Heimwerken wie die Profis: Geräte und Zubehör zum Fräsen

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Heimwerken wie die Profis: Geräte und Zubehör zum Fräsen

Fräsmaschinen sind elektrisch angetriebene Werkzeuge, die nicht jeder Heimwerker zu seiner Grundausstattung zählt. Sie sind in gut sortierten Werkstätten zu finden und kommen bei den verschiedensten Arbeiten zum Einsatz. Präzise bearbeiten Sie mit dem Fräskopf Metall, Holz, Kunststoff oder gar Beton. Dabei basieren die meisten Maschinen auf dem Prinzip einer einfachen Bohrmaschine. Bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden, sollten Sie sich über die verschiedenen Bauformen und Einsatzbereiche der Fräsen informieren. Während die einen Modelle ein Loch in die Materialien bohren, entfernen andere Fräsen Beschichtungen von den Werkstücken. Das können Farben oder Lacke sein. Sie entscheiden selbst, für welche Arbeiten Sie die Fräse benötigen, denn nicht alle Geräte sind multifunktional. Manche Fräser sind nur für bestimmte Zwecke und Materialien gedacht. Preislich liegen die einzelnen Maschinen sehr weit auseinander. Günstige Fräsen sind bereits ab einem Preis von 50 Euro erhältlich. Im Profi-Bereich übersteigen die Maschinen schnell die 10.000 Euro. Derartige Geräte sind für Heimwerker und Hobby-Bastler nicht notwendig. Dieser Ratgeber bringt Ihnen die Funktionsweise der Maschinen näher und differenziert zwischen den einzelnen Modellen. Sie erfahren mehr über das Zubehör der Maschinen und Tipps zum richtigen Fräsen.

Wissen und Technik: So funktioniert eine Fräsmaschine

Jede Fräsmaschine ist mit einer rotierenden Schneide versehen und trägt Material vom Werkstück ab. So bearbeiten Sie Holz, Kunststoff oder gar Metall, bis es die gewünschte Form oder Struktur besitzt. Im Vergleich zur einfachen Bohrmaschine besitzen Fräsen mehrere Bewegungsachsen. Überflüssiges Material trägt die Maschine mittels Zerspannung ab. Neuere Fräsmaschinen können unterschiedliche Werkzeuge aufnehmen über die dreh- und schwenkbaren Vorrichtungen. In ihrem Aufbau unterscheiden sich die einzelnen Fräsen etwas, wobei einige Gemeinsamkeiten gleich bleiben. Dazu gehört der Maschinenständer oder das dazugehörige Gestell. Es fängt das Gewicht der Maschine ab und hat die einzelnen Führungen befestigt. Motor und Getriebe sind in dem Gestell fest integriert. Deshalb bezeichnet man mittlere bis kleine Fräsen auch als Monoblockmaschinen. Die Werkstücke selbst spannen Sie auf einen dazugehörigen Maschinentisch oder ein vorgesehenes Bett. Die Fräse kann hier in vertikaler und horizontaler Richtung arbeiten. Eine dritte Bewegungsachse erhalten Sie mit einem Kreuztisch. Deutlich flexibler lassen sich Arbeiten mit einem winkelgesteuerten Drehtisch ausführen. Das eigentliche Kernstück einer Fräsmaschine ist die senkrecht angebrachte Arbeitsspindel. An ihren lassen sich verschiedene Fräsköpfe anbringen, die selbst bis zu 90 ° schwenkbar sind.

Bekannte Hersteller von Fräsmaschinen sind:

Diese verschiedenen Bauarten der Fräsen gibt es

Fräsmaschinen unterteilen sich grob in drei Kategorien:

  • Konsolfräsmaschinen
  • Bettfräsmaschinen
  • Sonderfräsmaschinen

Bei einer Konsolenfräsmaschine ist der Maschinentisch in verschiedene Richtungen beweglich und am Ständer oder am Bett der Maschine montiert. Kleine bis mittlere Werkstücke lassen sich von diesen Maschinen gut bearbeiten. Die wohl bekannteste Bauform in diesem Bereich ist die Universal-Konsolenfräsmaschine. Sie verfügt über eine senkrechte und waagerechte Spindel zum Fräsen und kann mit Zubehör noch erweitert werden. Die Konsole selbst ist vorn am Gestell der Maschine befestigt und sitzt in der senkrechten Führung. Der Maschinentisch ist in waagerechter Achse beweglich und wird im professionellen Bereich auch als X-Achse bezeichnet. Das Werkstück selbst kann bei dieser Maschine horizontale oder vertikale Bewegungen ausüben. Der Hauptmotor selbst wird vom sogenannten Vorschub angetrieben, der mit einem Wechselgetriebe harmoniert. Darüber stellen Sie verschiedene Geschwindigkeiten für den Vorschub ein. Die Bewegungen der Werkstücke nehmen Sie mit einer Kurbel vor. So sind selbst kleinste Bewegungen genau zu steuern. Bei automatischen Vorschüben ist die Achse der Endpunkt, da er sich nicht mechanisch einstellen lässt.

