Hilfreiche Tipps, damit Ihrem Baby Essen Spaß macht

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Hilfreiche Tipps, damit Ihrem Baby Essen Spaß macht

Eine gesunde Ernährung ist für die körperliche und geistige Entwicklung Ihres Kindes wichtig. Zwischen dem vollendeten vierten und dem siebten Lebensmonat reicht die Muttermilch oder die industriell gefertigte Milch nicht mehr aus, damit Ihr Baby satt wird. Zudem beginnt sich Ihr Baby vermehrt für Ihre Nahrung zu interessieren und nach Ihrem Besteck zu greifen. Nun ist es Zeit, mit der Beikost zu beginnen, um den Nährstoffbedarf Ihres Babys ausreichend zu decken. Von nun an wird Ihr Baby einen festen Platz am Esstisch haben. Am Anfang wird es noch gefüttert werden, doch es dauert nicht lange, bis Ihr Nachwuchs den Löffel selbst in die Hand nimmt, um erste Versuche zu starten, das Essen selbstständig zum Mund zu führen. Ab dem zehnten Monat kann Ihr Baby bereits am Familienessen teilnehmen.

Essen lernen ohne Zwang und Druck

Was zunächst ein riesiger Entwicklungsschritt ist, über den sich Mama und Papa freuen, kann sich gerade in den ersten drei Lebensjahren zu einer regelrechten Tortur für alle Beteiligten entwickeln. So kann das Essen für ein Kind ganz schön langweilig sein: Es gibt zahlreiche Ablenkungen, die für das Kind wesentlich schöner sind, als sich mit dem Essen zu beschäftigen. Bis es seinen Teller endlich aufgegessen hat, kann es unter Umständen schon einmal eine Stunde dauern. Wenn die Eltern schließlich die Geduld verlieren und das Kind unter Druck setzen endlich zu essen, kommt es schnell zu einer lautstarken Trotzreaktion des Kindes. Auch Eltern, die ihre Kinder gesund ernähren möchten, kennen diese Reaktion: Sie versuchen ihrem Kind eine neue Gemüsesorte schmackhaft zu machen, doch der Nachwuchs weigert sich vehement, den Mund aufzumachen. Manche Kinder sind sehr wählerisch. Doch mäkelnde, gelangweilte Kinder und Konflikte am Esstisch müssen nicht sein. Vermitteln Sie Ihrem Baby oder Ihrem Kleinkind mit Engagement und Liebe, dass Essen Spaß macht. Im Folgenden finden Sie Tipps, was Sie tun können, um das Essen für Ihr Kind zu einem freudigen Ereignis machen.

Ideen für mehr Spaß am Esstisch

Mit dem Essen spielen:

Wissenschaftler haben beobachtet, dass Kleinkinder umso offener gegenüber fremden Nahrungsmitteln sind, wenn sie mit dem Essen spielen dürfen. Lassen Sie die kleinen Forscher auf Entdeckungsreise gehen und schimpfen sie nicht, wenn die gelben Maiskugeln über den Teller hinaus rollen oder die Händchen im Kartoffelpüree matschen. Für Babys ist diese Erforschung der Lebensmittel nicht nur mit viel Spaß verbunden: Sie verbessern zusätzlich ihre Hand-Augen-Koordination und ihre Feinmotorik. Außerdem wird ihre Neugier verstärkt, öfter einmal etwas Neues auszuprobieren.

Gemüseschnitzereien:

„Das Auge isst mit.“ Dieses Mantra nobler Küchenchefs gilt für Babys wie für Kleinkinder gleichermaßen. Anstatt das Gemüse langweilig auf dem Teller zu platzieren, sollten Sie es hübsch anrichten. Mit Plätzchenausstechförmchen werden aus Gurken Sterne und aus Kohlrabi Herzchen, mit einem Kugelausstecher formen Sie aus einer schlichten Melone lustige Bällchen.

Brotgesichter:

Lassen Sie Ihr Kind selbst Brotgesichter kreieren. Dann schmeckt das Brot gleich doppelt so gut. Für ein Brotgesicht einfach Frischkäse auf das Brot schmieren und mit Paprika, Schnittlauch, Gurken und Möhren lustige Gesichter legen. Wenn Ihr Kind an anderen Tagen Vollkornbrot abgelehnt hat, werden Sie nun erstaunt sein, wie gern es das Brot und die Rohkost essen wird.

