Kunststoff Rutschfahrzeug leicht mit dem Gartenschlauch abspritzen. Ein Holzfahrzeug kann in der Regel problemlos mit einem feuchten Lappen gereinigt werden.

Vom Dreirad zum Laufrad 

Im Alter von etwa zwei Jahren ist das Kleinkind bereit für die Fahrt mit dem Dreirad. Puky oder Kettler sind bekannte Marken, wenn es um Dreiräder geht. Hier steht Qualität und Sicherheit im Vordergrund. Der Schalensitz ist aus Kunststoff gefertigt und ermöglicht dem Kleinkind eine bequeme Sitzhaltung. Achten Sie beim Kauf von Kunststofffahrzeugen aber immer darauf, dass das Material keine Weichmacher enthält. Diese sogenannten Phthalate, die oft in Produkten aus PVC zu finden sind, wirken wie Hormone und können Leber und Nieren empfindlich schädigen. Besonders Kleinkinder neigen ja dazu, viele Gegenstände auch mit dem Mund zu erkunden. Kunststoffe wie Polyethylen, Polypropylen, oder Acetyl-Butyl-Styrol sind jedoch ungefährlich. Wenn keine genauen Hinweise in der Artikelbeschreibung zu finden sind, empfiehlt es sich, beim Händler nachzufragen, da undeklarierte Kunststoffe meist aus PVC gefertigt werden.

Dreiräder aus Holz sind in den meisten Fällen aus Fichte, Kiefer oder Buche, denn dieses Holz ist sehr strapazierfähig und gilt als stabil. Hier sollten Sie aber trotzdem auch auf gute Qualität und Verarbeitung achten, denn Holzabsplitterungen können zu unliebsamen Verletzungen bei Kleinkindern führen. Es sollte außerdem auf eine umweltschonende Lackierung geachtet werden. Der Lack gilt hier in erster Linie als Schutz vor kleineren Splitterungen. Beim Laufrad aus Holz gelten die gleichen Kriterien. Hier wären allerdings anstelle der Speichen zwei Holzplatten in den Reifen empfehlenswert, da sie ebenso das Verletzungsrisiko mindern. Ein Nachteil bei Laufrädern aus Holz wäre vielleicht, dass sie nicht verstellbar sind und so nicht mit Ihrem Kind mitwachsen können.

Tretfahrzeuge oder elektrische Kleinkinderfahrzeuge

Zu den beliebtesten Tretfahrzeugen für Kleinkinder zählt sicher das allseits bekannte Kettcar, das aus Alu und Kunststoff hergestellt wird. Die verstellbaren Kunststoff Schalensitze bieten Ihrem Kind optimalen Fahrkomfort und sorgen dafür, dass es damit noch einen langen Fahrspaß haben wird. Tretautos für Kleinkinder gibt es bei eBay in allen erdenklichen Varianten. Je nach Vorliebe finden Sie hier Trettraktoren, Bagger, Gabelstapler, Motorräder oder beliebte Klassiker aller Automarken. Sicher liegt hier auch der Grund, weshalb viele Tretautos aus Kunststoff gefertigt sind. Mit Kunststoff lassen sich diese Fahrzeuge detailgetreuer nachbauen. Elektroautos sind in der Regel auch ausschließlich aus Kunststoff erhältlich. Das liegt daran, dass die mit Akkubetrieb fahrenden Fahrzeuge relativ leicht sein müssen, um eine entsprechend lange Laufzeit zu gewährleisten.

Manchmal findet man allerdings auch noch handgearbeitete Seifenkisten oder Holzautos mit eingebautem Motor. Diese Fahrzeuge gehören zu den Raritäten und sind daher besonders beliebt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Wer kreativ ist und über handwerkliche Fähigkeiten verfügt, der kann natürlich auch Bausätze oder Bastelanleitungen für sein eigenes Holzauto kaufen. Für Kinder gibt es nichts Schöneres, als beim Selberbauen mitzuhelfen. Achten Sie beim Kauf der Materialien allerdings auf ökologisch geprüfte Bauteile und Farben.

