Hitachi DH24PC3 Bohrhammer Kombihammer

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Vorab bitte ich um Nachsicht, dass mein Artikel viel länger als geplant ausgefallen ist und über einen reinen Testbericht hinaus einige grundsätzliche Aspekte beleuchtet. Vielleicht sind die für den / die eine/n oder andere/n Leser/in trotzdem von Interesse.

Irgendwann beginnt in jeder "Werkzeugkiste" eine Phase des Ersatzbedarfs, da sich ein Gerät nach dem anderen "verabschiedet". So auch mein alter 2-Kg-Bohrhammer von Bosch.

Was diese Maschine in den letzten 30 Jahren leisten musste - und auch geleistet hat -, wäre eigentlich Grund genug, wieder einen leichten Boschhammer zu kaufen. Was mich davon jedoch abgehalten hat, ist ganz eindeutig die seit längerem zu beobachtende Entwicklung des Preis-Leistungs-Verhältnisses der Maschinen.

Zwar vertrete ich mehr denn je die Auffassung, dass sich billiges Werkzeug nie rechnet, weder für den Heimwerker und erst recht nicht für den Profi. Doch gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen "nicht billigem" und "zu teurem" Werkzeug. Und - sorry, liebe Bosch-Leute - das Preis-Leistungs-Verhältnis der beiden Serien "grün" (Heimwerker) und "blau" (Profis) läuft aus meiner Sicht seit einiger Zeit "etwas" aus dem Ruder!

Glücklicherweise hatte ich keine Eile, den "Dahingegangenen" zu ersetzen - schließlich kann man mit einem Hammer der 6-Kg-Klasse auch mal kleine Löcher bohren ... ;-) -, und machte mich auf die klar definierte Suche: Ein Kombihammer der 2-Kg-Klasse für den klassischen "Normaleinsatz", also
  • präzises, sanftes Anbohren kleiner Bohrlöcher bis 12 mm (stufenlose Drehzahlregulierung)
  • hohe Bohrleistung bei mittleren Bohrlöchern, z.B. Kabeldurchführungen
  • gelegentliches Arbeiten mit Bohrkronen, z.B. Elektrodosen (abschaltbarer Schlag)
  • gelegentliche leichte Meißelarbeiten, z.B. Nacharbeiten nach dem Einsatz von Bohrkronen oder Mauernutfräsen (präziser Drehstopp)
  • leichte und ergonomische Bedienung
  • ermüdungsarmes Arbeiten - besonders auch "Überkopf" - durch
    •  hohe Einzelschlagenergie
    •  gute Handlichkeit und Ausgewogenheit
    •  Griffsicherheit und Vibrationsdämpfung
  • sicheres Arbeiten durch Sicherheits-Rutschkupplung
  • hohe Durchzugskraft
  • sparsamer Stromverbrauch

Dürfte man den teilweise recht blumigen Beschreibungen mancher Anbieter glauben, erfüllen bereits Maschinen unter 100,- € all diese Anforderungen. Bei Licht besehen "ziehen" diese Billigmaschinen aus meist chinesischer Produktion aber lediglich jede Menge Watt aus der Steckdose und setzen diese mehr in Lärm und heiße Gehäuse als in Bohr- bzw. Meißelleistungen um:
Präzise positionierte Dübellöcher - wie z.B. im Bad- oder Küchenbau unabdingbar - sind eher Zufall und passgenaue Lochdurchmesser sind selbst mit hochwertigen Bohrern sogar in Backstein- oder Ytong-Wänden (also ohne Hammerfunktion) praktisch ausgeschlossen, da das SDS-Futter von vornherein zu viel Spiel hat und der Bohrer dadurch "eiert". Letzteres verstärkt sich oft noch nach einigen Einsätzen, da die Materialbelastung für Futter und Bohrer exponentiell zum vorhandenen Spiel ansteigt.
Werden solche Billigmaschinen tatsächlich auch noch zum Meißeln benutzt - was meist zu auch eher bemitleidenswerten Ergebnissen führt -, verwendet man sie hinterher besser nur noch zum Anrühren von Farben, Putz oder Fliesenkleber. - Als vor etwa 2 Jahren mein damaliger 5-Kg-Hammer streikte, habe ich mir so ein Billigteil andrehen lassen: "Magnesium-Gehäuse, deshalb nur 3 Kg! Aber Kraft ohne Ende", so die Sprüche des Promoters, ... als Rührmaschine ist das Teil tatsächlich nicht so schlecht ... ;-)))