Geschichten erzählen:

Denken Sie sich eine fantasievolle Geschichte zu den Gerichten Ihres Kindes aus. Erzählen Sie zum Beispiel die Geschichte vom starken Popeye, der nur durch Spinat solche enormen Kräfte bekommen hat. Anregungen finden Sie aus Märchenbüchern.

Freunde einladen:

Essen ist ein geselliges Ereignis. Laden Sie deshalb hin und wieder die Freunde ihres Kindes ein.

Fingerfood:

Kinder lieben es, mit den Fingern zu essen. Und insbesondere für Babys ist die Nahrungsaufnahme mit den Fingern ein ganz natürlicher Entwicklungsprozess. Was eignet sich dafür besser als Fingerfood, also Gemüse oder Obst, das in handliche Stücke geschnitten wurde? Für die ersten Essversuche sind Karottenscheiben, Apfelwürfel oder Gurkenstreifen ideal. Ihr Baby greift nach dem Fingerfood, lutscht daran, schiebt es weg, wirft es hinunter. Das macht Spaß und schult die Motorik. Aber auch für die älteren Kinder ist kleingeschnipseltes Gemüse interessant. Stellen Sie mehrere kleine Tellerchen mit in Streifen geschnittenem Paprika, Gurke, Kohlrabi oder Tomate auf den Tisch und rühren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind leckere Dips an. Sie werden sehen: Ihr Kind wird Rohkost von nun an lieben!

Abenteuer pur:

Machen Sie das Essen spannender: Statt einer schlichten Gemüselasagne gibt es zum Beispiel eine geheimnisvolle Prinzessinnenspeise, statt Nudelsalat „Meister Fujis Zauberlocken“. Denken Sie sich fantasievolle Titel aus!

Abwechslung:

Bringen Sie etwas Abwechslung in den Alltag: Laden Sie die Großeltern ein und präsentieren Sie auch außerhalb der Weihnachtszeit Fondue oder Raclette. Zelebrieren Sie das Essen! Tolle Rezeptbücher finden Sie bei eBay!

Picknick:

An solche Tage wird sich Ihr Kind immer gern erinnern: wenn die Familie gemeinsam mit einem voll bepackten Picknickkorb in die Natur fährt und im Freien picknickt. An der frischen Luft schmecken Gemüse und Co. besonders gut. Ein Picknick kann auch mit anderen Aktivitäten verbunden werden: Fahren Sie zum Beispiel in den Zoo und essen Sie Ihr mitgebrachtes Essen gemeinsam vor dem Tigergehege!

