Hörspielkassetten kann man reparieren!

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Hörspielkassetten, besonders von Europa, erfreuen sich in der heutigen Zeit immer mehr an Beliebtheit. Für Erwachsene sind diese alten Aufnahmen ein Stück Kindheit. Das ist auch gut so, denn ich selbst bin ein großer Fan dieser Produktionen.

Hörspiele (egal von Die drei ???, Trixie Belden, Hanni und Nanni, Fünf Freunde oder TKKG) sind etwas sehr schönes und haben sehr viel mit Nostalgie und Kindheit zu tun. Außerdem sind Hörspiele nicht nur etwas für Kinder oder Jugendliche. Die meisten Käufer für Hörspielkassetten sind tatsächlich Erwachsene.

Nun passiert es, dass wir auf dem Dachboden stöbern, auf Flohmärkten gucken oder hier bei ebay schauen. Und wir finden alte Hörspiele wieder!!!

Erwartungsvoll legen wir sie in unseren Kassettenrekorder, und was ist? Die Bänder klingen total dumpf, spielen nicht mehr richtig oder verheddern sich ständig im Tonkopf. Auf diese Weise ist mir so manches Hörspiel abhanden gekommen, da letztendlich sogar die Bänder gerissen sind.

Werfen Sie die Kassetten bitte nicht weg, denn man kann sie ganz leicht reparieren. Der Leser sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein Erfolg nicht garantiert ist, aber in den meisten Fällen klappt es ganz gut.

1. Wenn eine Kassette merkwürdig dumpf klingt (es empfiehlt sich, den Tonkopf alle 10 Hörstunden zu reinigen), kann man den Ton ein wenig verbessern, indem man das Band anhebt. Das funktioniert so: In der Mitte der Kassette befindet sich ein kleines Stückchen Filz (variiert von Kassette zu Kassette in Form und Material). Dieses dient dazu, das Band oben zu halten, damit es einen besseren Kontakt zum Tonkopf hat. Bei häufigem Hören jedoch wird das Filzstück mehr oder weniger nach unten gedrückt, sodass es keinen guten Kontakt mehr zum Tonkopf hat. Und über die Jahre hinweg verschwindet die Tonqualität immer mehr.

Der Trick ist, dass man einfach das Stückchen Filz wieder anhebt. Bei manchen Kassetten ist es so, dass das Stücken auf ein kleines Stückchen Alu geklebt ist. Dieses kleine Alu-Stücken muss man einfach ein wenig nach oben biegen, und schon läuft das Band besser. Wchtig: Gehen Sie bei dieser Arbeit sehr vorsichtig vor, da die kleine Alubrücke sehr empfindlich ist. Bei zu großem Kraftgebrauch kann sie brechen, verbiegen oder sich verschieben, sodass letztendlich die Tonqualität nicht mehr gegeben ist. Es empfiehlt sich, mit einer Steck- oder Nähnadel zu arbeiten, deren Spitze man ganz einfach unter der Alubrücke platziert (direkt unter dem für den Ton wichtigen aufgeklebten Stückchen Filz oder Stoff). Danach hebt man die Brücke von beiden Seiten an, bis die gewünschte Höhe und Nähe zum Tonkopf erreicht ist. Es ist wichtig, dass man sie von beiden Seiten anhebt, damit sie gerade ist. Eine schiefe Brücke gibt keinen guten Ton und kann im schlimmsten Fall dazu führen, das Band zu verheddern.

Bei einigen, vor allem älteren Bändern, gibt es keine Alubrücke. Dann wurde das Filzstückchen (meist ist nur die oberste Schicht Filz, das auf elastischen Schaumstoff geklebt wurde). Sollte dies bei der zu reparierenden Kassette der Fall sein, dan muss man einfach ein Stück Filz von einer Kassette nehmen, die man nicht mehr braucht. Man entfernt die oberste Filzschicht mit einer Stecknadel oder anderem, dünnen Werkzeug und klebt es mit wenig Klebstoff auf die zu reparierende Kassette. Sollte das abgetrennte Stück größer sein als das, was die zu reparierende Kassette braucht, sollte man es vorsichtig mit einer scharfen, dünnen Schere zurecht schneiden, damit es nicht übersteht.

2. Wenn das Band gerissen ist, ist es nur nützlich, wenn das Band nicht in der Kassette verschwunden ist. Wenn das passiert, ist die Kassette verloren, denn bei dem Versuch die Kassette zu öffnen (viele der alten Hörspiele sind geschraubt) kann es passieren, dass etwas bricht. Die neuen Kassetten sind nicht mehr geschraubt; sie gehen bei dem Öffnungsversuch auf jeden Fall kaputt.

Wenn beide Bandstücke noch an der Oberfläche sind, kann man sie von unten (ganz wichtig, dass es von unten ist, damit der Ton nicht vom Tesa-Film überklebt wird) mit einem kleinen Stücken Tesa-Film zusammenkleben, das man sich vorher zurecht schneiden muss. Diese Arbeit erfordert sehr viel Fingergeschick und ist auch nur dann ratsam, wenn wirklich kein Stück des Bandes fehlt. Wenn das der Fall sein sollte, wurde Ihre schöne Aufnahme ungewollt "geschnitten" und ein Teil des Hörspiels fehlt.

 3. Viele Bänder entwickeln über die Jahre hinweg ein störendes Hintergrundgeräusch wie Knacken oder Rauschen. Das liegt daran, dass die Bänder falsch gelagert wurden (entweder auf Dachböden oder in Kellern). Diese Hintergrundgeräusche verschwinden leider nie mehr.

Hier folgen noch ein paar Tipps zur Pflege Ihrer Lieblingskassetten:

1. Lagern Sie die Kassetten niemals in feuchten Kellern oder staubigen Dachböden, denn dadurch werden die kostbaren Bänder angegriffen. Lagern Sie sie am besten in einem Karton an einer trockenen und lichtgeschützten Stelle.

2. Vermeiden Sie zu häufiges Vor- und Zurückspulen. Dadurch werden die Bänder zu sehr in Mitleidenschaft gezogen.

3. Bewahren Sie Ihre Kassetten unbedingt in einer entsprechenden Hülle auf.

4. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und zu große Temperaturschwankungen.

5. Vermeiden Sie zu häufige Berührungen mit den bloßen Fingern auf dem Band. Das ist ohnehin völlig unnötig.

6. Verstauen Sie eine gehörte Kassette sofort wieder in der dazugehörigen Hülle.

Das waren ein paar Tipps für Hörspielsammler. Ich hoffe, dass ich dem einen oder anderen geholfen habe! Sollten Sie gezielte Fragen an mich haben, dann schreiben Sie mir doch einfach eine E-Mail. Vielleicht kann ich Ihnen weiterhelfen. Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Hören Ihrer Kassetten.

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