Hitler - der Aufstieg des Bösen, Robert Carlyle, DVD's

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 Hitler - der Aufstieg des Bösen (2 DVD's), - noch so eine typische US - Produktion

Über diesen Film gibt es sicherlich (wie eben nur allzu oft) geteilte Meinungen. Was dem einem noch gefällt, damit kann der andere wschl. nichts mehr anfangen.

Ich persönlich möchte hier mal folgende Bewertung abgeben. Es sind mir z.T. noch extremere Beispiele bekannt ("Befreiung" z.B. oder auch "U - 571"),um nur mal nur einige davon zu nennen.

Von der reinen Haupthandlung braucht eigentlich bestimmt nichts mehr weiter gesagt werden. Viele werden schon durch die allgemeine Gerüchteküche bestens darüber informiert worden sein.

Es wird hier lediglich versucht(!), die Lebensgeschichte und spätere politische Karriere Adolf Hitler's halbwegs historisch korrekt darzustellen.

Beginn der Geschichte ist allerdings erst, als Hitler bereits als 10 - jähriger gezeigt wird und die Story endet dann bereits wieder mit der endgültigen Machtergreifung (die ja eigentlich mehr eine Revolution von oben war) im Jahre 1933 - 34.

Alle weiteren Jahre danach, sowie der ganze zweite Weltkrieg, - bis wo dann z.B. hier "der Untergang" mit den letzten 10 Lebenstagen Hitler's im Führerbunker bzw. den weiteren 8 - 9 Tagen bis Kriegsende (dh. etwas weniger natürlich im Kampf um das zerstörte Berlin), wieder anschließt, bleiben allerdings ungezeigt und werden lediglich über Schautafeln abgehandelt.

Es wäre für weniger geschichtlich informierte besser, wenn darüber mal ein ausführlicher Film gemacht werden würde.

Natürlich haben sich (wie so oft bei ausländischen Filmen über die jüngere, deutsche Geschichte) ebenfalls wieder einmal einige historisch nicht belegbare Fehler in die Rahmenhandlung eingeschlichen. Oder es werden fiktive Personen und künstlerische Freiheiten (wie zuletzt diese erfundenen Liebesgeschichten z.B. bei "die Luftbrücke" und "Dresden") konstruiert und gezeigt.

Hier kurz einige davon, (1.) Die hier dargestellte Figur des Zeitungsjournalisten und Hitlergegner Fritz Gerlich (Matthew Modine) ist vollkommen frei erfunden worden und soll wschl. symbolisch für die Gegner des Regimes stehen.

(2.) Eine hier gezeigte Schlüsselszene mit der feierlichen Vereidigung Hitler's als Reichskanzler durch Hindenburg (sehr gut durch Peter O'Toole dargestellt) hat so historisch erwiesen niemals stattgefunden.

(3.) Als Hitler persönlich Röhm (dessen Homosexualität nicht 100% zweifelsfrei nachgewiesen werde) nach dessen nur in letzter Sekunde vereitelten Putschversuches am frühen Morgen verhaften läßt, liegt dieser angeblich mit einem anderen Mann, - seinem Adjutanten, im Bett.

Auch stimmt es, das die hier verwendete Synchronstimme des sonst sehr überzeugenden Hitler Darsteller's ROBERT CARLYLE (einigen vielleicht noch als Psychopath in "Trainspotting" oder "Ravenous - friß oder stirb" bestens bekannt) überhaupt nicht zur allseits bekannten der echten Person passt.

Hitler wird hier wieder einmal als karikaturhafte Figur und hemmungslos überzeichneter, nur hysterisch kreischender bzw. geifernder – halt eben als totaler Irrer hingestellt. Der aber auch ironischerweise trotz dieser Selbstdarstellungen von Autritt zu Auftritt immer mehr begeisternden Zulauf bekommt und Anhänger für sich gewinnt.

So das die einfachen wie ebenfalls die gebildeteren Volksmassen lediglich als eben hoffnunglos verblendet dargestellt werden (siehe hierzu auch erhalten gebliebene Schriften von Ehrenburg bzw. Morgentau).

Die eben einfach nur davon befreit oder auch schlicht gerettet werden müßten, - weil sie ja anscheinend nicht selbst dazu in der Lage gewesen waren, sich eigenständig zu helfen.

Das ist leider eine der, - wie auch immer aufzufassenden, falschen Kernaussagen dieses Filmes. Die gleichzeitig anklagend wie entschuldigend verstanden werden könnten. Also sollten sie besser auch immer die einigermaßen gesicherten Fakten in den verfügbaren Quellen nachprüfen, wenn darüber Zweifel aufkommen.

Und es sehen einige Schauspieler (genau so wie ebenfalls auch bei "der Untergang") den historischen Figuren nicht einmal wenigstens rein körperlich ähnlich. Als eine vollkommene Fehlbesetzung z.B. ist hier nur mal der groß und mehr hager aussehende PETER STORMARE ("Commander Hamilton") in der Rolle des eigentlich kurzgewachsenen, - und eher stämmig gewesenen Ernst Röhm zu nennen.

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Nachtrag: hier ist mir, - aus Unwissenheit, ein Fehler eingeschlichen ..... die Figur des Fritz Gerlich (hier im Film dargestellt durch Matthew Modine) gab es doch - historisch also real ! - wirklich .... siehe Wikipedia.

Ein freundlicher, wie aufmerksamer Leser hat mich per PN darüber informiert bzw. korrigiert.
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