HiFi-Tuner, Internet Radios und UKW-Tuner

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HiFi-Tuner, Internet Radios und UKW-Tuner

Der HiFi-Tuner wird oft auch als Stereo-Tuner oder nur als Tuner bezeichnet. Es handelt sich um eine Komponente für die HiFi-Anlage, über die sich Radio empfangen lässt. Anlagen, die mit einem Stereo-Receiver oder mit einem AV-Receiver versehen sind, sind bereits mit einem integrierten Tuner ausgestattet. Wer allerdings eine Anlage mit einem Stereo-Verstärker verwendet, benötigt einen zusätzlichen Tuner. In diesem Ratgeber gehen wir näher auf den Tuner ein und geben Ihnen Tipps für den Kauf. Denn es lassen sich neben analogen und digitalen Sendern unter bestimmten Voraussetzungen auch Web-Radios mit dem Tuner empfangen.

UKW-Tuner: Welche Frequenzbereiche werden unterstützt?

Mit einem UKW-Tuner können Sie lokale Radiosender empfangen und direkt an die Lautsprecher der Stereoanlage weiterleiten. Die Anschaffung einer solchen Komponente für die HiFi-Anlage empfiehlt sich vor allem dann, wenn Sie keinen HiFi-Receiver haben. Der Receiver ist ein Verstärker mit einem eingebauten Tuner.

Wie der Name bereits andeutet, unterstützt der UKW-Tuner die Ultrakurzwellen-Frequenzen zwischen 87,5 und 108 MHz. Das Besondere an diesem Frequenzbereich ist, dass er sehr unempfindlich gegenüber Störungen ist. Der Grund: Bei dieser Art des Signalempfangs kommt die Frequenzmodulation (FM) zum Einsatz. Wellen wie die Kurzwelle (KW), Langwelle (LW) oder Mittelwelle (MW) nutzen dagegen die Amplitudenmodulation (AM). FM und AM sind gängige Beschreibungen der jeweiligen Frequenzbereiche im anglo-amerikanischen Raum. Doch der UKW-Tuner bietet noch weitere Vorteile.

Vor und Nachteile der Ultrakurzwelle (UKW) im Überblick

Bei der Ultrakurzwelle ist die zur Verfügung stehende Bandbreite um einiges höher als bei den Wellen, die die Amplitudenmodulation nutzen. Das bedeutet, dass auch die Klangqualität höher ist. Der Nachteil von UKW ist – wie der Name schon sagt – die kurze Reichweite. Es sind viele Sender notwendig, um ein Gebiet abzudecken. Kurzwellen bieten eine deutlich höhere Reichweite. Dafür müssen Sie aber Abstriche in der Tonqualität machen.

Radioempfang: analog oder digital? Tipps für den Kauf eines HiFi-Tuners

Die meisten UKW-Tuner empfangen analoge Sender. Doch bei anderen Varianten können Sie auch digitale DAB- oder DAB+-Sender empfangen. Als dritte Möglichkeit sind einige der Tuner auch mit Ethernet-Buchsen oder WLAN-Modulen versehen. Mit ihnen kann Internet Radio empfangen werden. In diesem Fall handelt es sich um sogenannte Netzwerk-Tuner.

Digitaler Radioempfang: DRM und DAB für Ihren HiFi-Tuner

Der digitale Sendestandard Digital Radio Mondiale (DRM) wurde eingeführt, um die Klangqualität der verschiedenen Frequenzbereiche zu verbessern. Er kommt aber nicht nur bei den Lang-, Mittel- und Kurzwellen, sondern auch bei der Ultrakurzwelle zum Einsatz. Ob mit dieser Technik bei Ihrem Tuner gearbeitet wird, lässt sich leicht am Datenblatt ablesen. Hier müssten Sie die Bezeichnung DRM+ finden.

Das DRM-Verfahren verbesserte zwar die Tonqualität, konnte sich letztlich aber nicht am Markt durchsetzen. Ein weiteres Verfahren hatte es nicht besser. Mittlerweile ist Digital Audio Broadcasting (DAB) allerdings Standard in Europa. Das Verfahren soll dazu beitragen, Klangsignale in CD-Qualität zu übertragen. Dabei sollen spezielle Codes helfen. DAB ist seit 1995 im Einsatz. Seit einigen Jahren, genauer seit 2011 ist das verbesserte Verfahren DAB+ im Einsatz.

Wie viele Sender werden für den digitalen Radioempfang unterstützt?

