Hilfreiche Tipps für den Kauf griechischer Münzen

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Hilfreiche Tipps für den Kauf griechischer Münzen

Münzkenner und -sammler, auch Numismatiker genannt, sind der Jagd nach Münzen erlegen und besuchen weltweit ständig Auktionen. Dabei kann die gesuchte Münze nicht alt genug sein: Es geht immer noch etwas älter und besser erhalten. Sammler legen für antike Münzen enorme Summen auf den Tisch. Doch auch als reine Wertanlage kommen Münzen immer mehr in Mode, da sie nicht an Wert verlieren und gerade Goldmünzen überall auf der Welt eingetauscht werden können.

Eine besondere Faszination besitzen für viele Sammler griechische Münzen, denn sie sind nicht nur besonders alt, sondern die alten Griechen waren auch die Ersten, die im europäischen Raum Münzen geprägt haben. Somit gelten sie als Vorreiter all unserer heutigen Münzen. Doch welche Münzen gibt es überhaupt und auf was sollte man beim Kauf achten?

Geschichte der griechischen Münzen

Die ersten Münzen im modernen Sinn des Wortes wurden im 7. Jahrhundert v. Chr. in Lydien, im Westen der heutigen Türkei gelegen, geprägt. Grundmaterial war das sogenannte Elektron, eine natürliche Silber-Gold Legierung, die in Form von Nuggets gefunden werden konnte. König Alyattes II. soll diese Münzen mit seinem königlichen Siegel versehen und als Zahlungsmittel in Umlauf gebracht haben. Der größte Vorteil von Münzen war nicht nur, dass sie theoretisch immer die gleiche Größe und damit einen festen Wert hatten, sondern dass sie gerade für Soldaten und Söldnern, die zuvor in Goldstaub bezahlt worden waren, wesentlich besser zu handhaben waren.

Die ersten Silbermünzen

Die ersten Silbermünzen wurden ungefähr 550 v. Chr. Auf der Insel Ägina und in Kleinasien geprägt. Nur wenig später begannen auch die Stadtstaaten Korinth und Athen Münzen zu prägen. Als wichtige Handelsstädte waren deren Münzen im ganzen damaligen griechischen Raum, der bis zu den griechischen Kolonien in Sizilien reichte, verbreitet. Dabei war zunächst das größte Problem, dass es keine einheitlichen Münzen gab, sondern sich diese von Region zu Region in Größe, Form und benutztem Edelmetall unterschieden. Erst nach und nach konnte sich ein festes Münzsystem etablieren und eine Stabilität schaffen, die den griechischen Handel extrem verbesserte und vereinfachte.
Bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. hatte sich der Münzhandel endgültig durchgesetzt und den Tauschhandel abgelöst.

Prägemotive geben Auskunft über die Herkunft der Münzen

Auskunft über die Herkunft der Münze geben die Motive, die auf Avers und Revers geprägt wurden. So wurden in Aigina Schildkröten auf die Münzen geprägt, während Athen an der Eule und Korinth am Fohlen zu erkennen waren. Doch auch kleine Regionen prägten Münzen mit den unterschiedlichsten Motiven. Neben Tieren wurden oftmals auch Pflanzen oder Götter abgebildet.
Wer heutzutage eine Münzsammlung unterhält oder beginnen möchte und sich vor allem für die griechischen Münzen interessiert, der kommt nicht umhin, sich näher mit den Regionen des alten Griechenlands zu beschäftigen. Denn viele der heute noch erhaltenen Münzen sind in den unterschiedlichsten Regionen geprägt worden und unterscheiden sich teilweise stark voneinander. Auch haben sie oft einen weiten Weg hinter sich. So findet man zum Beispiel Münzen von der Insel Thasos, die auf Großbritannien landeten beziehungsweise dort sogar nachgeprägt wurden.
Die Darstellung von Herrschern setzte sich erst etwa 330 vor Christus mit Alexander dem Großen durch, der bis heute ein gängiges Prägemotiv ist. Nachdem das römische Heer die Griechen unterworfen hatte, wurde deren Münzprägungsrecht stark eingeschränkt. Den Griechen war nur noch erlaubt, Münzen aus Kupfer und Bronze herzustellen.

Das Währungssystem der Drachme

Die wichtigsten Münzen des alten Griechenland sind mit Sicherheit die Drachme und ihre Untereinheit, der Obolus. Das Wort Drachme bedeutet frei übersetzt „Handvoll“ und stammt aus einer Zeit als Geld noch nicht in Münzform geprägt wurde. So handelte es sich beim Obolus in seiner ursprünglichen Form um einen kleinen Metallspieß. Sechs Obolusse konnten mit einer Hand gefasst werden, daher der Name Drachme-Handvoll. Die Drachme wurde  im Normalfall aus Silber hergestellt, in seltenen Fällen jedoch auch aus Kupfer und Gold geprägt.

Sonderformen der Drachme

Neben der Drachme wurden auch Münzen mit einem vielfachen Wert der Münze ausgeprägt. Allen voran die Tetradrachme, die den vierfachen Wert (Tetra = griechisch für vier) einer normalen Drachme besaß und am meisten für den alltäglichen Nah- und Fernhandel genutzt wurde. Geprägt wurde zwar auch die Didrachme (di = zwei), diese war jedoch weit weniger verbreitet als die normale Drachme und die Tetradrachme.
Besonders selten sind Dekadrachmen, die den zehnfachen Wert (deka = griechisch für zehn) einer normalen Drachme besaßen. Dekadrachmen wurden aus besonderen Anlässen geprägt, so etwa nach dem Sieg der Athener über die Perser in der Schlacht von Salamis im Jahr 480 v. Chr. Aufgrund ihres hohen Wertes konnten lediglich Händler etwas damit kaufen beziehungsweise verkaufen. Für den alltäglichen Handel für das gemeine Volk war sie zu unpraktisch.