Vor- und Nachteile von Spielfahrzeugen aus Holz und Kunststoff

Kleinere Kinder oder solche, die noch nicht so sattelfest sind, müssen nicht auf Fahrzeuge verzichten, denn es gibt eine Vielzahl mobiler Spielsachen, mit denen sie auch jede Menge Spaß haben können. Allen voran lieben die Kinder natürlich Spielzeugautos aus Kunststoff oder Holz. Kunststoffautos sind sehr farbenfroh und oft mit Liebe zum Detail gefertigte Miniaturen von echten Automodellen. Ein Nachteil von Kunststoff ist jedoch, dass es nicht so robust ist. Wie schnell geht ein Kunststoffauto zu Bruch, wenn es auf einen Fliesenboden fällt oder man versehentlich darauf tritt. Auch können leicht kleine Teile davon abbrechen oder abfallen, die ein Kleinkind womöglich schnell verschlucken könnte. Ein kaputtes Holzfahrzeug kann sich im Gegensatz zum Kunststoffauto auch in der Regel noch gut reparieren lassen. Mit etwas Holzleim ist manchmal noch viel zu retten. Beliebte Klassiker sind daher auch Holzautos. Sie sind besonders wertvoll für die spielerische Entwicklung Ihres Kindes.

Es gibt aber auch ganze Bausätze für Autos, Holztraktoren oder Holzlaster. Mit bunten Schrauben und Schraubenziehern können sich kleine Automechaniker so richtig austoben. Genauso beliebt ist die klassische Holzeisenbahn. Hier fördern komplette Sets die Motorik Ihres Kleinkindes. Für die frühkindliche Entwicklung ist sicherlich Holzspielzeug besser geeignet, da die einfacheren und klaren Formen das Kind nicht unnötig überfordern. Durch die Reizüberflutung bei mit Kleinteilen überladenen Kunststofffahrzeugen, wird oft die eigene Phantasie und Kreativität gehemmt. Boller- oder Nachziehwagen sind in der Regel auch aus Holz. Hier finden Stofftiere oder andere Spielsachen Platz. Die Kunststoff-Variante ist in der Regel nicht so robust und kann schneller umkippen.

Auch Puppenwagen sind beliebte Spielgeräte. Wer Stabilität und robustes, einfaches Design bevorzugt, der entscheidet sich für ein Modell aus Holz. Kunststoffpuppenwagen sind vielleicht farbenfroher, jedoch können auch hier zu viele Kleinteile und Zubehör schnell abbrechen und scharfe Kanten verursachen. Kunststoff ist hingegen leichter zu reinigen und gilt bei vielen Eltern als hygienischer gegenüber dem Holz. Jedoch ist dies auch persönliche Ansichtssache. Sich für Holzspielzeuge zu entscheiden, ist manchmal auch eine Frage der Anschauung und Lebensphilosophie der Eltern.

Welche Kriterien sind beim Kauf noch zu beachten?

Bei allen Kinderfahrzeugen steht natürlich die Sicherheit Ihres Kindes immer im Vordergrund. Achten Sie daher auf geprüftes Spielzeug und kaufen Sie nur Fahrzeuge mit dem GS oder TÜV Gütesiegel. Ein zusätzliches Spiel-Gut-Siegel gewährleistet zudem noch die Erfüllung ausgewählter Kriterien hinsichtlich des Spielwertes und der ökologischen und gesundheitlichen Wertigkeit. Made in Germany ist immer noch ein Begriff für hochwertig verarbeitete und geprüfte Ware. Beachten Sie dies, wenn Sie kein Markenfahrzeug kaufen wollen oder können. Generell gilt aber, sowohl Holz- als auch Kunststofffahrzeuge können in der Regel bedenkenlos gekauft werden, wenn die oben genannten Kriterien beachtet werden.

Vielleicht ist eine gesunde Mischung aus beiden Materialien für den jeweiligen Einsatzzweck genau die richtige Wahl. Besonders kleine Fahrzeuge, die Ihr Kind vielleicht das eine oder andere Mal in den Mund nehmen wird, sind gut zu prüfen. Achten Sie auf Speichelechtheit, besonders bei lackiertem Holzspielzeug. Machen Sie den Test. Falls sie auf der Fingerkuppe Farbspuren entdecken, ist es ratsam, den Artikel zurückzugeben. Kunststoffspielzeug sollte zudem PVC-frei sein. Achten Sie hierbei auf die Begriffe PVC-frei oder Phthalat-frei. Kaufen Sie nur Fahrzeuge, die auch der Entwicklung Ihres Kindes entsprechen. Jedes Material hat sowohl seine Vor- als auch seine Nachteile. Informieren Sie sich bei den jeweiligen Händlern oder lassen Sie sich vom Fachmann beraten, falls Sie Zweifel an der Unbedenklichkeit des Materials haben. Wenn Sie dann das für Ihr Kind geeignete Gefährt gefunden haben, kann einem ungetrübten Fahr- und Spielspaß nichts mehr im Wege stehen.

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