Handpuppen: Aufregende Spiele für die Kleinsten

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Handpuppen: Aufregende Spiele für die Kleinsten

Es ist unbestritten, dass Puppen eines der wertvollsten Spielzeuge für Kinder sind. Unabhängig davon, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, Kinder beiderlei Geschlechts profitieren vom Puppenspiel. Sie lernen die Welt, die sie umgibt, besser zu begreifen, indem verschiedene Situationen des Alltags nachgespielt werden. Puppen fördern die Empathie und das Sozialverhalten der Kinder.

Doch nicht nur im aktiven Spiel genießen Kinder die Puppen als Spielfiguren. Begeistern können sich die Kleinen auch als Zuschauer beim klassischen Kasperletheater, Marionettentheater oder auch bei der direkten Ansprache mit einer extragroßen Handpuppe.

Handpuppen sind nicht nur für größere Kinder geeignet, die schon eine Weile konzentriert zuhören und zuschauen können, sondern auch für ganz kleine. Damit bereits Babys den Spaß an der Handpuppe genießen können, muss diese allerdings altersgerecht sein.

In diesem Ratgeber lesen Sie die besten Tipps für die geeignete Handpuppe für Ihr Kind und Sie erhalten wertvolle Anregungen, wie Sie mit der Puppe am besten spielen können.

Arten von Handpuppen

Handpuppen bestehen aus einem Puppenkopf, in den ein Finger, meistens ist das der Zeigefinger, eingesteckt werden kann. Die Hand wird dabei von einer Art Handschuh versteckt, der wie ein Kleid an den Kopf genäht ist. Der Daumen und der kleine Finger finden ihren Platz in den Armen der Handpuppe, die vom Kleid abgesteppt sind. Einige Handpuppen haben zudem Beine, die manchmal nur herunterhängen, in einigen Fällen aber auch bespielt werden können.

Bei Handpuppen wird zwischen Menschen- und Tierpuppen unterschieden. Die Handhaltung beim Spielen muss an die Puppenart angepasst werden, sodass es beispielsweise möglich ist, die Schnauze einer Tierpuppe auf- und zuklappen zu können.

Sockenpuppen

Die typischen Handpuppen sind die, die auch beim Kaspertheater verwendet werden. Es gibt jedoch weitaus mehr Arten. Die einfachsten Modelle sind Sockenpuppen, die häufig von Eltern selbst gebastelt werden, um Kinder unterwegs, beispielsweise auf langen Autofahrten oder bei Wartezeiten beim Arzt, zu unterhalten. Diese werden aus Strümpfen, Filzresten, Pappe, Knöpfen und anderen einfachen Materialien aus dem Haushalt hergestellt. Diese Sockenpuppen können den Mund bewegen und sind besonders einfach zu bespielen, da nur der Daumen von den übrigen Fingern abgespreizt wird.

Größere Puppen

Bekannt aus der Psychotherapie wurden die größeren Handpuppen, die in Rollenspielen eingesetzt werden, um bestimmte therapeutische Zielsetzungen zu erreichen. Diese Puppen werden immer beliebter als Kinderspielzeug und sind mittlerweile in verschiedenen Größen erhältlich. Während sich die originalen Therapiepuppen nur mit komplettem Körpereinsatz spielen lassen, sind die kleineren Modelle auch mit einer Hand bespielbar.

Handpuppen für Babys

Sie können bereits mit Ihrem Baby mit einer Handpuppe spielen. Geeignet sind spezielle Handschuhe, die ab dem Greifalter von Babys die soziale Kommunikation und die Interaktion zwischen Ihnen und dem Kind fördern. Es gibt zwei Arten von Handpuppen, die gut geeignet sind: Das eine Modell ist ein Fingerhandschuh, an dessen Fingerspitzen allerlei verschiedene Aufsätze festgenäht sind. So hat der Zeigefinger ein Gesicht, während der Mittelfinger mit mehreren kleinen Noppen versehen ist und der kleine Finger beispielsweise mit einem Glöckchen. Diese Spielhandschuhe sind erste Handpuppen, ohne figürlich zu sein. Sie regen alle Sinne des Babys an: Es sieht die Bewegung des Handschuhs, hört das Klingeln der Glocke und versucht, danach zu greifen. Die unterschiedlichen Oberflächen der einzelnen Finger regen den Tastsinn auf eine besondere Weise an und spielen mit der kindlichen Neugier.

Das andere Modell Handpuppe, das für Babys geeignet ist, ist die Sockenpuppe. Je einfacher diese gestaltet sind, umso besser. Ihrem Baby genügt es, die Augen und den Mund zu erkennen, dafür müssen die Augen als Knöpfe oder bunte Filzflicken lediglich angedeutet sein. Babys fasziniert es, die Bewegung der Puppen nachzuvollziehen und sich dabei der verändernden Form bewusst zu werden. Einen Ersatz für die selbst gebaute Sockenpuppe bieten einfache Handpuppen, die komplett aus Stoff bestehen und Tiere darstellen. Je einfacher die Figur, desto mehr muss das Kind Details selbst ergänzen und dabei seine Fantasie ins Spiel bringen.

Einfache Sockenpuppen selbst herstellen

Sockenpuppen sind so einfach herzustellen, dass Sie dies gemeinsam mit Ihrem Kleinkind machen können. Das Kind bekommt so einen besonderen Bezug zu „seiner“ Puppe, auch weil eigene Wünsche wie etwa Farbe, Haare oder Form selbst bestimmt werden können.

Sie benötigen für eine Sockenpuppe eine Socke, Wolle, Pappe, Filz und eventuell Perlen für die Augen. Das Material kann aus Resten bestehen, auch kleinere Überbleibsel eignen sich. Außerdem brauchen Sie als Bastelutensilien eine Nadel, Leim und eine Schere.