Bei Bettfräsmaschinen bezeichnet man den Maschinentisch selbst als Bett. Er liegt in jeder Position fest auf dem Untergrund auf, sodass Ihr Werkstück nicht kippen kann. Die Fräse dient zum Bearbeiten von großen und sperrigen Werkstücken, die auf mehreren Maschinenständern gelagert sind.

Eine Besonderheit: Manche Bohrmaschinen sind mit einem zweiten Antrieb ausgestattet. An diesen bringen Sie eine spezielle Fräsvorrichtung für verschiedene Werkstücke an. Benötigen Sie die Maschine allerdings öfter, so lohnt sich der Kauf einer zusätzlichen Oberfräse. Sie ist vor allem für Holzarbeiten gut geeignet.

Diese Maschinentische stehen als Zubehör zur Verfügung

Je nach Einsatz und Arbeit verwenden Sie verschiedene Maschinentische an einer Universalfräse. Der Winkeltisch ist dabei die beliebteste Variante. Es gibt auch Maschinen, die mit einer CNC-Steuerung ausgestattet sind. Hier kommen vorrangig schwenkbare Rundtische zum Einsatz, die mit einer weiteren Achse ausgestattet sind. Sollen schräge Flächen gefräst werden, stellen Sie den Fräskopf entsprechend ein und drehen Sie ihm um bis zu 90 °. Mit einem schwenkbaren Maschinentisch bearbeiten Sie problemlos größere Flächen.

Oberfräsen für Holzarbeiten nutzen – so klappt's

Oberfräsen eignen sich ideal für Holzarbeiten und übernimmt verschiedene Arbeitsschritte. So deckt sie beispielsweise das Gravieren, Nuten, Falzen oder Profilieren von Werkstücken ab. Außerdem wird sie zum Fräsen von Aussparungen oder für Abrundungen eingesetzt. Nicht nur Holzwerkstücke lassen sich mit ihr in Form bringen. Oberfräsen sind auch bei Kunststoff, weichen Metallen, Acryl oder Gipskartonplatten verwendbar. Der Motor im Inneren der Maschine sorgt für eine hohe Schnittgeschwindigkeit. Beim Schnittvorgang entsteht deshalb eine enorme Wärme und das Werkstück ist einer hohen Temperatur ausgesetzt. Um es nicht zu beschädigen, sollten Sie besonders zügig fräsen und dürfen den Vorschub nicht gleichzeitig nach oben drehen. Im Holz entstehen sonst sehr schnell Brandflecken. Das gleiche Ergebnis erhalten Sie, wenn Sie mit der Fräse zu lange an einer Stelle verweilen.

Kleiner Tipp: Üben Sie das Fräsen am besten an einem alten Holzstück, bevor Sie das eigentliche Werkstück bearbeiten. Zeichnen Sie sich die Fräslinie mit einem Bleistift am Holzstück an und schrauben Sie das Holz fest. So kann es während des Arbeitsschritts nicht verrutschen. Verfügt die Fräsmaschine selbst nicht über eine solche Spannvorrichtung, können handelsübliche Schraubzwingen weiterhelfen. Doch Vorsicht, hier entstehen bei sehr weichen Hölzern schnell Druckstellen. Diese sind für ein sauberes Werkstück zu vermeiden. Legen Sie dafür kleine Holzplättchen zwischen die Schraube und das Werkstück. Achten Sie beim Kauf der Maschine darauf, dass Sie einen Parallelanschlag besitzt und die Frästiefe individuell reguliert werden kann. Mit einer zusätzlichen Fräsbreitenskala sollten selbst Hobby-Heimwerker eine exakte Nut in das Holzstück fräsen können.

