Hans Dampf nicht nur in allen Gassen: Tipps zur Auswahl von Dampfbadkabinen

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Hans Dampf nicht nur in allen Gassen: Tipps zur Auswahl von Dampfbadkabinen

Wenn Sie nach Gelegenheiten suchen, in Ihren eigenen vier Wänden Wellness zu betreiben und parallel dazu auch etwas für die Gesundheit Ihres Körpers tun möchten, gelangen Sie sehr schnell zum Sauna-Bereich. Das Saunieren ist in vielerlei Hinsicht äußerst positiv. Nach einem stressigen Arbeitstag verhilft Ihnen ein Saunagang zu innerer Ruhe und Wohlempfinden. Darüber hinaus stärkt das Saunieren Ihr Immunsystem, hilft bei Atemwegsproblemen und vielen anderen Beschwerden.

Doch Sauna ist nicht gleich Sauna. Eine spezielle Form der Sauna, um die es in diesem Ratgeber gehen soll, ist das Dampfbad. Und selbst das Dampfbad ist nicht gleich Dampfbad – es gibt Unterschiede. Verwirrt? Das macht nichts. Dieser Ratgeber wird Ihnen einen ersten Überblick über das Thema Dampfbad und Dampfbadkabinen liefern. Er soll Sie mit einem Grundwissen ausstatten, auf dessen Basis Sie selbst weitersuchen können, um das richtige Dampfbad für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden.

Worin unterscheidet sich das Dampfbad von der klassischen Sauna?

Kurz gesagt: Das Dampfbad ist feuchter, die Sauna ist heißer. Der Unterschied liegt vor allen Dingen beim Klima, bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In einer klassischen (beispielsweise finnischen) Sauna herrschen sehr hohe Temperaturen, die die 100-Grad-Grenze überschreiten können. Das Dampfbad hingegen ist meistenteils halb so heiß. Temperaturen um die 50 Grad Celsius sind hier eher die Regel. Das Dampfbad besitzt außerdem eine weitaus höhere Luftfeuchtigkeit. Man kann hier auch von einer Feuchtigkeitsübersättigung sprechen, denn schließlich bilden sich feine sichtbare Wasserbläschen in der Luft.

Von der gesundheitlichen Wirkung her sind beide Saunaarten miteinander vergleichbar. Auch bei den Nutzungszeiten ähneln sich Dampfbad und klassische Sauna. Wichtig ist in jedem Fall, dass man sich nicht zu lange in der Kabine aufhält. Länger als eine Viertelstunde sollte man weder im Dampfbad noch in der klassischen Sauna zubringen. Durch die Hitze erhöht sich die Körpertemperatur bis zu 1 Grad Celsius. Ist dieser Wert erreicht, sollte man die Kabine verlassen. Als optimal wird eine Verweildauer zwischen 8 und 12 Minuten angesehen. Danach ist ein Wechselbad notwendig. Diesen Ablauf sollte man insgesamt dreimal wiederholen.

Welche Arten von Dampfbädern gibt es?

Sieht man sich das Thema Dampfbad ganz allgemein an, ist erstaunlich, dass das zugrunde liegende Prinzip durch die Geschichte hindurch in unterschiedlichen Regionen verbreitet war und heute nach wie vor verbreitet ist. Das einfache Prinzip: Wasser wird auf glühende oder heiße Steine gegossen und es entsteht Wasserdampf oder sogar Nebel.

Es gibt viele verschiedene Arten von Dampfbädern. Einige von ihnen sollen kurz aufgezählt werden:

