Heimwerken mit Schleifmaschinen: Geräte und Zubehör für Ihr Bau- und Renovierungsprojekt

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Heimwerken mit Schleifmaschinen: die richtigen Geräte und Zubehör für Ihr Bau- und Renovierungsprojekt

Eine Schleifmaschine gehört nicht bei jedem Heimwerker zur Grundausstattung. Als vielseitiges Gerät darf sie jedoch bei Bauprojekten und Renovierungsarbeiten nicht fehlen. Für jede Oberfläche, jeden Winkel und jede Arbeit gib es eine entsprechende Maschine. Sie sorgt für mehr Leichtigkeit und erledigt den Schleifvorgang innerhalb weniger Minuten. Sie selbst sparen als Heimwerker Energie und enorm viel Zeit im Vergleich zum Schleifen mit der Hand. Ob Dielenfußboden, Holzstück oder Gipskarton – es gibt ausreichend Schleifarbeiten auf dem Bau zu erledigen. Je nach Größe der Fläche und nach Wahl des Geräts sind Sie damit wenige Stunden oder mehrere Tage beschäftigt.

Die wichtigsten Schleifmaschinen-Typen

Dies sind die drei wichtigsten Schleifmaschinen für Heimwerker:

  • Bandschleifer
  • Winkelschleifer
  • Schwingschleifer

Während die Schwingschleifer wahre Allrounder beim Abschleifen von kleinen und mittleren Flächen sind, kommt der Bandschleifer bei großen Werkstücken und Oberflächen zum Einsatz. Der Winkelschleifer besitzt kein gespanntes Schleifpapier, sondern ist mit einer passenden Schleifscheibe ausgestattet. Man verwendet ihn zum Trennen von Werkstoffen oder zum Entrosten und Polieren verschiedener Oberflächen. In diesem Ratgeber erfahren Sie mehr über die verschiedenen Schleifer und das dafür benötigte Schleifpapier im Heimgebrauch.

Der Bandschleifer: schnelle uns saubere Arbeit an großen Flächen

Eines der meist benutzten Schleifgeräte ist der Bandschleifer. Mit ihm bearbeiten Sie größere Flächen problemlos, ohne dabei Kerben oder Unebenheiten im Material zu hinterlassen. Das Sandpapier oder Schleifpapier ist hierbei als Band angelegt. Ringförmig liegt es um den Schleifer und wird von zwei Rollen geführt. Eine Rolle ist für den Antrieb und die andere für das Umlenken zuständig. Damit das Papier während der Arbeit nicht reißt, ist es an den Enden jeweils schräg zusammengeklebt. Die Breite des Schleifpapiers hängt ganz von der Maschine und dem Hersteller ab. Die Körnung wiederum richtet sich nach der zu bearbeitenden Oberfläche. Je größer die Zahl auf dem Schleifpapier, desto feiner fällt es aus. Bei groben Arbeiten genügt ein Papier mit einer Körnung zwischen 40 und 80. Mit diesem groben Papier nimmt der Bandschleifer innerhalb kurzer Zeit auf einer Fläche sehr viel Material weg. Seien Sie deshalb sehr vorsichtig und wählen Sie die Körnung des Papiers mit Bedacht. Gerade bei empfindlichen Oberflächen wie Holz sind Werkstücke sehr schnell ruiniert.

Worauf Sie beim Kauf eines Bandschleifers achten sollten

Beim Kauf achten Sie auf einen kleinen Schalter zum Feststellen. Somit brauchen Sie den Start-Hebel des Geräts nicht permanent gedrückt halten und schleifen deutlich bequemer. Außerdem benötigt der Bandschleifer eine Drehzahlregelung. Mit ihr fahren Sie die Leistung des Bandschleifers bei empfindlichen Materialien nach unten und können diese nicht beschädigen. Bei geringerer Drehzahl lassen sich wärmeempfindliche Materialien schleifen. Dazu gehören Kunststoffe, die sich durch zu große Reibung sehr schnell verformen können. Die Lagerung des Schleifpapiers auf Rollen bietet noch andere Vorteile. So werden abgeschliffene Späne sofort durch die Umlenkrolle vom Werkstück weggetragen. Die Späne verfangen sich nicht im Schleifpapier, sodass es länger verwendet werden kann. Damit nutzen Sie den Bandschleifer auch für Metalle. Vorteilhaft ist eine Absaugvorrichtung am Gerät selbst. Damit fliegen die Späne nicht auf den Fußboden, sondern landen sicher in einem Behälter. Sie selbst schützen sich mit dieser Vorrichtung vor dem schädlichen Schleifstaub. Im Heimgebrauch finden Sie zwei spezielle Arten der Bandschleifer:

