Hörgenuss pur – wie Sie Laptops und PCs mit einer externen Soundkarte nachrüsten

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Hörgenuss pur – wie Sie Laptops und PCs mit einer externen Soundkarte nachrüsten

Ohne Soundkarte oder Soundchip auf dem Mainboard sind Laptop und Computer meist stumm. Oft reicht allerdings auch die Qualität einer vorhandenen Soundkarte für die eigenen Ansprüche nicht aus. Hi-Fi-Tonqualität, realitätsnahe Sounds bei Computerspielen oder Surround-Sound für Videofilme verlangen nach einer leistungsfähigen Technologie. Für die Internettelefonie oder kleinere Präsentationen hingegen leistet die vorhandene Soundkarte oft genug.

Eine einfache Alternative, den Klang zu verbessern, ist der Anschluss einer externen Soundkarte. So muss am Laptop oder am PC nicht geschraubt werden, und alle Komponenten können bleiben, wo sie sind. Dabei gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Modellen für externe Soundkarten. Sie reichen vom USB-Stick mit integrierter Soundkarte bis hin zu einer aufwendigen Box, für die allerdings auch ein wenig Platz auf, neben oder unter dem Schreibtisch geschaffen werden muss.

Externe Soundkarten sind auch perfekt geeignet, um den Klang eines Notebooks zu verbessern. Sie lassen sich bei Bedarf einsetzen und können so auch unterwegs für überzeugende Klangergebnisse sorgen.

Geht es auch ganz ohne Soundkarte?

Auch wenn eine Soundkarte zur Standardausstattung von PC oder Laptop gehört – zwingend erforderlich wäre sie nicht, um Töne vom Computer hören zu können. Denn es gibt inzwischen moderne Grafikkarten, die diese Aufgabe mit übernehmen können. Voraussetzung dafür ist, dass die Grafikkarte über einen HDMI-Ausgang verfügt. Neben Bildern kann sie damit auch Töne verarbeiten. Um diese auch hören zu können, schließen Sie einfach Lautsprecher direkt an den HDMI-Ausgang Ihres Computers an.

Eine andere Möglichkeit stellen Monitore mit integrierten Lautsprechern und einem HDMI-Anschluss dar. Wenn der Monitor keine eigenen Lautsprecher hat, kann über einen Audioausgang (wieder per HDMI) die Tonquelle an externe Lautsprecher weitergeleitet werden.

Hinweis: Grafikkarte oder Monitor können zwar Töne an Lautsprecher ausgeben, an die Tonqualität einer leistungsstarken Soundkarte reichen sie jedoch nicht heran. Wenn Sie Wert auf hohe Klangqualität legen, ist eine Soundkarte unumgänglich.

Die Einsatzgebiete einer Soundkarte

Auch wenn die meisten Mainboards heute Sound-On-Board zur Verfügung stellen, ist eine Soundkarte, unabhängig davon, ob sie intern oder extern angeschlossen wird, einem solchen Soundchip weit überlegen.

Trotzdem gibt es natürlich Qualitätsunterschiede. Um herauszufinden, welche Soundkarte den eigenen Vorstellungen am ehesten entspricht, ist es wichtig zu wissen, wofür sie überwiegend verwendet werden soll. Dabei gibt es unterschiedliche Schwerpunkte beim Einsatzzweck, die nach verschiedenen Soundkarten verlangen.

Die gängigsten Einsatzgebiete für Soundkarten sind unter anderem:

  • Internettelefonie oder Chats,
  • Webvideos schauen oder MP3-Dateien abspielen,
  • Musik in Hi-Fi-Qualität hören,
  • Kinofilme mit Surround-Sound abspielen und
  • PC-Spiele mit Raumklang spielen.

Übrigens: Am schlechten Klang der Töne aus Laptop oder Computer muss nicht zwangsläufig die Soundkarte verantwortlich sein. Oft liegt es auch an den Lautsprechern. Um das herauszufinden, können Sie zum Beispiel die Klangqualität Ihrer Soundkarte mithilfe von Kopfhörern testen. Erscheint Ihnen der Klang dann deutlich besser, empfiehlt es sich, zunächst neue Lautsprecher anzuschaffen. Selbst wenn Sie später die Soundkarte noch austauschen oder durch eine externe Soundkarte bessere Leistungen erzielen, haben Sie mit guten Lautsprechern schon die besten Voraussetzungen für eine ausgezeichnete Klangqualität geschaffen.

