Hängematten für Camping und Garten

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Hängen Sie doch mal ab! Hängematten für Camping und Garten

Nur sehr wenige Gegenstände werden so sehr mit Urlaub und Entspannung verbunden wie Hängematten. Die bequemen kleinen Matten gelten als Inbegriff für Ruhe und sind der ideale Ort, um die eigene Seele bequem baumeln zu lassen. Automatisch kommt einem da natürlich das Bild vom Südseestrand und der Hängematte unter Palmen in den Sinn. Doch natürlich lassen sich die bequemen kleinen Wohlfühl-Oasen auch in hiesigen Gefilden anwenden. Gegen ein wenig Entspannung im heimischen Garten oder auf dem Campingplatz ist prinzipiell nichts einzuwenden.

Damit Sie auch nicht die Übersicht über all die vielen Liegemöglichkeiten verlieren, berät Sie dieser Ratgeber über alles, was Sie zum Thema Hängematten wissen müssen. Also hängen Sie doch mal entspannt ab und lassen sich von den folgenden Ausführungen inspirieren.

Herkunft und Geschichte der Hängematte

Die Ursprünge der Hängematte liegen in Lateinamerika. Die dortigen Ureinwohner nutzen die praktische Schlafgelegenheit bereits seit vielen Jahrhunderten intensiv, damals vor allem noch ganz praktisch als Bett. Immerhin boten die Schlafgelegenheiten aus Tüchern die ideale Möglichkeit, sich vor Schlangen oder ähnlichen Kriechtieren auf dem Fußboden zu schützen. Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahre 1492 verließen die Matten dann auch ihr Ursprungsland und wurden vor allem bei Matrosen sehr beliebt. Der Grund war auch hier praktischer Natur. Am Tag waren die Matten einfach zusammenzurollen, was eine zusätzliche Platzersparnis brachte. Außerdem hielten die flexiblen Konstrukte bei Wellengang Einiges aus und die Matrosen fielen nicht aus den Betten.

Abseits der Schiffe haben sich Hängematten im westlichen Kulturkreis allerdings nie wirklich als amtliche Schlafgelegenheit gegenüber dem handelsüblichen Bett durchgesetzt, sondern werden eher aus Lifestyle- und Freizeitgründen angewendet. Die Stabilität der Hängematten leitet sich von einer besonderen Webart ab, die auch als Bienenwaben-Muster bezeichnet wird. Dadurch wird der Stoff ein wenig dicker, gleichzeitig aber auch weicher. Das Material ist dabei in der Regel robuste Baumwolle.

Diese verschiedenen Typen von Matten gibt es

Das Prinzip der Hängematte ist recht simpel. Die durchgängige Liegefläche aus Netz- oder Tuchgewebe wird zwischen zwei Befestigungspunkten aufgehängt. Soweit so gut, allerdings gibt es unterschiedliche Formen auf dem Markt:

  • Stoffhängematte
  • Klassische Netzhängematte
  • Tuchhängematte
  • Hängestuhl
  • Kinderhängematte

Die Grundsatzentscheidung – mit oder ohne Stäbe?

Alle diese Formen sind prinzipiell in zwei unterschiedlichen Varianten erhältlich, nämlich mit oder ohne Stab. Dieser auch als Spreizholz bezeichnete Stab befindet sich am Ende der Matte. Matten mit Stab halten den Stoff waagerecht, das heißt, die Matte bleibt gespannt und behält die Form einer Liege, auch wenn Sie nicht auf dieser liegen. Diese Variante passt das klassische Design einer Hängematte an die westlichen Liegegewohnheiten an. Das gibt zwar Stabilität, verlagert aber auch den Schwerpunkt der Hängematte und erhöht das Risiko, in einem überraschenden Moment aus der Matte herauszufallen.

Die klassische Matte ohne Stab verändert den Schwerpunkt dabei individuell mit jeder Person, die in der Matte liegt. Das garantiert mehr Bewegungsfreiheit sowie sicheres und bequemes Liegen. Allerdings ist diese Variante sicher für manche Menschen ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Entscheidung darüber, welcher Typ Ihnen besser liegt, sollten Sie nach individuellen Gesichtspunkten fällen. Ein Probeliegen ist sinnvoll.

