Hier sind noch Schuhmacher am Werk: rahmengenähte Halbschuhe

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Hier sind noch Schuhmacher am Werk: Ratgeber für den Kauf rahmengenähter Halbschuhe

Da er im Frühjahr, Herbst, im Winter und im Grunde auch in den Sommermonaten getragen werden kann, gehört der Halbschuh zu den beliebtesten Schuhmodellen überhaupt. Vor allem in den Übergangsjahreszeiten laufen sie hohen Stiefeln oder offenen Sandalen spielend den Rang ab und erweisen sich dabei als äußerst praktisch. Der obere Teil des Schuhs, der sogenannte Schaft, ist dabei fest geschlossen und schützt den Fuß vor Regen und Kälte. Die Schafthöhe reicht dabei etwa bis zu den Knöcheln, was den klassischen Halbschuh vom Stiefel abgrenzt. Der Halbschuh hat sich in allen Bevölkerungsschichten in jedem Alter durchgesetzt und sowohl Männer als auch Frauen tragen den geschlossenen halbhohen Schuhtyp. Durch die hohe Akzeptanz haben sich im Laufe der Zeit viele verschiedene Stilarten und Varianten auf dem Schuhmarkt etabliert. Zu den bekanntesten Modellen zählen die Derbys und Norweger, die Oxfords und der Monkstrap. Anhand des Verschlusses wird in Schlüpfschuhe, wie den Mokassins, und in Schnürer, wie zum Beispiel dem Sattelschuh, unterschieden. Eine sehr moderne Variante bilden heute die Boots. Diese Schuhe schützen besonders gut vor Kälte und Schnee, sind allerdings wesentlich höher geschnitten als der klassische Halbschuh. Je nach Material und Ausführung können sie im beruflichen Alltag, in der Freizeit, bei der Gartenarbeit oder zu festlichen Anlässen bequem getragen werden.

Kurzer Rückblick – die Entstehung des rahmengenähten Schuhs

Erste rahmengenähte Schuhe gab es bereits im 16. Jahrhundert. Die archäologischen Funde diverser Kuhmaulschuhe beweisen, dass diese Machart den vorher verbreiteten Schnabelschuh ersetzt hatte. Noch weit bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden rahmengenähte Schuhe ausschließlich von Hand gefertigt und galten somit als die Modelle der Extraklasse mit einem stolzen Preis. Erst im Jahre 1872 trat Charles Goodyear auf die Bildfläche und revolutionierte die rahmengenähte Machart. Erstmals brachte jemand eine Maschine auf den Markt, welche die mühselige und langwierige Handarbeit vereinfachen sollte. Die im Volksmund bekannten Goodyear-Maschinen sollten nicht nur in England von nachhaltiger Bedeutung in der Schuhfertigung sein.

Die Machart macht den Unterschied

Auch heute stehen rahmengenähte Schuhe für Qualität und Luxus. Die sehr edlen Schuhe für Damen, vor allem jedoch für Herren, sind sehr begehrt, erfordern allerdings das nötige Kleingeld, da die besondere Herstellung noch immer recht aufwendig ist. Die Qualität des Schuhwerks beginnt schon bei der Wahl des Materials. Nur feinstes Leder kann die hohen Ansprüche der Kunden und Hersteller befriedigen. Langlebigkeit, gute Reparaturmöglichkeiten und ein einzigartiger Tragekomfort sind dabei eine Selbstverständlichkeit. Inzwischen werden beinahe sämtliche rahmengenähten Schuhe mit den von Goodyear entworfenen Fertigungsmaschinen produziert. So verwundert es nicht, dass das Prädikat „Goodyear welted" synonym zu „rahmengenäht" verwendet und verstanden wird. Dabei handelt es sich um eine Maschine, welche die robusten Materialien aus Leder sorgfältig und gleichmäßig mit der Sohle vernäht. Dabei entstehen die für die Machart charakteristischen Nähte am Rahmen des Schuhwerks. Einen hochwertigen Schuh erkennen Sie jedoch daran, dass die Nähte von außen nicht zu sehen sind. Geben Sie dabei allerdings Acht auf Ziernähte. Der für den echten Schuh charakteristische doppelt vernähte Streifen wird von Billigfabrikanten gerne durch eine aufgeklebte Ziernaht ersetzt. Diese erfüllt natürlich nicht die gleichen hohen Ansprüche wie das Original und sollte besser samt Schuh im Regal verbleiben.

