Herstellung und Geschichte des weißen Goldes Porzellan

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Geschichte

Das Porzellan wurde um 620 im Kaiserreich China entwickelt. Rezepturen und Herstellungsmethoden wurden lange Zeit geheim gehalten. Chinesisches Porzellan besteht aus Kaolin (eine spezielle Tonart ohne Eisen) und "Petuntse" als Grundmaterialien, sowie feinem Quarz. Beim Brennprozess verbinden sich diese Stoffe zu einem weißen, harten und glatten Material.
 
In Europa wurde das Wissen um die Porzellanherstellung erst Anfang Oktober 1708 durch Ehrenfried Walther von Tschirnhaus entdeckt und nach seinem Tod von Johann Friedrich Böttger weiterentwickelt. Am 28. März 1709 vermeldete dieser die Erfindung des europäischen Porzellans.
 

Herstellungsprozess
 
Die Aufbereitung der Rohmaterialien

Feldspat und Quarz werden in einer Trommelmühle gemahlen und dann unter Beifügung von Wasser mit einem Rührwerk im Verhältnis 1 zu 1 zu 2 mit Kaolin zum flüssigen Schlicker vermischt. Eine Filterpresse scheidet das überschüssige Wasser aus, es bleiben flache Scheiben plastischer Porzellanmasse zurück. Für das Drehen wird die Porzellanmasse in einer Vakuumhubelpresse knetbar gemacht.
 

Die verschiedenen Arten der Formgebung

Das Giessen

Gegossen werden vor allem Kannen und grosse Platten. Dabei wird verflüssigtes Gussgranulat in eine Gipsform gefüllt. Der Gips entwässert die Gussmasse; diese verfestigt sich nach einer gewissen Zeit, worauf der geöffneten Form das nun entstandene Stück entnommen werden kann.

Das Garnieren


An die geformten Kannen, Tassen, Schüsseln, Deckel usw. werden Ausgüsse, Henkel und Griffe angesetzt, falls diese nicht schon mit dem Geschirr gegossen worden sind. Nach dem Garnieren werden die Stücke getrocknet und geputzt.

Das Drehen

Die weiche Porzellanmasse wird beim Drehen zu Tassen, Untertassen, Tellern, Schüsseln und runden Platten geformt. Es gibt zwei Drehverfahren: Das Überdrehen für Teller und das Eindrehen für Tassen und Schüsseln. Die gedrehten Stücke werden getrocknet und geputzt

Das Pressen

Isostatisches Pressen ist die neueste Technologie der Formgebung in der Porzellanherstellung. Hier wird ein im Sprühturm pulverisiertes und getrocknetes Granulat in Strahl- und Kunststoffformen zu Tellern sowie zu Spezialartikeln für die Verwendung in Flugzeugen, Speisewagen usw. verpresst.

Der erste Brand – der Glühbrand

In einem Tunnelofen wird das Geschirr auf eine Temperatur von 980°C erhitzt und danach langsam abgekühlt. Die Durchlaufzeit beträgt rund 20 Stunden.
 

Das Glasieren

Die verglühten Geschirrstücke werden in ein Glasurbad getaucht und dabei mit einer dünnen Mineralienschicht überzogen. Diese Glasur verleiht dem Porzellan Glanz, Härte und Schönheit.
 
 

Der zweite Brand – der Glattbrand

Die glasierten Geschirrstücke werden auf Ofenwagen gesetzt und in einem Tunnelofen bei 1400°C dem Glatt- oder Sinterbrand unterworfen. Dabei entsteht das edle Porzellan. Diese Durchlaufzeit beträgt ca. 30 Stunden.
 
 

Gebrauchsfertiges Geschirr

Nach diesem zweiten Brennprozess folgen das Schleifen der Füsse und das Sortieren des Porzellans. Danach ist das weisse Porzellan bereit für den Versand oder es wird ans Lager gelegt, um bei Bedarf mit dem gewünschten Dekor verziert zu werden.
 

Das Dekorieren des Porzellans

Die verschiedenen Dekorationsverfahren:

Dekore werden in Form von Schiebebildern (Abziehbildern) auf das Geschirr übertragen
 
Filets und Bänder werden von Hand mit dem Pinsel auf das rotierende Stück gemalt

Mittels einer Spritzpistole wird Farbe aufgespritzt
Besonders wertvolles Porzellan wird von Hand bemalt
 

Der Dekorbrand

Damit die Dekore auch bei hoher Beanspruchung auf dem Geschirr haften bleiben, müssen sie fest mit der Glasur verbunden werden. Dies wird mit einem dritten Brennprozess bei 800°C bis 1280°C erreicht.

Versand

Nachdem die fertigen Porzellanstücke die Endkontrolle passiert haben, gelangen sie ins Dekorlager oder in den Versand.

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