Qualitätsmerkmale von Oberfräsen – das sollten die Maschinen können

  • Fast jede Oberfräse verfügt über eine Spindelarretierung. Achten Sie bei der Maschine darauf, dass sich die Arretierung leicht bedienen lässt.
  • Bestenfalls erhalten Sie die Fräse gemeinsam mit dem passenden Koffer. So ist sie mit sächlichem Zubehör sicher in der Werkstatt verwahrt und kommt nur bei Gebrauch zum Einsatz.
  • Achten Sie auf einen ergonomischen Handgriff und gut zu erreichende Schalter.
  • Kleine Stellschrauben übernehmen die Feinjustierung am Gerät. Nützlich ist eine Millimeterskala am Gerät, die auch für die Justierung des Tiefenanschlags sinnvoll ist. Manche Modelle sind hier mit einer Messuhr ausgestattet.
  • Das Fräswerkzeug muss einfach zu wechseln sein. Bei manchen Geräten sind diese nicht leicht zugänglich. Achten Sie deshalb auf eine gut erreichbare Spindelarretierung.
  • Vorteilhaft für das Umgreifen während der Arbeit ist, dass sich der Schalter sperren lässt. Hier ist jedoch wichtig, dass Sie das Gerät vor dem nächsten Kontakt zum Stromnetz nach diesem Schalter kontrollieren.
  • An der Verarbeitung der Materialien ist schnell zu erkennen, welche Qualitätsansprüche hier bei der Fertigung der Maschine befolgt wurden.

Arbeitsbereiche und besondere Eigenschaften von Profilfräsern

Profilfräser sind in unterschiedlichen Größen und Formen erhältlich. Er kommt nicht nur bei der Holzbearbeitung zum Einsatz, wird jedoch hauptsächlich zum Verschönern von Möbelstücken verwendet. Zinkenfräser sind für die Gestaltung von Schubladen hilfreich. Somit fräsen Sie verdeckte, offene oder halbe Verzinkungen in das Holz. V-Nuten-Fräser hinterlassen besonders schöne Schriftnuten auf dem Holz. Sie kommen auch für Ziernuten in edlen Massivhölzern zum Einsatz. Außerdem verwendet man sie im Bereich der Plattenwerkstoffe. Auch Falzfräser dienen der Möbelherstellung und arbeiten Falze in Holz oder Glas ein. Der Nutfräser kommt besonders häufig zum Einsatz. Er versieht Werkstücke mit einer Nut oder bearbeitet die Kante des Materials. Ein Planfräser sorgt dafür, dass zwei Oberflächen aufeinander angepasst werden und später plan aneinanderliegen. Aus dieser Auswahl von verschiedenen Profilfräsern sollten Sie sich für ihr Werkstück den richtigen Aufsatz aussuchen.

Arbeiten mit dem Profilfräser – das müssen Sie beachten

Wenn Sie sich zum ersten Mal mit einer Fräse beschäftigen, planen Sie ein paar Übungsschritte ein. Testen Sie das ausgewählte Gerät an den verschiedenen Materialien und Werkstücken, um ein Gefühl für das Arbeitsverhalten zu bekommen. Erst dann wählen Sie sich ihr passendes Werkstück aus. Je nach Material ist dafür die richtige Profilfräse einzusetzen. Lesen Sie diese in die Maschine ein und der erste Arbeitsvorgang kann starten. Bestenfalls lassen sich die Fräser über ein Spanngewinde an der Maschine schnell auswechseln. Wenn Sie an einem Werkstück viele verschiedene Fräser im Einsatz haben, kann eine solche Schnellspann-Vorrichtung sehr viel Zeit sparen.

Ist alles vorbereitet, spannen Sie das Werkstück ein. Dies geschieht entweder mit der Vorrichtung an der Maschine selbst oder über Schraubzwingen. Schützen Sie das Werkstück jedoch vor Druckstellen. Dies gilt besonders bei weichen Kunststoffen oder bei Holz. Danach senken Sie den Fräser ab und erzeugen somit das gewünschte Muster. Das kann ein Schriftzug sein oder Sie hinterlassen kleine Löcher im Material. Bevor Sie den Fräskopf erneut in das Material eindringen lassen, ist er kurz zu reinigen. Damit erhalten Sie immer ein sauberes und perfektes Ergebnis. Überprüfen Sie nach einem unruhigen oder unsauberen Arbeitsgang noch einmal den Sitz des Fräsers im Spannfutter. Gerade bei Holz-Werkstücken ist es wichtig, den Fräskopf nach der Arbeit komplett zu reinigen und beispielsweise von Verharzungen zu befreien.

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