Hochtöner für die optimale Lautsprecher-Leistung

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Hochtöner für die optimale Lautsprecher-Leistung

Wenn jemand etwas in höchsten Tönen lobt, dann kann man davon ausgehen, dass es gut ist. Hochtöner hingegen loben nicht, sie veredeln Ihren Musikgenuss mit klaren Höhen und feinen Klangnuancen.
Hochtöner werden in Musik-Anlagen und Heimkino-Anlagen eingesetzt. Hier sind sie für die hohen Töne zuständig. Entscheidend dafür ist der Aufbau von Hochtönern. Während Subwoofer und Mitteltöner mit großen Membranen für großen Schalldruck sorgen, sind Hochtöner-Lautsprecher mit einer kleineren Bauweise und kleineren Membranen für die höheren, feineren Töne und Nuancen zuständig.

Doch was macht einen guten Hochtöner aus? Worin unterscheiden sich Hochtöner von normalen Lautsprechern? Und worauf sollte ich beim Kauf von hochwertigen Hochtönern achten? Dieser Ratgeber soll auf diese Fragen Antworten geben. Um einen qualitativen Hochtöner zu erkennen, ist technisches Verständnis eine große Hilfe. Schließlich sollten Sie die wichtigsten Begriffe und Zahlen einmal gehört haben. Zunächst sind daher ein paar technische Grundlagen zu schaffen.

Was sind Hochtöner? Die Frequenz entscheidet

Hochtöner sind für besonders hohe Töne gemacht. Bevor hier im weiteren von hohen und tiefen Frequenzen die Rede ist, möchten wir Ihnen kurz erläutern, was es damit auf sich hat.

Töne, Klänge und Geräusche sind nichts anderes als Schallwellen in der Luft. Sie unterscheiden sich nicht nur im Klang, sondern auch in der Tonhöhe. Um die Tonhöhe zu bestimmen, wird die Frequenz eines Tones gemessen. Die Frequenz steht für die Anzahl der Schwingungen in einem bestimmten Zeitraum. Je mehr Schwingungen in diesem Zeitraum stattfinden, desto höher ist der Ton. Während tiefe Basstöne also eine besonders lange Wellenlänge von mehreren Metern haben können, haben hohe Töne eine eher kurze Wellenlänge. Die Frequenz wird in der physikalischen Einheit Hertz gemessen.

Welche Frequenzen nimmt das menschliche Gehör wahr?

Das menschliche Gehör umfasst in etwa den Frequenzbereich von 20 Hertz bis 20.000 Hertz. Die Hörwahrnehmung nimmt mit dem Alter jedoch deutlich ab, sodass die obere wahrnehmbare Frequenzgrenze bis deutlich unter 10.000 Hertz fallen kann. Der sogenannte Kammerton, der meist verwendete Ton bei Stimmgabeln, liegt bei 400 Hertz. Um das Klangspektrum einzuteilen, spricht man von verschiedenen Frequenzbereichen, für die unterschiedliche Lautsprecher verwendet werden können.
Der Grund für die Aufteilung liegt darin, dass für die Erzeugung unterschiedlicher Tonfrequenzen verschiedene Voraussetzungen ideal sind. Kleine Bauarten mit kleineren Membranen können feine, hohe Töne besser wiedergeben, als große. Umgekehrt verhält es sich mit tiefen Tönen. Diese benötigen ein großes Chassis, ebenso große Membrane und Lautsprechergehäuse, um voll und voluminös zu klingen.

Diese Bereiche sind:

  • Bässe
  • Mitten
  • Höhen

Basslautsprecher sind in der Regel in einem Frequenzbereich von sehr tiefen 20 Hertz bis zu moderaten 150 Hertz einsetzbar. Die Mitten übernehmen den Bereich von 150 bis 2.000 Hertz. Die Höhen sind bis zu Superhochtönen mit 20.000 Hertz einsetzbar.

Für den Musikbereich sind diese verschiedenen Frequenzbereiche für unterschiedliche Klänge zuständig. Die Höhen und Mitten spielen für das Klangbild eine ganz besondere Rolle. Schwachstellen in diesem Bereich der Hi-Fi-Anlage sind besonders offenkundig zu hören. Der Grund dafür liegt in der menschlichen Anatomie: In dem Bereich zwischen 2.000 und 5.000 Hertz ist das Gehör besonders empfindlich.
Zugleich ist diese Frequenzregion maßgeblich für die Oberton-Wiedergabe der menschlichen Stimme. Obertöne bestimmen, sowohl bei Stimmen als auch bei Instrumenten, den speziellen Klang und insbesondere die Klangfarbe. Sie sind grundlegend dafür, dass wir Töne und Stimmen wiedererkennen und bestimmten Menschen und Instrumenten eindeutig zuordnen können.

