Herd mit Elektro- oder Gasbetrieb – wirklich nur eine Frage der persönlichen Vorliebe?

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Herd mit Elektro- oder Gasbetrieb – wirklich nur eine Frage der persönlichen Vorliebe?

Für viele Hobbyköche ist die Frage, ob ein Herd mit Elektro- oder Gasbetrieb angeschafft werden soll, schnell beantwortet: Diese bevorzugen natürlich einen Gasherd. Solche Herde erreichen die gewünschte Temperatur schnell und auf den Punkt, was ebenfalls einen Einfluss auf die kulinarischen Ergebnisse hat. Allerdings sind je nach Bedürfnis, Vorliebe oder Nutzungsverhalten auch andere Herdmodelle empfehlenswert. Das Backen und Kochen verursacht im Durchschnitt ungefähr 15 Prozent des Stromverbrauches eines normalen privaten Haushalts. Der verwendete Herd spielt somit also eine recht wichtige Rolle hinsichtlich des umweltbewussten und sparsamen Wirtschaftens.

Was Sie bei den verschiedenen Herdvariationen beachten sollten, zeigt Ihnen im Folgenden dieser Ratgeber.

Elektroherd oder Gasherd: Die Vor- und Nachteile

Ein klassischer Gasherd punktet durch sehr schnelle Reaktions- und Erhitzungszeiten, was zu entsprechend geringen Unterhaltskosten führt. Aber auch ein Elektroherd kann mit einigen Vorteilen aufwarten - insbesondere dann, wenn es sich um einen Induktionsherd handelt.

Einer der gewichtigsten Vorteile von Gasherden: der kostengünstige Betrieb

Dies kommt daher, dass eine Kilowattstunde Gas etwa dreimal günstiger ist, als eine Kilowattstunde Strom. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung eines Gasherdes ist aber ein technisch einwandfreier Gasanschluss. Dieser ist in gängigen Wohnungen oder Wohnhäusern oftmals nur dann vorhanden, falls ebenso die Zentralheizung mit Erdgasbetrieb funktioniert. Einen Gasanschluss anzulegen, nur um einen Gasherd betreiben zu können, wäre mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden, die die Betriebskostenersparnisse des Gasherdes sofort zu Nichte machen würden. Zudem wäre durch dieses Vorgehen eine monatliche Pauschale an den Gasversorger fällig, was dazu führt, dass der Betriebspreisvorteil erneut relativiert wird.

Alternativ kann ein Gasherd auch mit Flüssiggas aus Flaschen betrieben werden

Auf lange Sicht ist dies allerdings deutlich kostenintensiver als der Betrieb mit Erdgas. Außerdem handelt es sich hierbei um eine recht unkomfortable Vorgehensweise, da derartige Gasflaschen häufig gewechselt, oder - so zum Beispiel im Baumarkt - neu aufgefüllt werden müssen. Weiterhin lauert hier eine gewisse Gefahr. Der Umgang mit Flüssiggas ist bei unvorsichtigem Handeln äußerst gefährlich. Verschüttet man unabsichtlich eine kleine Menge der hochentzündlichen Flüssigkeit, kann es bei der Verwendung von Feuerzeugen oder Kerzen schnell zu Stichflammen kommen. Gleiches gilt, falls man unbemerkt Flüssiggas an die Kleidung oder auf die Hände bekommt. Seien Sie stets vorsichtig im Umgang mit Flüssiggas.

Die Temperatur lässt sich innerhalb von Sekunden punktgenau regulieren

Ein weiterer Vorteil, der sich durch die Benutzung eines Gasherdes ergibt, ist das sehr schnelle Ansprechverhalten. Die exakte Temperatur für die jeweiligen Speisen kann einfach stufenlos per Hand eingestellt werden und sobald der Herd ausgeschaltet wird, heizt er nicht mehr nach. Dies spart Energiekosten, reduziert die Überhitzungsgefahr und ist durch den geringen primären Energieverbrauch ausgesprochen umweltfreundlich. Die Töpfe und Pfannen liegen nicht direkt auf dem Herd auf, sodass auch Kochutensilien mit verzogenen Böden oder gar Woks verwendet werden können.

Vorsicht gilt aber bei der Verwendung von Kochtöpfen mit Plastik-Griffen. Das offene Feuer des Gasherdes erzeugt eine große Hitze und kann Griffe aus Plastik schnell verformen oder verschwelen lassen. Dieses Risiko potenziert sich insbesondere dann, wenn ein vergleichsweise kleiner Topf einer großen Flamme ausgesetzt wird.

