Historische Briefmarken aus Westberlin zwischen 1948 und 1990

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Historische Briefmarken aus Westberlin zwischen 1948 und 1990

Für Sammler: historische Briefmarken der Deutschen Bundespost Berlin

Sie müssen kein Experte in punkto Sammeln von Briefmarken sein, um zu wissen, dass Berlin Gegenstand zahlreicher Darstellungen auf Briefmarken ist. Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt werden Menschen auf der ganzen Welt auf diese Weise näher gebracht. Durch Briefmarken erfahren Sie mehr von Berlin und seiner Vergangenheit. Briefmarken sind demnach nicht nur einfach Marken, die zum Zwecke der Briefsendung benötigt werden, sondern stellen darüber hinaus Zeitzeugen dar und bringen Menschen Teile der deutschen Geschichte näher. Motive der Hauptstadt finden Sie zudem nicht nur auf deutschen Briefmarken, sondern auf Marken in vielen anderen Ländern der Welt. Dabei machen Marken aus Westberlin, die zwischen den Jahren 1948 und 1990 herausgegeben wurden, einen großen Anteil aus. In dieser Zeit war das Internet noch in weiter Ferne und damit auch der Briefverkehr auf elektronischem Wege. Wie viele Marken aus dieser Zeit versendet wurden und wie viele noch heute in Alben bei Sammlern schlummern, lässt sich schwer schätzen. Sicher ist jedenfalls, dass Sie viele dieser Briefmarken aus Westberlin finden können.

Die Entstehungsgeschichte der Briefmarken aus Westberlin

In der Briefmarkenkunde stellt die Postgeschichte der Hauptstadt ein eigenes Gebiet dar. Die Begründung dafür liegt an den politischen Verhältnissen in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und vor der Wiedervereinigung, denn durch die Teilung Deutschlands wurde eine eigene Briefmarkenausgabe für das westliche Berlin angeordnet.

Die Nachkriegszeit ab 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in ganz Berlin zunächst eine sogenannte Stafettenpost, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Der offizielle Postdienst wurde erst im August des Jahres 1945 wieder aufgenommen, wobei die Bürger ausschließlich Postkarten versenden durften. Schwere Briefsendungen durften nur von öffentlichen Behörden vorgenommen werden. Von der Stadt Berlin als Ausgabestelle waren die Berliner Bärenmarken erhältlich. Erst im Mai des Jahres 1947 wurde der Versand von Paketen und Päckchen für die Öffentlichkeit zugelassen, allerdings wurde er nur ein Jahr später wieder eingeschränkt. Der Grund dafür lag in den Unstimmigkeiten der vier Besatzungsmächte und bis zur Eröffnung der Luftbrücke sammelten sich auf diese Weise etwa 500.000 Pakete an, die zunächst nicht verschickt werden konnten. Lange Zeit wurde die Post dann zu großen Teilen auf dem Luftweg befördert, da die Versorgung mit Lebensmitteln und Kohle auf anderen Wegen vorrangig war.

Auswirkungen der Währungsreform

Zu weiteren Schwierigkeiten kam es im Zuge der Währungsreform im Westen Deutschlands, denn die Doppelwährung beinhaltete ein hohes Konfliktpotenzial. Die in West-Berlin gegen Ost-Mark ausgegebenen Briefmarken wurden in der Ostzone nicht anerkannt, ebenso wie die gesamte Postverwaltung in Westberlin. Ein neuer Konflikt entstand, als in Westberlin neue Briefmarken herausgegeben wurden, auf denen der Aufdruck "Berlin" in schwarzer Farbe prangte. Ebenso wie die Briefmarken zuvor wurden sie von der Ostzone nicht anerkannt. Im Gegenzug wurden die Marken aus der Sowjetzone von Westberlin für illegal erklärt. Diese Unstimmigkeiten führten dazu, dass im Jahre 1949 der Schriftzug "Berlin" in roter Farbe die neuen Marken aus Westberlin zierte und diese waren nur gegen Westgeld erhältlich. Nachdem die West-Mark für Westberlin als einziges Zahlungsmittel anerkannt wurde, erkannte die Ostberliner Post die Westberliner Briefmarken nicht mehr an und so mussten die Bürger zusätzliches Porto für solche Sendungen zahlen. Umgekehrt verhielt sich die Postverwaltung in Westberlin ebenso. Der gesamte Konflikt wurde erst im September des Jahres 1949 beendet und in diesem Zuge wurden Verwaltungsvorgänge und Gebühren in Westberlin und Ostberlin vereinheitlicht.