Die obersten Frequenzbereiche von 10.000 bis 20.000 Hertz haben ebenfalls einen besonderen Einfluss auf das Musikerlebnis. Besonders bei klassischer Musik sind viele Instrumente in der Lage, Töne in dieser Lage zu produzieren. Klare Höhen erzeugen einen besonders leichten und filigranen Höreindruck und vermitteln gleichzeitig einen verstärkten Raumeindruck der Töne. Sind die Höhen mangelhaft ausgeprägt, klingt der Sound dumpf und wie in einem niedrigen Raum aufgenommen.

Hochtöner im Team mit anderen Lautsprechern und Subwoofern

Hochtöner sind meistens relativ klein gebaut. Sie sind mit kleinen Membranen für hohe Töne ausgestattet, während größere Bass-Membranen fehlen. Um dennoch das volle Klangspektrum abzudecken, werden Hochtöner in der Regel mit anderen Komponenten kombiniert.

Oftmals werden in einer Box ein Hochtöner-Lautsprecher und ein Tieftöner genutzt. Man spricht dabei von einer 2-Wege-Box. Kommt noch ein Mittentöner hinzu, nennt man dies 3-Wege-System. Ebenso häufig werden Hochtöner von einer zusätzlichen Subwoofer-Box ergänzt. Dieser übernimmt die tiefen Frequenzen.

Kauftipp: Übergangsfrequenzen müssen in jedem Fall vermieden werden

Bei der Kombination aus Hochtönern und anderen Lautsprecher-Elementen gibt es einiges zu beachten. Es ist wichtig, dass der Frequenzbereich der Hochtöner dort aufhört, wo der Frequenzbereich des Subwoofers beginnt. Überschneidungen und Lücken im Frequenzbereich sind für ein harmonisches Klangbild unbedingt zu vermeiden.

Die Trennung zwischen Subwoofer und Mitten liegt in der Regel zwischen 80 und 100 Hertz. Liegt diese bei Ihrem Subwoofer bei 80 Hertz und die Untergrenze Ihrer Hochtöner bei 150 Hertz, so entsteht eine Lücke im Frequenzgang. Dieses Loch ist deutlich zu hören: Töne in diesem Bereich werden nur leise oder im schlimmsten Falle gar nicht wiedergegeben. Zudem müssen alle Komponenten des Lautsprecher-Systems die gleiche Lautstärke spielen.

Den Frequenzgang beachten

Um auf dem Papier zu sehen, wie gut ein Lautsprecher-System die Töne wiedergeben kann, sollten Sie den Frequenzgang zur Hilfe nehmen. Diese Information ist den Lautsprechern im Idealfall beigelegt. Der Frequenzgang wird in einem Diagramm abgebildet und sollte eine möglichst gerade Linie bilden. Das besagt, dass die Lautsprecher alle Frequenzbereiche gleich laut wiedergeben können. Sind Wellen in der Linie zu verzeichnen, bedeutet das, dass einige Bereiche des Klanges lauter bzw. leiser wiedergegeben werden. Die Folge: Der Klang wirkt unharmonisch und schlecht ausgesteuert. Besonders im Mitteltonbereich wirken sich Fehler unmittelbar negativ auf das Klangerlebnis aus.

Da es sich hierbei um feine Nuancen geht, empfiehlt es sich gerade für Einsteiger, die Lautsprecher vom gleichen Hersteller zu beziehen. Hier kann man sichergehen, dass die Frequenzgänge und Lautstärken aufeinander abgestimmt sind.

Watt und Wirkungsgrad – nicht jede Leistungsangabe ist wirklich relevant

Es ist eines der größten Missverständnisse beim Lautsprecherkauf: Watt ist nicht gleich Lautstärke. Hersteller finden hier immer ausgefallenere Mess-Methoden, um besonders hohe Wattzahlen auf ihre Lautsprecher schreiben zu können. Ein Parade-Beispiel dafür ist der Wert PMPO (Peak Music Power Output). Dieser Wert gibt nicht etwa Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Lautsprecher, sondern gibt lediglich an, ab welcher extrem kurzen Spitzenbelastung der Lautsprecher zerstört wird.
Die eigentliche Belastungsgrenze, bei der ein Lautsprecher arbeiten kann, ohne Schaden zu nehmen, liegt häufig gut das zehnfache darunter. Dieser Wert wird als sogenannter Maximalbelastungswert angegeben und ist wesentlich aufschlussreicher als der zu ignorierende PMPO.

