Holz für Heimwerker: Tipps rund um Brennholz, Furnieren, Platten und Leisten

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Holz für Heimwerker: Ratgeber für den Kauf von Brennholz, Furnieren, Platten und Leisten

Für den Heimwerker und Holzbauer ist Holz Nutz- und Gestaltungsmaterial zugleich. Als Brennholz wärmt es das Haus, als Furnierplatte dient es zur Herstellung von Möbeln und Abdeckungen. So vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten sind, so viel Überlegung erfordert die Auswahl. Im folgenden Ratgeber erhalten Sie die wichtigsten Informationen zu den Themen Brennholz, Furnier, Platten und Leisten. Im einleitenden Teil wird es dabei um die wichtigsten Eigenschaften des Brennholzes gehen und Hinweise zu Auswahl und Verwendung geben. Daran anschließend werden Besonderheiten von Furnieren und ihre Anwendungsgebiete thematisiert. Bei der Auswahl von Furnieren können Sie mit diesem Ratgeber auf eine erste Orientierungshilfe zurückgreifen. Alle wichtigen Materialien finden Sie in unserem Heimwerker-Shop

Die wichtigsten Fakten zum Brennholz

Unter den Begriffen Brenn- und Feuerholz fasst man verschiedene Holzarten zusammen, die man zum Kochen und Heizen verwendet. Dabei verbrennt man trockenes Holz, um ein höchstmögliches Maß an Wärmeenergie zu gewinnen. In Fachkreisen subsumiert man die Bezeichnungen Feuer- und Brennholz unter dem Terminus Energieholz. Er sagt aus, dass Holzarten, die der Klasse angehören, ausschließlich zur Energiegewinnung mittels Verbrennung genutzt werden.
Zum Energieholz gehören verschiedene Formen wie Scheitholz, Rundholz, Reisig und Stückholz für den Ofen. Eine weitere Unterscheidung trifft man hinsichtlich der Vorgeschichte des verwendeten Holzes. Die primäre Form ist das naturbelassene Holz. Es wird nach dem Abtrennen vom Baum direkt verwendet. Darüber hinaus gibt es Restholz, Altholz und Holzabfälle. Im Wesentlichen handelt es sich bei allen drei Formen um bereits verwendetes Holz, das zur neuerlichen Nutzung wiederaufbereitet wird.

Im Handel finden Sie viele verschiedene Arten von Brennholz. Vertreten sind Eiche, Fichte, Kiefer, Buche und weitere. Welche Charakteristika bei der Nutzung von Brennholz von Bedeutung sind, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Eigenschaften sind bei der Auswahl von Brennholz relevant?

Es stehen verschiedene Arten von Brennholz zur Auswahl. Die Entscheidung für eine Sorte sollte dabei nicht beliebig erfolgen. Sie unterscheiden sich in ihrem Heizwert, ihrer Energiedichte, der Entzündung, der Verbrennung und den Emissionen. Anbei erhalten Sie einen Einblick in die wichtigsten Eigenschaften und ihren Beitrag zur Aufwärmung Ihres Hauses.

Ein zentrales Kriterium – der Heizwert

Der Heizwert gibt an, welche Wärmemenge bei der Verbrennung des Holzes maximal genutzt werden kann, ehe es zur Kondensation von Wasserdampf kommt. Er variiert nicht nur zwischen verschiedenen Holzarten. Auch innerhalb einer Sorte weist er Schwankungen auf. Dies hängt mit der jeweils einzigartigen Zusammensetzung und der Strukturierung eines Holzes zusammen. Der Heizwert wird auf zwei verschiedene Arten angegeben, kWh/kg und kWh/Kubikdezimeter.

Entscheidend für die maximal nutzbare Wärme ist nicht die Dichte des Holzes, sondern der Wasseranteil. Er wird in Prozent angegeben. Der Heizwert von feuchtem Holz ist entsprechend geringer, da ein Teil der Feuerenergie darauf verwandt werden muss, das enthaltene Wasser zu verdampfen. Sie beträgt 0,63 kWh für einen Liter Wasser. Achten Sie aus diesem Grund immer auf die Trockenheit, um dem Holz ein Maximum an Heizleistung entnehmen zu können. Zur Bestimmung des Wasseranteils können Sie Feuchtigkeitsmessgeräte verwenden.

Als Richtwert können Sie sich an trockenem Laubholz orientieren. Es hat einen Heizwert von etwa 5 kWh/kg. Der Heizwert von Nadelholz liegt aufgrund des Harzanteils um 0,2 höher.