  • Römisches Bad: Das römische Bad zeichnet sich durch sein besonderes Ambiente aus. Es ist ein Massivdampfbad mit beheizten Böden und Bänken, die aus Keramik oder Naturstein gefertigt sein können. Das römische Dampfbad kann mit Aromaölen erweitert werden.
  • Türkisches Bad: Das orientalische „Hamam“ besitzt in der Regel einen Warmluftraum (mit etwa 40 Grad Celsius) und eine Heißluftraum (zwischen 50 und 90 Grad Celsius), der eine hohe Luftfeuchtigkeit besitzt. Es gibt keinen Nebel. Integraler Bestandteil ist eine traditionelle Massage mit Seifenschaum.
  • Russisches Bad: Das „Banja“ besitzt fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und ist sehr nebelig. Die Temperatur liegt zwischen 40 und 47 Grad Celsius.
  • Russisch-römisches Bad: Dieses Bad besteht ebenfalls aus mehreren Räumen. Der Warmluftraum besitzt meistens 54 Grad bei geringer Luftfeuchtigkeit. Dann folgt der Heißluftraum mit einer Temperatur um 68 Grad. Danach kommt erst der Dampfraum, der sehr nebelig und etwa 45 Grad Celsius war ist.
  • Irisches Bad: Das Irische Bad geht auf eine keltische Badetradition zurück. Es besitzt eine spezielle Frischluftzufuhr, weswegen sich kaum Nebel bilden kann. Trotzdem besitzt das Irische Bad eine Temperatur von 50 oder 55 Grad.
  • Caldarium: Das Caldarium ist eine römische Erfindung. Es ist ein Warmluftraum  (45 bis 50 Grad), der eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 60 Prozent aufweisen kann. Das Klima wird nicht selten durch Edelsteine und Aromaöle verfeinert.

Diese Dampfbäder existieren heute in der Regel als öffentliche Bäder, die jeder besuchen kann. Dampfsauna und Dampfdusche, die beiden Unterarten moderner Dampfbäder, sind jedoch auch für den eigenen privaten Hausgebrauch ausgelegt.

Unterschiedliche Dampfkabinen: Die Dampfsauna

Eine Dampfsauna ist ideal für die Steigerung Ihres Wohlbefindens, für die Reinigung Ihrer Haut und erholsam für die Atemwege. Die hohe Luftfeuchtigkeit (das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zur klassischen Sauna) wirkt sich wenig belastend auf das Herz- und Kreislaufsystem aus. Dampfsaunakabinen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Modellen. Im Gegensatz zur Dampfdusche (s. u.) können in einer privaten Dampfsauna gleich mehrere Personen unterkommen. Es ist jedoch auch möglich, Dampfsaunen in kleine und verwinkelte Badezimmer einzubauen.

In einer verbreiteten Form bietet die Dampfsauna für Zuhause mehrere Sitz- oder Liegeplätze. Sie sind meistens gefliest, können aber auch aus Acryl oder GFK bestehen. Je nach Modell bzw. Anbieter ist die Ausstattung mit mehreren Extras möglich. Die Dampffunktion gehört hierbei zu den Grundausstattungen. Zusätzliche Licht- und sogar Aromatherapien sind möglich. Die Dampffunktion hingegen wird durch einen relativ unkomplizierten Mechanismus hervorgerufen. Ein elektrischer Dampfgenerator bringt dabei Wasser zum Kochen. Über solide Schläuche und ein System von Düsen wird der Dampf schließlich in die Kabine geleitet. Ein Lüftungssystem sorgt dafür, dass der Dampf auch wieder ab- und frische Luft eingeleitet wird.

Die Dampfdusche

Die Dampfdusche ist im Grunde genommen nichts weiter als eine Multifunktionsdusche. Sie besitzt eine runde oder eckige Form. Auch sie ist in der Regel mit einem Dampfgenerator ausgestattet. In ihrer Grundausstattung ist die Dampfdusche nicht größer als eine herkömmliche Dusche. Daher wird oft auf die Installation einer „normalen“ Dusche ganz verzichtet. Die Duschkabinen sind ringsherum verschlossen. Moderne Modelle sind darüber hinaus sehr Wasser sparend. Diese nehmen das angesammelte Wasser auf, filtern diese und nutzen es erneut zur Dampfproduktion. Verfügt die Dampfdusche über eine entsprechende Größe, lassen sich sogar Sitzgelegenheiten installieren.

Kann man eine Dampfbadkabine selbst bauen?

Ja, man kann. Dabei sind insgesamt drei Komponenten zu bedenken. Sie benötigen als erstes eine Wärmequelle. Dies ist in der Regel der schon beschriebene Dampfgenerator. Dieser erzeugt nur Dampf, wenn die Temperatur in der Kabine niedriger als die eingestellte Temperatur ist. Der Dampfgenerator bleibt daher ausgeschaltet, wenn die Kabine mit einer anderen Wärmequelle beheizt wird.