Die Netzhängematte – der Klassiker unter den Matten

Die ursprüngliche Form der Hängematte ist eine Variante, die aus vielen sehr feinen und ineinandergeflochtenen Baumwollfäden besteht. Ursprünglich war diese Form nur in purem Weiß erhältlich, inzwischen ist dieser feinmaschige Stoff in vielen Farben und Farbkombinationen verfügbar. Auch bunte Muster sind keine Seltenheit mehr. Der Unterschied in der Herstellung ist, dass die einzelnen Fäden nicht miteinander verknotet werden, sondern verwebt. Durch diese Technik wird erst der entsprechende Komfort-Effekt erzeugt. Der Stoff dehnt sich auf diese Weise bei Benutzung aus. Seine Breite passt sich daher auch an die Maße des Liegenden an. Zusätzlich besticht diese Form durch eine hohe Tragfähigkeit.

Ein weiterer Vorteil, den auch schon die südamerikanischen Ureinwohner zu schätzen wussten, ist die Robustheit dieses Stoffes. Einen Regenguss und leichte Feuchtigkeit hält die Netzhängematte ohne Probleme aus, bei entsprechender Sonne und Wärme trocknet sie anschließend auch recht schnell, was sie für den Outdoor-Bereich unverzichtbar macht. Durchgängiger Kälte oder Feuchtigkeit sollte sie dennoch nicht ausgesetztsein. Bedenken Sie außerdem, dass der Stoff bei entsprechend intensiver Sonneneinstrahlung auch recht schnell ausbleichen kann. Diese Hängematten gibt es mit oder ohne Stab. Empfindlichen Menschen sei darüber hinaus noch gesagt, dass die Schnüre auch Druckstellen hinterlassen können und die Matten dadurch keinesfalls so komfortabel sind, wie ein handelsübliches Bett.

Die Tuchhängematte als bequeme Alternative, gerade für den Innenbereich

Die Tuchhängematte entspricht in Ihrer Form einer traditionellen Hängematte, die meist aus festem Baumwollstoff besteht. Der dicke und robuste Stoff ist im Gegensatz zur Netzhängematte geschlossen und ermöglicht so idealen Liegekomfort. Durch die Dichte der Webart ist das Material extrem stabil und strapazierfähig. Das schont darüber hinaus auch den Rücken. Allerdings sind Tuchhängematten weniger wetterresistent als die Netzvarianten. Es empfiehlt sich also, sie nach dem Gebrauch gut zu verstauen. Die Tücher trocknen wesentlich langsamer und ein regelmäßiger Wetterwechsel macht den Stoff dauerhaft kaputt. Häufig werden diese Matratzen daher auch für den Indoor-Bereich genutzt.

Es gibt inzwischen allerdings auch weit verbreitete Varianten aus synthetischen Fasern, welche wesentlich widerstandsfähiger und pflegeleichter sind. Auch fallen diese Modelle in puncto Gewicht leichter aus. Abstriche bei Komfort und Liegegefühl müssen Sie dabei kaum machen, weshalb diese Version sicher die sinnvollste Wahl ist, wenn es um die Anwendung im Außenbereich geht. Der Stoff kann auch bei 30 Grad gewaschen werden, vorausgesetzt, es befindet sich kein Stab an der Matte. In diesem Fall muss per Hand gewaschen werden.

Flexibilität und bessere Transportfähigkeit durch spezielle Gestelle

Es muss ja nicht immer der heimische Garten sein. Wer würde nicht gern auch im Urlaub auf die bequemen Hängematten zurückgreifen und einfach mal entspannt am Strand oder auf dem Campingplatz abhängen? Hängematten aus stabilem, aber leichtem Stoff sind dabei gute Reisebegleiter. Hier gilt Fallschirmseide als beliebte Variante. Diese lässt sich sehr gut und sehr kompakt zusammenrollen und einfach im Reisegepäck verstauen. Auch Varianten aus Nylon sind erhältlich, optional sogar mit bereits eingenähtem Moskito-Netz.

