Handytest Motorola U6 PEBL

Von Veröffentlicht von
Als Besitzer und Tester des ersten Klapphandys von Motorola war ich mit dem damaligen Star Tac sehr unzufrieden und habe es schnell wieder abgegeben. Seitdem habe ich etliche Handys intensiv genutzt, Siemens, Sonyericsson, Nokia - ich wollte nur nie wieder ein Motorola haben!

Mit dem RAZR gelang Moto dann ja der große Wurf und nahezu jeder hatte plötzlich dieses Handy. Nachdem Motorola mit dem U6 PEBL ein neues Gerät herausgebracht hatte, das mir optisch viel besser gefiel als dieser breite eckige RAZR-Knochen am Ohr, habe ich mir das PEBL gekauft. Der Bezeichnung Handschmeichler wird das Handy auf alle Fälle mehr als gerecht. Es liegt gut in der Hand und die doch unempflichere Oberfläche als zumeist vermutet, fühlt sich einfach toll an. Man möchte es fast nicht mehr aus der Hand legen.

Der Öffnungsmechanismus hat einen extremen Coolnessfaktor, sollte allerdings zuerst geübt werden. Wer das Gerät zu waagerecht hält, dem katapultiert der Schwung des aufklappenden Deckels das Handy aus der Hand. Was wiederum einen hohen Spaßfaktor für die Umstehenden zur Folge hat. *g*

Das Außendisplay ist top, das innere Hauptdisplay besticht durch hohe Farbbrillanz und Leuchtkraft. An die Tastatur in einem Block gewöhnt man sich recht schnell. Im Dunkeln wirkt das Licht sehr edel. Insgesamt trifft die Beschreibung edel auf das gesamte Gerät zu. Mit recht ordentlichen Standby- und Sprechzeiten ist das Gerät durchaus auch businesstauglich und macht zudem eine "bella figura". Außerdem hat dieses Handy im Gegensatz zum RAZR nicht jeder.

Doch es gibt auch Schwachpunkte zu vermerken. Vielerorts wird behauptet, Motorola lasse nur eine Telefonnummer pro Kontakt zu. Das ist nicht richtig, nur schweigt sich die magere Bedienungsanleitung darüber aus, wie es geht. Und hat man es schließlich durch Ausprobieren herausgefunden, dass weitere Nummern unter *mehr* hinzugefügt werden können, so zeigt die Software in der Ansicht Telefonbuch alle Telefonnummern einzeln an. Deshalb steht ein Kontakt mit z.B. Handy, privater und Büronummer gleich drei Mal untereinander in der Listenansicht. Doch auch hier gibt es Abhilfe: Im Kontakt eine Nummer als "Primärkontakt" festlegen und im Setup einstellen, dass bei der Telefonbuch-Listenansicht nur die Primärnummer angezeigt wird.

Wie man an diesem Punkt schon sehen kann, hinken die Amis was  Bedienung und Software angeht, erheblich hinter den IMHO viel logischer aufgebauten und intuitiv zu bedienenden Finnen zurück. Die Gewöhnung an iTAP fällt auch nach intensivem Training noch schwer, T9 geht einfach schneller. Auch dass beim Auswählen eines SMS-Empfängers wieder alle Nummern aller Kontakte einzeln dargestellt werden (hier hat die Funktion Primärkontakte leider keine Auswirkung) zeugt für mich von nicht zu Ende gedachter Programmierung.

Wie auch schon beim RAZR ist es nicht möglich, Bluetooth für mehr als 60 Sekunden sichtbar zu schalten. But: it's not a bug, it's a feature! Angeblich dient das der Sicherheit des Benutzers. Wer die GSM-Codes zum Einrichten von Rufumleitungen nicht kennt, wird es ebenfalls schwer haben, zum Beispiel die Rufumleitung zur Mailbox bei besetzt auszuschalten. Mit der Handysoftware lässt sich die Rufumleitung nur komplett ein- oder ausschalten. Auf der Tastatur sammeln sich je nach Benutzer schnell Fingerabrücke, die jedoch leich weggewischt werden können. Schwieriger ist es da schon, das Display schlierenfrei sauber zu halten.

Das Handy wird über einen USB-Anschluss geladen (vorteilhaft, wenn man kein Ladegerät zur Hand hat, kann man jeden PC als Ladestation benutzen), besitzt jedoch keinen mp3-Player oder Erweiterungsslot für eine Speicherkarte. Dafür lassen sich brauchbare Fotos und kurze Videofilme aufnehmen. Bluetooth, Sprachwahl, Vibration, Kalender etc. funktionieren anstandslos. Die Hörerlautstärke ist unter normalen Voraussetzungen völlig ausreichend, in sehr lauter Umgebung dürfte sie jedoch noch ein klein wenig höher sein.

Mein Fazit: Sehr schickes Handy, das nicht jeder hat und das alle notwendigen Businessfunktionen bietet. Wer mit den kleinen "Schwächen" leben kann, erhält ein Handy, mit dem man durchaus 24 Monate lang sehr gut leben kann.
Weitere erkunden
Wählen Sie eine Vorlage aus

Zusätzliches Navigationsmenü