Rahmengenähte Schuhe als Investition

Was Frauen längst wissen, hat sich in der deutschen Männerwelt noch nicht weit herumgesprochen. Obwohl sie tagsüber bis zu 18 Stunden auf den Beinen sind, greifen sie beim schnellen Schuhkauf lieber zu den Billigmodellen aus aller Welt. Die vermeintlichen Hightech-Produkte mit wasserabweisender Imprägnierung und die Materialien aus dem Chemielabor überzeugen anscheinend mehr, als gesunde Füße und Langlebigkeit. Sicher, Deutschland schaut nicht gerade auf eine ausgeprägte Schuhkultur zurück, doch warum in die Ferne schweifen, wenn erstklassige Produkte nur eine Insel weit entfernt liegt? Die hochwertigen Modelle Derby und Oxford aus England sind zeitlos, passen zu jedem Modetrend und machen aus Jungs wahre Männer. Schuhverkäufer bemühen sich seit Jahrzehnten um den Männerfuß und auch Frauen wissen den schicken Look am Mann durchaus zu schätzen.
Echte rahmengenähte Schuhe haben ihren Preis. Die anspruchsvolle Fertigungsprozedur, das exquisite Material und edlen Schnitte sind dabei nicht allein der ausschlaggebende Punkt. Die Schuhe bestechen vor allem durch ihre lange Haltbarkeit. Sie passen sich optimal der Fußform ihres Trägers an und fühlen sich auch nach Jahren nicht ausgetreten und ausgelatscht an. Ihre hohe Stabilität gekoppelt mit dem sehr angenehmen Tragegefühl macht den Schuh zu einem der besten auf dem Markt. Und letztlich stellt sich doch die Frage, ob ein Schuh, der die Jahre überdauert, tatsächlich teurer ist als ein ganzes Regal voller minderwertiger Produkte. Selbst ein Paar aus dem unteren Preissegment von wenigen Hundert Euro erweist sich dabei als lohnenswertes Schnäppchen. Bei guter Pflege halten die Schuhe selbst bei starkem Gebrauch mehrere Jahrzehnte und sind die Anschaffung wert. Maßanfertigungen können sogar das ganze Leben zum ständigen Begleiter werden.

Pflege und Reparatur des edlen Schuhwerks

Leder ist ein natürliches Produkt und bedarf deshalb einer bestimmten Pflege. Dies gilt selbstverständlich auch für ledergefertigtes Schuhwerk. Grobe Verunreinigungen am Schaft oder an der Sohle können Sie mit einer Bürste entfernen. Reinigen Sie alle weiteren Verschmutzungen mit einem feuchten Tuch und trocknen Sie die Schuhe anschließend an der Luft. Leder ist im Grunde nichts anderes, als eine gegerbte und behandelte Kuhhaut mit einem schützenden Fettfilm. Dieser verliert sich mit der Zeit und sollte von Ihnen wieder aufgetragen werden. Alle zwei Wochen können Sie Ihre Schuhe mit einer Pflegecreme bearbeiten. Massieren Sie die Paste sorgfältig in das Ledergewebe ein. Ein Poliertuch eignet sich dafür am besten. Mit einer Bürste aus echtem Rosshaar sorgen Sie für den richtigen Glanz. Scheuen Sie diese lohnenswerte Arbeit nicht. Sie dauert pro Paar nur wenige Minuten und zahlt sich wirklich aus. Das Leder wird dabei gefettet und kann somit nicht stumpf und brüchig werden.