Konsequenterweise habe ich mich also bei den "üblichen Verdächtigen" im Profibereich umgesehen und mich - nicht zuletzt aufgrund meiner mehrjährigen sehr guten Erfahrungen mit meinem sehr intensiv benutzten Akkuschrauber - für den Hitachi DH24PC3 entschieden.
Dieser 2,4-Kg-SDS-plus-Kombihammer generiert aus 800 Watt Aufnahmeleistung satte 3,2 Joule maximale Schlagenergie - ein exzellenter, derzeit vermutlich sogar der höchste Wert in dieser Gewichtsklasse -, verfügt über
  • Sicherheits-Rutschkupplung - meines Erachtens grundsätzlich unerlässlich,
  • sehr fein dosierbare Drehzahlsteuerung bis 1150/min-1 im Rechts- und 50 % davon im Linkslauf,
  • Schlagstop für "sanfte" Bohrungen in Holz, Fliesen etc.
  • präzisen Drehstop zum Meißeln,
  • Abschaltbürsten sowie
  • sehr ergonomisch angebrachte Bedienungselemente.

Zwar erscheint die Position des Drehknopfs für Bohren, Hammerbohren und Meißeln zunächst etwas eigenartig, wenn man die Anordnung von Bosch, Makita & Co. gewohnt ist, aber schon nach kurzer Zeit habe zumindest ich diese Schalterposition durchaus zu schätzen gelernt. Weniger angenehm - allerdings durch die Staubschutzkapselung wohl unvermeidbar - ist seine im Vergleich zum Wettbewerb etwas schwergängige Handhabung. Hervorragend dagegen wieder die Arretierung der jeweiligen Einstellung.
Wie gut bzw. ausgewogen eine Maschine in der Hand liegt, ist meiner Ansicht nach der mit Abstand wichtigste Aspekt bei der Kaufentscheidung. Meine hier wiedergegebene, naturgemäß subjektive persönliche Empfindung können Sie für sich selbst also nur durch eigenes "Erfühlen" bestätigen oder widerlegen:
Ob mit oder ohne Zusatz-Handgriff, links- oder rechtshändig, mit einer oder beiden Händen, mir "passt" die Maschine wie angegossen. Auch wenn die Optik der Gummiarmierung sicher Geschmackssache ist, ihre Haptik ist durch ihre unregelmäßigen Vertiefungen und Rillen - wieder subjektiv für mich - perfekt.
Als maximalen Bohrdurchmesser in Beton gibt Hitachi für Vollbohrer 24 mm an und für Bohrkronen 50 mm. Das ist in meinen Augen "äußerst vornehme Zurückhaltung". Zwar habe ich bisher nur mit bis zu 22 mm Vollbohrern, dafür aber mit bis zu 85 mm Hohlbohrkronen gearbeitet. Den mitgelieferten Tiefenanschlag sollte man auf jeden Fall verwenden, so flott wie die Maschine ihre Arbeit verrichtet! Diese Arbeitsgeschwindigkeit kannte ich bis jetzt nur von meinem 6-Kg-Hammer.
Naturgemäß hängt die Arbeitsleistung stark von der Qualität der verwendeten Bohrer bzw. Meißel ab. Getreu dem Motto "wer billig kauft, kauft zweimal" setze ich schon seit Jahren auch bei Bohrern, Meißeln, Sägeblättern etc. nur noch Profiqualitäten ein. Das zahlt sich nicht nur durch höhere Lebensdauer, sondern auch durch schnelleres und präziseres Arbeiten aus. Zu meinem neuen Hitachi habe ich mir für die am häufigsten gebrauchten Durchmesser doppelt gewendelte Vierschneiden-Bohrer geleistet: traumhaft! Man möchte gar nicht mehr aufhören ... ;-)
Der Koffer, in dem die Maschine geliefert wird, sollte einige Tage und Nächte geöffnet "ausmüffeln", der Hersteller scheint mit Weichmachern und dergleichen mehr alles andere als gespart zu haben. Nach etwa einer Woche waren die Plastikgerüche "verduftet". ;-)
Auch die "Gretchenfrage" (Preis) soll natürlich nicht unerwähnt bleiben. Die UVP von Hitachi liegt bei rund 219,- € incl. MWSt. (Maschine, Zusatzgriff, Tiefenanschlag und Koffer, ohne Bohrer und Meißel), der reale Marktpreis zwischen 10 und 20 Prozent darunter (im Dezember 2010). In diesem Kontext noch ein kleines "Bonbon": Bei Online-Registrierung verlängert Hitachi die Garantie für alle Maschinen um 1 Jahr.