Wissenswertes zu Berliner Marken aus dem geteilten Deutschland

Bei Sammlern sind bei Briefmarken ab Februar des Jahres 1950 drei deutsche Gebiete bekannt: Bund (Bundesrepublik), Berlin (Westberlin) sowie DDR. Neun Jahre später kam es dazu, dass alle Berliner Markenserien sowohl bezüglich ihrer Motive als auch hinsichtlich ihres Geldwertes den Ausgaben der Bundespost entsprachen. Lediglich die Ausgabebezeichnung ist als Unterschied erkennbar: Statt des Aufdrucks der Deutschen Bundespost ziert die Bezeichnung Deutsche Bundespost Berlin die entsprechenden Dauerserien. Auch bei Sondermarken wurde in vielen Fällen auf diese Art verfahren. Als eigenes Sammelgebiet erfuhr Berlin gegen Ende des Jahres 1991 einen Abschluss.

Dauermarken der Deutschen Bundespost Berlin

Insgesamt können Sie von der Deutschen Bundespost Berlin 80 eigenständige Dauermarken finden. Zu ihnen gehören die Berliner Bauten, die zwischen 1949 und 1959 herausgegeben wurden. 24 Marken in einfarbiger Erscheinung bilden diese Serie, welche die erste Freimarkenserie Berlins darstellt. Gedruckt wurden die Briefmarken sowohl in Bogen als auch in Heftchen und Rollen. Das Stichtiefdruckverfahren sowie der Buchdruck waren das technische Mittel der Wahl. Als Motive finden Sie Berliner Sehenswürdigkeiten, die überwiegend im Vorkriegszustand abgebildet sind, zum Beispiel:

  • das Brandenburger Tor
  • das Schöneberger Rathaus
  • das Schloss Tegel
  • das Reichstagsgebäude
  • die Kolonnaden am Kleistpark
  • die Technische Hochschule
  • das Olympiastadion
  • das Jagdschloss Grunewald und
  • die Nationalgalerie.

Dauermarken der Berliner Stadtbilder

Von 1956 bis 1963 wurde die Dauermarken der Serie Berliner Stadtbilder herausgegeben. Die Marken dieser Serie waren jeweils einfarbig und wurden auf Rollen und in Bogen gedruckt. Je nach Motiv war das Bildformat entweder quer oder hochkant, was die Marken zu dieser Zeit zu einer Besonderheit machte. Außergewöhnlich ist auch der Nachdruck der Einpfennigmarke, von der eine Version auf fluoreszierendem Papier erhältlich ist. Als Motive wurden wiederum Gebäude und Denkmäler abgebildet, zum Beispiel:

  • der Funkturm mit den Ausstellungshallen
  • die Landespostdirektion
  • das Brandenburger Tor
  • das Rathaus Neukölln
  • die Gedächtniskirche Kaiser Wilhelm
  • das Lilienthal-Denkmal
  • das Luftbrücken-Denkmal
  • das Schloss Pfaueninsel und
  • das Schloss Charlottenburg.

Dauermarken von Persönlichkeiten

Im Jahre 1959 erschien die Dauermarke Heuss Medaillon zu Ehren des 75. Geburtstages von Bundespräsident Theodor Heuss. Der Name der Serie ist durch das medaillonartige Porträt des Bundespräsidenten begründet. Die Marken sind in unterschiedlichen Wertabstufungen und Farben erhältlich.

Weitere bedeutende Deutsche wurden in der gleichnamigen Serie von 1961 bis 1962 geehrt, wie zum Beispiel Albertus Magnus, Elisabeth von Thüringen, Johannes Gutenberg, Albrecht Dürer, Johann Sebastian Bach, Martin Luther, Balthasar Neumann, Immanuel Kant, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Ludwig van Beethoven, Franz Oppenheimer und Heinrich von Kleist.
Zu Ehren von Gustav Heinemann war von 1970 bis 1973 eine Markenserie erhältlich, die das Porträt des nach links blickenden Bundespräsidenten zeigen.

Dauermarken "Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten"

BauBis zum Jahre 1969 wurden die Dauermarken der Serie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten in zwei Teilen herausgegeben. Motive waren zum Beispiel:

  • das Berliner Tor in Stettin
  • der Wallpavillon des Zwingers in Dresden
  • die Torhalle in Lorsch
  • das Schloss Tegel in Berlin
  • die Burg Trifels
  • das Nordertor in Flensburg sowie
  • das Schlosstor von Ellwangen.

Ist das Brandenburger Tor zwar häufig bereits das Motiv verschiedener Briefmarken, so wurde dem berühmten Bauwerk von 1966 bis 1967 eine eigene Markenserie gewidmet. Die Marken der Serie Brandenburger Tor wurden zum Teil mit einer besonderen Gummierung überzogen, die weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. Diese Marken liegen bei Sammlern höher im Kurs als die übrigen Briefmarken dieser Serie.

Die Serie Unfallverhütung

Gleichzeitig wurde von 1971 bis 1974 die Serie Unfallverhütung herausgegeben, die auch unter dem Namen Jederzeit Sicherheit bekannt ist. Als erste Serie wurde sie ausschließlich auf Rollen gedruckt. Als Motive erhalten Sie skizzenhafte Darstellungen von Gefahrensituationen, zum Beispiel:

  • Brand durch Streichholz
  • Sturz durch eine defekte Leiter
  • Gefahr durch eine Kreissäge
  • Alkohol am Steuer
  • Gefahr durch einen defekten Stecker
  • Nagel im Brett sowie
  • Gefahr durch schwebende Last.

Die Serie Industrie und Technik

Gefolgt wurde diese Serie durch Industrie und Technik, die bis etwa 1988 in Gebrauch war. Motive waren beispielsweise Radlader, Brauanlage, Löffelbagger, Bohrinsel, Schiffbau, Fernsehkamera, Traktor, Röntgengerät und Nachrichtensatellit.

Dauermarken zu Frauen der deutschen Geschichte

Abgelöst wurde diese Serie schrittweise durch die Dauermarken zum Thema Frauen der deutschen Geschichte, die von 1986 bis 2003 erschien. Abgebildet waren beispielsweise Lise Meitner, Christine Teusch, Cilly Aussem, Paula Modersohn-Becker, Emma Ihrer, Maria Sibylla Merian, Alice Salomon, Dorothea Erxleben und Clara Schumann.

Serie zu Burgen und Schlössern

Zwischendurch wurde noch eine Serie zu Burgen und Schlössern herausgegeben, die im Hochformat jeweils einfarbig deutsche Schlösser und Burgen zeigt. Als Motive verwendet wurden zum Beispiel:

  • das Schloss Rheydt
  • die Burg Eltz
  • das Schloss Lichtenstein
  • die Burg Ludwigstein
  • das Schloss Wolfsburg
  • das Schloss Neuschwanstein
  • das Inzlinger Wasserschloss sowie
  • die Marksburg.

Dauermarken Sehenswürdigkeiten

Abgerundet werden die Serien von der Dauermarke Sehenswürdigkeiten, die sowohl die Wiedervereinigung als auch die Umstellung auf den Euro überdauerte. Sie soll bedeutsame technische und kulturelle Leistungen herausstellen. Dazu zeigen die Marken im Hochformat deutsche Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel:

  • das Löwenstandbild in Braunschweig
  • den Frankfurter Flughafen
  • das Schloss Celle
  • die Nofretete-Büste in Berlin
  • die Rolandsäule in Bremen
  • das Chilehaus in Hamburg
  • das Schloss Rastatt
  • Helgoland sowie
  • die Externsteine Horn-Bad Meinberg.

Berliner Sondermarken der Deutschen Bundespost

Neben den Dauermarken der Deutschen Bundespost Berlin finden Sie im Internet auch Sondermarken aus der Zeit zwischen 1948 und 1990. Es wurden insgesamt 587 eigenständige Sondermarken von der Deutschen Bundespost Berlin herausgegeben. Als Motive zieren zum Beispiel der Deutsche Bundestag, Richard Strauss, Ernst Reuter, das Bistum Berlin, Paul Linke, die Berliner Luftbrücke, Walther Schreiber, Hans Böckler, Heinrich Lübke und das Brandenburger Tor die Briefmarken.

Weitere Themenmarken

Außerdem wurden Themenmarken gestaltet und so zieren beim verspielten Thema Märchen der Froschkönig, Frau Holle und Aschenputtel die Marken. Auch brisante Themen wie Hochwasser wurden zum Motiv, aber auch Veranstaltungen wie die Internationale Funkausstellung, der Evangelische Kirchentag, der Weltkongress oder der Deutsche Katholikentag wurden thematisiert.

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