Schon beim Kauf des Schuhs sollten Sie sich um eine ausreichende Imprägnierung bemühen. Die Schuhhändler bieten dies meist ohne Aufforderung an. Damit der Schuh und natürlich Ihr Fuß vor Feuchtigkeit geschützt ist, sollte das neue Paar bereits vor dem ersten Tragen imprägniert werden. Lassen Sie Ihre Schuhe atmen. Auch als Leder besitzt die einstige Tierhaut noch alle Eigenschaften, die eine Körperhülle eben mit sich bringt. Die unsichtbaren Poren des Leders sorgen für eine gute Luftzirkulation, Ihre Füße können atmen und geraten kaum ins Schwitzen. Nachdem Sie die Schuhe getragen haben, sollten Sie ihnen auch eine Atempause gönnen. Stellen Sie das Paar an die Luft und lassen Sie es über mehrere Stunden ruhen.

Rahmengenähtes Schuhwerk kann sehr gut repariert werden. Gerissene Schnürsenkel und dergleichen können selbstverständlich selbst ausgetauscht werden, für alles andere wenden Sie sich an den Fachmann. Am ehesten sind es immer die Sohlen, die nach jahrelangem Gebrauch erste Verschleißspuren aufweisen. Die Hacke ist ausgetreten, die Kanten sind abgerieben und in einigen Fällen löst sich die Sohle ganz vom Schuh. Doch dies ist bei rahmengenähten Schuhen kein Grund zur Sorge. Beim Schuhmacher werden die alten Sohlen in Handumdrehen gegen neue ausgetauscht – der Schuh ist somit wie neu. Da diese Prozedur mehrere Male durchgeführt werden kann, ohne dass das Leder oder die Nähte über Gebühr beansprucht werden, halten diese Schuhe nicht selten ein ganzes Leben.

Rahmengenähte Schuhe für Neulinge

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen und Sneaker und Turnschuhe gehören in die Kiste der Kindheitserinnerungen verbannt. Spätestens mit dem Berufseinstieg sollte Mann sich überlegen, auf passendes Schuhwerk umzusteigen. Mit rahmengenähten Schuhen in Schwarz können Sie dabei nichts falsch machen. Die Schuhe passen sehr gut zum schicken Anzug und können sowohl im Büro als auch bei der edlen Abendveranstaltung getragen werden. Obwohl die Regel heute längst nicht mehr so streng anzuwenden ist, sollten Sie bei braunen Farbtönen Vorsicht walten lassen, um welche Uhrzeit Sie das Schuhwerk tragen. „Never brown after six" – lautete der Kleider-Codex und wird in einigen Regionen, insbesondere in der Geschäftswelt, noch recht ernst genommen. Für Ihr erstes Paar sollten Sie also zunächst zur schwarzen Ausführung greifen. Probieren Sie immer mehrere Schuhe an und finden Sie die für Sie richtige Passform. Wenn Sie sich für einen Schuh mit leichtem Absatz entscheiden, achten Sie darauf, dass die Hosenlänge passt. Auf gar keinen Fall sollten Ihre Strümpfe dabei zu sehen sein. Auch nicht beim Sitzen.

Beim Kauf sollte die Marke des Schuhs nicht zwingend im Vordergrund stehen. Legen Sie mehr Wert auf die Qualität, zum Beispiel anhand des Hinweises „Goodyear welted", statt sich von großen Modelabels bezirzen zu lassen. Diese bringen zwar auch jedes Jahr recht ansprechende Modelle heraus, allerdings unterliegen diese sehr strengen Lizenzverträgen und Sie als Käufer bekommen dies anhand des Preises zu spüren. Statt für Qualität zahlen Sie dabei hauptsächlich für den Namen der Marke. Experten raten dazu, nicht nur ein Paar im Schrank zu haben. Da die Lederschuhe zwischendurch eine Atempause brauchen, sollten Sie täglich die Möglichkeit haben, das Schuhwerk auszutauschen. Je nachdem, wie häufig und lange Sie die Schuhe tragen, kann diese Empfehlung relativ betrachtet werden. Allerdings sind auch viele Erstträger so schnell von der Qualität und dem Komfort des Schuhwerks überzeugt, dass ein zweites und drittes Paar nicht lange auf sich warten lässt. Über die Jahre wird sich diese Sammlung noch um ein Paar rahmengenähter Freizeitschuhe, helle Slipper und ein edles Paar für glamouröse Abendveranstaltungen erweitern und es entsteht eine Sammlung, die sich durchaus sehen lassen kann.

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