Grundvoraussetzung sind natürlich immer zwei gegenüberliegende Aufhängepunkte für die Matte. Doch nicht immer sind eigens dafür vorgesehene Halterungen vorhanden. Und sie sollten sich davor hüten, Halterungshaken in fremde Bäume zu schlagen. Als Alternative bieten sich hier spezielle Gestelle an, die inzwischen weit verbreitet sind. Diese können sowohl aus Holz bestehen, aber auch aus stabilen Stahlgestellen. Achten Sie darauf, dass diese Modelle witterungsgeschützt sind.

Bequem lässt sich damit die Hängematte zwischen den beiden Ständerhälften aufstellen und perfekt spannen. Einige dieser Varianten sind auch zusammenklappbar und somit noch besser geeignet für den Transport, beispielsweise im Wohnwagen. Diese einfachen Ständer aus Stahl bekommen Sie bereits ab 100 Euro. Teurere Varianten, besonders die aus Holz, kosten dann allerdings wesentlich mehr. Daher sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie einen solchen Ständer benötigen oder ob nicht doch die klassische Variante ohne Ständer für Sie in Frage kommt. Vorteil der Ständer ist natürlich, dass Sie damit sehr flexibel sind, was das Aufspannen Ihrer Hängematte angeht. Denn nicht jeder hat dabei die Möglichkeit, auf Bäume in seinem Garten zurückzugreifen. Und gerade am Strand oder See werden Sie diese Variante sehr zu schätzen wissen.

Die richtige Größe ist entscheidend für den Komfort

Hängematten gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen, abhängig davon, wie vielePersonen auf ihr Platz finden sollen. Single-Matten entsprechen dabei der klassischen Form. Sie sind bis zu 140 cm breit. Empfohlen ist ein Abstand von ca. 270 cm zwischen beiden Aufhängepunkten, die jeweils ca. 120 cm über dem Boden befestigt werden sollen. Diese Mattengröße ist am flexibelsten. Die nächst größere Variante bilden Doppel-Hängematten. Diese sind bis zu 160 cm breit, die Aufhängepunkte sollten in ca. 310 cm Abstand bei einer Höhe von ca. 140 cm befestigt werden. Wer seine ganze Verwandtschaft mit an Bord haben möchte, greift direkt zur Familien-Hängematte. Diese istbis zu 180 cm breit, die Aufhängung erfolgt im Abstand von 360 cm bei einer Höhe von 140 cm.

Schätzen Sie die Personenzahl vorher gut ein und testen Sie nach dem Aufhängen ruhig, wie gut die Matte durchhängt. Eine leicht gebogene Form im Stile einer Banane bildet dabei die Idealform. Sollte der Abstand zwischen zwei Bäumen am Ende zu kurz sein, können Sie die Enden auch mit einem Seil künstlich verlängern und so den Effekt des Durchhängens besser erreichen.

Diagonal statt vertikal - so liegen sie richtig

Es gibt schon einen Grund, warum viele Südamerikaner auch heute immer noch auf die traditionelle Hängematte setzen. Das Prinzip hat sich in den letzten Jahrhunderten einfach bewährt. Und das Liegen auf der Matte ist auch gut für Ihren Rücken, vorausgesetzt, Sie tun dies richtig. Achten Sie auf das bereits angesprochene Durchhängen der Matte. Siedarf nicht zu fest und straff sein. Diagonales Liegen ist zu bevorzugen, die Breite muss für Ihren Körperumfang ausreichend sein. Gerade Neulinge tendieren dazu, sich längs hinzulegen, was aber auf Dauer weniger gut für ihren Rücken ist.

Das macht nicht nur das Schauklen angenehmer, auch öffnet sich so der Stoff und der Rücken kann sich besser entlasten. Die Wirbelsäule passt sich an den Stoff an, alles sitzt ergonomisch einwandfrei. Kein Wunder also, dass Hängematten teilweise auch für medizinische Zwecke genutzt werden.

 

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