Herrenschuhe mit Kult-Charakter: Schuhe aus den 50er-90er Jahren

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Vintage-Herrenschuhe mit Kult-Charakter: Ratgeber für den Kauf von Schuhen aus den 50er bis 90er Jahren

Früher legte man noch Wert auf Handwerkskunst. Statt Waren aus China zu importieren, entstanden viele Produkte vor Ort. So auch Schuhe, die auf traditionelle Weise und in vielen Arbeitsstunden von Schuhmachern hergestellt wurden. Hochwertige Lederschuhe halten Jahrzehnte, bei eBay können Sie einwandfrei erhaltene Vintage-Herrenschuhe aus den 50er- bis 90er-Jahren kaufen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über edle Schuhe, die schon Ihre Väter getragen haben, und über den angesagten Vintage-Look.

Was bedeutet „Vintage"?

„Vintage" ist ein englisches Wort und bedeutet alt, traditionell oder klassisch. Der Begriff beschreibt in der Modewelt zwei verschiedene Dinge.

Auf der einen Seite handelt es sich dabei um originale Kleidung aus vergangenen Zeiten. Üblicherweise fallen unter den Begriff Stücke aus den 50er- bis 90er-Jahren. Da die Kleidung mehrere Jahrzehnte alt ist, wurde sie meistens auch schon getragen. Durch den Gebrauch entsteht eine Patina, die den typischen Vintage-Charme ausmacht. Die Gebrauchsspuren sind völlig normal und haben nichts mit Mangelware zu tun. Liebhaber wissen die Produkte zu schätzen, denn meistens handelt es sich um Einzelstücke, die die Zeit überdauert haben. Häufig sind es Dachboden- oder Kellerfunde, die dann nur noch in einer bestimmten Größe vorhanden sind. Vintage-Produkte finden Sie auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden oder bei eBay.

Vintage-Kleidung liegt im Trend und wird daher von vielen Herstellern kopiert. Brandneue Kleidungsstücke durchleben verschiedene Produktionsprozesse und werden durch bestimmte Verfahren auf alt getrimmt. Wenn Sie Vintage-Mode im Geschäft kaufen, handelt es sich also fast immer um neue Produkte, die noch nie getragen wurden. Durch spezielle Vorwäschen, Pigmentfärbungen, das Abschleifen des Stoffes sowie durch den Einsatz von Lasern entsteht eine unregelmäßige und authentische Optik: Die Kleidung sieht älter aus, als sie ist. Dieser Stil wird als „Used Look", „Distressed Look" oder „Destroyed Look" beschrieben, da Stoffe gezielt „zerstört" werden, um den typischen Vintage-Look zu erreichen.

Vintage-Produkte können also auf der einen Seite alte Kleidungsstücke sein, auf der anderen Seite aber auch brandneue Modelle, die auf alt getrimmt werden. Dabei schauen sich die Designer die alten Schnitte an und nehmen sie als Vorlage für ihre neuen Kollektionen.

Schuhe aus den 50ern: Two-Tone-Schuhe

In den 50ern war das Leben noch elegant. Konrad Adenauer legte für Westdeutschland die Marschrichtung fest, die Soziale Marktwirtschaft sorgte für einen Aufschwung, der ab Mitte der 50er-Jahre als „Wirtschaftswunder" gefeiert wurde. Auch sportliche Erfolge stärkten das Selbstbewusstsein der Deutschen, denn erstmals waren 1952 seit Beendigung des Zweiten Weltkriegs wieder deutsche Sportler bei den Olympischen Spielen in Oslo und Helsinki zugelassen, und 1954 gewann Deutschland sogar die Fußball-Weltmeisterschaft, die als „Das Wunder von Bern" in die Geschichte einging.

Und noch etwas war neu in Deutschland: Der Rock 'n' Roll begeisterte die Massen, allen voran Elvis Presley, der die Menschen zum Tanzen brachte.