Für niedrige Temperaturen ist der E-Herd besser geeignet

Bei Herden, bei denen ebenfalls der Backofen-Teil gasbetrieben ist, lässt sich zwar eine hohe Temperatur erzeugen, diese ist aber in aller Regel weniger gut regulierbar. Dies gilt zumindest für herkömmliche Gasbacköfen für den privaten Hausgebrauch. Vor allem dann, wenn eher eine niedrigere Temperatur gewünscht wird - so zum Beispiel zum Warmhalten von Speisen - eignet sich ein Elektroherd deutlich besser. Inzwischen sind zwar moderne Gasbacköfen erhältlich, welche über eine elektronisch geregelte Taktung sowie Zündung verfügen und das Einstellen von niedrigeren Temperaturen ermöglichen, diese sind in der Anschaffung allerdings recht teuer. Die Anschaffung eines Herdes mit Gasbetrieb ist generell etwas kostenintensiver als der Kauf eines Elektroherdes. Diese Mehrkosten amortisieren sich je nach Kochgewohnheiten aber nach etwa eineinhalb bis zwei Jahren. Zudem wiegen die Einsparpotentiale hinsichtlich der Betriebskosten dies wiederum auf.

Wie bereits erwähnt, besteht bei unsachgemäßer Handhabung bei Gasherden Unfall- und Brandgefahr. Dass Gasherde generell weniger sicher sind als Elektroherde, ist allerdings nicht richtig. Ist der Gasherd professionell und fachgerecht installiert und wird er sachgemäß verwendet, so ist er in der Regel genauso sicher, wie ein herkömmlicher Elektroherd.

Immer noch die beliebteste Herdform: der Elektroherd

Elektroherde können beispielsweise schnell und einfach erworben werden und sind heutzutage die verbreitetste Herdform in privaten Haushalten. Sie sind ebenfalls deutlich häufiger anzutreffen als Gasherde, was zum einen daran liegen mag, dass nicht jeder Haushalt über einen entsprechenden Gasanschluss verfügt und zum anderen sind sie deutlich kostengünstiger in der Anschaffung als Gasherde. Dies gilt vor allem für Einstiegsgeräte und freistehende Elektroherde.

Hierbei sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass der konventionelle Elektroherd höhere Betriebskosten mit sich bringt. Strom ist grundsätzlich teurer als Gas und der Elektroherd heizt im Gegensatz zum Gasherd auch noch etwas nach, wenn er bereits ausgeschaltet worden ist. Beim konventionellen Elektroherd ist allerdings der Unterhalt teurer, da Strom teurer ist als Gas.

Elektronische Herde sind in sehr vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich. Ob als Sechs-Platten-Herd zur Verwendung möglichst vieler Töpfe oder Pfannen zur selben Zeit, oder als platzsparende und verstaubare Single-Herd-Version mit zwei Kochplatten. Den individuellen Bedürfnissen sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Der Induktionsherd kombiniert die Vorzüge von Gas- und Elektroherden

Der so genannte Induktionsherd kombiniert die bedeutendsten Vorteile des Gas- und Elektroherdes in einem Gerät. Solche Herde sind ausgesprochen sparsam, weil nicht das Kochfeld erwärmt, sondern die Energie auf den magnetischen Boden der Pfanne oder des Topfes übertragen wird.

Wie funktioniert ein Induktionsherd?

Dies erfolgt mittels eines elektromagnetischen Feldes, das durch leistungsstarke Kupferspulen erzeugt wird. Die Wärme entsteht direkt im Boden des Kochutensils, während die Herdplatte nahezu fast kalt bleibt. Dies ist im Umkehrschluss natürlich wesentlich effizienter. Ein Induktionsherd besticht ebenfalls durch seine überaus schnelle Reaktionszeit. Befindet sich der Kochtopf oder die Pfanne auf der Platte, wird die Hitze schnell ausgebaut und bleibt stabil, bis der Herd ausgeschaltet wird. Ein wichtiger Vorteil ist auch die sehr geringe Unfall- und Verletzungsgefahr. Steht kein Kochutensil auf dem angeschalteten Herd, bleiben die Platten kalt. Somit bleiben Verbrennungen aus. Dies ist insbesondere für Haushalte mit Kleinkindern relevant, die schnell auf die Platten fassen könnten. Auch Brände sind aus diesem Grund eine Seltenheit in Verbindung mit Induktionsherden. Ein weiterer Pluspunkt: Betreibt man den Induktionsherd mit Ökostrom, so ist er sogar nahezu CO2-neutral.