Externe Soundkarten entlasten den Prozessor

Wenn Computer oder Laptop über eine sogenannte Onboard-Soundkarte verfügen, ist der Prozessor dafür zuständig, die notwendigen Rechenarbeiten zum Umsetzen der elektrischen Signale in Töne zu übernehmen. Das kann, besonders bei älteren oder ohnehin schon stark ausgelasteten Prozessoren, zu Problemen führen.

Eine externe Soundkarte entlastet den Prozessor. Sie übernimmt seine Aufgaben ähnlich wie andere moderne Einsteckkarten und sorgt so für ein optimales Ergebnis. Es gibt für externe Soundkarten die Möglichkeit, sie über einen USB-Port oder über die Firewire-Schnittstelle an PC oder Laptop anzuschließen.

Hinweis: Achten Sie auf Qualität. Einfache Einstiegsgeräte genügen in der Regel für Internettelefonie, nicht aber für hochwertigen Klanggenuss.

Die Vor- und Nachteile externer Soundkarten

Einen ganz großen Vorteil bieten externe Soundkarten. Sie lassen sich an jedem beliebigen Computer oder Notebook anschließen. Außerdem muss das PC- oder Laptop-Gehäuse nicht geöffnet werden, um die Soundkarte an den Rechner anzuschließen. Darüber hinaus belegt die externe Soundkarte keinen Steckplatz, der eventuell für andere Erweiterungskarten benötigt wird.

Die Anschlüsse an der externen Box sind zudem wesentlich besser erreichbar, als es bei einer eingebauten Soundkarte der Fall ist. Viele externe Soundkarten verfügen über nützliche Zusatzausstattungen, die interne Lösungen nicht bieten.

Kauftipp: Achten Sie darauf, dass die externe Soundkarte über einen integrierten Vorverstärker verfügt. Das ermöglicht es Ihnen zum Beispiel, einen Plattenspieler unmittelbar an die Soundkarte anzuschließen und so alte Schallplatten zu digitalisieren und auf eine CD zu brennen.

Nachteilig ist der teilweise etwas höhere Kaufpreis. Außerdem benötigt die Box mit der externen Soundkarte zusätzlichen Speicherplatz.

Wichtig: Es gibt noch immer externe Soundkarten, die dem Prozessor die Rechenleistung nicht abnehmen. Das kann, besonders bei älteren PCs oder Notebooks, zu Problemen bei der Tonübertragung führen. Informieren Sie sich anhand des Handbuches oder auf der Webseite des Soundkartenherstellers darüber, ob das von Ihnen gewählte Modell tatsächlich ohne Prozessorunterstützung arbeitet.

Externe Soundkarten speziell für Notebooks

Da die eingebauten Soundkarten in einem Notebook normalerweise nicht updatefähig sind, sind externe Lösungen auch hier ein Mittel der Wahl. Allerdings erhöht sich das Transportgewicht des Laptops, wenn man die externe Soundkarte auch für den mobilen Einsatz vorsieht.

Hier gibt es eine praktische Alternative, nämlich eine Soundkarte für den externen Erweiterungsschacht. Bei älteren Notebooks ist das ein PC-Card, bei modernen Geräten ein ExpressCard-Anschluss.

Die Soundkarte verschwindet so fast vollständig im Gehäuse, und nur die Anschlüsse bleiben sichtbar. Das nimmt weniger Platz weg und löst auch das Transportproblem.

Achtung: Es gibt Modelle, die trotzdem mit einer externen Box arbeiten, um möglichst viele Anschlussmöglichkeiten zu bieten. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf einer solchen externen Soundkarte genau darüber, welche Komponenten notwendig sind.

Die externe Soundkarte als USB-Stick

Es ist nicht immer notwendig, eine große Box zu kaufen, um in den Genuss einer externen Soundkarte mit akzeptabler Leistung zu kommen. Ein kleiner USB-Stick genügt. Allerdings darf man von dieser Alternative keine Höchstleistungen erwarten. Im Stick ist nicht genügend Platz für einen eigenen Klangprozessor, und auch aufwendige Technik kann hier nicht untergebracht werden.

Normalerweise besitzen USB-Stick-Soundkarten auch nur zwei Anschlüsse, nämlich einen für ein Mikrofon und einen zweiten für Kopfhörer. Das schränkt ihr Einsatzgebiet ein. USB-Sticks als Soundkarten sind gut geeignet zur Verwendung mit einem Headset, zum Beispiel für die Internettelefonie.

