Handys in Kinderhand – (k)ein Kinderspiel?!

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Handys in Kinderhand – (k)ein Kinderspiel?!
Die regelmäßig durchgeführte „Studie Kinder und Medien“ (KIM-Studie) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zeigt, dass Handybesitz und Nutzung schon im Grundschulalter zur Selbstverständlichkeit werden. Lassen sich daraus Warnsignale einer stärkeren sozialen Isolation der Kinder ableiten oder kann man die Ergebnisse als ein Zeichen einer immer stärker vernetzten Welt sehen, in der es dazugehört, auch schon im Kindesalter mit dem Handy unterwegs zu sein? Wir informieren Sie über Vor- und Nachteile der kindlichen Handynutzung und zeigen, wie man dem Alter des Kindes entsprechend angemessen reagieren kann.
 
Warum sich ein Handy für Kinder lohnt
Einer der wesentlichen Vorteile des Handybesitzes ist die Absicherung in Notsituationen: Mit einem Handy ist das Kind prinzipiell überall und leicht erreichbar, kann sich in Notfällen direkt und schnell an seine Eltern wenden oder anderweitig Hilfe rufen, und allein der Besitz des Handys beruhigt viele Eltern. Lernen Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium Handy, können sie durch eine schon früh ausgebildete Medienkompetenz Vorteile aus der Handynutzung ziehen.
 
Berechtigte Bedenken – Cyber-Mobbing, Kostenfalle und Co.
Die Kehrseite des „Dazugehörens“ spiegelt sich in einer der gravierendsten Gefahren des kindlichen Handybesitzes wider, zumindest in Verbindung mit einer Internetoption: Durch die Möglichkeit des Internetempfangs überall und zu jeder Tageszeit sind Cyber-Mobbing oder das Empfangen unerwünschter/verbotener Inhalte wesentlich stärkere Bedrohungen. Per Downloads und Internetverbindung sind außerdem die technischen Risiken wie Angriffe mittels Viren oder Trojanern nicht zu vernachlässigen. Auch die Kosten für Anrufe, SMS oder Downloads können außer Kontrolle geraten, wenn diese nicht wie u.g. vorsorglich limitiert werden.
 
Gemeinsam statt einsam: den richtigen Umgang lernen
Die Gefahr der „Schuldenfalle Handy“ lässt sich durch Maßnahmen wie Prepaid-Karten, die Auswahl günstiger Tarife, das Sperren kostenpflichtiger Dienste und die Erziehung zu einem sorgfältigen Umgang mit Geld minimieren. Gegen Cyber-Mobbing und das Empfangen von unerwünschten Inhalten wie Gewalt- und pornografischen Videos oder auch illegalen Inhalten hilft insbesondere Aufklärung über die Bedrohungen, über mögliche Konsequenzen und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern, aber auch das Sperren der entsprechender Übertragungsfunktionen. Übertriebene Kontrollen seitens der Eltern sind hierbei ebenso wenig ratsam wie ein allzu sorgloser Umgang mit dem Thema Mobilfunk. 
 
Welches Handy oder Smartphone für welches Alter?
Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, die Entscheidung liegt allein in der Hand der Eltern, ist jedoch auch abhängig von den Bedürfnissen der Kinder. Ein Handy für Notsituationen – beispielsweise ein einfaches Basis-Handy oder ein spezielles Kinder-Handy – eignet sich durchaus für Kinder im Grundschulalter. Mit steigendem Alter sind normale Handys oder später auch Smartphones vertretbar. Laut der KIM-Studie 2012 setzt der Umstieg auf Handys mit voller Ausstattung oder auch auf Smartphones häufig mit dem Wechsel auf weiterführende Schulen ein. Jene Studie gibt auch Entwarnung hinsichtlich einer befürchteten zunehmenden sozialen Isolation: Trotz der immens gestiegenen technischen Möglichkeiten treffen 97 Prozent der 10 bis 13-jährigen ihre Freunde mehrmals pro Woche persönlich.

Kinder und Handys: kein Kinderspiel
Generell lässt sich sagen, dass Eltern, Pädagogen und die Gesellschaft Kinder und Jugendliche dabei begleiten müssen, einen sicheren Weg für die mobile Kommunikation gehen zu können.

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© Bild und Text: aetka
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