Gerade, wenn es um die Lautstärke geht, ist ein anderer Faktor entscheidend. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der Leistung, die ein Verstärker an den Lautsprecher weitergibt, tatsächlich in Schalldruck umgewandelt werden kann. Je höher dieser in Dezibel gemessene Wert ist, desto lauter spielt der Lautsprecher auch bei einer geringeren Verstärkerleistung.
Zur Orientierung: Bei Lautsprechern mit einem dementsprechend hohen Wirkungsgrad reichen einstellige Watt-Zahlen aus, um ein normales Wohnzimmer laut zu beschallen. Ein Watt Dauerleistung sind für eine durchschnittliche Zimmerlautstärke bereits völlig ausreichend.

So finden Sie die richtigen Hochtöner für Ihr Wohnzimmer

Bevor Sie sich für Hochtöner-Lautsprecher entscheiden, sollten Sie sich über einige Dinge im Klaren sein. Zunächst sind da die persönlichen Anforderungen an die Lautsprecher. Möchten Sie ein Stereo-System betreiben oder benötigen Sie Hochtöner für ein Heimkino Surround-System? Während Stereo-Systeme in der Regel mit zwei bis drei Lautsprechern auskommen, sind bei Surround-Systemen schnell sechs bis neun Lautsprecher-Elemente gefragt.

Beziehen Sie bei der Wahl Ihrer Lautsprecher auf jeden Fall die räumlichen Begebenheiten Ihres Wohnraumes in die Überlegungen mit ein. Ist Ihr Wohnzimmer eher verwinkelt oder bietet es einen perfekten, rechteckigen Raum für viele Lautsprecher? Alle diese Dinge sind in Erwägung zu ziehen. Denn nicht jedes Zimmer ist für ein 7.1 Surround-System mit acht Komponenten geeignet.

Das bereits vorhandene Equipment spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Sollten Sie bereits im Besitz von Subwoofern und Mitteltönern sein, achten Sie darauf, dass die technischen Voraussetzungen mit den neuen Hochtönern übereinstimmen.

Das Gleiche gilt für bereits vorhandene Verstärker. Hier ist vor allem darauf zu achten, dass der elektrische Widerstand bei beiden Geräten der gleiche ist. Angegeben wird dieser in der Maßeinheit Ohm. Der Wert liegt in der Regel zwischen 4 und 8.

So machen Hochtöner Ihre Stereo-Anlage und Ihr Heimkino-Erlebnis perfekt

Hochtöner kommen vor allem dort zum Einsatz, wo klare Töne und räumliche Klänge erreicht werden sollen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Hochtöner bei der Erzeugung von Raumklang eine zentrale Rolle spielen. Raumklang wird dadurch erzielt, dass der Sound auf verschiedene Kanäle aufgeteilt wird, die je ein anderes Signal wiedergeben. Bei Stereo-Anlagen sind dies zwei bis drei Kanäle, Anlagen dieser Art nennt man 2.0 bzw. 2.1 Systeme. Sitzt der Zuhörer in einem gleichseitigen Dreieck zu den beiden Stereo-Lautsprechern, lassen sich einzelne Klänge orten. Der Zuhörer hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen. Der Klang erscheint wie bei einem Live-Konzert, realistisch und voll. Hochtöner lassen die Klänge dabei noch plastischer wirken.

Ganz ähnlich – nur ausgefeilter – funktioniert diese Technik im Surround-Sound, den Sie aus dem Kino oder Heimkino kennen. Sechs und mehr Lautsprecher werden dabei so um den Zuschauer angeordnet, dass er die Geräusche und deren Richtungen orten kann. Man hat das Gefühl, mitten in der Filmhandlung zu sein. Zu einem kompletten 5.1 Lautsprecher-Set gehören zwei Stereo-Frontlautsprecher, zwei Surround-Kanäle, ein Subwoofer und ein Center-Lautsprecher. Bei 7.1 Systemen kommen noch zwei Rückkanäle hinzu.

Hier spielen Hochtöner eine ganz besondere Rolle. Sie werden hauptsächlich in den Surround-Kanälen, die seitlich und rückwärtig des Zuhörers angebracht werden, genutzt. Denn hier sind die Leistungen im Hochtonbereich besonders wichtig. Auch wenn besonders hohe Töne von einigen menschlichen Gehören nicht komplett wahrgenommen werden können, wird ein Klang mit Hochtönen dennoch als klarer, reiner und offener empfunden.

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