Eine Drachme entsprach eine Zeit lang etwa dem Lohn eines Arbeitstags eines griechischen Bürgers. So wurde zum Beispiel die Anwesenheit eines Bürgers in der Volksversammlung mit einer Drachme vergolten, die Teilnahme an einer Sitzung der Kurie sogar mit anderthalb Drachmen. Die Anmietung eines Sklaven hingegen kostete eine halbe Drachme pro Tag, wollte man sich selbst einen Sklaven auf dem Markt kaufen, sollte man je nach Alter und Gesundheitszustand zwischen 70 und 300 Drachmen dabei haben.

Die verschiedenen Obolusse

Parallel zur Drachme war auch ihre Untereinheit der Obolus weit verbreitet. Er war gerade für kleine Geschäfte hervorragend geeignet. Er war ein Sechstel der Drachme wert und konnte gerade auf dem Markt für kleinere Einkäufe genutzt werden.

Auch hier gab es verschiedene Unterkategorien, wie zum Beispiel den Pentobolon (penta = griechisch für fünf), der fünf Obolusse wert war, den Tetrobolon sowie den Diobolon. Ein Sonderfall war der Trihemiobolion, der ein Viertel einer Drachme und damit anderthalb Obolus wert war. Gerade die kleineren Unterbeiträge waren nicht sehr verbreitet und sind deshalb heutzutage richtige Raritäten.
Die Bezeichnung Obulus hat es auch zu sprichwörtlichen Ruhm gebracht und die Redewendung „seinen Obolus leisten“, mit der Bedeutung „einen kleinen Beitrag leisten“, wird auch heutzutage noch verwendet. Aber auch als Münze war der Obolus lange in Umlauf.  Bis ins Mittelalter wurden in einigen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Österreich-Ungarn, Münzen mit kleineren Werten geprägt, die den Namen Obolus trugen.

Griechische Münzen der letzten 200 Jahre

Für fast 500 Jahre, von 1359 bis 1830, war Griechenland Teil des osmanischen Reichs. 1821 kam es schließlich zur Griechischen Revolution die über mehrere Jahre andauerte. 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung. Als erste Währung des neu formierten unabhängigen griechischen Staates wurde von 1828 bis 1831 der Phönix herausgegeben. Der Name Phönix sollte, wie der mystische Vogel, die Auferstehung und Erneuerung Griechenlands symbolisieren. Dabei war ein Phönix in einhundert Lepta unterteilt. Auch heute noch bezeichnen die Griechen den Eurocent als „Lepto“, was auf die alte Währung hindeuten soll. 1832 wurde im Zuge einer Währungsreform die griechische Drachme eingeführt, die bis zur Übernahme des Euros 2001, die landesweite Währung blieb.

Worauf Sie beim Kauf von griechischen Münzen achten sollten

Antike Münzen sind heutzutage viel mehr als nur beliebte Objekte bei Sammlern oder Museen. Viele Interessierte suchen nach griechischen Münzen, weil sie diese als Wertanlage sehen. Gold und Silber sind international verwendbar und können bei jeder Bank auf der Welt eingelöst werden. Außerdem leiden die alten Münzen auch nicht unter Wertverlust, da sie mit der Zeit – bei gleichbleibender Beschaffenheit natürlich – im Wert steigen.
Doch worauf sollten Sie beim Kauf achten? Woran erkennt man überhaupt den Wert einer Münze? Allgemein gesprochen ist eine Münze umso wertvoller, je älter sie ist. Außerdem ist natürlich die Seltenheit beziehungsweise die Anzahl der noch vorhandenen Prägungen von großer Wichtigkeit bei der Bestimmung eines Preises. Dabei ist es immer von Vorteil, die Daten der Münze zu kennen, die man kaufen möchte: Wann genau wurde sie hergestellt, wie viel sind andere ähnliche Münzen wert? Dafür gibt es eigene Preiskataloge, in denen man recherchieren kann.

Achten Sie darauf ob die Münze behandelt wurde

Manche Händler versuchen den Erhaltungsgrad durch Reinigung oder Restaurierung zu verbessern, doch diese Eingriffe steigern den Wert nicht, sondern mindern ihn sogar. Oftmals versuchen auch Händler, die sogenannte Hänkelspur zu vertuschen. Dabei handelt es sich um ein gestopftes Loch, das einstmals als Öse zum Befestigen einer Schnur diente, wodurch die Münze als Anhänger getragen werden konnte.
Ein weiterer Hinweis für eine bearbeitete Münze ist der sogenannte Katzenglanz, der dadurch entsteht, dass Münzen aufpoliert und gereinigt wurden. Sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf ist darauf zu achten, dass man nicht nur den Erhaltungsgrad angibt, sondern Schäden gesondert vermerkt.

Im Zweifel den Fachmann fragen

Es ist immer von Vorteil, wenn man sich vor der Investition in seltenere Münzen von einem Fachmann beraten lässt. Oftmals wurden altertümliche Münzen erst hunderte Jahre später nachgeprägt, wodurch diese natürlich nicht denselben Wert haben wie die Originalmünzen. Für den Laien ist es dabei schwer zu erkennen, ob eine Münze 2.300 Jahre, 1.500 Jahre oder eben erst 50 Jahre alt ist.
 

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