So freuen sich auch Kleinkinder auf die Mahlzeiten

  • Feste Zeiten: Kinder lieben strukturierte, feste Abläufe, denn dann wissen sie, was sie erwartet. Das sollte auch für die Mahlzeiten gelten. Führen Sie deshalb mindestens für eine Mahlzeit am Tag eine feste Essenszeit ein. Beispielsweise könnte das gemeinsame Abendessen um 18 Uhr stattfinden.
  • Rituale: Pflegen Sie als Familie Rituale! US-Psychologen haben herausgefunden, dass Nahrungsmittel viel besser schmecken, wenn vor dem Essen ein festes Ritual ausgeführt wird. Die Verzögerung sorgt dafür, dass bewusster gegessen wird. Beginnen Sie das Essen nur gemeinsam und sprechen Sie vor der Mahlzeit ein Tischgebet oder einen lustigen Tischreim, um das Essen einzuläuten. Ein ganz klassischer Vers ist „Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb. Jeder isst soviel er kann, nur nicht seinen Nebenmann.“ Das Tischgebet kann entweder still oder abwechselnd von einem Familienmitglied aufgesagt werden. In einem Gebet dankt man für den Tag, für das Essen, für die Gesundheit usw.
  • Lieblingsgericht: Ob Pizza, Pommes oder Nudeln - jedes Kind hat ein - nicht immer gesundes - Lieblingsgericht! Lassen Sie es einmal oder auch mehrmals in der Woche mitentscheiden, was es zu essen gibt. Eine weitere spielerische Möglichkeit: Führen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind spezielle Essenstage ein. Montags könnte Pizzatag sein, dienstags ein Gemüsetag usw. - Kinder lieben Wiederholungen.
  • Überblick: Stellen Sie Ihrem Kind nicht einfach einen vollen Teller vor die Nase, während Sie und der Rest der Familie sich Brot, Käse, Butter, Margarine, Gurken usw. selbst aussuchen. Lassen Sie Ihr Kind selbst entscheiden, wie es sein Brot belegen und welches Obst oder Gemüse es möchte. Wenn es von seinem Kinderstuhl keinen Überblick über die Nahrungsmittel auf dem Tisch bekommt, sollten Sie ihm behilflich sein und das Angebot zeigen. Dass Ihr Kind selbst signalisieren darf, was es möchte, macht ihm Spaß und stärkt sein Selbstbewusstsein.
  • Mithelfen: Ihr Kind kann bereits laufen? Dann lassen Sie es mithelfen! Motivieren Sie Ihr Kind, den Tisch zu dekorieren und überlassen Sie ihm dabei die Regie. Oder lassen Sie sich bei der Zubereitung helfen. Nichts ist schöner, als am selbst gedeckten Tisch vom eigenen Essen zu kosten. Außerdem empfindet Ihr Kind das Essen wesentlich schmackhafter, wenn es dabei geholfen hat, die Mahlzeit zu kochen. Ein zusätzlicher Effekt: Das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Sie sollten allerdings immer dabei sein und Ihrem Kind nur sichere Aufgaben geben, wie beispielsweise Gemüse zu putzen oder Obst mit einem stumpfen Messer zu schneiden.
  • Essenszeit ist Familienzeit: Machen Sie das Essen zu einem wichtigen Ereignis am Tag. Wenn Sie sich als Familie gemeinsam an den Tisch setzen, um zu essen, schenken Sie Ihrem Kind das, was es am meisten braucht: Zeit mit den Eltern.
  • Keine Ablenkungen: Während der Mahlzeiten sollte die ungeteilte Aufmerksamkeit beim Essen und der Familie liegen. Fernseher, MP-3-Player, Radio etc. sollten ausgeschaltet bleiben, um Gespräche untereinander zu fördern. Binden Sie Ihr Kind in die Unterhaltung mit ein! Ihr Kind spürt die Aufmerksamkeit und Fürsorge, die Sie ihm geben, und profitiert davon sein Leben lang.
  • Gespräche: Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind über seinen Tag, fragen Sie nach, wie es ihm geht. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich für es interessieren! Ihr Kind lernt, dass es auch während der Mahlzeiten ernst genommen wird und seine Bedürfnisse äußern darf. Ihr Kind wird zukünftig gern am Tisch sitzen und mit Ihnen essen. Die Gespräche sollten übrigens positiv sein. Streit und Sorgen haben während der Mahlzeiten nichts zu suchen. Lachen Sie stattdessen gemeinsam und erzählen Sie sich Ihre lustigsten Erlebnisse vom Tag!
  • Kein Zwang: Zwingen Sie Ihr Kind nicht dazu, etwas zu essen, was es nicht mag. Das führt nur zu Stress und Konflikten. Motivieren Sie es stattdessen oder bieten Sie Ihrem Kind die abgelehnte Mahlzeit einige Wochen später erneut an. Wenn Ihr Kind jedoch über einen längeren Zeitraum schlecht isst, sollten Sie es dem Kinderarzt vorstellen.
  • Kleine Portionen: Geben Sie Ihrem Kind nur kleine Portionen. Es wird sich freuen, wenn es aufgegessen hat, und - wenn es noch Hunger hat - auch noch einen Nachschlag fordern.

Essen ist vor allem in der Kleinkindphase immer mit Konflikten verbunden. Wenn Sie sich als Eltern darauf einstellen und Ihrem Kind Alternativen bieten, werden Sie diese Zeit gut überstehen. Lassen Sie Ihrem Baby oder Ihrem Kleinkind den Freiraum, den es braucht. Dann werden Sie und Ihr Kind gemeinsam Spaß zu den Mahlzeiten haben.

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