Was sagen das Heizöläquivalent und die Energiedichte aus?

Der Begriff Heizöläquivalent steht für die Menge eines bestimmten Brennstoffes, den man benötigt, um den gleichen Heizwert wie dieselbe Menge Heizöl zu erreichen. Es handelt sich bei dem Heizöläquivalent um einen Wert, den man zur Effizienzbeurteilung verschiedener Brennhölzer nutzt. Man kann sich dies gut an einem Beispiel veranschaulichen. Ein Raummeter Laubholz entspricht in der Heizleistung etwa 200 Litern Heizöl. Vergleichen Sie die Werte, um ein möglichst gutes Heizergebnis zu erzielen. Beachten Sie, dass der Heizwert vom Wassergehalt abhängt. Er muss aus diesem Grund immer angegeben sein. Natürliches Holz trocknet ohne technischen Zusatz höchstens bis auf 15 Prozent.

Brennholz wird in drei gängigen Größen vertrieben, Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter. Die erste Größe steht für einen Kubikmeter Holz ohne Zwischenräume. Der Raummeter enthält Zwischenräume. Er entspricht etwa 0,7 Festmetern. Der Schüttraummeter entspricht geschütteten, nicht gestapelten Holzscheiten. Er ist äquivalent zu 0,71 – 0,82 Raummetern.

Das müssen Sie beim Entzünden beachten

Um das bestmögliche Heizergebnis zu erreichen, positioniert man das Holz auf eine bestimmte Weise. Auf der Ofenfläche schichtet man zunächst Zeitungsholz auf, das man mit leichten Resten von Wellpappe und Spanholz bestreut. Das Feuer kann sich mit dieser Anordnung schnell aus dem Zentrum heraus ausbreiten. Als Zündhilfe kann zusätzlich Holzwolle mit Wachsüberzug oder Hackgut verwendet werden. Zum Anzünden genügt ein Streichholz.

Physikalische und chemische Grundlagen des Prozesses beruhen auf der geringen Wärmeleitfähigkeit des Holzes. Da die Wärme nicht abgegeben werden kann, entflammt es schnell. Die beim Brennen aus dem Holz austretenden Bestandteil sind ebenfalls leicht entzündlich. Hierbei handelt es sich um Terpene, ätherische Öle oder Wachsdampf.

Je nach Schichtung kommt es zu unterschiedlichen Verbrennungsarten. Werden die Holzscheite über der Zündhilfe gestapelt, kommt es zu einem oberen Abbrand. Die Luft gelangt dabei seitlich an das Brennholz. Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sich weniger Gas aus dem Innern des Holzes ausbreitet. Es tritt über den Schornstein aus, ohne zu entflammen. Wenn man das Feuer über den Holzscheiten entfacht, kommt es zu einem unteren Abbrand. Der Vorteil besteht in einer effizienteren Verbrennung. Die Gase entweichen dabei nicht nach oben. Eine Lüftung weht sie nach unten und zur Seite, wo sie zum Ausbrennen einer zweiten Kammer sorgen.

Holzverbrennung und Abgabe von Emissionen

Die Verbrennung des Holzes vollzieht sich in zwei Schritten. Im ersten gast das Holz unter Hitzeentwicklung aus. Im zweiten Schritt entzünden sich Gase und Holz. Beide Prozesse vollziehen sich als Teilschritte. Zuerst erwärmt sich das Holz solang, bis flüchtige Bestandteile des Holzes austreten (Terpene, Öle). Ab einer Temperatur von 100°C tritt das Wasser aus und wird abgeleitet. Bei Temperaturen von etwa 250°C beginnt das Holz, sich zu zersetzen. Nach weiteren Temperaturerhöhungen kommt es zur Umwandlung zu Kohlenstoff. Die entstehende Wärme wird an den Ofen, die Umgebung und neu zugeführte Holzscheite weitergegeben.

Bei der Verbrennung werden in erster Linie Wasserdampf, Stickstoff und Kohlendioxid frei. Es kommt zu einer Umwandlung, in deren Folge Stickoxide entstehen. Diese bilden zusammen mit dem Wasserdampf Säuren, die zur Umweltbelastung führen. Bei der Verbrennung entstehender Schwefel verbleibt überwiegend in der Asche. Eine Gefahr birgt die Verbrennung von nassem Holz. Es wird viel Wärme für die Verdampfung des Wassers benötigt. Die Energie fehlt bei der eigentlichen Verbrennung. Es kommt zur Bildung von Ruß und Holzteer. Die Oxidation erfolgt nicht vollständig. Ein schlechter Abzug führt zu den nämlichen Problemen. Weitere gesundheitsschädliche Stoffe, die entstehen können, sind Kohlenstoffmonoxid, Glanzruß, Kohlenwasserstoffe und mineralische Stoffe.

