Henna - Körperbemalung - Mehndi

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Hautbemalungen mit dem natürlichen Hennafarbstoff sind in Deutschland nicht erlaubt.

Das Verbot für Hennabemalungen ist in der deutschen Kosmetikverordnung festgelegt. "Sobald Henna als Farbstoff in Produkten zur Haut- bzw. Körperdekoration eingesetzt wird, handelt es sich um einen Farbstoff im Sinne des § 3 der Kosmetikverordnung", erklärt Rechtsanwalt Harald Dittmar, Geschäftsführer des Bundesverbands für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V., kurz BDIH. Farbstoffe sind nach allgemeiner Auffassung insbesondere Stoffe, die bei ihrer Anwendung eine Färbung der betroffenen Körperteile hervorrufen.
"Hinsichtlich der Farbstoffe enthält die Kosmetikverordnung keine ausdrücklichen Verbote, wie dies beispielsweise für die in Anlage 1 der Kosmetikverordnung aufgeführten verbotenen Stoffe gilt, sondern es wird der umgekehrte Weg der Zulassung der Farbstoffe gegangen. Das heißt, gemäß § 3 Abs. 1 Kosmetikverordnung dürfen bei dem gewerbsmäßigen Herstellen oder Behandeln von kosmetischen Mitteln nur die in der Anlage 3 der Kosmetikverordnung (KVO) aufgeführten Farbstoffe verwendet werden. Alle Stoffe, die nicht in dieser Anlage aufgeführt sind, dürfen daher auch nicht zur Färbung des Körpers eingesetzt werden", so der BDIH-Geschäftsführer weiter.
Eine Ausnahme hiervon gilt gemäß § 3 Abs. 5 KVO lediglich für solche kosmetischen Mittel, die zur Verwendung als Haarfärbe- oder Haartönungsmittel bestimmt sind.

Die Folgerungen
Da Henna in der entsprechenden Anlage 3 nicht aufgeführt ist, kann es folglich auch nicht als Farbstoff in kosmetischen Mitteln zulässigerweise eingesetzt werden. Kosmetische Mittel, die nicht zugelassene Farbstoffe enthalten, sind grundsätzlich nicht verkehrsfähig. Solche Mittel dürfen auch nicht hergestellt werden. Gegen Hersteller und Vertreiber kann bei einer Überprüfung deswegen ein Vertriebsverbot für die betroffenen Produkte ausgesprochen werden.
Welche Konsequenzen wären hier denkbar? Rechtsanwalt Dittmar: "Denkbar sind entsprechende Maßnahmen seitens der für kosmetische Mittel zuständigen amtlichen Lebensmittelüberwachung. Denkbar sind jedoch auch Maßnahmen von Mitbewerbern bzw. von Wettbewerbsüberwachungsvereinen aufgrund des deutschen Wettbewerbsrechtes, so dass auch durch Zivilgerichte im Wege der einstweiligen Verfügung ein Vertriebsverbot angeordnet werden könnte." Der BDIH-Geschäftsführer gibt zudem zu bedenken, dass die Verwendung von nicht zugelassenen Farbstoffen gemäß § 6 der Kosmetikverordnung unter Strafe gestellt ist.

Die Kosmetikerin ist indirekt betroffen
Mit welchen Konsequenzen muss eine Kosmetikerin rechnen, die Henna-Tattoos in ihrem Institut anbietet?
"Die zuständigen Behörden vertreten die Auffassung, dass Henna nicht in temporären Tattoos eingesetzt werden kann, da Henna nicht als Farbstoff in der Anlage 3 der Kosmetikverordnung zugelassen ist", so Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Rechtsanwalt Dittmar vom BDIH schränkt jedoch ein, dass diese Rechtslage sich in erster Linie gegen Hersteller und Vertreiber entsprechender kosmetischer Mittel richte. "Nicht direkt betroffen ist die Kosmetikerin, die ein solches Produkt an ihren Kunden nicht abgibt, sondern selbst bei der Anfertigung von Tattoos einsetzt." Allerdings könnte im Falle von Beanstandungen der Kunde gegen die Kosmetikerin wiederum zivilrechtliche Ansprüche geltend machen, mit der Begründung, dass die Beanstandung auf den Einsatz eines nicht verkehrsfähigen kosmetischen Mittels zurückzuführen ist. 

Monika Ferdinand BDK - Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innenHenna



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