Mit der Schere wird die Pappe zu einem länglichen Oval geschnitten, das auf zwei Drittel Länge geknickt wird. Schieben Sie die Pappe in die Spitze der Socke, die kurze Seite zeigt dabei zur Ferse. Diese Pappe ist der Puppenmund, der beim Zusammendrücken der Pappe geschlossen wird. Von außen wird in die Mundöffnung eine Zunge geklebt. Dafür nehmen Sie ein Stück Filz. Aus Filz können Sie auch Augen aufkleben. Alternativ können Sie für diese auch Perlen nehmen, die Sie annähen. Als Haare ziehen Sie mithilfe der Nadel einzelne Wollfäden durch den Puppenkopf. Auf die gleiche Weise können Sie der Puppe auch einen Schnurrbart basteln.

Handpuppen für Kleinkinder

Mit dem Überziehen der Handpuppe schlüpft der Spieler in die Rolle der Puppe. In den Augen der Kinder ist die Puppe nun das Gegenüber. Genau aus diesem Grund üben Handpuppen so eine unvergleichliche Faszination aus. Verschiedene Arten von Handpuppen dienen unterschiedlichen Spielarten, die alle auf ihre Weise begeistern.

Kaspertheater

Die typischsten Handpuppen sind bekannt aus dem klassischen Kaspertheater: Kasper, Großmutter, Krokodil und Räuber begeistern seit Jahrzehnten Kinder im Kindergartenalter. Die Handpuppen für das Kaspertheater haben oft Köpfe aus Gummi oder anderen festen Materialien und fantasievolle Umhänge. Bis Kinder selbst richtig mit diesen Puppen spielen können, dauert es sehr lange. Dennoch genießen sie es bereits mit etwa drei oder vier Jahren, kurzen Aufführungen der Eltern zuzuschauen.

Speziell für kleinere Kinder entwickelt wurden Handpuppen nach dem Vorbild des Kaspertheaters, die aber nur aus weichen Materialien wie Stoffen bestehen. Diese Handpuppen eignen sich auch, wie auch die Kasperpuppen, für ein Spiel außerhalb des Theaters. Sie können gut in die Handtasche gesteckt werden und sind tolle Einsätze, wenn Wartezeiten beim Arzt oder anderswo anstehen.

Handpuppen und Kuscheltiere in einem

Einige Handpuppen sind so gearbeitet, dass sie zugleich ein vollwertiges Kuscheltier sind. Diese Figuren haben Beine und teilweise auch einen ausgestopften Bauch, in den die Hand dennoch gesteckt werden kann. Der Vorteil bei diesen Puppen ist, dass sie auch dann interessant sind, wenn kein Mitspieler oder Erwachsener dabei ist, der die Puppe bedient.

Therapiepuppen

Eine besondere Art der Handpuppe ist die Therapiepuppe. Diese wurde, wie der Name verheißt, zu medizinischen Zwecken genutzt, um Kinder beispielsweise über ihre medizinische Situation aufzuklären oder aber auch, um – innerhalb einer entsprechenden Therapie – einen Zugang zu psychisch auffälligen Kinder zu erlangen. Diese besonders großen Handpuppen entsprechen in ihrer Größe der eines Kleinkindes und sie werden nicht nur mit einer Hand bespielt, sondern es sind mindestens zwei Hände erforderlich. Sehr gut können diese Puppen auch von zwei Personen gespielt werden, um das ganze Repertoire an möglicher Gestik und Mimik auszuschöpfen. Die Auswahl an diesen großen Spielpuppen ist so groß, dass passend für jedes Kind eine Puppe verfügbar ist, die sein adäquates Gegenüber sein kann: Verschiedenste Haarfarben, Augenfarben, Hautfarben, Kleidungsstile und Körperformen stehen zur Wahl. Zudem gibt es auch Puppen mit Handicap.

Tipps zum Spiel mit großen Handpuppen

Speziell bei den großen Handpuppen mit Armen und Beinen ist es wichtig, wie damit gespielt wird. Die Puppen werden so auf die Hand gesetzt, dass der Mittelfinger in der Zunge der Puppe steckt, damit diese authentisch zum Kind sprechen kann. Optimal ist es, wenn sich im Oberkiefer der Puppe Zeigefinger und Ringfinger befinden und der Daumen und der kleine Finger im Unterkiefer. Diese Handhaltung ist bei den ersten Spielen ungewohnt, es lohnt sich aber, sich diese anzugewöhnen, denn so können die Handpuppen auch herrliche Grimassen schneiden. Wird der Mund mit einer Hand bedient, dann steht für alle übrigen Körperteile der Puppe nur noch der andere Arm zur Verfügung. Einfacher ist es, wenn die Handpuppe von zwei Personen bespielt wird. So können dann trotz guter Kopf- und Mundbewegungen dennoch beide Arme der Handpuppe bespielt werden.

Am einfachsten ist die Handpuppe zu bespielen, wenn die Puppe auf dem Schoß sitzt oder auf einem Tisch steht.

Spielen Sie ohne den Kopf zu bedienen, können Sie mit je einem Arm in die Arme der Puppe fahren. Das ist besonders dann spaßig, wenn die Puppe das Kind zum Tanz auffordert.

Halten Sie die Puppe weiter von Ihrem Körper entfernt, denn so kann Sie wie ein autarkes Wesen wirken und zieht das Kind noch mehr in seinen Bann. Sie wird so nicht als Einheit zu Ihnen wahrgenommen. Damit die Puppe das Kind wirklich in seinen Bann ziehen kann, sollte sie mit ihm Blickkontakt aufnehmen können. Als kleiner Trick hilft dabei, wenn auch Sie oft zum Kopf der Puppe blicken und etwas seltener auf das Kind.

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