Der zweite Teil ist die Lüftung. Da private Dampfbadkabinen nur kurze Zeit benutzt werden, ist eine Belüftung notwendig. Eine mechanische Ablüftvorrichtung ist dann notwendig, wenn die Dampfbadkabine mindestens zwei Stunden lang genutzt wurde. Diese sollte in der Regel ein Luftaustausch von 10 bis 20 Kubikmeter pro Person und Stunde bewirken.

Der dritte bedenkenswerte Teil bei einem Eigenbau betrifft das Material und die Gestaltung. Das Material muss hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen standhalten. Ein rutschfester Boden ist genauso notwendig, wie ein entsprechender Bodenablauf. Die Decke sollte gewölbt oder geneigt sein, damit das Kondenswasser nicht auf die Personen heruntertropfen kann.

Welche Kosten kommen auf einen zu und wie gelingt der Einbau?

Die Kosten für eine fertige Komplett-Dampfsauna bzw. Dampfdusche können sehr variieren. Der Preis hängt dabei von Ihren eigenen Vorlieben und davon ab, worauf Sie besonderen Wert legen. Bei der Dampfdusche beispielsweise sollten Sie genau abwägen. Hierbei geht es natürlich um zwei Faktoren: Aussehen und Funktionalität. Beachten Sie jedoch, dass bei manchen günstigeren Modellen das Material sowie die Verarbeitung oft ungenügend sind. Auch was das Thema Energiesparen angeht, bedeutet das: greifen Sie lieber zu einem hochwertigen und vielleicht etwas teureren Modell. Die Kosten hierfür werden sich schnell amortisieren.

Gute Dampfduschen besitzen nur eine geringe Aufwärmphase von ca. einer Minute. Günstige Modelle brauchen in der Regel viel länger. Diese verfügen in den meisten Fällen auch über kein Selbstreinigungssystem, bei Reparaturen sind Ersatzteile oft Mangelware. Weitere installierbare Extras sind immer möglich, nur der Preis setzt Ihnen in dieser Hinsicht Grenzen. Dampfduschen können somit schon 800 Euro kosten, sie sind aber auch für 14.000 Euro zu bekommen.

Der Einbau einer Dampfdusche ist hingegen relativ einfach. Man benötigt hierzu keine speziellen Vorkenntnisse. Einen Helfer sollten Sie sich jedoch zur Seite stellen. Möchten Sie den Einbau nicht alleine vornehmen, kann Ihnen der Fachmann weiterhelfen. Dessen Arbeitsleistung muss selbstverständlich entsprechend entlohnt werden. Der Kabine liegt eine genaue Anleitung für alle Bauteilgruppen vor. Hieran sollten Sie sich zuerst orientieren, um dann die einzelnen Elemente zu installieren.

Wie wirkt die Dampfdusche bzw. das Dampfbad auf den Körper?

Besonders in der kalten Jahreszeit haben Dampfbäder Konjunktur. Das abwechselnde Heiß der Dampfkabine und das Kalt eines Wechselbades stärken in hohem Maße das Immunsystem des menschlichen Körpers. Aufgrund der niedrigeren Temperatur wird das Dampfbad von den meisten als angenehmer und weniger anstrengend gegenüber der klassischen heißen Sauna empfunden. Manche leiden dort unter Kreislaufproblemen. Anderen wiederum brennen die Augen und die Nase vor Hitze. Die sanfte Alternative dagegen ist das Dampfbad. Die feuchtwarme Luft setzt den Atemwegen und Schleimhäuten weniger zu.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass Dampfbäder entschlacken, die Abwehrkräfte stärken und manche Beschwerden lindern. Was das im Einzelnen bedeutet, bringt Ihnen die folgende Auflistung näher:

  • Reduzierung von Anspannung und Stress im Beruf und Alltag
  • Reduzierung von Schlafstörungen
  • Linderung chronisch-rheumatischer Gelenkbeschwerden
  • Linderung von Muskelverspannungen („Muskelkater“)
  • Wirkt Niedergeschlagenheit und leichten Depressionen entgegen
  • Förderung der Hautdurchblutung
  • Beugt Schuppenflechte, Neurodermitis und Akne vor
  • Hilft bei Schwäche der Gefäßmuskulatur
  • Pflegt und säubert trockene, raue und unreine Haut
  • Beugt Schnupfen, Husten sowie Entzündungen der Stirn-, Kiefer-, und Nasennebenhöhlen vor.
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