Derzeit werden diverse deutschlandweit ausgestrahlte Sender und zahlreiche regionale DAB-Programme unterstützt. Wichtig für den Kauf: Wenn Sie sich für einen Tuner mit DAB+-Funktion entscheiden, ist dieses Gerät abwärtskompatibel. Auf der anderen Seite ist es mit einem herkömmlichen DAB-Tuner nur unter bestimmten Umständen möglich, auch DAB+-Sender zu empfangen – nämlich dann, wenn sich die Firmware des Tuners aktualisieren lässt. Das ist aber nur bei wenigen HiFi-Tunern der Fall. Mit Tunern, die ab 2011 gefertigt wurden, können Sie aber sicher sein, dass hier die Funktion unterstützt wird. Mehr noch: Diese HiFi-Tuner sind auch in der Lage, analoge Sender zu empfangen.

Vor- und Nachteile von DAB-Tunern: ein Überblick

Der Vorteil von DAB-Tunern ist, dass der Empfang vergleichsweise störungsfrei ist. Darüber hinaus lassen sich zahlreiche Zusatzinformationen empfangen. Auf dem Display des Radios können Sie nicht nur den Musiktitel und den Namen der Station ablesen, sondern auch andere Zusatzinformationen wie Wetter oder Nachrichten – vorausgesetzt, der Sender überträgt die Daten. Der Nachteil dieser Tuner ist, dass sie mehr Strom als herkömmliche Empfangsgeräte verbrauchen. Sinnvoll ist daher eine Anschaffung eines Kombigerätes, mit dem Sie sowohl UKW-Frequenzen als auch DAB empfangen können.

Online-Radio: Netzwerktuner empfangen Radio-Sender aus dem Internet

Das Besondere an den im Netz verfügbaren Radiosendern ist, dass die Auswahl sehr hoch ist. Die Zahl der Internet-Radios liegt im mehrstelligen Bereich. Die Mehrzahl dieser Webradios verbreitet sein Programm lediglich über das Internet. Damit die Stereoanlage auch diese Sender abspielen kann, muss der Tuner mit einem Router verbunden werden. Das geschieht entweder über LAN-Kabel oder kabellos über WLAN. Auch unter den Netzwerktunern gibt es besondere Modelle. So können einige Varianten auch andere Streaming-Dienste empfangen, darunter Spotify oder Last.fm. Ein Netzwerktuner ist auch für die Wiedergabe der eigenen Musikbibliothek über das Internet praktisch.

Welchen Tuner benötige ich, um Sender von DVB-T und anderen Quellen zu empfangen?

Es werden noch weitere Quellen für Radiosender unterschieden. Besonders bekannt sind DVB-C und DVB-S sowie DVB-T. Um diese Sender zu empfangen, sind Sie auf einen speziellen Receiver oder eine Box angewiesen. Es lohnt sich übrigens nicht mehr, einen ADR-Tuner zu kaufen. Die Abkürzung steht für Astra Digital Radio. Der digitale Hörfunk wurde von dem Ersten Deutschen Fernsehen eingeführt und über den Astra-Satelliten ausgestrahlt. Seit der Abschaltung der analogen Satellitensignale wird ADR nicht mehr ausgestrahlt. Für den satellitengestützten Hörfunk empfehlen wir einen Receiver für DVB-S.

Welche Funktionen sollte der HiFi-Tuner bzw. UKW-Tuner mit sich bringen?

Der Tuner für die eigene HiFi-Anlage sollte in der Lage sein, favorisierte Radiostationen zu speichern. Eine praktische Zusatzfunktion ist RDS. Die Abkürzung steht für Radio Data System. Damit ist gemeint, dass der Tuner die Zusatzinformationen vom Radiosender empfangen kann. Dazu gehört nicht nur der Name des Senders, sondern auch die Titel von Musikstücken.

