Harmony von Logitech - Typ 555

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Meine Erfahrungen mit der Harmony 555:

Es gab und gibt genügend Ratgeber und Testberichte, welche ausdrücklich diese Fernbedienung als universelle Lösung ansehen, um wieder Platz auf dem heimischen Wohnzimmertisch zu bekommen.

Natürlich sind die angeführten Features und Funktionsvarianten für diesen Preis durchaus vielfältig und lassen eigentlich nur wenige Wünsche offen. Jedoch gibt es auch einige „schwere Treffer“ in der Handhabung, welche ich auch hier kurz anführen möchte und welche vor einem Kauf durchaus überlegt und in Betracht gezogen werden sollten.

Um die Logitech Harmony 555 programmieren und überhaupt nutzen zu können, ist ein internetfähiger Rechner mit USB Anschluss nötig. Ohne Internetanbindung ist diese Fernbedienung praktisch nicht nutzbar, es sei denn, man kann diese an einem Rechner mit Internetzugang für die Programmierung anschließen und anschließend wieder mit nach Hause nehmen.

Logitech bietet eine eigene Software für umfangreiche Einstellungen an, welche browserbasierend auf das WWW zugreift. Dort werden dann für jeden Kunden pro Login bis zu 8 Geräte angelegt und verwaltet. Alle kommenden und gehenden Daten wandern zentral auf einen Logitech-Server. Die Idee, alle Daten fern ab des lokalen Rechners und stets extern zu speichern, hat zwar unbestreitbare Vorteile, aber leider auch gravierende Mängel.

Der größte Mangel besteht nämlich in der Software selbst. Das von Logitech  vorgesehen Konfigurationstool, welches auch direkt auf den Rechner installiert werden kann, weist drastische Stabilitätsprobleme auf. So muss man öfter damit rechnen, dass beim Anlernen von Funktionen nicht etwa Batterien leer sind oder Abstände für den Einlernprozess falsch gewählt wurden, sondern sollte zuerst die Software verdächtigen. Bei vielen Versuchen hängt diese sich schlichtweg auf und nimmt keine Codes mehr an. Hier muss man den Vorgang dann abbrechen und erneut versuchen. Teilweise reagiert das Programm auch gar nicht mehr, dann hilft nur, den Prozess zu „killen“ und  ein erneuter Anmeldevorgang und Softwareneustart – natürlich stets mit Internetzugang.

Weiterhin taucht auch gelegentlich das Problem auf, dass gelernte Codes falsch übertragen und dann auch übermittelt werden. Das hat jedoch gravierende Folgen. Ist ein Code als fehlerhaft erkannt worden, wird das komplette File, welches für die Harmony zur Programmierung aller eingelernten Geräte nötig ist, schicht unbrauchbar. Das bedeutet in der Praxis, dass kein einziges der bisher vorhandenen Geräte mehr funktioniert, außer man tritt mit dem Support in Kontakt. Dieser kann dann zwar den fehlerhaften Code nicht korrigieren, jedoch das angelernte Gerät löschen. Erst danach ist die Fernbedienung wieder mit den vorher vorhandenen Codes nutzbar. Dass nun zwischen Anfrage und Antwort vom Support einige Tage vergehen können, muss man notfalls in Kauf nehmen. Auch bisher gelernte Funktionen der Fernbedienung, welche dann  Fehler in der Software und Datenbank verursachen, sind natürlich neu zu programmieren. Das kann insgesamt mehr als lästig sein und den Spaß an der Fernbedienung schnell in Frust ummünzen.

Insgesamt muss man den Programmierablauf und die Softwarebedienung, egal ob direkt per Web (bei Logitech) oder mit vorinstallierter Logitech-Software, als sehr mühsam bezeichnen. Die Gestaltung und Handhabung entspricht schlicht nicht heutigem Standard für ein solches Produkt. Geduld muss man wirklich groß schreiben, wenn es um umfangreichere Makros und Funktionsprogramierungen geht, welche bewältigt werden sollen.

Wer damit leben kann, dass seine Fernbedienungsdaten ständig online und dezentral auf die Reise gehen und wer zudem keine Hektik bei der Programmierung verspürt, kann mit der Logitech durchaus glücklich werden. Wer allerdings öfter Codes einlesen muss und diese ggf. auch direkt selbst verwalten möchte, sollte sich vorher mit Baldriantropfen versorgen oder besser gleich zu ausgereifteren Modellen der Konkurrenz  greifen, die eine durchdachtere und stabilere Software liefern.

Fazit:

+ die Idee der Harmony-Reihe ist vom Grundgedanken her lobenswert
- die Programmierung und die Software ist schlicht eine Katastrophe und völlig inakzeptabel
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