  • Bandschleifer als Handgerät
  • Stationärer Bandschleifer mit zusätzlicher Schleifscheibe an der Seite

Der Schwingschleifer für besonders glatte Oberflächen

Ein Schwingschleifer ist meist mit einer eckigen Schleifplatte ausgestattet. Alternative dazu ist der Exzenterschleifer oder auch Rundschleifer. Mit seinem runden Schleifteller erreichen Sie nicht alle Ecken, wodurch sich die Bauform des Schwingschleifers meist besser eignet. Dank der breiten Auflage schleifen Sie Holz, Entlacken Türen oder bearbeiten andere Oberflächen. Für die Leistung sorgt ein Elektromotor im Inneren. Er versetzt die darunterliegende Platte in Schwingungen, wobei der Schwingkreis nur einem geringen Durchmesser beträgt. Die Anzahl der Schwingungen in der Minute lässt sich bei hochwertigen Geräten individuell regeln. Meist stehen die Bereiche zwischen 10.000 und 24.000 Schwingungen pro Minute zur Verfügung. Um diese Leistung zu erbringen, benötigen die Schwingschleifer eine entsprechende Energiezufuhr. Akkugeräte sind meist nicht so leistungsstark, dafür jedoch deutlich flexibler.

Auf die eckige Schleifplatte kommt das gewählte Schleifpapier. Per Klettverschluss nimmt es Kontakt zur Platte auf und lässt sich leichter wechseln. Der Nachteil: Gelangen Späne zwischen das Papier und die Platte, haftet der Klettverschluss nach einem kurzen Schleifgang bereits nicht mehr. Deutlich besser arbeiten Geräte in diesem Bereich mit einer Absaugvorrichtung. Beim Nachkauf von Schleifblättern müssen diese genau auf den rechteckigen Teller passen. Der Teller verfügt über kleine Löcher, durch die abgetragene Späne besser abgesaugt werden können. Passt das Papier nicht exakt auf den Teller, verschließen Sie damit die Löcher und verhindern ihre Funktionsweise. Die Späne bleiben am Schleifblatt haften, sodass es nach wenigen Minuten nicht mehr einsatzbereit ist. Eine Alternative bietet ein Spannsystem. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie das Schleifpapier auf einer großen Rolle bestellen und einfach zuschneiden können. Bei günstigen Schwingschleifern versagt oft zuerst die Spannvorrichtung.

Darauf sollten Sie beim Kauf eines Schwingschleifers besonders achten:

  • Je höher der Schleifhub, desto höher die Abtragsleistung
  • Ergonomische Handgriffe für ein angenehmes Arbeiten
  • Zweiter Handgriff an der Vorderseite des Geräts für exakte Schleifarbeiten
  • Vibrationsarmes Arbeiten dank gekapseltem Motor
  • Hochwertiges Filtersystem für die Späne
  • Kühlsystem für eine längere Lebensdauer bei professionellen Geräten
  • Lange Zuleitung für flexibles Arbeiten
  • Maschinengewischt unter 2 kg, damit Sie beim Schleifen nicht zu schnell ermüden

Ein Hinweis zum Schleifpapier – so stimmt die Körnung

Wählen Sie das Schleifpapier passend zum jeweiligen Werkstück und Material aus. Ebenso ist die zu bearbeitende Fläche zu berücksichtigen. Einfache Schleifpapiere sind mit Korund als Mineral behaftet und kommen bei sehr weichen Untergründen zum Einsatz. Dazu gehören sämtliche Holzarbeiten oder das Schleifen von kleineren Metallflächen. Sind die Schleifgewebe in Kunstharz gebettet, handelt es sich um sehr robustes und hartes Papier. Eine Information über den Grad der Körnung entnehmen Sie grundsätzlich der Rückseite des Mittels. Die grobe Körnung endet ab einer Kennzahl von 80 und bezeichnet alle Schleifmittel, die darunter liegen. Die Oberfläche bleibt danach recht grob und Sie erhalten einen hohen Materialabtrag. Sollen Lacke nicht abgetragen, sondern nur angeschliffen werden, nutzen Sie Schleifpapier mit einer 100er Körnung. Bei Holzarbeiten ist der Zwischenschliff und Feinschliff wichtig. Durch die weichen Materialien benötigen Sie feines Schleifpapier zwischen einer 120er und 180er Körnung. Lackierte Oberflächen benötigen einen noch feineren Schliff mit einer Körnung von 220 und mehr.