Wissenswertes über Furniere

Furniere sind ein weiterer Anwendungsbereich von Holz. Es handelt sich dabei um Blätter mit einer Dicke von 0,3 – 6 mm. Sie werden durch spezielle Schneidverfahren vom Baumstamm abgetrennt. Man nutzt Furniere in verschiedenen Bereichen. Anbei sehen Sie einige Beispiele:

  • Deckfurnier: Man nutzt Sie zur Veredelung von Oberflächen. Sie werden aufgeklebt, um eine ästhetische Holzoptik auf günstigen Materialien zu erzeugen.

  • Unterfurnier: Diese Furniere verwendet man, um eine Trennschicht zwischen Deckfurnier und Trägermaterial zu schaffen. Der Grundgedanke hinter dieser Technik ist es, Beschädigungen des Ausgangsmaterials nicht auf der Oberfläche des Deckfurniers sichtbar werden zu lassen.

  • Blindfurnier: Diese Ausführungen haben in erster Linie einen funktionalen Zweck. Sie verhindern als Gegenzugfurnier, dass sich außenfurnierte Objekte statisch verziehen.

  • Absperrfurnier: Hierbei handelt es sich um Furniere, die die Bewegung einer Trägerplatte verhindern. Relevant ist dies zum Beispiel bei Tischlerplatten.

Für die Furnierherstellung verwendet man unterschiedliche Materialien:

Nach der Art der Herstellung unterscheidet man Schäl-, Säge- und Messerfurniere. Beim Schälen werden die Stämme zunächst einige Zeit im Wasser gekocht. Dadurch erhalten Sie eine spezifische Maserung. An die Entrindung schließt sich das Einspannen in einer Walze ein. Der Stamm rotiert um einen Messerbalken, an dem ihm Schicht um Schicht feine Streifen entnommen werden. Man verarbeitet die langen, dünnen Schichten nach der Aufteilung zu Platten weiter. Es gibt Furniersperrhölzer, Stabsperrhölzer und Schichthölzer. Eine Besonderheit stellen Formsperrhölzer und Vogelaugenfurniere dar.

Das Messerfurnier wird grundlegend ähnlich hergestellt. Die Stämme werden gekocht. Anschließend bewegt sich ein Messerschlitten über sie hinweg. Mit jeder Schlittenüberfahrt entsteht ein einzelnes Furnier. Beim Sägefurnier werden die einzelnen Scheiben mit einer Säge abgetrennt.

Ein kurzer Überblick über verschiedene Arten von Platten

Mit Furnieren stellt man verschiedene Arten von Platten her, die im Haus- und Wohnungsbau Anwendung finden. Eine weitverbreitete Art ist das Furniersperrholz. Dabei handelt es sich um einen Holzwerkstoff, der aus geschichteten Lagen von Schälfurnieren besteht. Eine besondere Eigenschaft, die sich aus dieser Herstellungsweise ergibt, ist die Stabilität. Platten mit einer Dicke von 12 mm und wenigstens fünf Lagen bezeichnet man als Multiplex-Platte. Man nutzt sie für Treppen, Lautsprechergehäuse, Verbindungsteile im Rahmenbau und Dachschalungen. Es gibt verschiedene Qualitätsstufen. Die mit Buchstaben von A – C angeben, inwieweit Äste am Holz vorhanden waren und ob Farbeinläufe möglich sind. Am besten ist Qualitätsstufe A. Platten dieser Art werden häufig im Leistenformat vertrieben.

Eine weitere häufig verwendete Art ist das Stabsperrholz (auch Tischlerplatte) genannt. Es besteht aus parallel angeordneten Holzstäben, die mit Deck- und Absperrfurnieren versehen sind. Ihr Vorteil besteht in ihrer Stabilität und Biegesteifheit, die bei verschiedenen Klimaeinflüssen bestehen bleibt. Man nutzt sie in erster Linie für die Möbelproduktion. Teilweise finden Sie auch im Schiffs- und Wohnwagenbau Anwendung. Beachten Sie, dass Stabsperrhölzer nicht als tragende Bauteile zugelassen sind.

                                                                                                                   

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