Kurz nach dem Krieg spielte Mode keine große Rolle. Erst mit dem Wirtschaftswunder der 50er gewann sie mehr und mehr an Bedeutung, und die Menschen begannen wieder, sich modern und elegant zu kleiden. Ein Highlight, das in den 50ern sein Comeback feierte, waren Two-Tone-Schuhe. Die zweifarbigen Schuhe kamen bereits im 19. Jahrhundert unter dem Namen „Spectator" auf den Markt. Ihr Oberleder ist in zwei unterschiedlichen Farben gehalten, weshalb die Modelle ein wahrer Blickfang sind. Typischerweise sind Spitze und Ferse aus dunklem und der Rest des Schuhs aus hellem Oberleder. In den 20er- und 30er-Jahren erlebte der Herrenschuh dann sein erstes Comeback, bevor er Mitte der 50er erneut an Popularität gewann. Typische Farbkombination war damals schwarz-weiß. Heute sind auch blau-weiße, weiß-rote oder weiß-braune Modelle beliebt.

Die nostalgischen Schuhe sind rahmengenäht, das heißt, das komplette Oberteil der Produkte wird mittels eines Fadens mit der Brandsohle und dem Rahmen vernäht. Für viele Vintage-Liebhaber stellen diese Produkte die Könige der Vintage-Schuhe dar. Das Oberleder vieler Modelle ist gemischt, das heißt, einige Partien sind glänzend, andere matt und durchstochen.

Al-Capone- bzw. Mafia-Schuhe

Two-Tone-Schuhe sind auffallend, männlich und setzen ein Statement. In den 20ern waren sie auch als Al-Capone- oder Mafia-Schuhe bekannt, da sie einen geheimnisvollen Reiz ausüben und zur damaligen Zeit in Verbindung mit teuer gekleideten Mafiabossen gebracht wurden. Bei dieser aufregenden Geschichte ist es kein Wunder, dass die Schuhe noch immer im Trend liegen. Sie werden bevorzugt zu eleganten Anlässen in Kombination mit Sakko und Hemd getragen.

Die Herrenschuhe der 60er

Den 60ern trauern viele Menschen noch immer hinterher, damals erlebten die Deutschen das Wirtschaftswunder und viele andere geschichtliche Meilensteine. Der erste Mensch auf dem Mond, der erste Mini-Rock, die Revolution der Popmusik, sexuelle Aufklärung, Hippies, die 68er-Bewegung – kaum eine Zeit war so wild und vom Aufbruch geprägt wie die 60er. Auch in der Mode galt: je schriller, desto besser. Stars wie Brigitte Bardot, Jaqueline Kennedy und Julie Christie wurden zu wahren Modeikonen. Schlaghosen, Hosen mit Seitenschlitzen, bunte Blumen und auffällige Accessoires waren angesagt. Je unkonventioneller ein Kleidungsstück war, desto besser.

Auch die Beatles waren Vorbild für viele Menschen. Die Bandmitglieder trugen spitze Schuhe, die Mode wurde von vielen übernommen. Herrenschuhe der 60er zeichnen sich durch flache Sohlen, eine schmale Linie und niedrige Absätze aus. Neben den klassischen Tönen Schwarz und braun kamen Schuhe in Weiß, Beige oder Hellbraun auf den Markt. Neben italienischen Slippern waren Schnür- und Lackschuhe (vor allem zum Abendanzug) beliebt. Lackschuhe stellten eine Alternative zum teuren Lederschuh dar, da sie synthetisch hergestellt werden konnten.

Italienische Slipper

Italienische Slipper, die auch Loafer oder Slip-on genannt werden, waren in den 60ern beliebt. Die ersten Modelle kamen bereits 1910 in Amerika auf den Markt. Auch in Italien versuchten sich einige Hersteller an Loafern, doch die Schuhe fanden nur wenige Anhänger. Erst in den 50ern stieg das Interesse an den Slippern, und englische Unternehmen begannen, ihn in einer rahmengenähten Bauweise nachzubauen. Die Schuhe sind bequem, denn es handelt sich um Schlüpfmodelle. Das heißt, sie haben keine Schnürsenkel, die zugebunden werden müssen.

Let it Rock – Creepers

Rockabilly ist eine der Spielarten des Rock 'n' Roll, die Mitte der 50er-Jahre entstand. Die Anhänger der Musik trugen schon damals Creepers, doch ihre größte Beliebtheit erreichten die Schuhe in den frühen 60ern, als sie auch in der Ska-, Punk- und Goth-Szene bekannt wurden.