Winkelschleifer – leistungsstark und vielseitig einsetzbar

Der Winkelschleifer überzeugt mit seiner hohen Drehzahl und einer Scheibe, die verschiedenste Materialien trennt oder bearbeitet. Metall oder Stein zerteilen Sie freihändig und problemlos mit diesem einen Gerät. Dabei kommen stark verstärkte Arbeitsscheiben zum Einsatz, die aus Kunstharzverbindungen bestehen. Die Scheiben sind je nach Anwendung auch flexibel und elastisch. Diamantscheiben sind hingegen sehr robust und trennen selbst hartes Gestein. Es gibt viele verschiedene Aufsätze für den Winkelschleifer, was ihn zu einem sehr vielseitigen Werkzeug macht. Im Folgenden erhalten Sie eine kurze Übersicht über die Scheiben:

  • Trennscheiben bestehen aus Edelkorund und eignen sich für Metall oder normalen Stein.
  • Diamantscheiben trennen Beton, Natursteine oder auch Keramik.
  • Schruppscheiben brechen Kanten oder säubern Schweißnähte an unterschiedlichen Materialien.
  • Ein Schleifteller dient gemeinsam mit einem bestimmten Schleifmittel beispielsweise zum Entfernen von Lackschichten.
  • Die Drahtbürste kommt bei korrodiertem Metall zum Einsatz und sorgt für eine glänzende Oberfläche.
  • Spezielle Fellscheiben nutzt man gemeinsam mit Politur zur Bearbeitung von Kunststoffen oder Metallen.

Viele Heimwerker kennen den Winkelschleifer unter der Bezeichnung Flex. Die ersten Modelle wurden im Jahr 1954 von der Firma Flex-Elektrowerkzeuge GmbH entwickelt, wodurch der Name an den Maschinen haften blieb. Haben Sie selbst eine Flex im Einsatz, spielt die Rotationsgeschwindigkeit eine wichtige Rolle. Schützen Sie sich selbst mit einer Arbeitsbrille, um keine Späne oder andere Teile ins Auge zu bekommen. Die Flex ist nicht mit einer Absaugvorrichtung zu Kombinierung. Die Trennung mancher Werkstücke macht schwer entflammbare Arbeitskleidung durch den hohen Funkenflug erforderlich. Außerdem sind die Füße mit Arbeitsschutzschuhen vor den herabfallenden Teilen oder Funken zu schützen. Zum Arbeitsschutz gehört außerdem, das Gerät immer in beiden Händen zu halten. Viele Winkelschleifer sind klein und handlich, jedoch mit einem zusätzlichen Haltegriff versehen. Nutzen Sie das Werkzeug nie ohne die dazugehörige Schutzhaube. Sie schützt beispielsweise beim Zerplatzen der Scheibe und leitet den Funkenflug gezielt weg.

Allgemeine Tipps zum Kauf von Schleifmaschinen

Eine robuste Verarbeitungsweise erkennen Sie grundsätzlich an der Optik der Maschine. Günstige Modelle machen keinen guten Eindruck und erinnern manchmal an ein Spielzeug und nicht an ein Werkzeug. Bestehen viele Bauteile der Schleifmaschine aus Metall, ist sie von höherer Qualität. Günstige Anbieter ersetzen viele Teile mit Kunststoff, der eine deutlich geringere Lebenserwartung hat und bei der Arbeit wegbrechen kann. Außerdem bringen Maschinen mit Metallteilen deutlich mehr Leistung und sind weniger anfällig für den zu schnellen Verschleiß. Achten Sie beim Kauf auf die Handlichkeit der Maschine. Griffe und sämtliche Haltevorrichtungen sollten ergonomisch geformt sein. Hochwertige Maschinen arbeiten vibrationsarm und haben eine möglichst geringe Übertragungsrate der Bewegungen auf den Körper. So halten Sie deutlich längere Arbeitszeiten durch. Außerdem sollte der Geräuschpegel erträglich gering sein. Andernfalls gibt es einen speziellen Ohrenschutz, der bei diesen Arbeiten zu tragen ist. Fast jedes Schleifgerät ist heute mit einer Staubabsaugung ausgestattet. Auch hier gibt es qualitative Unterschiede. Der Vorteil einer solchen Vorrichtung: Arbeiten sind nicht nur im Freien, sondern ohne Staub auch in geschlossenen Räumen ohne Atemschutz möglich.

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