Für hohe Anforderungen wie zum Beispiel PC-Spiele mit Raumklangerlebnis, Hi-Fi-Musikübertragungen oder Videos mit Surround-Sound sind sie definitiv nicht geeignet.

Allerdings haben diese USB-Sticks einen ganz großen Vorteil: Sie sind klein, lassen sich leicht anschließen und können, sofern sie über einen integrierten Flash-Speicher verfügen, wie ein ganz normaler USB-Stick auch zum Speichern von Daten verwendet werden.

Den Onboard-Sound abschalten

Damit sich Onboard-Chip und externe Soundkarte nicht gegenseitig beeinflussen können, sollte der Onboard-Sound abgeschaltet werden. Das ist nur über das BIOS möglich. Welche Taste des Computers Sie drücken müssen, um in das BIOS zu gelangen, wird beim Starten des PC kurz angezeigt.

Wenn Sie den BIOS-Bildschirm vor sich haben, suchen Sie zum Beispiel nach der Funktion Sound-On-Board. Welche genaue Bezeichnung Ihr BIOS für den Soundchip vergeben hat, finden Sie im Bedienungshandbuch Ihres Computers.

Die Funktion muss nun von „Enabled“ auf „Disabled“ umgeschaltet werden. Die Änderung müssen Sie speichern, bevor Sie das BIOS wieder verlassen. Sollten Sie sich Änderungen am BIOS nicht ohne Unterstützung zutrauen, lassen Sie die Deaktivierung des On-Board-Sounds von einem Fachmann vornehmen. Oft helfen auch ein Besuch auf der Webseite des Mainboard-Herstellers oder eine Online-Anfrage, wie sich der Soundchip deaktivieren lässt.

Einfacher ist es, wenn Sie in Ihrem PC bisher eine Soundkarte über einen Steckplatz verwendet haben. Beim Umstieg auf die externe Soundkarte können Sie das interne Modell einfach ausbauen beziehungsweise die Steckverbindung zum Mainboard unterbrechen.

Mit der externen Soundkarte Kinosound an PC und Laptop erleben

Die externe Soundkarte ist – genau wie ihr internes Pendant – ein Teamplayer. Die beste Leistungsqualität kommt nur mit den passenden Lautsprechern zustande. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie sich echten Kinosound auf PC oder Laptop holen möchten. Denn wirklich realistisch wird ein Film erst, wenn die Töne im Raumklanformat übertragen werden.

Dafür muss die Soundkarte aber spezielle Technologien beherrschen, die Sie zum Beispiel an Bezeichnungen wie

  • Dolby Digital,
  • Dolby Surround oder
  • THX

erkennen können.

Dolby Surround ist ein analoger Standard. Wenn Sie Ihren PC oder Ihr Laptop auch für Spiele mit Raumklang verwenden, sollten Sie jedoch idealerweise gleich auf die digitale Technik setzen und eine Dolby-Digital-Soundkarte kaufen. Sie verfügt über insgesamt sechs Ausgänge – einen für jeden Kanal.

Lautsprecher aufstellen

Positionieren Sie die Lautsprecher am besten nach diesem Schema:

  • Je einen Lautsprecher rechts und links vom Monitor,
  • je einen Lautsprecher oberhalb und unterhalb des Monitors,
  • die verbleibenden beiden Lautsprecher können rechts oder links neben oder auch hinter dem Sitzplatz stehen.

Dolby-Digital-Soundkarten haben einen zusätzlichen Kanal für den Anschluss eines Subwoofers. Diesen platzieren Sie am besten unter dem Schreibtisch. Da die tiefen Töne des Subwoofers zwar zu hören, aber nicht zu orten sind, kann er aber auch an jeder anderen beliebigen Stelle im Raum aufgestellt werden.

Gekennzeichnet sind Dolby-Digital-Soundkarten mit dem Kürzel 6.1. Damit diese Systeme angesteuert werden können, muss die Karte entweder Digital ex oder DTS ES unterstützen. Hinweise dazu finden Sie in den Technischen Datenblättern auf der Webseite des Herstellers.

THX-Soundkarten stellen sogar Kanäle für bis zu acht Lautsprechern bereit. Hier können Sie sieben Satelliten und einen Subwoofer anschließen. Sie erkennen THX-Karten auch an dem Kürzel 7.1.

Von einem perfekten Klangerlebnis an Laptop und PC trennt Sie jetzt nur noch der Kauf einer externen Soundkarte. Die Informationen, worauf es bei der Auswahl ankommt, werden Ihnen dabei helfen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden