Hinweise für den Kauf von Gießformen und -materialien

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Einige Hinweise für den eBay-Kauf von Gießformen und -materialien

Dekorationen selber gießen mit den richtigen Gießformen und Materialien

Kreativ zu sein und mit ein paar kleinen Hilfsmitteln hübsche Dekorationen oder auch kleine Präsente selbst zu machen, ist eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen. Ein sehr beliebtes Hobby ist das Arbeiten mit Gießformen und verschiedenen Materialien, die alle ihre Besonderheiten haben.

Manchmal greift dieses Hobby auch in andere Bereiche über. Im Modellbau beispielsweise können mit speziellen Gießformen ganz besondere Landschaftselemente hergestellt werden. Lassen Sie sich überraschen, wie abwechslungsreich und zugleich einfach es ist, mit Gießformen und verschiedenen Werkstoffen zu arbeiten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es bei der Auswahl von Formen und Werkstoffen ankommt und was bei der Verarbeitung zu beachten ist.

Gießformen für jede Gelegenheit

Die Auswahl passender Gießformen richtet sich zunächst dadurch, welches Gießmaterial verwendet werden soll. Es gibt unter anderem Gießformen für

Gießformen für Beton sind in der Regel dazu gedacht, besondere Steine, Gehweg- oder Trittplatten und Figuren für den Außenbereich herzustellen. Sie bestehen häufig aus Holz oder unterschiedlichen Metallen. Dekorative Accessoires für die Wohnung oder Reliefarbeiten lassen sich mit Gießformen für Gips und Gießharz herstellen. Wahlweise gibt es hier Kunststoff- oder Silikonkautschukformen, die entweder für ein einzelnes oder für mehrere Gießmodelle als ganze Formenplatte angeboten werden.

Übrigens: Die Gießformen für Wohnaccessoires lassen sich auch zum Gießen von Seife verwenden.

Kerzengießformen haben in der Regel geometrische Formen und an der Bodenseite ein Loch zum Durchführen des Dochtes. Hübsch gestaltete süße Mitbringsel können Sie mit Gießformen für Schokolade ebenfalls sehr gut selbst herstellen.

Kunststoff oder Silikonkautschuk – welche Formen sind besser?

Besser oder schlechter gibt es hier eigentlich nicht. Silikonformen sind etwas flexibler, müssen aber auf jeden Fall mit einem Trennmittel eingepinselt werden.

Tipp: Hier genügt ein handelsübliches Spülmittel, damit sich die Modelle später gut aus der Form lösen.

Die Trocknungszeit, die natürlich abhängig von den Materialien ist, ist in einer Silikongießform grundsätzlich etwas länger. Wer mit einzelnen Formen arbeitet, darf also immer nur eine kleine Menge an Gießmaterial vorbereiten, damit der Rest nicht eintrocknet und unbrauchbar wird. Bei den Kunststoffgießformen gibt es Ausführungen mit unterschiedlich vielen Formvertiefungen, sodass gleich mehrere Dekoartikel auf einmal gegossen werden können. Silikon ist flexibel. Es sollte also nach dem Befüllen möglichst nicht mehr angefasst werden, damit keine Verformungen am Modell entstehen. Kunststoffformen hingegen bestehen meist aus gehärtetem Material, sodass sie problemlos auch in frisch gefülltem Zustand noch bewegt werden können.

Grundsätzliches zum Arbeiten mit Gießformen

Natürlich stehen die Verarbeitungshinweise des Materials an erster Stelle, wenn man sich mit der Technik des Formen- oder Reliefgießens beschäftigt. Für alle Materialien gilt aber, dass sie möglichst ohne Lufteinschlüsse gegossen werden müssen.

Deshalb ist es wichtig, sehr sorgfältig zu arbeiten. Bei verschiedenen Materialen (Gips, Dentalgips oder Acryl) kann man durch ein leichtes Rütteln an der gefüllten Form die Luftblasen an die Oberfläche bringen. Blasen, die nicht von selbst zerplatzen, sticht man mit einer Nadel kurz an. Die dabei entstehenden Unebenheiten auf der Oberfläche lassen sich bei flüssigem Material noch relativ leicht glätten. Versäumt man das, muss später mit Spachtelmasse, Schleifpapier und ähnlichen Hilfsmitteln nachgearbeitet werden.

Ganz wichtig ist es, die Formen nach dem Gießen gründlich zu säubern. Gießformen haben, wenn sie sorgfältig behandelt werden, eine hohe Lebensdauer und können beliebig oft wieder verwendet werden.

Gießen mit Gips

Das bekannteste Material zum Herstellen von Reliefs, Figuren, Bilderrahmen und ähnlichen Dekorationsmitteln ist Gips.

Achtung: Gips härtet bereits nach wenigen Minuten aus. Bereiten Sie deshalb immer so viel Gießmasse vor, wie Sie auf einmal in den Gießformen unterbringen können. Außerdem sollten die Gießformen temperaturbeständig sein. Beim Trocknen von Gips entstehen Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius. Gießformen aus Silikonkautschuk oder Hartkunststoff sind gut geeignet.

Einmal angetrockneten Gips kann man nicht durch Zugabe von Wasser wieder geschmeidig machen. Er härtet danach nicht mehr richtig aus.

Tipp: Geben Sie etwas Tapetenkleister in die Gipsmasse, das verzögert das Aushärten ein wenig und Sie haben mehr Zeit für das Gießen.

Wenn fertige Gipsmodelle nachbearbeitet werden sollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier kann gesägt, gebohrt oder geschliffen werden. Wichtig ist, dass das Modell vor der Nachbearbeitung angefeuchtet wird, dann bricht es nicht so schnell. Gips kann mit allen handelsüblichen Farben auf Wasserbasis bemalt werden. Mit Farbpigmenten können Sie aber auch den flüssigen Gips vor dem Gießen komplett einfärben.

Alternative Dentalgips – gut geeignet zum Arbeiten mit Gießformen

Wer Wert darauf legt, dass die Oberflächen der gegossenen Modelle von vornherein glatt sind und wenig Nachbearbeitung erfordern, sollte anstelle von normalem Gips Dentalgips als Gießmaterial verwenden. Er lässt sich leicht verarbeiten, ist allerdings oft etwas teurer. Außerdem müssen einige Dinge beachtet werden:

  • Dentalgips sollte vorzugsweise mit destilliertem Wasser und immer bei Raumtemperatur angerührt werden. Die Temperatur des Wassers beeinflusst dabei die Abbindezeit.
  • Es wird immer das Gipspulver in das Wasser eingerührt, niemals umgekehrt. Das Einrühren sollte möglichst zügig vonstattengehen. Danach muss der Gips etwa eine Minute „sumpfen“, bevor er ein weiteres Mal mit einem Anrührspachtel durchgerührt wird.
  • In die auszugießende Form wird zunächst nur eine kleine Menge des flüssigen Materials geschüttet. Danach klopfen Sie die Form einige Male auf die Tischplatte. So verteilt sich der Gips gut und Luftblasen steigen an die Oberfläche. Anschließen kann die Form komplett gefüllt werden.
  • Normalerweise benötigt Dentalgips etwa 30 Minuten, um komplett durchzuhärten. Wenn sehr filigrane Teile gegossen werden, sollte die Aushärtzeit verlängert werden.

Kauftipp: Es gibt unter den Dentalgipsen spezielle, extrem fließfähige Varianten. Je länger man die Gipsmasse rührt, umso flüssiger wird sie. Das sorgt für ein optimales Fließverhalten und so gelangt das Gießmaterial auch in sehr feine Formteile hinein.

Wichtig: Gleichgültig, mit welcher Gipsart Sie arbeiten, kratzen Sie alle Arbeitsgeräte so gut wie möglich ab, bevor sie sie mit Wasser reinigen. Gips härtet auch unter Wasser aus, sodass durch Gipsreste möglicherweise auch Abflussrohre verstopfen können.

Acrylharz zum Gießen – ein Zwei-Komponenten-Material

Acrylharz härtet aus, ohne zu schrumpfen. Das Material ist nach dem Aushärten witterungs- und UV-beständig und sehr robust. Es besteht aus flüssigem Acrylharz und einem Mineralpulver.

Achtung: Acrylharz gibt es für viele verschiedene Anwendungen. Achten Sie unbedingt darauf, dass es sich um Schnellgießharz handelt, wenn Sie es zum Gießen in Formen verwenden wollen.

Acrylharz entwickelt beim Aushärten kaum Wärme und enthält keine Lösungsmittel. Es eignet sich also sowohl für Metall- als auch für Kunststoff- oder Silikonkautschukgießformen ausgezeichnet. Das Material kann genau wie Gips mit Pigmenten eingefärbt oder nach dem Aushärten mit Farben auf Acrylbasis bemalt werden.

Die Aushärtzeit beträgt in der Regel zwischen acht und zehn Minuten. Es gibt aber Verzögerungsmittel, die diese Zeit verlängern. Für das Verrühren der beiden Komponenten sollten Sie sich mindestens zwei Minuten Zeit nehmen. Weitere Informationen zu Acrylharzen finden Sie in den detaillierten Produktbeschreibungen oder auf den Webseiten der jeweiligen Hersteller. Hier finden Sie auch Angaben, für welche Gießformen Trennmittel vor dem Gießen notwendig sind.

Achtung: Modelle aus Acrylharz sollten, bevor sie benutzt oder weiter bearbeitet werden, mindesten zwei bis drei Tage bei Raumtemperatur nachhärten.

Kunstharze – dekorative Gestaltungsideen

Unter den verschiedenen Kunstharzen eignen sich Epoxyd- und Polyesterharze am besten zum Arbeiten mit Gießformen. Sie härten relativ rasch aus und sind lange haltbar. Für das Basteln und den Modellbau gibt es Kunstgießharz häufig bereits als fertige Mischung. Aber auch die 2-Komponenten-Variante wie beim Acrylharz ist erhältlich. Gießharz wird häufig verwendet, um bestimmte Objekte wie zum Beispiel Blüten, Insekten oder Ähnliches zu konservieren.

Tipp: Wenn Sie Objekte eingießen möchten, verwenden Sie möglichst klare geometrisch geformte Gießformen. Hier soll ja das eingegossene Objekt die dekorative Wirkung erzielen. Bei nüchternen Formen wird das Auge des Betrachters nicht abgelenkt.

Sicherheitshinweis: Wenn Sie mit der 2-Komponenten-Variante arbeiten, sollten Sie beim Anmischen unbedingt die Sicherheitshinweise des Herstellers beachten. Vermeiden Sie den Kontakt mit der Haut und den Augen. Handschuhe und Schutzbrille sind wirksame Maßnahmen, um gefahrlos mit diesem Material zu arbeiten. Vorsicht ist hier auch geboten, wenn Sie gemeinsam mit Kindern gießen möchten. Hier sollten Sie lieber auf fertig gemischte Produkte oder auf den bei der Verarbeitung absolut risikofreien Gips ausweichen.

Besonders hübsche Geschenkidee – Seife selber gießen

Um selber Seife zu gießen, sind nur wenige Hilfsmittel notwendig.

Hinweis: Verwenden Sie als Rohstoff ausschließlich reine Glycerinseife ohne Farb- und Duftstoffe. Sie erkennen reine Glycerinseife schon äußerlich an ihrer weißlich-transparenten Farbe. Zusätzlich können Sie

  • Duftöl oder
  • Seifenfarben verwenden.

Spezielle Seifenfarben gibt es in den vier Grundtonarten, die aber auch beliebig miteinander vermischt werden können.

Für das Seifengießen gibt es spezielle Gießformen, die in der Regel aus hartem Kunststoff bestehen. Meist lassen sich gleich mehrere kleine Seifenstücke auf einem Formbogen gießen. Sie können natürlich auch andere Formen verwenden, sollten aber darauf achten, dass sie temperaturbeständig sind.

Die Glycerinseife wird in einem Gefäß im Wasserbad auf dem Ofen so lange erhitzt, bis sie schmilzt. Alternativ kann man Glycerinseife auch in der Mikrowelle schmelzen. Hier sollte der Schmelzvorgang aber kontinuierlich beobachtet werden, denn Seife neigt zum Überkochen.

In die flüssige Seife können Farben oder ein Duftöl eingerührt werden. Hier muss zügig gearbeitet werden, damit die Seife nicht zu stark abkühlt. Danach wird die Masse in die einzelnen Formen eingefüllt. Die Aushärtzeit beträgt etwa 30 Minuten.

Tipp: Wenn Sie sich zum ersten Mal mit dem Arbeiten mit Gießformen und den verschiedenen Materialien beschäftigen, finden Sie im Bastelzubehör passende Literatur und die unterschiedlichsten Anleitungen. Für Anfänger ist auch der Kauf von Sets zu empfehlen. Hier erhalten Sie Gießformen, Material und alle notwendigen Hilfsmittel zusammen mit einer Anleitung in einem Paket.

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