Häkeln und Stricken mit Sockenwolle: Aus diesen Garnen zaubern Sie kuschelige Strümpfe

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Häkeln und Stricken mit Sockenwolle: Aus diesen Garnen zaubern Sie kuschelige Strümpfe

Selbstgestrickte Socken sind einfach etwas ganz Besonderes. Als Geschenk oder als kleine Beigabe – per Hand gefertigte Socken wärmen nicht nur die Füße, sondern auch das Herz. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Arten und Formen, die praktischen und zugleich schönen Fußwärmer herzustellen. Klassische Wintersocken werden in der Regel gestrickt, doch auch sommerliche Varianten mit schönen Lochmustern sind ein schöner Hingucker. Diese können sowohl gestrickt, als auch gehäkelt werden.

Unterschiedliche Techniken erfordern dabei unterschiedliche Garne. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen in diesem Ratgeber die wichtigsten Garne und Techniken vorstellen, mit denen Sie Socken in den verschiedensten Formen herstellen können. Neben einigen Tipps und Tricks möchten wir Ihnen auch kreativen Input liefern. Und selbstverständlich lassen sich mit Sockenwolle auch viele weitere Dinge stricken oder häkeln.

Das wichtigste Kriterium für Sockenwolle: Die Dicke des Garns

Bei der Auswahl der passenden Wolle für Socken und Strümpfe ist neben dem Material, auf das wir im nächsten Punkt eingehen wollen, die Dicke des Garnes ein entscheidender Faktor. Sollen die Socken in normalen Schuhen getragen werden oder sind sie speziell für Winterstiefel gedacht? In diesen Fällen sind unterschiedliche Garne gefragt. Denn während Winterstiefel in der Regel etwas größer gekauft werden und fülligere Socken vertragen, sind dicke Socken in normalen Schuhen eher unbequem. Auch sommerliche Strümpfe lassen sich in schönen Mustern herstellen. Hier ist das Garn jedoch wesentlich dünner und vor allem nicht aus Schurwolle gefertigt. Bei sommerlichen Socken oder niedlichen Kinderkniestrümpfen empfiehlt sich weiche Baumwolle.

Wie Garn hergestellt wird

Um zu verstehen, wie unterschiedliche Garndicken zustande kommen, muss man verstehen, wie Garne hergestellt werden. Diese werden aus unterschiedlichen Fasermaterialien gesponnen. Fasermaterialien können dabei tierische, pflanzliche oder synthetische Fasern sein. Die Qualität der verwendeten Fasern und die Art, wie sie versponnen werden, haben einen großen Einfluss auf die Eigenschaften des später daraus entstehenden Textils. Spinnen ist, wie das Weben, eine der ältesten Textiltechniken der Menschheit. Im Laufe der Zeit wurde das Verfahren immer weiter verfeinert und es entstanden immer neue Techniken, um Garn herzustellen. Der Faden wird dabei gebildet, indem die Fasern zunächst parallel gelegt, also geordnet werden. Daraufhin folgt die Fadenbildung, indem das Material gezogen und gleichzeitig verdreht wird. Durch die Drehung erhalten die feinen Fasern eine erhöhte Stabilität. In Anschluss an diesen Prozess wird das Garn auf Spulen aufgewickelt. Die wichtigsten Kenngrößen des gesponnenen Garnes sind neben den genutzten Materialien das Gewicht pro Länge (Garnfeinheit) und die Festigkeit, sprich die Reißkraft des Fadens. Grundsätzlich gilt hier: Je feiner die Fasern und das Garn, desto aufwendiger ist der Spinnprozess. Dies schlägt sich auch auf den Preis nieder.

Setzen Sie von Anfang an auf Qualität

Um dicke Sockenwolle herzustellen, werden daher in der Regel keine besonders dicken Garne gesponnen, sondern mehrere Garne miteinander kombiniert. In einem weiteren Veredelungsprozess nach dem Spinnen werden mehrere Einzelfäden zu einem dickeren Strang verzwirnt. Hierfür werden die einzelnen bereits gesponnenen Stränge so miteinander verdreht, dass sie einen dicken Strang bilden. Dieser ist erheblich reißfester als einfach verdrehte Garne. Dabei gilt: Je mehr die Garne verdreht sind, desto mehr erhöht sich die Reißfestigkeit. Gerade bei reiner Wolle ist das Verzwirnen der Wolle unentbehrlich, da die beim Stricken und Häkeln gebildeten Webketten unverzwirnt nicht halten könnten.