Alles in allem eine echte Profimaschine zu einem sehr vernünftigen Preis.

Vielleicht fragt sich der/die eine oder andere Leser/in, warum ich keinen Akkuhammer genommen habe. Die Vorteile in der Beweglichkeit, gerade auch bei Überkopfarbeiten, sind doch eindeutig. Und nachdem die Li-Ion-Akkutechnologie inzwischen ausgereift ist, spricht doch gar nichts mehr dagegen.
Alles richtig! Würde mir auch "so richtig reinlaufen"! ;-) ... wäre ich Profi-Handwerker und verdiente damit mein Geld. Dann amortisierten sich die ca. drei- bis fünffachen Anschaffungskosten für eine solche Maschine mit vergleichbaren technischen Eckdaten auch irgendwann ... aber eigentlich ich bin "Kopfwerker", der nur für den Eigenbedarf zum - zitiere meine Frau: perfektionssüchtigen ;-) - Handwerker wird ... und daher muss bei aller Begeisterung für gutes Werkzeug manchmal die Vernunft einer schnöden Kosten-Nutzen-Rechnung siegen ... ;-)
Apropos Nutzen. Vielleicht hat ja auch der / die eine oder andere Leser/in bis hier durchgehalten, der / die sich erstmals mit dem Thema "Maschine zum Wände kaputt machen" befasst und über die alternative Anschaffung einer Schlagbohrmaschine nachdenkt. Auch wenn ich mir jetzt den geballten Zorn der Industrie zuziehe: vergessen Sie Schlagbohrmaschinen!
Wenn 's richtig hart kommt - dafür reicht z.B. schon ein Kiesel im alten Grobputz -, stoßen die sehr schnell an ihre Grenzen (dann gibt 's statt der gewünschten Löcher Krater, Meißeln geht gar nicht, Bohrkronen wegen der notwendigen geringen Drehzahl meist auch nicht), und Bohrungen in Holz oder Metall ohne Schlagwerk haben meist nicht die Qualität wie mit einer reinen Bohrmaschine. Und beispielsweise zum Fliesenbohren sind ohnehin nur Maschinen ohne Schlagwerk gefragt, die mit den passenden Bohren konstant langsam und sicher drehen können.
Wer sich als "Gelegenheits-Heimwerker" also nur eine Maschine kaufen möchte, sollte nicht nach der "eierlegenden Wollmilchsau" suchen - die gibt es entgegen den oft vollmundigen Werbesprüchen nicht -, sondern sich daran orientieren, welche Aufgaben überwiegend zu lösen sind und sich ansonsten im Einzelfall das geeignete Gerät im Baumarkt oder von Freunden leihen.
Nach meiner Erfahrung reicht in sehr vielen Fällen ein mit hochwertigen Bohrern und Bits versehener guter Akku-Bohrschrauber, der dann beim Möbelaufbau und anderen "Kleinarbeiten", die in jedem Haushalt anfallen, sicher deutlich häufiger zum Einsatz kommt als "Wände kaputt zu machen" sind ... ;-) ... und damit "rechnet sich" ein solches Gerät auch und gerade für den "Normalverbraucher" wesentlich schneller und besser.
Sollten Sie tatsächlich bis zum Ende durchgehalten haben und Ihnen der eine oder andere Punkt hilfreich gewesen sein, freue ich mich natürlich auch über ein positives Feedback.
 
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