Creepers sind flache Schuhe, die eine dicke und weiche Kreppsohle haben. Die Sohle ist durchgängig gestreift und überall gleich dick, bei einigen Modellen sogar bis zu fünf Zentimeter. Schnürungen oder Schnallen werden verwendet, um Creepers zu schließen. Meistens werden sie aus Rauleder hergestellt, weshalb sie recht schmutzempfindlich sind. Im Trend liegen mittlerweile Materialmixe, Stoff, Lack und Leder werden gleichermaßen eingesetzt. Die Sängerin Rihanna sorgte für ein Comeback der Creepers, als sie diese in der Öffentlichkeit trug.

Individualität zeigen: die 70er

In den 70ern war alles erlaubt, und nie zuvor herrschte so viel Freiheit in der Mode wie zu dieser Zeit. Mit der Hippiebewegung wurden auch die Kleidungsstile flexibler. Hinsichtlich der Farben, Muster und Schnitte war alles erlaubt, was dem eigenen Lebensgefühl entsprach und kreativ war. Kulturen vermischten sich, und so gab es neben Schlaghosen Blumenstickereien und neben dem Cowboy-Look indische Kleider.

Auch vor der Schuhmode machte die neue Toleranz nicht halt. Plateauschuhe waren damals bei beiden Geschlechtern beliebt und verbreitet. Die Schuhe sind zwischen drei und zehn Zentimetern hoch, die Höhe ist dabei abhängig von der Stärke des Plateaus.

Die Sohle kann durchgehend in einer Stärke sein, aber auch einen Keilabsatz oder eine separaten Block- oder Stilettoabsatz haben. Das Design der Schuhe war so einzigartig und auffällig wie nie zuvor. Zebramuster, Glitzer, Lack waren genauso erlaubt wie Leopardenfell. Die Plateauschuhe waren so einzigartig wie ihre Besitzer. Viele Originale-Modelle können Sie bei eBay ersteigern, die vor allem zu Kostümfesten und auf Retro-Partys getragen werden.

Die Zeit der Sneaker bricht an

In den 40er-Jahren stelle Adidas vermehrt Fußballschuhe her. Im Laufe der Zeit gehörten auch andere Sportarten wie Tennis zu ihren Spezialgebieten. Viele Sportstars trugen die Turnschuhe der Marken, und so wurden die Produkte auch im alltäglichen Einsatz immer beliebter. 1971 entstand schließlich das Dreiblatt, auch Trefoil genannt, das das Logo von Adidas darstellt. Das Erkennungszeichen der Marke schmückte fortan sämtliche Produkte.

1972 kamen die Adiletten auf den Markt, die eigentlich für Sportler entwickelt wurden, damit sie in der Umkleide nicht ausrutschten. Doch die Adilette eroberte den Schuhmarkt im Sturm und ist heute der wohl berühmteste Badeschlappen der Welt. Ein Jahr zuvor kam der Stan Smith auf den Markt, der vom Tennisspieler Stan Smith 1971 im Finale in Wimbledon getragen wurde. Die Adidas-Schuhe wurden immer berühmter, und auch in Deutschland trugen die Jugendlichen Turnschuhe. Sie waren fester Bestandteil der Herrenschuhe der 70er-Jahre.

Es wird bunt: die 80er

Die 80er waren wild und verrückt, was sich auch in der Schuhmode zeigte. Bunte Modelle dominierten den Markt. Der bekannteste Schuh dieser Zeit wurde der Adidas Superstar. Er wurde zwar schon in den 70er-Jahren produziert, doch erst in den 80ern wurde er zur Berühmtheit. Das lag an der Rapgruppe Run DMC, die Superstars mit Vorliebe trugen und den Schuhen sogar das Lied „My Adidas" widmeten, das 1986 erschien. Turnschuhe dominierten in der Modewelt und die meisten Modelle waren sehr bunt.

Die 90er: Hip-Hop und Grunge

Sportschuhe lagen in den 80ern im Trend und setzten sich auch in den 90ern durch. Zu der Zeit war es sogar normal, Jeans und Turnschuhe zu feierlichen Anlässen zu tragen. Viele Männer orientierten sich an ihren Vorbildern aus der Hip-Hop- oder Grunge-Szene, während bei Frauen vor allem die Farben Blau und Weiß in Mode waren.

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