Um ein hochwertiges, dickes Garn herzustellen, ist ein relativ großer Aufwand notwendig. Gerade bei Sockengarn ist jedoch die Qualität sehr wichtig, denn  Socken müssen an Ferse und Zehen hohe Reibungsbelastungen vertragen können. Erfahrene Sockenstricker wissen, wie viel Arbeit bereits in einer Socke steckt – und wie ärgerlich es ist, diese bereits nach einer Saison flicken zu müssen.

Die gängigsten Zwirnarten

Nachdem Sie nun wissen, wie Sockengarn hergestellt wird, möchten wir Ihnen die gängigsten Formen vorstellen. Dabei machen wir nahtlos mit der Dicke der Sockenwolle weiter. Die drei gängigsten Zwirnarten sind dabei

Je nach Anzahl der miteinander verzwirnten Garne wird so ein dickeres oder dünneres Endprodukt erzielt.

Überall einsetzbar: 4-fädiges Garn ist robust und nicht zu dick

Etwas dünneres Sockengarn ist in der Regel aus vier Fäden miteinander verzwirnt. Dieses ist bereits sehr strapazierfähig, kann aber dennoch auch zu dünneren Socken, Handschuhen und Ähnlichem verarbeitet werden. Der Vorteil von 4-fädigem Garn ist, dass daraus entstandene Socken auch im Alltag eingesetzt werden können. Sie können diese Socken je nach Machart auch noch im Herbst oder Frühjahr unter normalen Schuhen tragen, ohne zu warme Füße zu bekommen.

6-fädige und 8-fädige Garne sorgen für warme Füße

Beim Kauf von Garnen sollten Sie beachten, dass mehrfädige Strickgarne nicht proportional an Dicke zunehmen. Denn je mehr Garne miteinander verzwirnt wurden, desto dünnere Einzelgarne werden genutzt. Die Garne werden so zwar dicker, doch nicht so sehr, wie man vermuten würde. Aus diesem Grund sind mehrfädige Garne auch etwas kostspieliger, da das Verarbeiten von dünneren Garnen eine größere Präzision erfordert. 6-fädige und 8-fädige Garne sind daher noch etwas robuster und halten wärmer. Aus Sockengarn dieser Stärke können Sie außerdem winterlich warme Pullover und Jacken stricken.

Materialien und Techniken für unterschiedliche Sockenformen

Nachdem wir Ihnen nun unterschiedliche Arten der Garnherstellung vorgestellt haben, soll es nun um Materialien gehen. Sicherlich denkt man bei selbstgestrickten Socken zuerst an winterliche Wollsocken – doch auch für die wärmeren Zeiten des Jahres gibt es geeignete Materialien und Techniken. Denn warum sollte man im Sommer auf verzierte Socken verzichten?

Mit diesen Materialien stricken und häkeln Sie winterlich warme Textilien

Wie bereits erwähnt, sind selbstgestrickte Strümpfe und Socken großen Belastungen ausgesetzt. Aus diesen Gründen bieten sich für die Verarbeitung robuste und langlebige Fasern an. Schurwolle hat dabei viele Eigenschaften, die bei besonders wärmenden Textilien wünschenswert sind. Aus diesem Grund ist Schurwolle, meistens vom Schaf, eines der beliebtesten Materialien für selbst gemachte Socken und Strümpfe. Meist werden tierische Fasern gemeinsam mit einem Anteil von Kunstfasern, zum Beispiel Polyacryl oder Polyamid, miteinander verarbeitet. Der Wollanteil ist dabei meist etwas höher als der Kunstfaseranteil.Besonders weich ist dabei die Merino-Wolle vom Merino-Schaf. Ebenfalls sehr beliebt sind Kaschmirwolle und Mohair, welche von Ziegen gewonnen werden. Angorawolle vom Angorakaninchen hingegen ist besonders weich und wird eher für Pullover und Strickjacken eingesetzt. Ähnliches gilt für die besonders weiche Alpaka-Wolle.