Welche Marken bieten hochwertige HiFi-Tuner an? Ein Überblick

Folgende Marken haben sich auf die Fertigung von hochwertigen Tunern spezialisiert:

·        Sony

·        Pioneer

·        Onkyo

·        Technics

·        Kenwood

Unterscheidung der HiFi-Tuner nach ihren Audioausgängen: Tipps und Tricks

Für die Audioausgänge am HiFi-Tuner gibt es mehrere Möglichkeiten. Zur Auswahl stehen:

·        Stereo L/R RCA

·        DIN

·        Digital koaxial RCA

·        Kopfhörerbuchse

·        Digital optisch TOSLINK

Beim DIN-Ausgang kommen genormte Diodenstecker zum Einsatz

Bei dem DIN-Ausgang handelt es sich um einen Diodenstecker. Er zeichnet sich durch seine runde Form aus und entspricht den Normen DIN 41524 für 3- bis 5-polige Varianten und der DIN 45322 für die 5-polige Variante mit einem Abstand von 60°. Auch für die 8-poligen und 7-poligen Diodensteckverbindungen gibt es DIN-Normen. Stereostecker sind mit mindestens fünf Polen belegt. Der Vorteil der DIN-Steckverbindungen ist, dass sie sich einfach handhaben lassen und auch die Zuordnung des linken und rechten Kanals bereits in einem Stecker integriert ist. Auf der anderen Seite sind Sie mit einem solchen Ausgang weniger flexibel, wenn Sie nach abweichenden Anschlussbelegungen suchen.

TOSLINK: Verbindungssystem mit standardisierten Lichtwellenleitern für eine optische Signalübertragung

Der digital-optische TOSLINK-Audioausgang ist unter anderem für die digitale Übertragung von Audio-Signalen geeignet. Für die Übertragung wird ein Lichtwellenleiter (LWL) verwendet. Mithilfe dieser Verbindung lassen sich Masseschleifen verhindern. Der große Vorteil dieses Ausgangs liegt aber darin, dass die Leiter gegenüber elektrischen und magnetischen Störeinkopplungen unempfindlicher sind. Der Nachteil ist, dass die Kabel anfällig gegenüber Knicken sind. Hintergrund der Verbindung: TOSLINK wurde in den achtziger Jahren von Toshiba entwickelt. Ziel war es, die eigenen CD-Player mit den Tunern zu verbinden. Heute gilt TOSLINK als Standard.

Kopfhörerbuchse: nur notwendig, wenn der Verstärker keinen Ausgang für Kopfhörer hat

Ob der eigene Tuner mit einer Kopfhörerbuchse ausgestattet sein soll, hängt davon ab, ob der Verstärker der Anlage nicht bereits mit einem derartigen Ausgang versehen ist. Fehlt dieser, ist eine Verbindung für den Kopfhörer am Tuner sinnvoll. Bei der Kopfhörerbuchse handelt es sich um eine Verbindung für den Klinkenstecker. Bei der Steckverbindung handelt es sich um eine Verbindung für einen dreipoligen Stereostecker in einer Ausführung von 6,35 oder 3,5 mm. Mithilfe eines Adapters lassen sich auch die kleineren Kopfhörer anschließen.

Audio Cinch-Ausgang Stereo L/R: Schnittstelle mit einer hohen Verbreitung

Das analoge Audiosignal wird am häufigsten über die Cinch (RCA) Schnittstelle übertragen. Das Audio-Cinch-Kabel erkennt man am besten an den Farben Weiß und Rot. Der weiße Stecker steht für den linken analogen Kanal, während rot für den rechten analogen Kanal reserviert ist. Die Abkürzung RCA steht für einen ungenormten Steckverbinder. Mittlerweile wird die analoge Stereo-Übertragung allerdings von digitalen und optischen Anschlüssen ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Coaxial-Digital und Cinch?

Der Unterschied eines Coax-Digitalausgangs gegenüber dem herkömmlichen Cinch-Ausgang ist, dass hier ein genormter Wellenwiderstand von 75 Ohm bei RCA vorhanden ist. Das Cinchkabel ist für die Übertragung analoger Signale und das Coax-Kabel für die Übertragung digitaler Signale geeignet. Diese Besonderheiten und Unterschiede spiegeln sich in der Klangqualität wieder.

Fazit: Entscheidung für passenden Tuner hängt von Hörgewohnheiten und Voraussetzungen ab

Der HiFi-Tuner ist die ideale Komponente für die eigene Stereo-Anlage, sofern sie nicht mit einem Receiver mit einem integrierten Tuner versehen ist. Der UKW-Tuner ist eine spezielle Unterart des HiFi-Tuners, der auf den Empfang von Ultrakurzwelle spezialisiert ist. Darüber hinaus werden aber auch Tuner mit digitalem Radioempfang und Netzwerktuner für den Empfang von Web-Radios angeboten. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt stark von Ihren Hörgewohnheiten ab. Darüber hinaus benötigen Sie für das Online-Radio ein Netzwerk mit LAN oder WLAN-Verbindung.

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