Nicht jedes Kochgeschirr ist für Induktionherde geeignet

Ein kleiner Nachteil ist, dass man nicht sämtliche Töpfe und Pfannen zum Kochen auf Induktionsherden benutzen kann. So sind zum Beispiel Aluminiumtöpfe oder Kochutensilien aus Glas ungeeignet, da diese kein Magnetfeld enthalten, um die Hitze des Herdes aufzunehmen. Darüber hinaus muss der Boden der Pfanne beziehungsweise des Topfes unbedingt eben und glatt sein, weil dieser komplett auf der Kochplatte des Induktionsherdes aufliegen muss.

Ein weiterer Pluspunkt: Erweiterbare Kochflächen

Auch bei diesem Herd sind verschiedene Ausführungen erhältlich. So existieren Induktionsherdplatten in verschiedenen Größen sowie mit variabel nutzbaren Kochplatten. Für größere Kochtöpfe und Pfannen kann die erhitzte Fläche einfach erweitert werden. Dies garantiert auch bei der Verwendung von kleineren Töpfen die Vermeidung von Energieverbrauch. Ebenso in der etwas kleineren Single-Küche muss man dank der Varianten von Induktionskochfeldern nicht auf diese verzichten. Möchten Sie Ihren bereits vorhandenen Herd einfach mit der Induktionstechnologie ausstatten, so eignen sich hierfür Induktionskochfelder für den Einbau.

Gas- und Elektroherde für jeden Geschmack

Was das Design des Herdes angeht, so gibt es im Bereich der Gas- sowie Elektroherde eine Vielzahl an Variationen, die für jeden Geschmack das Richtige bieten. Natürlich sollte der Herd zur Küche und zur übrigen Einrichtung des Kochareals passen.

Neben Gasherden aus Edelstahl gibt es ebenso Elektro- und Induktionsherde aus diesem Material. Das Kochfeld variiert - je nach Herd - zwischen den bekannten Gasplatten über Kochplatten mit Edelstahl-Überfallrand bis hin zum modernen Ceranfeld. Letzteres ist relativ empfindlich und pflegeintensiv, hat sich aber in den letzten Jahren aufgrund der Leistung und Wirtschaftlichkeit bewährt.

Bevorzugen Sie einen individuell gestalteten und für Sie angefertigten Herd, ist auch das möglich. Die Einzelteile des Herdes können immer durch passende oder modernisierende Komponenten ausgetauscht werden. Dies ist allerdings eine Frage der Kosten. Oftmals lohnt es sich eher, einen neuen Herd zu kaufen, als das alte Modell zu modernisieren oder defekte Teile auszutauschen.

Schlussendlich kommt es auf Ihre persönliche Präferenz und Ihre Kochgewohnheiten an, welche Variante Sie bevorzugen.

Mit dem richtigen Herd die Umwelt schonen

Ein wichtiger Aspekt für den Kauf eines neuen Herdes ist mit Sicherheit das Ausmaß des Energieverbrauchs und der damit einhergehenden Treibhausgasemissionen. Dies wird durch die Nutzungsdauer des Gerätes, den Herdtyp, die Kochgewohnheiten und die verwendete Energiequelle beeinflusst. Hier sollten Sie sich darüber im Klaren sein, ob Sie Gas oder Strom zum Betrieb Ihres Herdes verwenden. Die Erzeugung von Wärme durch Gas ist wesentlich ökologischer als durch Strom, da beim Kochen mit Gas weniger der so genannten Umwandlungsverluste als beim Kochen mit Strom auf dem klassischen Elektroherd anfallen. Für den Betrieb des Elektroherdes muss der Strom stets erst einmal erzeugt und dann wiederum in Hitze umgewandelt werden. So können nur ungefähr 35 Prozent der eingesetzten Primärenergie genutzt werden. Bei einem Herd, der mit Gas betrieben wird, sind es immerhin fast 60 Prozent. Im Allgemeinen wird die Nutzung eines Gasherdes von Umweltverbänden befürwortet, da hiermit die Umweltbelastungen und potentielle Energieverluste durch die Erzeugung des Stromes vermindert werden.

Die Qual der Wahl beim Herdkauf

Welcher Aspekt Ihnen persönlich am wichtigsten ist, ist natürlich abhängig von Ihren eigenen Vorstellungen. Bevorzugen Sie das Kochen mit professionellem Großküchen-Flair, so könnte ein klassischer Gasherd Ihnen viel Freude bereiten. Gehen Sie lieber auf Nummer sicher und möchten jegliches Verletzungsrisiko ausschließen, so scheint der Induktionsherd für Sie genau die richtige Variante zu sein.

Wichtig ist, dass Sie sich Zeit lassen, um den für Sie perfekten Herd zu finden. Neben einer guten Beratung ist auch das richtige Einschätzen der eigenen Kochgewohnheiten- und Vorlieben ein guter Wegweiser durch die vielen Angebote an Herden.

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