Die Vorteile von Schurwolle

Schurwolle bietet gerade in der kalten Jahreszeit entscheidende Vorteile. Zum einen hat Schurwolle eine natürliche Thermoregulationseigenschaft. Das heißt, sie hat besonders ausgeprägte wärmende Eigenschaften, auch schon bei dünnen Garnen. Der Grund dafür ist in der Struktur der Wolle zu finden. Auf ihr Gesamtvolumen bezogen, besteht die schuppenartig aufgebaute Wolle zu bis zu 85 Prozent aus Luft. Diese Luft eignet sich hervorragend als Wärmeisolator. Sie wird dabei durch die Körperwärme aufgewärmt und dient als Wärmespeicher.

Außerdem ist Wolle dazu in der Lage, eine große Menge an Wasserdampf aufzunehmen. Die Oberfläche hingegen ist aufgrund ihrer dachziegelartigen Schuppenstruktur eher wasserabweisend. So kann Wolle viel Feuchtigkeit in sich aufnehmen, ohne sich jedoch auf der Oberfläche feucht anzufühlen. Anders als zum Beispiel Baumwolle leitet tierische Wolle die Feuchtigkeit besonders schnell ab. So bleiben die Füße trocken und warm.

Stricktechniken für Wintersocken

Für die Herstellung von wärmenden Wintersocken aus Wolle gibt es verschiedene Techniken. Weit verbreitet ist das Stricken von Socken. Dabei wird der Fußteil glatt gestrickt, damit sich an der belasteten Fußsohle keine Druckstellen oder Muster bilden. Diese können schnell zu Blasen führen. Um den Schaft flexibel zu gestalten, wird dieser in der Rippstrick-Technik, im Volksmund auch als „zwei rechts, zwei links“-Muster, bezeichnet. Doch auch durch Häkeln lassen sich schön warme Socken und Hausschuhe erstellen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie ein Muster wählen, das nicht zu viele Löcher aufweist. Am besten fährt man hier mit normalen festen Maschen oder halben Stäbchen.

Eine ganz besonders schöne und beliebte Garnart sind sogenannte Mustergarne. Diese sind so eingefärbt, dass sich bei einem bestimmten vorgegebenen Strickmuster ein schönes Muster bildet. So sind aufwendige Streifenmuster und Verzierungen auch schon für Anfänger machbar. Damit das Muster richtig zur Geltung kommt, ist eine Maschenprobe unerlässlich. Nur so können Sie sehen, ob sie nicht zu locker oder zu fest stricken, damit das Muster zur Geltung kommen kann.

Garne und Techniken für zarte Socken für den Frühling und Sommer

Um auch in den wärmeren Jahreszeiten selbstgemachte Strümpfe und Socken zu verschenken und zu tragen, eignen sich vor allem leichte Baumwollgarne. Diese sind in der Regel auch aus zwei bis 4 feinen Baumwollfäden miteinander verzwirnt und bieten gerade bei wärmeren Temperaturen angenehm kühlende Trageeigenschaften. Um luftige Strümpfe und Socken zu gestalten, bieten sich Lochmuster an. Diese können entweder durch Ajours-Strickmuster oder luftige Häkeltechniken erreicht werden. Achten Sie jedoch darauf, dass die Fußsohle möglichst eben gearbeitet ist und keine großen Muster aufweist. Diese sind oft beim Tragen relativ unangenehm.

Damit selbstgemachte Handarbeiten lange halten: Stopf- und Beilaufgarn

Besonders beanspruchte Stellen bei Socken sind die Fersen und die Sockenspitze. Diese sind durch das Gewicht des Körpers und der Reibung der Zehen besonders anfällig für Löcher und Beschädigungen. Um dem vorzubeugen, können Sie die bestimmten Teile des Strumpfes mit Stopf- und Beilaufgarn verstärken. Wie der Name schon verrät, wird das Garn dabei einfach mitgeführt und gemeinsam mit dem Wollgarn verstrickt oder verhäkelt. Dies erhöht die Reißfestigkeit aller Strickteile. Doch auch wenn bereits ein Loch vorhanden ist, können Sie den Strumpf mit Stopfgarn retten. Hierfür wird das Loch mit einer speziellen Webtechnik verschlossen, bzw. „gestopft“.

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